Monat: August 2021

Gartenjahr 2021, Teil 1: Erfolge und Misserfolge im Gemüsegarten

Das Gartenjahr 2021 hat zwar noch viele Wochen vor sich, aber die Hauptsaison neigt sich dem Ende entgegen. Was soll man nun davon halten? Der Sommer war bei uns irgendwie so gar nicht sommerlich und abgesehen von einzelnen Tagen nicht heiß, dafür aber sehr nass und eher kühl. Das tat einigen Gemüsesorten sichtlich gut, andere hingegen kämpften schwer und einige verloren am Ende den Kampf. Daher heute mein persönliches Resümee zum Gartenjahr 2021 im Gemüsegarten.

Der Start ins Gemüse-Gartenjahr 2021

Im Februar und März begann die Anzucht all der tollen Leckereien auf den Fensterbänken des Hauses. Überall standen kleinere und größere Töpfe, wurden gegossen, gehätschelt, gepflegt und schon bald zeigten sich die ersten kleinen Pflänzchen. Einige sind geschossen, einige kamen erst im zweiten Versuch, aber im Großen und Ganzen hat die Anzucht im Haus gut geklappt.

Im April und Mai durften erste Pflanzen rausziehen, selbstverständlich nach einer Eingewöhnungswoche. Erdbeeren zogen ins Hochbeet ein und wir haben den Gemüsegarten eingerichtet. Da die Ecke in der das Gemüsebeet liegen sollte, zuvor stark zugewuchert war mit Zitronenmelisse, Brombeeren, Brennesseln und dazu noch einige Thuja-Hecken darauf standen, haben wir wie die wilden umgegraben und gejätet. Anschließend kam eine dicke Schicht Kompost aufs Beet und in die Thuja-Ecke durften Kartoffeln und Gründungung in Form einer Wildblumenmischung einziehen.

Anzucht auf der Fensterbank - gelungen!
Die Fensterbänke waren die ersten Monate des Jahres gut belegt. Wer braucht schon Deko, wenn er Jungpflanzen und improvisierte Anzuchttöpfe haben kann?

Nach und nach zogen so bis Mitte Juni alle neuen Gartenbewohner in die ihnen zugedachten Beete und durften wachsen und gedeihen. Regelmäßiges düngen, ausgeizen, Beikraut entfernen etc. und ein bisschen Sonne, gepaart mit reichlichen Wassergaben – tja, so sah es aus. Wasser gab es tatsächlich viel, mitunter zu viel. Gießen musste ich gerade im Beet nur äußerst selten.

Gartenjahr 2021: Die Gemüse-Sorgenkinder

Das viele Wasser ließ einige Arten wahrlich sprießen und es war ein Genuss ihnen dabei zuzuschauen. Andere Arten hatten hingegen gar keinen Spaß.

Allen voran die Tomaten. Mittlerweile sind bis auf zwei Stöcke alle von Braun- und Krautfäule befallen und entsorgt. Einzig die beiden Philaminas von Bingenheimer Saatgut scheinen resistent zu sein. Vor allem die großen Ochsenherz-Tomaten, deren Samen ich aus der letztjährigen Ernte gesammelt habe, haben es nicht geschafft. Die Früchte waren riesig! Ich war schon so stolz, aber gut, es sollte nicht sein.

Ochsenherztomate vor der Braunfäule
Die Ochsenherztomaten bevor die Braunfäule zugeschlagen hat. Riesig – wunderschön – zumindest in Grün…
Paprika im Gemüsegarten Gartenrückblick 2021
Paprika: Einige wenige, dafür sehr große Früchte. Mal schauen, wann wir ernten dürfen.

Nach den Tomaten fallen mir als nächstes die Auberginen ein. 2020 hatte ich eine Auberginenpflanze im Hochbeet, die ab August Früchte in Massen geliefert hat. In diesem Jahr scheint es meinen beiden, ins Beet gepflanzten, Exemplaren deutlich zu nass und zu kalt zu sein. Sie setzen zwar Blüten an, aber diese welken und fallen ab, bevor sich eine Frucht bilden kann. Schade.

Die ins Beet gesetzten Chili wurden leider von den Zucchini überwuchert, so dass ihr Ertrag eher gering ausfallen wird – dafür entwickeln sich die beiden Stöcke im Hochbeet prächtig. Genauso wie die Wassermelone. Allerdings hat die erste Aussaat nicht funktioniert und nun werden die Früchte nicht mehr reif werden. Aber: Es sieht schön aus. Damit gebe ich mich für den Moment zufrieden.

Mai- bzw. Herbstrübchen scheinen nicht so mein Ding zu sein… da hat weder der frühe Versuch noch der späte Versuch geklappt. Die letzten Rüben sind mir im Hochbeet einfach verfault. Momentan weiß ich noch nicht, ob es im nächsten Jahr ein Wiedersehen geben wird.

Ach und das mit dem Sommerlauch sollte leider auch nicht sein. Ich habe mich an eine Pflanzempfehlung gehalten und Brokkoli, Lauch und Kohlrabi zusammen in eine Reihen gepflanzt. So konnte ich alle gemeinsam unter einem Netz schützen, was zur Folge hatte, dass die zarten Lauch-Halme vom Brokkoli gnadenlos überwuchert wurden.

Was ich dieses Jahr gelernt habe:

  1. Die empfohlenen Pflanz-Abstände haben ihren Grund. Halte dich daran, sonst wird es zu eng, die Pflanzen bekommen zu wenig Sonne und überhaupt hat alles zu wenig Platz um groß und stark zu werden.
  2. Es kann und wird nie alles gelingen. Sei froh über alles, was wächst und gedeiht, erfreue dich an jeder noch so kleinen Ernte und denke daran: Nächstes Jahr gibt es eine neue Chance.

Diese Gemüse haben 2021 in vollen Zügen genossen

Was mich 2021 voll begeistert hat, waren die Salate und der Mangold. Mangold können wir mittlerweile nicht mehr wirklich sehen und ich gefriere in immer größeren Portionen ein. Der Winter wird mehr als lecker (und Mangold-lastig…).

Kopfsalat, Romana, Sauerampfer und Rucola sind alle prima gewachsen, erst zuletzt gab es dann doch den ein oder anderen Schoss-Versuch. Geradezu begeistert bin ich von den gepflanzten Tagetes. Die kleinen gelb-orangen Blümchen wirkten nicht nur äußerst adrett im Beet, sie scheinen auch ihrer Aufgabe mehr als gut nachgekommen zu sein: dem Schneckenschutz. Trotz der großen Feuchtigkeit, hatten wir tatsächlich keinerlei Probleme mit Schnecken. Ich hab die jungen Salate zwar immer in Schneckenkrägen gesteckt, aber auch alle ungeschützten Leckerbissen (z.B. Paprika) blieben verschont. Ich bilde mir ein, es lag an den Tagetes, die ich rund ums Beet gesetzt hatte.

Bunter Mangold im Gemüsegarten - Gartenrückblick 2021
Bunter Mangold für beinahe jeden Tag…
Kopfsalat Lucinde von Bingenheimer im Gemüsegarten - Gartenrückblick 2021
Ein Traum von Kopfsalat: Sorte “Lucinde”

Meine drei Zucchini-Pflanzen haben auch einen sehr ordentlichen Ertrag abgeworfen. Nicht ganz so üppig wie 2020, aber zu meiner vollen Zufriedenheit. Ähnlich die Gurken – da hatte ich mir mehr erhofft, möchte aber nicht klagen. Da wir keine Selbstversorger-Ambitionen haben, nehme ich, was ich bekommen kann und begnüge mich damit. Ebenso erging bzw. ergeht es mir mit der Paprika. Die Früchte reifen noch, aber ich bin zuversichtlich und freue mich schon auf die Ernte.

Knoblauch und Zwiebeln hatte ich bereits im vergangenen Herbst gesteckt und siehe da, Ende Juni konnte ich hier eine reiche Ernte einfahren. Sehr lecker und toll. Frischer Knoblauch aus dem eigenen Garten ist wirklich ein Highlight. Sehr mild und wunderbar frisch. Die Zwiebeln fühlten sich im Hochbeet sehr wohl, im Gemüsebeet hingegen nicht allzu sehr. Vielleicht lag es an der Feuchtigkeit oder am Unkrautdruck, ich kann nur raten und werde 2022 einen neuen Versuch starten. Gespannt bin ich momentan noch auf den Winterlauch. Nachdem sich der Sommerlauch wie oben erwähnt nicht durchsetzen konnte, scheint es dem Winterlauch im Hochbeet deutlich besser zu gehen (wenn ihn nicht der Mangold nieder macht).

Ganz prächtig fanden es dieses Jahr die Kräuter in unserem Gemüsegarten. Egal ob mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Oregano, Thymian, Salbei und Bohnenkraut, oder Zitronenmelisse, Minze, Kerbel, Petersilie und Estragon – alle wuchsen miteinander um die Wette und ließen den Garten duften. Der im letzten Jahr gepflanzte Estragon ist gerade explodiert und nimmt nun ein gutes Stück der Terrasse ein…

Tagetes - Studentenblumen helfen gegen die kleinen gefräsigen Schnecken
Die kleinen selbstgezogenen Tagetes haben ihre Aufgabe mehr als erfüllt
Zuckerschoten - so schön und so lecker im Gemüsegarten 2021
Zuckerschoten – so lecker und dazu auch noch schön anzusehen

Ebenfalls wunderbar gewachsen und gute Erträge brachten die Zuckerschoten, Radieschen, Kohlrabi sowie der Brokkoli. Allesamt sehr lecker! Und zu guter Letzt möchte ich die Kartoffeln nicht unerwähnt lassen. Die Ernte war super und der Boden ist tatsächlich gut gelockert worden.

Ein echter Grund zur Freude: Die Gartensaison 2021 ist noch lange nicht vorbei…

Denn nach der Hauptsaison starten wir in die Herbst- und Wintersaison des Gartenjahres 2021 im Gemüsegarten.

Wo bis Anfang August noch die Kartoffeln standen, ist nun Spinat und Feldsalat ausgesät (ein jeweils zweiter Schwung folgt noch). Anstelle des Kopf- und Romana-Salats sind Endivien eingezogen, zu denen sich in den kommenden Tagen noch Radicchio und Eichblatt gesellen. Einige weitere Endivien dürfen außerdem demnächst im Hochbeet die Lücken füllen und ganz besonders freue ich mich jetzt schon auf den Asiasalat (Mizuna). Mizuna kann angeblich bis zu fünf mal geschnitten werden und wächst auch bei kälteren Temperaturen.

Ihr vermisst den klassischen Winterkohl? Ich gebe euch recht. Den gibt es bei uns nicht. Zum einen weil er mir zu lange wichtigen Platz im Beet belegt und zum anderen weil wir hier auch keine großen Kohl-Esser sind.

Und was folgt, wenn im Garten die winterliche Ruhe einkehrt? Na klar, die Planung für das kommende Gartenjahr 🙂

Was lief bei Dir in diesem Jahr super und wo hattest Du im Garten echte Probleme? Konntest Du Tomaten ernten oder stehst Du wie ich vor einem Totalausfall? Was wächst bei Dir momentan noch im Garten?

Lass doch einen Kommentar da und erzähle uns von Deinen Erfahrungen im Gartenjahr 2021!

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Gastbeitrag: Wie Dir Minimalismus beim Entschleunigen helfen kann

Von Rebecca Keller, frei-mutig.de

Hast Du auch das Gefühl, Deine Tage werden immer hektischer und die Momente der Ruhe seltener? Du bist damit nicht alleine: Fast zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland gaben in einer Studie an, dass ihr persönliches Stressempfinden in den letzten Jahren gestiegen ist.

Der Stress scheint meist von außen auf uns zu wirken – insbesondere durch gestiegene Erwartungen und Anforderungen im Job. Doch der zunehmenden Zeitnot sind wir nicht ganz hilflos ausgeliefert. Sowohl beruflich als auch privat gibt es Mittel und Wege, das Tempo etwas zu drosseln – ohne gleich abgehängt zu werden.

Entschleunigung mit Hilfe von Minimalismus

Um unser Leben bewusst zu entschleunigen, können wir auf Ansätze des Minimalismus zurückgreifen. Mit dem Ausdruck Minimalismus ist gemeint, auf alles Überflüssige zu verzichten und sich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Indem wir uns etwa von ungenutzten Gegenständen, ungeliebten Verpflichtungen oder schlechten Gewohnheiten trennen, gewinnen wir mehr Zeit für das, was uns am Herzen liegt – zum Beispiel für unsere Familie und Freunde oder uns selbst.

Wie Minimalismus Dir beim Entschleunigen helfen kann und 5 praktische Tipps, die Du sofort umsetzen kannst, erfährst Du in diesem Beitrag. Wie wäre es dazu mit einer entspannenden Tasse Tee?

Der beschleunigte Alltag

An einem ganz normalen Arbeitstag jagt für gewöhnlich ein Termin den nächsten. Aufgabe reiht sich an Aufgabe – oder wird sogar parallel bearbeitet. Ein hohes Arbeitspensum und Multitasking gehen oft Hand in Hand.

Das Gefühl, alles geschehe heute schneller als noch vor 10 oder 20 Jahren, ist real greifbar. Bestes Beispiel ist die elektronische Kommunikation. Die Zahl der E-Mails, die wir verschicken, hat sich allein im letzten Jahr um mehr als 40 Milliarden erhöht – Chat- und Kurznachrichten noch nicht mitgezählt.

Doch so praktisch diese Wege der Kommunikation auch sein mögen: Je mehr Nachrichten wir schreiben, umso mehr Nachrichten erhalten wir auch, die gelesen und beantwortet werden wollen. Zu der reinen Masse kommt noch hinzu, dass wir uns verpflichtet fühlen, innerhalb immer kurzer Zeit zu antworten. Sei ehrlich: Prüfst Du auch schon alle paar Minuten Deinen Posteingang?

Inzwischen scheint es auch normal geworden, das rasante Tempo auf unsere Freizeit zu übertragen: Selbst am Wochenende sind unsere Terminkalender prall gefüllt und unsere Kinder hetzen nach der Schule vom Musikunterricht zum Sportkurs und anschließend zur Nachhilfestunde.

Was bei all den gut gemeinten und auf Effizienz getrimmten Veränderungen jedoch auf der Strecke bleibt , sind Gelegenheiten zum Durchatmen, Pausen, um nachzudenken und zur Ruhe zu kommen. Einmal rein gar nichts zu tun, kommt uns irgendwie komisch vor.

Zur Ruhe kommen und Weniger Mehr sein lassen - ein Weg zu einem entschleunigteren Leben
Zur Ruhe kommen und Weniger Mehr sein lassen – ein Weg zu einem entschleunigteren Leben

Kaum liegt man für ein paar Augenblicke faul auf dem Sofa, treibt einen das schlechte Gewissen schon wieder an. „Ich könnte jetzt genauso gut die Wohnung putzen / die Steuererklärung machen / den Rasen mähen …“

Dabei spüren wir instinktiv, dass das Zuviel an Beschleunigung uns nicht guttut: Wir sind permanent rastlos und unruhig, unsere Konzentrationsfähigkeit leidet, der Geduldsfaden wird dünner und dünner und unser Vermögen Genuss zu empfinden schwindet.

Kann Minimalismus diese Entwicklungen abbremsen?

Warum weniger mehr ist

“Mehr” lautet die Standard-Antwort auf nahezu jede Frage unserer Zeit. “Weniger” überhaupt als Option zu sehen, kommt uns so gut wie nie in den Sinn.

Dabei wäre es angesichts der beschriebenen negativen Folgen der Beschleunigung umso wichtiger, unsere rasanten Gewohnheiten auszumisten.

Wer einmal darauf achtet, entdeckt in allen Lebensbereichen Vorteile, die das Weglassen des Überflüssigen mit sich bringen kann:

  • Weniger Gegenstände in einer Wohnung bedeuten auch weniger Zeit zum Putzen, Aufräumen und Instandhalten.
  • Je weniger Kleider sich in Deinem Kleiderschrank befinden, desto einfacher fällt Dir dir morgendliche Outfitwahl.
  • Weniger unnötiger Konsum führt dazu, dass Du mehr Geld übrig hast, z. B. zum Sparen oder Investieren. Wenn Du weniger Geld zum Leben brauchst, kann das auch bedeuten, dass Du weniger Stunden arbeiten musst.
  • Sagst Du häufiger zu ungeliebten Einladungen Nein, gewinnst Du Zeit für Beschäftigungen, die Dir wirklich wichtig sind.

Weit verbreitet ist das Vorurteil, wonach Minimalismus vor allem mit Verzicht zu tun hätte und mithin eine eher trostlose Angelegenheit sei. In Wahrheit haben Minimalisten verstanden, dass Ressourcen frei werden (z. B. in Form von Zeit, Energie, Lebensfreude und Geld), wenn man sich von unnützem Ballast befreit.

Und wie hilft Minimalismus nun beim Entschleunigen?

5 Tipps, wie Du mit Minimalismus Deinen Alltag entschleunigen kannst

Entschleunigung heißt, der Beschleunigung unseres Alltags bewusst Phasen der Ruhe und der Langsamkeit entgegenzusetzen. Es geht nicht darum, Fortschritte und technische Entwicklungen per se aufzuhalten oder rückgängig zu machen. Das ist gar nicht möglich.

Es geht aber darum, zu erkennen, dass wir die Beschleunigung unseres Alltags nicht als unveränderbare Tatsache hinnehmen müssen. Zu einem gewissen Teil liegt es in unserer Hand, unser Tempo selbst zu bestimmen.

Entsprechend dem Prinzip des Minimalismus bedarf es zur Entschleunigung den Willen dafür, beschleunigende Handlungen als solche zu erkennen und zu reduzieren und dafür mehr entschleunigende Alternativen einzuführen.

Hier sind 5 Beispiele für Veränderungen, die Du ab sofort einen entschleunigten Alltag umsetzen kannst:

1. Reduziere Deine „schnellen“ Wörter

Nahezu unbemerkt schleichen sich immer mehr Wörter in unsere Gedanken und Sprache, die Hektik erzeugen. Benutzt Du auch häufig Wörter wie „schnell“, „gleich“, „sofort“, „nur kurz“, „eben noch“, „kurzfristig“ oder sogar „asap“? Damit sorgst Du (wahrscheinlich unbewusst und zumeist völlig unnötig) für Stress.

Entschleunigungstipp 1: Reduziere die beschleunigenden Wörter, die Du benutzt.

Stattdessen könntest Du häufiger entschleunigende Wendungen benutzen, z. B.: „Das hat Zeit.“, „Nimm Dir so viel Zeit, wie Du brauchst.“, „Ich nehme mir die Zeit.“, „Eins nach dem anderen“ oder „In der Ruhe liegt die Kraft“.

Die Wirkung: Mit den Wörtern, die Du verwendest, erschaffst Du Deine Realität. Die entschleunigenden Wendungen werden Dir ein Gefühl von „Zeitwohlstand“ schenken. Außerdem wirst Du weniger Zeitdruck auf Deine Mitmenschen ausüben.

2. Beginne den Morgen entschleunigt

Die erste Stunde am Morgen setzt oft den Ton für den weiteren Tag. Wenn wir morgens schon unter Zeitdruck stehen und zur Arbeit hetzen, zieht sich der Stress wahrscheinlich bis zum Abend hin fort.

Entschleunigungstipp 2: Beginne den Morgen bewusst in einem langsamen Tempo.

Dazu kannst Du z. B. einen sanften Weckton wählen, eine Morgenroutine entwickeln und leise in den Tag starten, z. B. mit ein paar Minuten Sport oder Meditation, einem gesunden Frühstück oder einem inspirierenden Text. Verzichten solltest Du in der ersten Stunde des Tages nach Möglichkeit auf alles Laute und Unruhige, wie soziale Medien und Nachrichtenprogramme.

Falls Du morgens leicht in Zeitnöte gerätst, könntest Du in Zukunft ein paar Minuten früher aufstehen. Oder Du sorgst schon am Abend zuvor für einen entspannten Morgen, indem Du etwa Deine (Büro-/Sport-)Tasche packst, ein leckeres Müsli vorbereitest und die Kleider für Dich und Deine Kinder heraussuchst.

Die Wirkung: Du kannst entspannter und bewusster den neuen Tag beginnen und ohne Hektik zur Arbeit aufbrechen.

3. Plane regelmäßige Pausen ein

Wenn wir viel Arbeit und wenig Zeit haben, lassen wir schon Mal leichtfertig unsere Pausen ausfallen. Das Brötchen wird vor dem PC gegessen, der Sportkurs abgesagt und die Schlafenszeit verkürzt. Dabei sorgen gerade regelmäßige Pausen dafür, dass wir fit und leistungsfähig bleiben.

Entschleunigungstipp 3: Achte auf regelmäßige Pausen im Alltag (und verschiebe die Erholung nicht nur auf den Urlaub).

Plane z. B. bei der Arbeit genug Zeit für das Mittagessen ein und einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Anschließend wirst Du mit neuer Energie und guten Gedanken an Deinen Arbeitsplatz zurückkehren. Auch zwischen einzelnen Aufgaben kannst Du immer wieder für kleine Erholungspausen sorgen und z. B. alle 30 Minuten eine Pause von 5 Minuten einlegen, um zu lüften, etwas zu trinken, Dich zu strecken oder zur Toilette zu gehen.

In Deiner Freizeit kannst Du ebenfalls entschleunigende Rituale einführen und beispielsweise zum Feierabend ein paar Entspannungsübungen durchführen, am Wochenende ein Mittagsschläfchen einlegen oder abends im Bett noch ein paar Seiten in einem Buch lesen.

Die Wirkung: Deine Leistungsfähigkeit bleibt länger erhalten, wenn Du immer wieder für Erholungspausen sorgst. Der kontinuierliche Wechsel zwischen Phasen der Anspannung und Entspannung entspricht eher unserem natürlichen Biorhythmus.

Wenn Dir die Zeit für Pausen zu fehlen scheint, helfen Dir vielleicht die folgenden beiden Entschleunigungstipps weiter:

4. Begrenze Deine Bildschirmzeit

Inzwischen verbringen die meisten von uns jeden Tag nicht nur beruflich viele Stunden vor einem Bildschirm. Auch in unserer Freizeit starren wir stundenlang auf unser Handydisplay, den Fernseher oder ein Tablet.

Entschleunigungstipp 4: Begrenze die Zeit, die Du vor Bildschirmen verbringst.

Einfach mal ausschalten: Begrenze deine Bildschirmzeit und genieße die neue Freizeit
Einfach mal ausschalten – einfach gesagt (geschrieben), sehr schwer getan…

Du kannst z. B. am Smartphone eine tägliche Höchstnutzungsdauer einstellen, ab einer gewissen Uhrzeit zu Hause das WLAN ausstellen oder das Einschalten des Fernsehers erschweren (nach dem Benutzen das Kabel aus der Steckdose ziehen oder die Fernbedienung wegräumen).

Die Wirkung: Nicht nur Deinen Augen und Deinem Körper wird eine Bildschirmpause guttun. Du gewinnst auch mehr Zeit für andere schöne Dinge, z. B. zum Lesen, Sport treiben oder Kochen.

5. Miste die Werbung in Deinem Umfeld aus

Jeden Tag werden wir mit hunderten von Werbebotschaften bombardiert. Die Anzeigen sind allgegenwärtig und wecken Wünsche in uns, die oftmals gar nichts mit unseren wahren Wünsche zu tun haben.

Kostenlos mit sich bringen die Werbebotschaften zudem das Gefühl, nicht genug zu haben bzw. nicht gut genug zu sein. Um mitzuhalten, sollen wir (noch) mehr konsumieren, die aktuellen Trends übernehmen und voll funktionsfähige Gegenstände durch neue ersetzen.

Das nie still stehende Konsumrad lässt das Gerümpel in unseren Wohnungen anwachsen, unseren Kontostand schrumpfen und uns unnötig Ressourcen verschwenden. Auch die Zeit, die wir fürs Informieren, Vergleichen, Einkaufen, Umtauschen und Entsorgen von neueren Produkten benötigen, könnten wir uns besser sparen.

Entschleunigungstipp 5: Reduziere die Werbung, der Du Dich täglich aussetzt.

Dazu könntest Du Newsletter von Shops abbestellen, Kundenprogramme kündigen, TV und Radio stumm- oder ausstellen, wenn Werbung kommt, unterwegs eine eigene Playlist oder Podcasts ohne Werbung hören und Filme ohne Werbung anschauen.

Außerdem könntest Du auf Frauenzeitschriften, die gefühlt 90 Prozent Werbung enthalten (und ein fragliches Schönheitsideal propagieren), verzichten. Beim Einkaufen vermeidest Du (später bereute) Impulskäufe am besten, indem Du eine Einkaufsliste nutzt.

Die Wirkung: Du wirst seltener Zeit beim Shopping verbringen und weniger Überflüssiges kaufen. Je weniger Werbebotschaften Du empfängst, desto genauer wirst Du außerdem wahrnehmen, was Du wirklich brauchst – und was nicht. Wenn Du nicht mehr so häufig darauf aufmerksam gemacht wirst, was Du nicht hast, wirst Du Dich letztlich besser fühlen und selbstsicherer sein.


Über Gastautorin Rebecca

Rebecca Keller - frei-mutig.de

Rebecca Keller schreibt auf ihrem Blog www.frei-mutig.de über Minimalismus, gute Gewohnheiten und Auszeiten vom Alltag. Anhand von vielen praktischen Beispielen erklärt sie, wie jeder von uns ein einfacheres und glücklicheres Leben führen kann. Die Vorteile des Minimalismus hat sie für sich entdeckt, nachdem sie zu ihrem Freund in ein rund 30 m ² kleines 1-Zimmer-Appartment nach Münster gezogen war und nach einer Lösung für das Platzproblem gesucht hat.

Sommer, Sonne, Sommer-Top

Freie Tage wollen genutzt werden und zwar an der Nähmaschine (und zwischendurch auf dem Liegestuhl im Garten). Einige Baby-Geschenke sind dabei von der Nadel gehüpft, eine Short für mich, die aber noch nicht vorzeigbar ist, und ein leichtes Sommer-Top aus Viskose.

Schnitt Sommer-Top: Frau Clara von Studio Schnittreif*
Stoff Sommer-Top: Ein Stoffmarkt-Fund

Das Sommer-Top war ein richtiges Wohlfühl-Projekt. Ich hatte den Schnitt gesehen, heruntergeladen und ausgedruckt. Der Stoff lag im Stoffregal und so konnte ich direkt durchstarten. So schnell und voller Tatendrang war ich lange nicht mehr.

Frau Clara von Studio Schnittreif: Tiptop Sommer-Top
Tiptop Sommer-Top
Frau Clara von Studio Schnittreif - Foto-Shooting will gelernt sein.
Das mit dem Foto-Shooting muss ich noch üben… könnte mal eine von Heidis Models vorbeischauen?
Büro-taugliches Sommer-Top: Frau Clara von Studio Schnittreif
Frau Clara ist absolut Business-tauglich

Sommer-Top: Maß nehmen und Zuschnitt

Da ich – wie immer – zwischen den Maßen lag, habe ich mich entschieden, Größe M mit sehr geringer Nahtzugabe zuzuschneiden. Letztendlich hätte ich auch eine Größe kleiner zuschneiden können, da das Top wirklich viel Platz lässt und luftig geschnitten ist. Ich hatte jedoch Angst, dass es an der Brust zu eng werden könnte. Irgendwie ist es bei mir immer das Gleiche: Ich wähle die Größe nach den angegebenen Maßen und am Ende ist es meist zu groß. Das war hier leider nicht anders. Laut den Maßen der Schnitte müsste ich eigentlich immer eine 38 nähen, aber wie sich bis jetzt noch jedes Mal herausgestellt hat, würde die 36 auch ausreichen. Schnittmusteranpassung muss ich mir folglich noch mehr zu Herzen nehmen.

Beim jetzt vernähten Top habe ich am Schluss die Ärmel nicht mit Schrägband eingefasst, sondern den Stoff einfach nur umgeklappt und festgenäht. Außerdem habe ich die Seiten jeweils um mehr als einen Zentimeter enger genäht.

Jetzt ist es immer noch sehr sehr luftig, geht aber gut und ich kann es wunderbar in einer Hose tragen.

Halsausschnitt mit Kräuselung und Schrägband - das Sommer-Top von Studio Schnittreif
Der Halsausschnitt mit leichter Kräuselung ist mit einem Schrägband eingefasst.
Sommer-Top mit kleiner Schleife und dezentem Rückenausschnitt.
Der Rückenausschnitt mit der kleinen Schleife gefällt mir besonders gut. Ein bisschen verspielt darf gerne sein.
Das Sommer-Top von vorne
Hier nochmal von vorne in der Kopflos-Version 😉

Bügeln – Nähen – Bügeln – Nähen

Da die Viskose etwas “schrumpelig” aus der Maschine kam, hab ich sie gut gebügelt und auch während des Nähens, war das Bügeleisen nie weit. Ich gestehe: Beim Fotos machen hatte ich das Top bereits den ganzen Tag getragen, hier wäre ein kurzes Bügeln durchaus angebracht gewesen.

Insgesamt war der Schnitt einfach zu vernähen und die Anleitung gut bebildert und verständlich. Es gab Momente, da hab ich gedacht: “Hä, warum machen die das denn jetzt so?” – aber letztendlich war es so wie beschrieben richtig. Ein Hoch auf gute Anleitungen und ein Memo für mich: HALTE DICH AN DIE ANLEITUG, DIE WISSEN, WARUM DIE DAS SO SCHREIBEN.

Wie bereits geschrieben, habe ich mir das Schrägband an den Armlöchern geschenkt und nur den Halsausschnitt mit Schrägband versäubert. Es war auch mein erstes Mal Schrägband selber machen und vernähen. War einfacher als gedacht und mit dem tollen Stoff ein Kinderspiel.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis und weiß jetzt schon, dass das nicht meine letzte Frau Clara sein wird. Das Sommer-Top ist luftig und lässig, aber dennoch schick genug für Büro und verschiedene Anlässe. Heute habe ich es an meinem ersten Arbeitstag im neuen Job getragen und direkt ein Kompliment bekommen.

So darf die Nähreise gerne weitergehen und ich freue mich, noch mehr Inspiration bei den Mädels und Damen vom MeMadeMittwoch zu finden.

*Kennzeichnung als Werbung, da im Beitrag auf kostenpflichtige Angebote verlinkt wird. Ich erhalte jedoch keine Gegenleistung für die Nennung und Verlinkung. Es handelt sich nur um Angaben, um Leser:Innen die Suche zu erleichtern.

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