Autor: Miriam (Seite 1 von 6)

Ab in den Sommer: Top, Top – Wickelrock*

Oder: Wenn sich Nähpläne aufgrund äußerer Umstände ändern. Denn dieser Rock stand eigentlich gar nicht auf meiner “To-Sew-Liste”, doch die Bekanntgabe über die Schließung des JuniDesign-Labels/Shops, hat mich zu einer Art abrupt-spontan-hilfeichmussnochschnellwashaben Kauf verführt. So wanderten der Wickelrock, der bunte Stoff und noch ein Blusenkleid-Schnittmuster in meinen Warenkorb. Praktisch: Das frisch genähte Pepelinchen-Top in einem sehr dunklem Blau passt perfekt zum neuen Stoff.

Wickelrock No. 23 von Juni Design
Wickelrock No. 23 und Pepelinchen-Top…
Sommertop von Pepelinchen
… schon jetzt echte Sommer-Lieblinge.

Aber von vorne.

Meine Sommernähpläne ändern sich aktuell beinahe täglich, da ich mal einen Schnitt sehe, den ich gerne umsetzen würde, aber dann keinen Stoff finde, der zu mir / meinen Vorstellungen passt. Oder ich überlege krampfhaft, was in meiner Sommergarderobe noch fehlt, um dann doch plötzlichen Spontankäufen wie oben genannt zu erliegen.

Offtopic

Parallel bin ich an einigen Teilen für die Kinder dran und ärgere mich sehr über ein Kinder-Schnittmuster-Buch. Die Schnittmusterbögen sind fehlerhaft, u.a. bei einem Bademantel-Schnitt, den ich als Ostergeschenk nähen wollte. Der Frottee-Stoff war schnell bestellt und ich wollte ans Werk. Dem Buch lagen keine Schnittbögen bei, man sollte die Bögen herunterladen. Doch ich musste feststellen, dass es A0-Bögen waren und nochmal für den Druck zahlen, hab ich irgendwie nicht eingesehen.

Verlag kontaktiert und um A4 bzw. eine Alternative gebeten. Man wollte mir die Schnittmusterbögen direkt zuschicken. Das dauerte zwar 14 Tage, aber ich begann dennoch motiviert den Schnitt abzupausen. Zumindest bis ich feststellte, dass vom Bademantel sowohl der Ärmel als auch das Vorderteil fehlten. “Puff” machten da meine Osterhasen-Pläne. Auf meine erneute Nachfrage beim Verlag folgte – nichts. Auch die Autorin, die ich via Instagram kontaktierte antwortete nicht. Letzte Chance war ein “Kreativ-Kontakt”, der im Buch angegeben war. Diese Dame reagierte tatsächlich schnell und wollte sich kümmern. Tja, das ist jetzt auch wieder zwei Wochen her… Ist euch sowas auch schon mal passiert?

“Offtopic” beendet – zurück zum einzig wahren MeMadeMittwoch.

Die Projekte im Überblick

Top:
Schnittmuster: Pepelinchen-Top
Stoff: Trikot de luxe Jersey in Dunkelblau von Pepelinchen

Wickelrock:
Schnittmuster: Rock No. 23 von JuniDesign
Stoff: Floral Haze Viscose von Fabric Godmother, gekauft bei JuniDesign

Basic: Pepelinchen-Top

Der Schnitt von Petra von Pepelinchen landete im letzten Herbst auf meiner Festplatte mit dem Gedanken “den kannst du bestimmt mal gebrauchen”. So war es dann auch, denn mein Schrank bietet zwar Tops in vielen Farben, aber ein dunkles Blau suchte man vergebens.

Also: Stoff bei Pepelinchen geordert und Projekt umgesetzt.

Viel zu sagen, gibt es dazu nicht. Ein schnell genähtes Basicteil, das gut sitzt und garantiert viel getragen werden wird. Der Trikot de luxe Jersey hat mich ebenfalls komplett überzeugt. Eine sehr schöne Qualität und sehr angenehm zu tragen. Für weitere Basics werde ich gerne wieder darauf zurückgreifen.

Das Beste an einem luftigen Rock: Er Schwingt
Oh, er schwingt so schön und das Top sitzt und glänzt im Sonnenschein.
Und der Wickelrock schwingt weiter
Und er schwingt und schwingt und man fühlt sich herrlich leicht und lebendig.

Wickelrock No. 23 von JuniDesign

Ein langer Rock stand auf meiner Sommer-Nähliste – allerdings kein Wickelrock. Und doch konnte ich nicht anders, als den Schnitt von Junidesign in den Warenkorb zu legen, als Nina von JuniDesign verkündete, dass sie ihren Laden und ihr Label schließen wird. Wirklich sehr schade, ich fand ihre Entwürfe und Kreationen immer sehr inspirierend.

Passend zum Rock wanderte direkt ein bunter blumiger hauchdünner Viskosestoff in meinen Warenkorb. Name: Floral Haze Viscose von Fabric Godmother, ein spanischer Deadstock mit leicht gekreppter Struktur.

Sehr dünn und eine echte Herausforderung im Zuschnitt. So ganz exakt wurden die Schnittteile deshalb auch nicht, aber die Ungenauigkeiten ließen sich zum Glück gut ausgleichen. Während des Zuschnitts dachte ich noch “oh je, das kann ja heiter werden, wenn sich beim Nähen alles immer sofort verzieht”, aber das Nähen selbst ging mit Obertransport, Microtex-Nadel und gemütlichem Slow-Sewing besser als erwartet. Allerdings ist der Stoff leicht durchscheinend, aber ich glaube, das ist gerade im Sommer und durch die Wickelei nicht allzu schlimm.

Da ich – wie meistens – weniger Stoff als angegeben geordert hatte, musste ich ein Teil des Bindebandes etwas stückeln, aber das fällt am Ende nicht wirklich auf.

Rückenansicht: Pepelinchen-Top und Wickelrock No. 23 von JuniDesign
Leider sieht man den hinteren Bund hier nur sehr schlecht.

Die Näh-Anleitung ist kurz und knapp gehalten und ein wenig Näherfahrung ist daher unabdingbar, um die einzelnen Schritte nachvollziehen zu können. Ansonsten ist der Schnitt nicht allzu kompliziert und war relativ schnell genäht.

Im hinteren Bund ist ein Gummiband eingearbeitet, das den Rock ein bisschen auf Form bringt. Ein “echter” Wickelrock ist die Nummer 23 übrigens nicht, denn er ist vorne ein Stück zusammengenäht. Da ich viel mit dem Rad unterwegs bin, finde ich das sehr vorteilhaft. Durch die Bindebänder erhält er allerdings eine sehr schöne “Binde-Optik”.

Fazit zu Wickelrock und Top

Was soll ich sagen? Ich bin rundum glücklich und zufrieden. Der Rock ist super bequem und wird mir im Sommer gute Dienste leisten, da bin ich mir jetzt schon sehr sicher.

Mit der Länge war ich zu Beginn des Projekts etwas skeptisch. Ich war unsicher, ob mir diese dreiviertel/wadenlange Länge stehen würde. Aber ich muss zugeben, dass mir die Länge sehr gefällt.

Das Top würde ich bei einem erneuten Projekt einige Zentimeter verlängern, damit es auch gut im Bund von Hose oder Rock getragen werden kann und am Platz bleibt.

Mein Sommer-Outfit Nr. 1: Wickelrock und Sommertop

Nun freu ich mich wie immer auf den Laufsteg der Laufstege: Handmade, selfmade, memade 🙂

Hier geht’s zum MeMadeMittwoch im Mai.

Weitere Projekte für die warmen Tage:

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Frühling lässt sein buntes Band – Frühblüher in Sicht

[Werbung*] Dieser Winter war irgendwie lang… ok, um ehrlich zu sein, dass denke ich im späten Januar und im Februar eigentlich immer… erst freu ich mich über die Kälte, das Einkuscheln, den Schnee und das Gemütliche an der kalten Jahreszeit. Dann aber fange ich an unruhig zu werden und ich sehne mich nach den warmen Frühlingstagen. Umso glücklicher hüpft mein Herz vor Freude, wenn es die ersten Schneeglöcken, Krokusse und blühende Lenzrosen erblickt. Jede Frühblüher-Blüte wird gefeiert! Und damit das möglichst lange so bleibt, gibt es unten noch ein paar Pflege-Tipps + Extra-Tipp.

Paket voller Frühblüher-Zwiebeln
Volles Garten-Fan-Paket von Dutchgrown

Dieses Frühjahr fiebere ich den Zwiebelblumen ganz besonders entgegen, habe ich doch im Herbst annähernd 200 Zwiebeln im Garten vergraben. Was war ich gespannt, wie viele davon im Frühling ihre Blüten aus dem Boden strecken würden.

Was soll ich sagen? Das hat erstaunlich gut geklappt.

Als erstes haben sich die Hyazinthen in traumhaftem Farbenspiel aus der Erde getraut, dicht gefolgt von den Narzissen und Osterglocken. Ein bisschen langsamer unterwegs sind bekanntermaßen die Tulpen. Diese laufen erst jetzt zur Hochform auf, weshalb es noch nicht allzu viele Tulpen-Bilder gibt (reiche ich nach).

Ich bin begeistert und erfreue mich gerade an jeder einzelnen Blüte, Tag für Tag. Du auch?

Hyazinthen betören mit ihrem Duft und ungeahntem Farbenspiel
Ein wahrer Farbenrausch: Die Hyazinthen verzaubern den Garten und die Blüten halten sich sehr gut und lange. Wer den Duft mag, wird außerdem begeistert sein, denn wenn Hyazinthen eine Sache richtig gut können, dann ist das duften!
Prachtvoll: Narzissen oder Osterglocken als Frühlingsboten
Narzissen und Osterglocken rechen ihre schönen Köpfchen gerne der Sonne entgegen. Die wuscheligen finde ich besonders apart, allerdings hatten sie auch mit der Schwerkraft ziemlich zu kämpfen.
Frühblüher im Sonnenschein: "wilde" Vergiss-mein-Nicht, Primeln in bunten Farben, kleine Narzissen
Neben all den großen Pracht-Frühblühern sind aber auch viele bunte kleine Highlights im Garten zu finden: Vergiss-mein-nicht (oben links) kamen dieses Jahr zu meiner Freude wild, Primeln (oben und unten rechts) bringen jedes Frühjahr Farbe in Hülle und Fülle in den Garten und sind für mich der Inbegriff einer Frühlingswiese und kleine Narzissen ducken sich an der Segge und strahlen mit der Sonne um die Wette.
Es blüht wieder: Rosmarin, Gundelrebe und Staudenwicke (noch ohne Blüten, aber als Überraschung)
Der Rosmarin ist mittlerweile voller Blüten (links). Die Staudenwicke, die ich im letzten Jahr gesät hatte, die aber irgendwie nicht groß werden wollte, hat mich jetzt mit ihrem Erscheinen überrascht – jippie und der Gundermann oder Gundelrebe kämpft sich durch jede noch so schmale Spalte, um mit seinen lila Blüten dem Frühling HALLO zu sagen.

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3 Tipps für die Pflege Deiner wunderschönen Frühblüher

1. Füttern

Sobald sich die Blüten zeigen, darfst Du Deinen Frühlings-Stars ein bisschen Futter geben. Am besten ein organischer Biodünger. Diesen arbeitest Du locker in die obere Bodenschicht ein. Anschließend angießen.

2. Finger weg

Solange uns die Tulpen, Narzissen und Hyazinthen mit ihrer Farbenpracht und Blühfreude den Frühling in den Garten zaubern, solange ist alles wunderbar. Wenn nun die Blüten aber zu welken beginnen, zuckt es viele in den Fingern und sie greifen zur Schere. BLOSS NICHT!

Zwiebelblumen ziehen aus dem Grün ihre Kraft für die kommende Saison. Je mehr Zeit sie haben, zu verwelken, umso widerstandsfähiger sind sie im Winter und umso wahrscheinlicher kannst Du dich auch im kommenden Jahr an ihren Blüten erfreuen. Daher: Das Laub bleibt dran, bis es komplett vertrocknet ist, erst dann darfst Du zur Schere greifen. Verwelkte Blütenköpfe kannst Du hingegen auch schon früher abschneiden.

Wenn dich das welke Laub stört, macht es Sinn, die Frühblüher in die zweite Reihe im Beet zu setzen. Die erste Reihe gehört niedrigen Stauden und Bodendeckern, die mit ihrem frischen Grün die welken Pflanzen überwachsen.

3. Abspeichern

Sobald das Laub der Frühlingsblumen eingezogen ist, wird es schwierig nachzuvollziehen, wo genau die Schönheiten eigentlich geblüht haben. Deshalb mein Tipp: Notiere Dir genau oder markiere Dir alle Standorte, damit Du nicht aus Versehen die Zwiebeln verletzt, wenn Du andere Pflanzen setzen möchtest.

Extra-Tipp für Frühblüher-Wiederholungstäter:

Stelle Dir jetzt schon einen Termin ein, damit Du nicht vergisst, im Herbst Blumenzwiebeln in rauen Mengen in die Erde zu bringen. Bester Zeitpunkt: Ende September bis Mitte November.

Etwas später entzücken Tulpen in Kombination mit Teppich-Phlox

Und jetzt: Ab in den Garten. Atme Freude, frische Luft und Farben für die Seele ein. Tut gut.

*Kennzeichnung als Werbung. Die gezeigten Blumenzwiebeln wurden mir von Dutchgrown kostenlos zur Verfügung gestellt.

Wilde Wickelei: Das Kielo Wrap Dress*

Die Näherei kam im März ein bisschen kurz – das Wetter war einfach zuuu schön und der Garten zu verführerisch. Da wurde wild gewerkelt, gezupft, gesät, geschnitten und herausgeputzt. Beitrag folgt. Aber ein lange geplantes Projekt habe ich dennoch umgesetzt:

Das Kielo Wrap Dress. Mein Kielo Wrap Dress.

Für die Damen vom MeMadeMittwoch ein alter Hase oder schöner, eine alte Bekannte, denn der Schnitt hat bereits ein paar Jahre auf dem Buckel und wurde schon von vielen Hobby-Näherinnen hoch und runter genäht.

Aufgrund des Wetters hat das Kleid erst vergangene Woche einen ordentlichen Saum und Armbündchen bekommen… weshalb es statt Bildern in strahlender Frühlingssonne jetzt fast Bilder aus dem Schnee gegeben hätte. Zum Glück kam am Montag dann doch nochmal die Sonne raus. Brrrr war es trotzdem…

Kaltes Wickelkleid Shooting mit Jeansjacke
Shooting-Auftakt mit Jeansjacke…
Kielo Wrap Dress mit Jeansjacke
…gar keine schlechte Kombi.

Hier wie immer erstmal der Projekt-Überblick:

Schnitt: Kielo Wrap Dress von Named Patterns
Stoff: Viskose-Jersey, gekauft bei The Couture (nicht mehr verfügbar) und eingefärbt

Der Schnitt für Kleid und/oder Jumpsuit

Schnittmuster Kielo Wrap Dress und Jumpsuit von Named Patterns

Zum Schnitt muss ich vermutlich nicht viel sagen. Das Kielo Wrap Dress ist ein knöchellanges Wickelkleid, mit einer raffinierten Wickel-Methode. Die “Wickel-Bänder” kommen nicht durch gekreuzte Bänder im Ausschnitt zustande, sondern die Bänder sind an den Seiten, ca. Taillenhöhe, des Kleides angebracht. Dadurch wird das Kleid um die Taille gewickelt und man hat einen einfachen Rundhalsausschnitt.

Alternativ kann der Schnitt auch als Jumpsuit genäht werden. Der Ausschnitt sowie die Armausschnitte werden dann mit Belegen genäht.

Das Kleid/Jumpsuit ist wahlweise langarmig oder ärmellos.

Ich habe mich für die ärmellose Kleidversion mit Bündchen entschieden und das ganze auf Kniehöhe gekürzt, da ein enges langes Kleid wenig in meinen Alltag passt.

Zum Nähprozess gibt es nicht viel zu sagen… der Schnitt ist recht simpel und lässt sich daher auch mit der englischen Anleitung bestens bewältigen. Mit meinen Nähten bin ich nicht sehr zufrieden, da waren der rutschige Stoff und ich scheinbar nicht einer Meinung hinsichtlich Nadel und Fadenspannung. Aber das sieht man ja von außen nicht 😉

Der Stoff für das Kielo Wrap Dress

Der Stoff ist ein Viskose-Jersey, den ich bei The Couture gekauft habe. Leider ist er schon länger ausverkauft bzw. nicht mehr verfügbar. Der Stoff ist relativ schwer, ich bin daher gespannt, ob er sich beim Tragen auf Dauer sehr aushängen wird.

Ich hatte den Stoff letztes Frühjahr ziemlich planlos gekauft und daher waren auch nur 1,5 Meter da. Etwas wenig für das Kielo… ich musste daher ziemlich puzzeln bis alle Schnitt-Teile platziert waren. Die Bänder musste ich stückeln und etwas kürzen, was am Ende jedoch nicht mehr auffällt.

Experiment: Stoff färben

Nach meinem Ausflug in den Näh Deinen Stil Club im letzten Sommer habe ich ein paar Färbe-Versuche unternommen. Die ersten zwei Male habe ich Kleidungsstücke aus meinem Bestand umgefärbt und war mit dem Ergebnis richtig zufrieden. Verwendet hatte ich Simplicol Intensiv, einmal einen Petrol- und einmal einen Beeren-Ton. Alle Kleidungsstücke und die Waschmaschine hatten die Färberei super überstanden und die neuen Farben gefallen mir bis heute deutlich besser. Einige der gefärbten Teile wurden stetige Begleiter in diesem Winter.

Meinen ersten Versuch (unvernähten) Stoff zu färben, habe ich mit Simplicol Expert gewagt. Unter anderem habe ich den hier verwendeten Viskosejersey gefärbt. Der Stoff war vorher Naturweiß und die Punkte in einem Rostrot. Sorry, ich hab kein Foto vom Original gemacht.

Gefärbt habe ich mit einem Brombeer-Ton. Das Ergebnis ist nicht zu 100% zufriedenstellend. Zwar steht mir die Farbe in Kombination mit dem Muster so deutlich besser, aber… Die “Expert”-Version ist in Pulverform und Farbfixierer wird separat hinzugegeben. Leider hat das Pulver teilweise unschöne Schlieren und Streifen auf dem Stoff hinterlassen, zum Glück nur auf der linken Seite.

Noch schlimmer aber: Das Pulver scheint sich tief in die Maschine “reingefressen” zu haben und auch heute noch (gefühlt nach 20-30 weiteren Wäschen) kommt es vor, dass einzelne Wäscheteile leichte Farbspuren nach dem Waschen aufweisen. Sehr sehr ärgerlich.

Fazit zum Stoffe färben: Mit dem flüssigen Intensiv gerne wieder, Pulver kommt mir nicht mehr in die Maschine.

Kielo Wrap Dress und ich: Eine Frühlings- und Sommerliebe?

Wickelkleid Shooting bei winterlichen Temperaturen
Ohne Jacke ist es doch noch ganz schön frisch…
Vom Winde verweht im Kielo Wrap Dress, Wickelkleid
…und dann kam auch noch der Wind…
Kielo Wrap Dress mit Wickelung im Rücken.
…hinten gewickelt gefällt mir fast besser als vorne.

Das Kielo und ich werden, so sagt mir mein Bauch, ein gutes Team werden in den kommenden warmen Monaten. Das Kleid sitzt und passt und wird bestimmt ein toller Begleiter im Alltag, sowohl privat als auch im Büro. Mir gefällt auch, dass man das Kleid wahlweise vorne oder hinten, doppelt oder einfach wickeln kann. So kann ich je nach Tageslaune wickeln wie ich möchte.

Ich freu mich drauf und überlege schon, ob ich noch eine Webware-Version brauche…

Deshalb gebe ich jetzt ab zu den Kreativ-Damen auf dem MeMadeMittwoch-Laufsteg, wo heute Elke die Teilnehmerinnen heute in einer super schicken Long-Weste empfängt. Wie immer bedanke ich mich für die Inspiration und die Möglichkeit, in andere Nähzimmer zu schauen.

Noch mehr Selbstgenähtes

*Kennzeichnung als Werbung, da im Beitrag auf kostenpflichtige Angebote verlinkt wird. Ich erhalte jedoch keine Gegenleistung für die Nennung und Verlinkung. Es handelt sich nur um Angaben, um Leser:Innen die Suche zu erleichtern.

Selbstachtsamkeit in stürmischen Zeiten

Je wilder die Tage, je düsterer die Nachrichten, umso wichtiger ist es, dass wir uns selbst gegenüber achtsam sind und unserer inneren Stimme Gehör schenken. Wir sollten uns selbst ein stückweit auf uns selbst zurückbesinnen, uns und unsere Gedanken entschleunigen, um wieder mehr Platz für “erholsame” Momente zu schaffen. Selbstachtsamkeit sollte wieder stärker in den Mittelpunkt treten.

Durch die Ereignisse auf der Welt, die mich und uns alle seit Tagen/Wochen beschäftigen, die uns alle gefangen halten und sehr viel Raum in unser aller Gedankenwelt einnehmen, hat sich das Leben, der Blick auf das Alltägliche mal wieder grundlegend geändert.

Der Geist kommt kaum mehr zur Ruhe. Ich schwanke selbst zwischen absoluter Tragik angesichts dessen, was da passiert und purer Hilflosigkeit. Ein Nachrichten-Podcast, eine Sendung nach der anderen zieht man sich rein, um auf dem Laufenden zu bleiben. Man ist fassungslos angesichts der Grausamkeit, man ist erschüttert über das Leid, das unschuldigen Menschen widerfährt.

Und ich muss zugeben: Mir wird das zu viel.

Gefühlt gibt es in meinem Alltag, in meinem Leben keine positiven Themen mehr. Ich bin gelähmt durch das ständige Negativum in meinem Leben, das wie Blei über allem schwebt und die Leichtigkeit und den Frohsinn genommen hat.

Entschleunigung oder Selbstachtsamkeit als Lösung(?)

Ich weiß nicht, ob Entschleunigung die richtige Reaktion auf diese Krise ist, oder ob es mir eher darum geht, gerade jetzt, wo die Welt im Dunkel versinkt, sich auf Achtsamkeit sich selbst gegenüber zu besinnen? Achtsamkeit im Sinne von Selbstwert, Selbstachtsamkeit – Mindfulness.

Deshalb möchte ich in diesem Beitrag auf diese beiden Themen eingehen und meine Gedanken dazu loslassen. Schreiben als Therapie sozusagen. Ungefiltert und unsortiert.

Ich glaube, dass das aktuelle Weltgeschehen uns alle so sehr mitnimmt, weil es Ängste in uns auslöst, Ängste, von denen wir alle dachten, dass wir sie (in Mitteleuropa) hinter uns gelassen hätten. Es passieren Dinge, von denen zumindest ich geglaubt habe, das meine und künftige Generationen sie nie erleben müssen, um jetzt festzustellen: Oh Mist, das war ganz schön naiv gedacht.

Da stellt sich mir die Frage: Wie komme ich aus dieser Spirale “Nachrichten in Dauerschleife und ständiges Handy-checken, immer auf dem Laufenden sein müssen” wieder raus, um Abstand zu gewinnen. So betroffen einen all die Dinge machen, wir müssen ja weiterleben, den Alltag weiter bestreiten. Vielleicht sollten wir angesichts der Tatsache, das uns alles Schöne auch so schnell wieder genommen werden kann, noch intensiver leben und die Stunden, die wir haben, ungleich mehr genießen.

Entschleunigung, Mindfulness oder Intensivierung?

Micky Beisenherz hat in seinem Podcast gesagt, er versteht eigentlich gar nicht, warum aktuell nicht alle auf den Tischen tanzen und die Clubs rocken. Und ja, ich glaube, damit hat er Recht. Warum vergraben wir uns angesichts der Bedrohung, anstatt die Hände in den Himmel zu recken und zu schreien: WIR SIND NOCH DA UND WIR GENIESSEN JEDE MINUTE, DIE WIR HABEN!!!

Aber ich habe das, was ich mir mit Beginn der Corona-Pandemie angewöhnt habe, meine Ich-Zeiten, meine kleinen Auszeiten, meine kleinen Rituale, die habe ich ein Stück schleifen lassen. Das Leben hatte mich zu sehr im Griff. Der Alltag, der den üblichen Stress mit sich bringt, hat wenig Raum für Auszeiten gelassen. Dadurch sind viele Ruhe-Momente. Doch das soll sich wieder ändern.

Entschleunigung und Achtsamkeit
Auszeiten nehmen, zur Ruhe kommen, abschalten, um mehr Raum für positive Energie zu schaffen.

Ich merke jetzt mit Beginn der Gartensaison, dass es mir guttut, mit den Händen zu werkeln, an der frischen Luft zu sein und mich und meine Gedanken abzulenken. Das es mir guttut, zu Nähen und Zeiten für mich zu haben. Aber auch, dass es mir guttut meinen Kindern Aufmerksamkeit zu schenken und die Zeit mit ihnen zu genießen.

Und doch stelle ich dann immer wieder fest: Ich hab zeitweise nicht die nötige Geduld dafür, weil meine Gedanken wieder ins negative Nachrichtengeschehen abschweifen. Das soll und darf nicht sein. Daher nehme ich mir hier nun den Moment, um mir bewusst zu machen: Stop, es muss wieder achtsamer werden. Du musst dir gegenüber wieder achtsamer sein.

Ausweg gefunden? 5 Ideen zu mehr Selbstachtsamkeit

Doch wie finden wir wieder zu mehr Selbstachtsamkeit zurück?

  1. Ich-Zeiten:
    Gönne dir Zeiten nur für dich. Kleine Auszeiten, in denen Du bewusst zur Ruhe kommen kannst, die Du bewusst genießen kannst. Ein paar Ideen, wie Du mit kleinen Ritualen zu mehr Ruhe findest, gibt es hier.
  2. Ausschalten & Digital Detox
    Steck das Handy weg – stelle alle Push-Nachrichten aus und verordne Dir für dich und Deine Seele feste News-Zeiten oder gönne Dir ein paar volle Tage ohne digitale Berieselung.
  3. Frische Luft – Sonne genießen
    Geh raus an die frische Luft, tanke Energie in der Natur – ob im Park, im Garten oder in Feld, Wald und Wiese. Nutze jede Gelegenheit für viel frische Luft
  4. Positive Energie aufnehmen
    Höre Podcasts zu Themen, die positive Gedanken fördern. Suche Dir Genussvolles, Leidenschaftliches, Schönes, Amüsantes oder … für die Ohren.
  5. Yoga und Meditation
    Nutze bewährte Methoden, um Abzuschalten und den Alltag und dessen schlechte Nachrichten bewusst auszublenden.

Für mich bin ich wieder bei den kleinen Ritualen angekommen, kleine Stellhebel, die hoffentlich weniger Dunkel ins Leben lassen und dafür Raum schaffen für mehr Helligkeit und Farbe. Garantiert hilft dabei auch der Frühling, der das Leben wieder aufblühen lässt und bunte Frische mit blauem Himmel zurückbringt.

Hast Du Dir den blauen Himmel mit einer strahlend gelben Sonne schon mal genauer angeschaut? Das kann doch nur ein positives Zeichen sein.

Allein durch den Gedanken an Achtsamkeit, allein dadurch, das ich hier darüber schreibe, habe ich das Gefühl, als kehrte wieder etwas mehr Hoffnung ein.
Denn eines sollten wir alle nie vergessen und verlieren: Die Hoffnung darauf, dass der ganze Spuk bald ein (positives) Ende nimmt.


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Und bis dahin bleib achtsam Dir selbst und Deinen Liebsten gegenüber. Überdenke und hinterfrage Dein digitales Leben und Deine Nachrichten-Frequenz. Manchmal ist weniger deutlich mehr und räumt der Helligkeit Platz ein in eurem Leben. Da wären wir wieder bei der Entschleunigung.

Für mich gehen Achtsamkeit und Entschleunigung immer Hand in Hand. Denn was uns entschleunigt, bringt uns wieder neuen Raum für mehr Selbstachtsamkeit. Und wenn Du mehr auf dich selbst hörst und dir gegenüber achtsam bist, entschleunigt Dein Leben automatisch. Erlaube Dir daher Auszeiten, erlaube Dir ab- (und aus-)zuschalten und erlaube Dir vor allem jeden Moment zu genießen.

Mehr lesen zu Entschleunigung und Achtsamkeit:

Down under mit einer Bluse Sydney*

Seit einigen Tagen hat sich der Himmel, der eigentlich strahlend blau den Frühling erahnen lässt, verfinstert. Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine lassen niemanden kalt. Nach einigem inneren Hin und Her habe ich mich entschieden, heute dennoch beim MeMadeMittwoch dabei zu sein und mich durch die Kreativität aller Beteiligten ein wenig ablenken zu lassen und anderen auch Ablenkung / Zerstreuung / Normalität zu bieten.


Tag für Tag wächst gerade die Sehnsucht nach dem Frühling. Und so ist mir auch das erste frühlingsfrische Nähwerk unter der Nadel hervorgehüpft: Eine Bluse Sydney aus Viskose Crepe nach dem Schnitt von Elle Puls / Näh deinen Stil.

Ein Nähwerk, bei dem ich wieder einige erste Näh-Male hatte und einiges gelernt habe, z.B. das man sich von Viskose nicht aus der Ruhe bringen lassen sollte.

Schnitt: Bluse Sydney von Elle Puls / Näh deinen Stil
Stoff: Viskose Crepe von Mind the Maker, gekauft bei Juni Design

Bluse Sydney: Stoff- und Schnittauswahl

Den Schnitt habe ich schon lange im Auge und damit auch schon länger auf meiner To-Sew-Liste. Ich bin nicht die klassische Blusenträgerin, da ich mich darin immer etwas unwohl fühle und nur am zuppeln bin. Damit meine ich die klassische Hemdbluse mit Knopfleiste und Stand. Locker fließende Blüschen hingegen gefallen mir sehr und begleiten mich immer in der Übergangszeit. Genau so eine Bluse ist Sydney von Elle Puls.

Wie es der Zufall so wollte, war der Schnitt in meiner Dreimonats-Mitgliedschaft im Näh deinen Stil Club inbegriffen und er rutschte auf meiner “Muss ich unbedingt ausprobieren” Liste weit nach oben.

Traumhafter Viskose-Stoff
Traumhafter Viskose-Stoff in dunkelgrün.

Allerdings habe ich etwas Zeit gebraucht, um den passenden Stoff zu finden und als der Stoff dann da war, kamen zuerst die Winter-Näh-Projekte an die Reihe. Beim Stoff habe ich mich für einen leichten Viskose Crepe von Mind the Maker entschieden, der mich komplett begeistert. Er trägt sich sehr angenehm, hat einen schönen Fall und auch die Farbe passt sehr gut in meinen Kleiderschrank. Die Viskose ist aus den sehr nachhaltigen LENZINGTM ECOVEROTM Fasern. Meine Recherche ergab, dass die Herstellung dieser Viskose 50% weniger Wasser und CO2 benötigt im Vergleich zu “normaler” Viskose. Das freut mein Gewissen.

Ich hatte das erste Mal bei Juni Design bestellt und ich bin schwer beeindruckt vom Service. Die Lieferung war super schnell bei mir, alle Stoffe waren liebevoll verpackt und ein paar nette und lustige Karten lagen der Bestellung auch noch bei.

Ansprechende Verpackungen, kleine schöne Details fallen mir insgesamt immer wieder sehr positiv auf, wenn ich bei kleineren Stoff-Shops bestelle. Richtig klasse und es macht jede Lieferung zu einem kleinen Geburtstag und etwas Besonderem. Da gebe ich auch sehr gerne ein paar Euro mehr aus und spare mir lieber den Kauf eines billigen, überflüssigen Stoffes.

Eine lockere Bluse nähen – der Prozess

Die Anleitung für die Bluse Sydney ist sehr gut, ausführlich und natürlich auch bebildert. Zusätzlich zur Anleitung gibt es außerdem noch ein Paper zum Verlängern von Schnittmustern sowie ein hilfreiches PDF zu Bügeleinlagen für Blusen. Ein großes Rundum-Paket, bei dem keine Wünsche offen bleiben.

Die Bluse besticht durch den raffinierten Ausschnitt, die Rückenpasse mit Kellerfalte und Schlupfmanschetten. Optional kann auch eine Brusttasche genäht werden. Auf diese habe ich jedoch verzichtet.

Nähen ließ sich die Bluse nach Anleitung wunderbar. Lediglich das Verstürzen der Rückenpasse habe ich ohne Aufroll- und Wendeaktion genäht. Ich habe die innenliegende Rückenpasse einfach so über die Nahtzugabe der äußeren Passe gesteckt, dass ich sie problemlos und mit schönem Innenleben zusammennähen konnte.

Neu für mich war das Kräuseln mit zwei Naht-Reihen, was mich auch angesichts der vielen Fäden plus ausfransender Stoffkante etwas zur Verzweiflung gebracht hat. Das Endergebnis und der schöne Übergang zu den Manschetten hat mich von dieser Vorgehensweise jedoch überzeugt und entlohnt.

Entgegen der Anleitung musste ich beim Einsetzen der Ärmel weder einhalten noch kräuseln. Der Ärmel passte perfekt in die Armkugel und fällt auch genau so wie er fallen soll. Lediglich die Schultern müsste ich bei einer weiteren Version verlegen, da mir die Bluse immer etwas nach hinten rutscht. Aber das ist dann ein neues Projekt.

Mein Fazit zur Bluse Sydney

An und für sich ist das Nähen dieser Bluse kein Hexenwerk. Da für mich doch einige “erste Male” dabei waren und auch der Stoff durchaus seine Tücken hatte, habe ich mir dennoch Zeit gelassen, um keine Fehler zu machen.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und ich freue mich, meine neue Bluse bald schon in herrlichem Sonnenschein ausführen zu dürfen. Und da hier noch ein größeres Stück herrlich leichter Chambray lagert, überlege ich schon, ob ich mir noch eine zum Kleid verlängerte Version nähen soll. Ihr dürft gespannt sein.

Jetzt heíßt es aber wie an jedem ersten Mittwoch im Monat: Bühne und Laufsteg frei für die neuesten Kreationen der MeMadeMittwoch-Bloggerinnen. Ich freu mich auf letzte Winter-Werke und erste Frühlings-Ausblicke.

Hier geht’s mit weiter:

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Slow-Sewing mit Blusenkleid Cocoon*

Gut Ding will Weile haben und manchmal lohnt ein Innehalten, Weglegen, Nachdenken, neu Justieren und mit frischem Geist wieder ans Werk gehen. So erging es mir mit meinem neuen Blusenkleid Cocoon von Schnittduett – ein echtes Slow-Sewing Projekt. .

Womit wir schon bei meinem Näh-Motto 2022 wären: Slow-Sewing mit Mehrwert. Das sind Näh-Projekte, die mich und meine Näh-Skills voranbringen und gleichzeitig nicht stressen und unter Zeitdruck setzen. Projekte, die zu mir und meiner Garderobe, meinem Stil passen.

Der grobe Plan sieht ungefähr ein Kleidungsstück pro Monat vor. Dabei ist es mir wichtig, dass mich die Projekte nicht stressen und unter Druck setzen, denn den habe ich im Alltag häufig genug. Am Ende soll es egal sein, ob es 12, 10 oder 14 Teile werden.

Slow Sewing No. 1: Blusenkleid Cocoon – wenn’s mal wieder länger dauert

Zwischen den Jahren habe ich mich voller Tatendrang an das Hemdblusenkleid Cocoon von Schnittduett gewagt. Den Schnitt wollte ich schon seit einiger Zeit unbedingt nähen. Die Suche nach dem richtigen Stoff hat jedoch etwas länger gedauert. Letzten Endes habe ich zwei Stoffe gekauft: Einen petrolfarbenen Baumwoll-Flanell und einen Chambray in jeansblau, denn ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich eine dickere oder eine dünnere Version nähen sollte. Letztendlich habe ich mich für den Flanell entschieden, damit ich die Bluse bzw. das Blusenkleid auch in den kalten Monaten tragen kann.

Das Projekt im Kurzüberblick:

Schnittmuster: Bluse / Blusenkleid Cocoon von Schnittduett in der Kleidversion mit kurzem Arm*
Stoff: Baumwoll-Flanell von Frau Tulpe’
Knöpfe: Alles für Selbermacher (leider ausverkauft, denn die letzten 9 zieren mein Blusenkleid)*

Die Umsetzung

Bluse und Blusenkleid Cocoon vom Label Schnittduett

Das Schnittmuster kommt mit einer sehr ausführlichen Anleitung, die keine Wünsche offen lässt. Außerdem gab es im Herbst 2020 einen Sew-Along, organisiert von Anja und Selmin vom Schnittduett. So finden sich viele Beiträge sowie ergänzende Videos rund um den Schnitt auf dem Blog des Schnittduetts. Mit dieser Unterstützung war es kein Problem das Blusenkleid zu realisieren.

Das Blusenkleid war toll zu nähen und ich habe einiges, für mich noch Neues bei diesem Projekt gelernt. Aufgrund der großen Mehrweite habe ich Größe 36 genäht. Letztlich wäre auch eine kleinere Größe drin gewesen. Der Stoff gefällt mir ebenfalls richtig gut. Er ist sehr angenehm zu tragen und hat sich auch gut nähen lassen. Eine schöne Qualität zu einem guten Preis (12 EUR/Meter).

Die sichtbaren Innennähte werden eigentlich mit französischen Nähten genäht, für dicke Stoffe wird davon jedoch abgeraten. Daher habe ich “normal” genäht.

Einen kleinen Knoten im Hirn hatte ich beim Nähen der Manschetten. Das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen, irgendwie hab ich es geschafft, die richtigen Schlussfolgerungen aus der Anleitung zu ziehen. Das “im Nahtschatten nähen” muss ich auch noch ein bisschen üben, aber für den ersten Versuch bin ich zufrieden.

Arg enttäuscht war ich von meinem Kragensteg-Abschluss. Der wollte einfach nicht schön werden. Irgendwie hat Stoff gefehlt und ich musste ziemlich tricksen, um es irgendwie erträglich zu machen.

Schwer getan habe ich mich außerdem bei der Wahl der passenden Knöpfe. Zu guter Letzt habe ich bei “Alles für Selbermacher” bestellt. In der Anleitung sind 12 Knöpfe angegeben, aber es gab nur noch 9 und, was soll ich sagen, es haben sogar 8 gereicht. Allerdings hab ich etwas größere Knöpfe (17mm) als vorgesehen verwendet. 12mm kam mir deutlich zu klein vor.

Stolpersteine und Zufriedenheitsoptimierung

Nachdem ich den Body des Blusenkleid Cocoons zusammengenäht hatte, wurde mir bewusst, dass meine Stoffwahl semi-optimal war. Ich wollte zuerst eine Langarm- und Kleidversion nähen. In dem etwas dickeren unifarbenen Flanell sah das aber sehr sackartig aus und ich habe daher einiges ausprobiert, um das Blusenkleid gefälliger zu bekommen.

Mein Freund, der Nahttrenner
Ein Freund, ein guter Freund…

Zuallererst habe ich beschlossen, die Ärmel zu kürzen, sodass langärmelige Oberteile darunter hervorschauen und das Gesamtbild auflockern. Die kurzen Ärmel sollten mehr Rafinesse mitbringen. Kurzerhand habe ich aus einem Stoffmarkt-Schnäppchen einen Rolli nach dem Schlauchkleid-Schnitt von The Couture (mein Weihnachtskleid, ihr erinnert euch) genäht, um zu schauen, ob meine Idee tatsächlich funktioniert.

Fazit: Ja, funktioniert, wenn man die Aussage vom Lieblingsmann “sieht aus wie Maler Klecksel” gekonnt ignoriert… Aber es funktioniert mit weiteren vorhandenen Oberteilen, wie ihr den Fotos entnehmen könnt.

Außerdem hab ich lange überlegt, ob ich das Kleid kürzen soll. Ich hab viel gesteckt und ausprobiert, hab mich aber doch gegen eine Kürzung entschieden. Mal schauen, ob das auf Dauer so bleibt oder ich doch nochmal mit der Schere anrücke. Eine zweite Cocoon würde ich jedoch definitiv in der langen Blusenversion nähen – Stoff hab ich ja noch da.

Mein Fazit zum Blusenkleid Cocoon

Insgesamt bin ich mit meiner Version nicht so zufrieden. An mir wirkt das Blusenkleid noch immer ein bisschen wie ein Sack und erinnert mich an einen Kittelschurz meiner Oma. Das liegt für mich aber hauptsächlich am unifarbenen Flanell und auf keinen Fall am Schnitt. Das dieser sehr “oversizeig” und bewusst in eine Kokon-Form fällt, ist den technischen Zeichnungen und den Modellen ja deutlich zu entnehmen.

Echt gemütlich: Blusenkleid Cocoon aus Flanell mit Rollkragen-Shirt
Echt gemütlich ist mein Blusenkleid Cocoon auf alle Fälle.

Es wird daher vermutlich immer auf die Outfit-Kombination und das Styling ankommen, damit ich mich darin wohlfühle. Gestreifte Longsleeves und mein neuer Rolli als “Partner” machen sich auf alle Fälle schon mal sehr gut. Mit schmalen Hosen und schickem Schuh ist das Blusenkleid auf alle Fälle auch Business-tauglich und es wird hoffentlich kein Schrankhüter. Heute hatte ich es auch im Büro an und im Laufe des Tages hab ich mich durchaus immer wohler gefühlt. Flanell-Cocoon und ich finden schon noch zusammen!

Die Knöpfe sind nicht ganz mittig auf der Knopfleiste, aber ich denke, das ist verschmerzbar. Dafür war ich mal wieder erstaunt, dass dieses Knopflöcher nähen nur halb so schlimm ist, wie man immer denkt. Eigentlich ganz einfach, nur die Mitte muss ich noch treffen lernen. Aber hey, dafür sind alle Knöpfe in einer Reihe – man kann halt nicht alles haben 😉

Von diesem Projekt werde ich sehr viel mitnehmen für künftige Näh-Projekte. Den Schnitt und die Anleitung, gepaart mit den zusätzlichen Infos der Sew Along Beiträge ist absolut empfehlenswert.

Von daher: Auf zum nächsten Slow Sewing Projekt! Aber vorab heißt es, Bühne frei für die MeMadeMittwoch-Damen und ihre Februar-Kreationen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die Plattform und den schönen Austausch.

Weitere spannende Lektüre aus meinem Nähen-Lernprozess:

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Der Weg zum eigenen Stil mit dem “Näh deinen Stil Club”*

Welche Farben passen eigentlich zu mir? Welche Stoffe und Muster? Und wie wähle ich ein zu mir passendes Schnittmuster aus? Fragen über Fragen, die sich mir mit Beginn des Nähens für mich selbst immer häufiger gestellt haben. Antworten habe ich bei Elle Puls und ihrem “Näh deinen Stil Club” gefunden.*(direkte Anmerkung: Werbung aus Überzeugung)

Eine spannende Reise zu mir selbst, die mit der Näherei begonnen hat und die noch lange nicht beendet ist. Ein besonderes Kapitel war die Club-Mitgliedschaft im vergangenen Sommer. Man könnte sagen: Stil-Bildend.

Warum eigentlich Stilfindung?

In den Laden gehen oder online eine Auswahl an Kleidung bestellen und einfach durchprobieren, ist ein klarer Vorteil von Kaufkleidung. Nach der Anprobe kann man/frau ziemlich sicher sagen: Passt – passt nicht. Steht mir – steht mir nicht. Wenn man sich jedoch die eigene Kleidung selber näht, steckt man sehr viel Zeit, Energie und Vorfreude in die Eigenproduktion des Kleidungsstückes. Umso größer sind Frust und Unzufriedenheit, wenn man am Ende feststellen muss: Passt nicht oder steht mir nicht.

Die Auswahl der passenden Schnitte und Materialien ist daher der erste wichtige Schritt für ein zufriedenstellendes Nähergebnis. Der Projekterfolg hängt maßgeblich davon ab, dass die Grundlagen stimmen. Schöne Schnittmuster gibt es wie Sand am Meer und tolle Stoffe noch viel viel mehr.

Stoffe in Hülle und Fülle - wie soll man da nur die zu einem passende, richtige Auswahl treffen.
Stoffe in Hülle und Fülle, dazu noch Schnittmuster in rauen Mengen, denn „nur Burda“ war gestern. Da fällt die Auswahl wirklich schwer.

Mich hat diese Fülle am Anfang komplett erschlagen und der Wald war vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Wie soll man aus dieser unendlichen Masse die richtige Wahl treffen? Das konnte ja nur schief gehen.

Klar, eine grobe Idee, was einem steht und was nicht, hat man aus der eigenen Shopping-Erfahrung. So wusste ich, dass ich mit Mustern sehr vorsichtig sein muss und Herbstfarben nie zu meinen Lieblingen gehören werden. Doch wenn man nicht anprobieren kann und in Vorleistung geht wie beim Selber nähen, dann möchte ich eine hohe Trefferquote erreichen.

Über Elle Puls und ihren “Näh deinen Stil”-Podcast bin ich zum Glück zu einem sehr frühen Zeitpunkt meiner Näh-Karriere gestolpert. Mehr oder weniger parallel zu Crafteln. Das waren Glückstreffer, da mich beide Frauen – Elke und Meike – auf den richtigen Weg geführt haben. Meikes/Frau Craftelns Buch “Passt perfekt” durfte sehr schnell bei mir einziehen und beide Podcasts begleiteten mich durch den ersten Corona-Winter und begleiten mich bis heute. Dadurch kam ich auch schnell mit dem “Näh deinen Stil Club” in Berührung. Nach langem Zögern habe ich im Juli dieses Jahres auf ANMELDEN geklickt und mir eine Dreimonats-Mitgliedschaft gegönnt.

Was ist der “Näh deinen Stil Club”

Der Club setzt genau an den oben genannten Punkten an. Über ein ausgeklügeltes und aufeinander aufbauendes Onlinekurs-Angebot, ermitteln die Mitglieder die zu ihnen passenden Farben, Muster, Materialien, Schnitte bis hin zu passenden Accessoires und Schuhen. Die Kurse waren für mich der Grund, in den Club einzutreten. Ganz ehrlich: Ich habe kurz gerechnet. Mindestens drei Kurse wollte ich auf jeden Fall absolvieren, zwei weitere fand ich interessant. Der Rest des Club-Angebots erschien mir zu Beginn weniger relevant für mich. Die Kurse können auch einzeln gebucht werden, aber (Taschenrechner raus) im Rahmen der Mitgliedschaft sind sie deutlich günstiger.

Das persönliche Profil mit Bild, der Farb- und Stiltypenzuordnung zeigt anderen Mitgliedern auf einen Blick, die im Club relevanten „Daten“.
Das persönliche Profil mit Bild, der Farb- und Stiltypenzuordnung zeigt anderen Mitgliedern auf einen Blick, die im Club relevanten „Daten“.

Die Kurse

Die wichtigsten Kurse sind der Farben- und der Musterkurs, da man am Ende der Kurse seinem persönlichen Farb- und Stiltypen zugeordnet wird. Die Selbsteinschätzung wird vom NDS-Team überprüft und ggf. korrigiert. Und so stand am Ende bei mir fest:

Miriam, du bist Farbtyp 8 und 12 (gedeckte Farben der mittleren und dunklen Helligkeit, ohne Kontraste aus dem wärmer-kühlen Farbspektrum) und Stiltyp sportlich-natürlich mit sinnlichen Anteilen. Was das für mich bedeutete? Lies weiter. Unten erfährst Du mehr 😉

Und da ich dann schon dabei war, hab ich auch all die anderen Kurse zu Materialien, Accessoires, Proportionen, Schnitten, Tüchern, Schmuck, Ausschnitten etc. mitgemacht. Das war tatsächlich sehr erhellend und spannend.

Die Kurse sind die Basis des Clubs, jedoch nur ein kleiner Teil des Gesamtangebots.

Die Foren

Der Austausch unter den Club-Mitgliedern findet vorwiegend in den Foren statt. Hier können Outfits präsentiert, die persönlich besten Farben besprochen, Fragen gestellt und Nähproblemchen gelöst werden. Der Ton ist immer freundlich, wertschätzend und konstruktiv. Toll! Eine wirklich sehr angenehme Atmosphäre.

Challenges

Weitere Möglichkeiten für den Austausch untereinander bieten die monatlichen Challenges: Sew-Alongs, Outfit- und Stil-Challenges, Workshops etc. Auf alle Dateien der Challenges, auch der vergangenen, haben die Mitglieder weiterhin Zugriff, so dass man das Material für sich und seine Stilreise ebenfalls verwenden kann. Zwischen den Jahren findet „traditionell“ die Kleiderschrank-Challenge statt, in der die Club-Mitglieder ihre Garderobe genau unter die Lupe nehmen.

Übersichtlich und aufgeräumt, so präsentiert sich die Oberfläche des persönlichen Club-Dashboards
Übersichtlich und aufgeräumt, so präsentiert sich die Oberfläche des persönlichen Club-Dashboards.

Die Schnittmusterdatenbank

In der großen Schnittmusterdatenbank können sich die Mitglieder – nach ihren Stiltypen gefiltert – durch zahlreiche Schnitte klicken und so ein Gefühl bekommen, welche Schnitte am besten zum eigenen Stil passen.

Mediathek und monatlicher Clubcall

In der Mediathek finden sich alle Videos und Webinare sowie Podcast-Folgen. Einmal im Monat gibt es einen Club-Call, in dem Mitgliederfragen rund um Farbe und Stil beantwortet werden.

Outfitinspiration

Das monatlich wechselnde Grundthema des Clubs wird durch zu den Stiltypen passenden Outfitinspirationen nochmal untermalt.

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Mein Fazit: Club Club go 🙂

Du siehst, der Club bietet wirklich eine unglaublich große Fülle an Input und Inhalten sowie Möglichkeiten, dich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Ich muss gestehen: Ich habe gar nicht alles geschafft. In den Foren hab ich zwar immer mal gelesen und gestöbert, aber wirklich beteiligt habe ich mich aus Zeitmangel kaum. Auch bei den Challenges habe ich nicht mitgemacht, da sie einfach nicht in den Tagesablauf bzw. meine Näh-Planung hineingepasst haben.

Was mir der Club gebracht hat?
Tatsächlich doch einige Aha-Momente und Klarheiten. Die Farben erschienen mir zuerst sehr eintönig und wenig abwechslungsreich. Damit hadere ich auch aktuell immer noch. Auch die Empfehlung, kein Schwarz und Weiß zu tragen, kann ich noch nicht zu 100% nachvollziehen und werde ich auch fürs Erste nicht vollständig umsetzen. Doch insgesamt finde ich mich bei den gedeckten Farben aus dem Grünen und Roten Farbspektrum durchaus wieder.

Durch die Blickschulung, die man als Mitglied des Clubs automatisch erhält, sieht man nach einiger Zeit, welche Unterschiede auch Nuancen einer Farbe im Ausdruck ausmachen können. Erstaunlicherweise sind die für mich richtigen Farben auch genau die Farben, die ich schon immer besonders gern getragen habe. Doch gerade die Beerentöne habe ich in den letzten Jahren aus dem Schrank verbannt. Warum? Ich weiß es selbst nicht. Scheinbar waren sie nicht mehr “in”… Und die Farben, von denen mir laut Farbtyp eher abgeraten wird, sind die Farben, die mich an mir noch nie überzeugt haben. Damit ist die Einordnung in meine Farbtypen eigentlich eine Bestätigung dessen, was ich schon lange in mir getragen habe.

Nach der Stilanalyse ging es mir ähnlich wie mit den Farben: Echt jetzt? Ich natürlich? Ich sinnlich? Das passt doch nicht. Am ehesten konnte ich dem sportlichen etwas abgewinnen. Aber: je mehr ich mich mit den Stiltypen auseinandergesetzt habe, umso mehr fand ich die Stimmigkeiten heraus. Es ergab ein Gesamtbild, das viele Dinge zu einem großen Ganzen zusammen brachte und für mich bis dato nicht greifbaren “Problemen bei der Kleiderwahl” einen Namen gab.

Sportlich-natürlich mit sinnlichem Anteil: Das heißt Fokus auf dem sportlich-natürlichen Stil. Dabei kommt das Sportliche vor allem durch die Schnittführung und der natürliche Anteil bezieht sich auf die Muster bzw. die fehlenden Muster, denn von diesen wird hier eher abgeraten und der Fokus auf strukturierte Materialien gelegt.

Wie so ein kleiner Onlinekurs doch den Blick verändern und für Zufriedenheit sorgen kann. Denn schon immer war es für und an mir schwierig, Muster zu finden, die mir stehen. Mir gefallen häufig starke Muster, aber sobald ich in ein stark gemustertes Kleidungsstück schlüpfe, fühle ich mich unwohl und weiß: Nee, das ist es nicht. Am ehesten gehen noch dezent geblümte Muster oder solche mit Rundungen – da wären wir beim sinnlichen Anteil. Das sinnliche Element kommt lediglich in Details im Outfit zum tragen: In den sinnlichen Farben (Beerentöne juchu), einer Betonung der Taille oder in sinnlichen Accessoires.

Was mir an meiner Stil-Findung besonders gefallen hat: Der sportlich-natürliche Typ ist der klassische Jeans-Typ. Na, wenn das nicht passt! (Wobei es noch sehr lange dauern wird, bis ich mich ans Nähen von Jeansstoffen wagen werde.)

Wie geht es jetzt weiter?

Fürs Erste geht die Stil-Findungs-Reise alleine weiter, da ich meine Clubmitgliedschaft aus zeitlichen Gründen nicht verlängert habe. Doch die Erkenntnisse haben mir schon viel gebracht und ich merkt bereits, wie viel leichter ich mir bei der Stoff- und Schnittauswahl tue.

Hat es sich gelohnt?

Ja – definitiv. Zwei Beispiele, die aus den Erkenntnissen der Club-Mitgliedschaft entstanden sind, findest Du in meinen Weihnachtskleidern.

Würde ich den Club weiterempfehlen?

Ja, allen Nähverrückten, die ein wenig mehr über Farben, Stil, Proportionen und Schnitte lernen möchten. 2022 legt Elle den Fokus wieder etwas stärker auf das Nähen, da die Stil-Themen nun alle vorhanden sind. Ein spannendes Programm und ich glaube, den ein oder anderen Monat werde ich auf jeden Fall auch wieder am Start sein.

Weitere Inspiration findest Du hier:

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Mit Softshell-Mantel ins neue MeMadeMittwoch-Jahr

Das MeMadeMittwoch-Team eröffnet ein neues Jahr für uns nähverrückte Damen. Ich zeige heute mein „Meisterwerk“, das ich schon länger vorstellen möchte: Meinen Softshell-Mantel. Und da der Januar-MMM auch der Monat der Lieblinge des Vorjahres ist, passt das ganz wunderbar. Denn mein neuer Mantel ist auch mein Lieblings-Projekt aus 2021.

Ich bin wirklich stolz auf mich, dass ich es bewältigt habe. Noch vor einem halben Jahr, hätte ich mir nicht vorstellen können, einen Mantel zu nähen. Noch dazu einen Mantel, der mir tatsächlich gut gelungen ist. Denn für mich selbst nähe ich ja erst seit ca. einem Jahr. Bis dahin habe ich lediglich einfache Teile für die Kinder genäht. Aber starten wir mit der Übersicht:

Projekt: Softshell-Mantel mit Kapuze, Reißverschluss und Eingriffstaschen
Schnitt: Jerika von Prülla*
Stoff: Petrol-melierter Softshell mit weicher Fleece-Innenseite, gekauft im Buntspecht-Shop*

Stoff- und Schnittauswahl

Ein etwas längerer Mantel aus Softshell, der mich durch die trüben, regnerischen oder auch nebligen Herbst- und Frühjahrstage bringt, hat in meiner Garderobe noch gefehlt. Deshalb wollte ich mir als erstes Jacken-Selbernäh-Projekt genau so einen Mantel nähen. Bedingung: Fahrrad-geeignet und robust.

Die Stoffauswahl ging relativ rasch, da ich klare Vorstellungen hatte: warmer Softshell, unifarben, gerne meliert, da das aus meiner Erfahrung weniger Dreck-empfindlich ist. Fündig wurde ich bei oben erwähntem Buntspecht-Shop. Der Softshell ist petrol-/türkis-meliert (je nach eigener Farbdefinition) und die Innenseite ist aus weichem Fleece. Perfekt für den Übergang und die etwas wärmeren Wintertage. Passend dazu habe ich einen Petrolfarbenen Reißverschluss gewählt.

Beim Schnitt schwankte ich zwischen zwei Schnitten, die mir im Laufe der letzten Monate begegnet waren: „Jerika“ von Prülla und „Hamburg“ von Pech & Schwefel. Entschieden habe ich mich letztendlich für Jerika, vermutlich weil ich dazu einfach mehr Rezensionen und Beispiele gefunden hatte. Jerika hat einiges an Variationen zu bieten, was mich zusätzlich eingenommen hat.

Genäht habe ich die lange Version mit Kapuze und einfachen Eingriffstaschen, ohne Reißverschluss.

Softshell-Mantel: Der Näh-Prozess

Mit der Anleitung musste ich erstmal warm werden. Durch die Vielzahl an Varianten ist die Anleitung nicht auf Anhieb logisch aufgebaut, da sie in Blöcken arbeitet und man sich die zum eigenen Projekt passenden Blöcke raussuchen muss. Das bedeutet, dass die Schritte, die man normalerweise/aus Gewohnheit hintereinander abarbeitet, nicht immer genau so aus der Anleitung hervorgehen. Außerdem sollte man die Anleitung sehr genau durchlesen. Vor allem in Hinblick auf die eigenen Varianten-Wünsche, da teilweise Materialien erst im jeweiligen Block erwähnt werden und nicht am Anfang der Anleitung, wo die eigentlich benötigten Materialien aufgelistet sind (Nahtband, Paspeln o.ä.). Eher ungewöhnlich ist auch, dass es keine technische Zeichnung des Schnittes gibt und auch keine klare Übersicht der Varianten und Möglichkeiten, die der Schnitt bietet.

Der Zuschnitt verlief dennoch reibungslos. Die Maße haben gut gepasst und Anpassungen waren nicht notwendig.

Den Hauptnäh-Part habe ich mal wieder im Nähzimmer von Beate* genäht. Beate hatte im Oktober zu einem gemütlichen Näh-Nachmittag geladen und die Chance habe ich ergriffen. Bei Tee, Hefezopf und lustigen Gesprächen wurden einige schöne Mäntel erarbeitet. Fertig geworden bin ich natürlich nicht. Aber das Gros stand: Der Mantel-Body aus Vorderteilen mit den Eingriffstaschen und Rückenteil mit Passe war fertig. Ebenso waren Kapuze und Ärmel eingenäht.

Einige kleinere Arbeiten sowie eine schöne Versäuberung der Innennaht am Rücken mit Aufhänger habe ich zu Hause gemacht. Eine Abschlussrunde für den Reißverschluss und die Säume habe ich dann nochmal bei Beate eingelegt.

Und da war er: Mein Softshell-Mantel.

Ein Softshell-Mantel für viele Gelegenheiten

Mein Fazit: Ich bin wirklich zufrieden und stolz auf mich. Die Länge passt, die Verarbeitung passt, der Reißverschluss hat genau die richtige Länge, damit ich problemlos radeln kann!

Klar, die ein oder andere Innennaht könnte noch schöner verarbeitet sein und an einigen Stellen hätte ich exakter arbeiten können, aber insgesamt ist der Mantel richtig schön geworden. Ich hatte ihn schon häufig an und selbst an kühleren Dezembertagen wärmt er durch die Fleece-Innenseite sehr gut.

Kleinere Mankos: Die Armbündchen sind etwas steif und fest, so dass ich meine Strickhandschuhe nicht darunterschieben kann. Da hätte es vermutlich eher „normale“ Bündchenware bedurft, die ich aber bewusst nicht gewählt hatte, damit ich bei Regen keine nassen Handgelenke bekomme. Von daher verkraftbar. Außerdem bin ich mit den Taschen nicht so zufrieden, da sie aufklaffen und seltsam durchhängen, wenn ich z.B. einen größeren Schlüsselbund darin verwahre.

Insgesamt aber ein tolles Projekt, das mir gezeigt hat, das ich mir ruhig mehr zutrauen darf und auch vor komplexeren Projekten keine Angst haben muss.

Und damit gebe ich rüber zum Laufsteg des MeMadeMittwochs. Ich freue mich auf die ersten neuen Kreationen des Jahres. Vielen Dank für die Organisation und die Möglichkeit! Leider werden meine Kommentare nicht angenommen und ich kann euch daher nur auf diesem Weg meine Dankbarkeit zeigen.

Noch mehr Lieblings-Nähprojekte aus 2021:

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Finale: Die Weihnachtskleider 2021 auf dem Laufsteg

Es gibt so Tage, da ist man einfach rundherum zufrieden. So ein Tag ist heute. Einfach cool, wie schön meine Weihnachtskleider 2021 passen und wie zufrieden ich mit beiden Ergebnissen bin. Ich glaube, das ist eine Premiere – nix zu meckern.

Weihnachten kann auf alle Fälle kommen. Zu den beiden Projekten habe ich bereits alles geschrieben, weshalb ich es heute kurz mache.

Überzeugt euch selbst (an dieser Stelle: Danke an den geduldigen Fotograf, mit einem eher untalentierten Model):

Weihnachtskleid Nummer 1: Das Schlauchkleid von The Couture

Gewonnen hat für mich das Schlauchkleid und damit darf es mich am Heiligen Abend im trauten Familienkreis begleiten. Aber auch darüber hinaus wird es mich den Rest dieses Winters und hoffentlich auch den nächsten noch oft begeistern.

Weihnachtskleid Nummer 2: La Glenna von Schnittgeflüster

Mein ursprünglicher Favorit wurde nun doch Nummer zwei. Das A-Linien-Kleid ist super bequem, hat noch bissel Luft für den Weihnachtsbraten und die Taschen finde ich absolut toll. Eigentlich kann ich gar nicht sagen, dass es die Nummer zwei ist, weil sich beide Kleider nichts geben. Absolut gemütlich, schick und doch perfekt für den Alltagswahnsinn.

Alles zur Entstehung der Modelle, zu Stoff- und Schnittwahl sowie Schnitt-Rezensionen findet ihr in den vorangegangenen Beiträgen zum #WKSA2021, dem Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch-Blogs. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die organisierende Crew.

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten und ruhige Tage, die Zeit für unser aller Lieblingshobby lassen oder Zeit für wilde Rodelfahrten, Winterwanderungen oder süßes Nichtstun. Meine Maschine macht gerade eine kleine Pause und freut sich auf das nächste Projekt, dass ich die kommenden Tage vorbereiten werde.

Die Nähmaschine legt nach den Weihnachtskleidern 2021 eine kleine Pause ein. Der nächste Schnitt benötigt nämlich ein bisschen Vorlauf.
Goodbye for a while – kleine Pause…
aber nur, weil der nächste Schnitt ein wenig Nähmaschinen-lose
Vorbereitung benötigt.

So und jetzt sause ich rüber – ich bin zu neugierig, was die anderen Näh-Verrückten gezaubert haben. Vorhang auf für den bunten Laufsteg der Weihnachtskleider 2021!

Weihnachtskleid-Sewalong: auf dem Weg ins Finale

Fertig!

Dem Aufruf zum Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch Blogs sind viele Näh-Verrückte gefolgt und es entstehen aktuell wunderschöne Werke. Manche haben bereits letzte Woche fertig genähte Meisterwerke präsentiert. Andere haben ihr Projekt noch über den Haufen geworfen und haben sich für etwas anderes entschieden. Man und frau darf auf jeden Fall gespannt sein, was uns kommende Woche am 4. Advent erwartet.

Denn dann heißt es: FINALE!

Im Finale werden alle tollen Kreationen gezeigt. Das können Kleider, Blusen, Röcke, Hosen, Pullover oder auch Schlafanzüge sein.

Zwischenstand meiner zwei Weihnachtskleider

Ich habe mich für zwei Weihnachtskleider entschieden, die sich in die Alltagsgarderobe einfügen werden.

Alles zu Stoff- und Schnittauswahl sowie einen ersten Zwischenstand findet ihr hier in Teil 1 sowie hier in Teil 2 meiner #WKSA Beiträge.

Kleid Nummer eins – „La Glenna“ von Schnittgeflüster – ist bereits fertig genäht und wartet auf seinen großen Auftritt am Heiligen Abend. Ich zeige es euch heute am Kleiderbügel. Tragebilder gibt es nächste Woche.

Mein Schlauchkleid konnte ich, hingegen meiner angekündigten Pläne, nicht am dritten Advent fertig nähen – das Leben, in Form von „ich brauch frische Luft“ plus „wo bekommen wir für die Kinder jetzt einen offiziellen Schnelltest her“, hatten meine Nähzeit auf ca. 90 Minuten begrenzt. Aber vorgestern hat sich ein ruhiger Abend gefunden und ich konnte die Ärmel einsetzen und alles säumen.

È voilà: Hier sehr ihr ein Bild am Bügel.

Schnitt-Rezension

Da das Finale der Präsentation der fertigen Werke vorbehalten werden soll, bekommt ihr bereits heute meine Rezension der Schnittmuster.

Mein Weihnachtskleid Nummer 1: La Glenna

Technische Zeichnung La Glenna von Schnittgeflüster

„La Glenna“ von Schnittgeflüster ist ein Kleid in A-Linie und sehr variabel. Die Kleidlänge ist knieumspielend, kann aber auch ein wenig kürzer genäht werden. Alternativ in Pullover-Länge. Variationen bietet vor allem der Halsausschnitt: einfaches Bündchen, kleiner Stehkragen, hoher Stehkragen mit Ösen und Kordel, Kapuze oder auch eine Kombi aus Kapuze und Stehkragen.

Besonders gefallen mir die in die Teilungsnähte eingelassenen waagerechten Taschen (können auch weggelassen werden). Durch die Schnittführung ist das Kleid sehr figurbetont und lässt sich sehr gut auf die eigene Figur anpassen, was bei mir jedoch nicht notwendig war.

Die Schnittteile sind sehr gut gemacht, alle Knipse, die man so braucht, sind vorhanden und insgesamt wirklich perfekt. Auch beim Basteln klappte alles reibungslos und die Passzeichen haben perfekt aufeinander gepasst.

Die Anleitung ist gut geschrieben, mit Skizzen bebildert und grundsätzlich gut verständlich. Ich hatte mich ja für den schmalen Stehkragen entschieden und dieser wird in der Anleitung meist nicht explizit oder nur im Fließtext erwähnt, so dass man durchaus genau lesen muss, was / wo / wie gedacht ist. Letztendlich aber kein wirkliches Problem und auch für ungeübte Näher:innen durchaus empfehlenswert.

Mein Weihnachtskleid Nummer zwei: Schlauchkleid von The Couture

Schlauchkleid von The Couture

Das Schlauchkleid von The Couture ist ein Freebie und von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Anleitung eher knapp gehalten ist.

Nichtsdestotrotz ist sie gut verständlich und das Kleid ist wirklich schnell und einfach genäht. Die Schnittteile sind 1A und die vielen Knipse helfen beim Zusammensetzen. Abnäher sind bei dem Schnitt nicht vorgesehen. Man sollte sich deshalb im Klaren sein, dass es ein figurbetontes, enganliegendes Kleid ist.

Das Schlauchkleid kann alternativ als Rollkragenpullover genäht werden. Eine solche Version möchte ich mir auf jeden Fall noch nähen, da ich momentan keinerlei Rollkragen-Oberteile in meinem Schrank habe.

Und nun springe ich rüber und schaue, wie weit die anderen Näh-Damen gekommen sind und bedanke mich beim MeMadeMittwoch-Team für das schöne gemeinsame Nähen beim Weihnachtskleid-Sewalong 2021.

Euch allen einen wunderschönen dritten Advent – wir sehen uns im großen Finale, wenn die vierte Kerze brennt.

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