Kategorie: GARTENIDEEN

Ein Garten ist so Vieles: Rückzugsort, Treffpunkt, Spielplatz, Grillzone, zweites Wohnzimmer, eigener Wochenmarkt, Ruheoase. Der beste Ort zur Entschleunigung. Finde Gartenideen für dein Zuhause für jede Jahreszeit. Was blüht wann? Welche Blume passt zu welcher Staude? Welches Gemüse kommt ins Hochbeet? Lass uns gemeinsam den Garten erkunden, entdecken und am Ende schmecken.

Jahres-Ausblick 2021 statt Jahres-Rückblick 2020

Braucht es tatsächlich einen Jahres-Rückblick 2020? Um ehrlich zu sein, nein. Lasst uns gemeinsam lieber nach vorne schauen und nicht allzu lange zurückblicken. Deshalb gibt es von mir einen Jahres-Ausblick 2021 statt Jahres-Rückblick 2020.

Wobei ich betonen möchte, dass 2020 nicht nur schlecht war. Mir hat das Jahr tatsächlich mehr Ruhe – Raum für mich und meine Familie – Raum für meine Träume / Wünsche gegeben. Dafür bin ich dankbar. Gerade vor dem Hintergrund, dass es vielen anderen nicht so ging. Dessen bin ich mir sehr bewusst.

Ohne den Lockdown im März 2020 wäre ich jedoch nicht ins Homeoffice katapultiert worden und hätte mir einen lange gehegten Wunsch vermutlich nicht erfüllt: Endlich wieder zu schreiben. Die Ruhe und Entschleunigung, die ich als dringende Wohltat empfunden habe und immer noch empfinde, lieferte die Basis: Ein Blog zum Thema Entschleunigung, Achtsamkeit und “alte” neue Hobbies.

2020 war für mich das Jahr in dem ich meine Oma zu mir zurück geholt habe. Oma war eine Gartenfee und Nähzauberin. Zwei Dinge, die ich in diesem Jahr für mich entdeckt habe und die den Rahmen für diesen Blog bilden: Gärtnern und Nähen.

Jahres-Ausblick 2021: So stell ich mir mein Jahr vor

Deshalb werden diese zwei Themen 2021 (abgesehen von meiner Familie und meiner regulären Arbeit) im Zentrum stehen: Die weitere Gestaltung und Nutzung unseres Gartens und das Nähen. Das alles möchte ich mit Ruhe und einem Stück Gelassenheit angehen. Möglichst stressfrei integriert in den Alltag. Ob das klappt – wir werden es sehen.

Was steht im Garten 2021 an?

Im Garten ist die ToDo-Liste schon wieder ganz schön lang. Daher hier nur unsere wichtigsten Vorhaben:

  1. Das Gemüsebeet muss vorbereitet werden und die bereits gekauften Samen wollen in die Erde wandern.
  2. Das Hochbeet soll um eine weitere Etage ergänzt werden, damit noch mehr Gemüse und Obst (ich will Melonen ernten) bei uns wachsen kann.
  3. Nachdem wir im Herbst eine lange Thuja-Hecke entfernt haben, möchte ich an dieser Stelle ein bunt-blühendes Staudenbeet anlegen.
  4. Die “Werkel-Ecke” hinter dem Gartenhäuschen benötigt einige Optimierungen und Schönheits-Operationen.
    Soweit die Pflicht.
  5. Die Kür: Die alte Terrasse aus Waschbeton soll weichen, um mehr Grünfläche für die Kids zu schaffen.

Ihr seht, die Liste ist lang, aber ich bin hochmotiviert und sehne fast schon das Ende des Winters herbei, wäre da nicht Neu-Hobby Nummer 2:

Wie wird sich das Nähen 2021 entwickeln?

In den letzten Monaten habe ich angefangen, auch für mich selbst Kleidung zu nähen. Vor kurzem war das noch undenkbar, aber mittlerweile finde ich den Gedanken, einmalige, auf mich zugeschnittene Kleidung zu tragen, total cool und möchte da auch 2021 dranbleiben. Vor allem aber muss ich hier noch ganz ganz ganz viel lernen… Übung macht ja bekanntlich den Meister 😉

Wie es dazu kam, dass ich für mich selbst nähe und welche ersten Teile bereits fertig sind, erzähle ich euch in einem extra Beitrag noch im Januar.

Das Nähen für mich selbst führt auch dazu, dass ich mich vermehrt mit dem Thema “Stilfindung” und “Farben” auseinandersetze. Außerdem möchte ich mein bisher doch noch sehr rudimentäres Nähwissen, sobald wie möglich in einem Nähkurs vertiefen. Darauf freue ich mich schon total. Die nächsten Projekte?

  • Ein Kleid für den Übergang (vermutlich wird es dieser Schnitt* – der Name allein macht den Schnitt schon zu einem Muss ;-))
  • Ein Frühlingskleid – hier liegt noch von Fastnacht ein Burda-Schnitt, den ich ausprobieren möchte
  • ein oder zwei Shirts
  • ein oder zwei leichte Röcke für den Sommer

Unkomplizierte Projekte, die sich hoffentlich problemlos nähen und perfekt tragen lassen. Selbstverständlich bekommen auch die Kids noch das ein oder andere Teil. Da bin ich aber noch etwas am Stöbern. Seid gespannt!

Das war mein persönlicher Jahres-Ausblick 2021 statt Jahresrückblick 2020 🙂 Nun wünsche ich Dir und Deinen Liebsten ein hoffentlich triumphales Jahr 2021! Lass es Dir gut gehen und vor allem: Bleib gesund.

Damit entlasse ich Dich und verspreche: Irgendwann geht wieder die Sonne auf wie hier am Feldberg, Schwarzwald. So schön!

Jahres-Ausblick 2021

*Kennzeichnung als Werbung, da im Beitrag auf kostenpflichtige Angebote verlinkt wird. Ich erhalte jedoch keine Gegenleistung für die Nennung und Verlinkung.

Gartenplanung für den Gemüsegarten – auf geht’s 2021

2020 mag noch nicht vorbei sein, bei mir stehen die Zeichen aber bereits auf 2021. Zumindest wenn ich an den Garten denke. Denn ich steck schon mitten drin in der Gartenplanung für den Gemüsegarten.

Nach den ersten zaghaften Anfängen mit einem Hochbeet in diesem Jahr, möchten wir (respektive ich) in der kommenden Saison einen kleinen Gemüsegarten anlegen. Schon den ganzen Sommer überlege ich, was alles bei mir wachsen und gedeihen könnte und wie toll es wäre, uns mit dem Gemüse aus dem eigenen Garten zumindest zu einem Großteil selbst versorgen zu können.

Einen großen Anteil an diesem Vorhaben hat übrigens Marie vom Blog und Youtube-Kanal Wurzelwerk.net.* Hier hab ich schon sooo viele Beiträge gelesen und mir ein kleines Grundwissen erarbeitet, mit dem ich es hoffentlich schaffe, im kommenden Jahr eine gute Ernte einzufahren. Bereits in diesem Jahr hab ich viele Tipps und Anregungen aus Maries Blog übernommen und das werde ich auch fortsetzen.

Gartenplanung für den Gemüsegarten
Es wächst und gedeiht – 2021 nicht nur im Hochbeet, sondern auch im neuen Gemüsebeet.

So planst Du Deinen Gemüsegarten

Auch wenn ich noch keine Garten-Expertin bin, möchte ich dich trotzdem an meinem Vorgehen teilhaben lassen. Vielleicht bekommst Du ja auch Lust auf Dein eigenes Gemüse 😉 Hier zeig ich Dir, wie ich Schritt für Schritt bei der Gartenplanung für den Gemüsegarten vorgehe.

  1. Einen Platz für Deinen Gemüsegarten finden: Lege fest, wo sich Dein Gemüsegarten befinden soll und wie groß er werden soll. Wichtig ist vor allem viel Sonne.
  2. Lesen, lesen, weiterbilden: Ich hab wirklich sehr viele Blogbeiträge, Pins, Mein schöner Garten-Artikel und Videos angeschaut, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ich mein eigenes Gemüse möglichst nachhaltig anbauen kann.
  3. Mischkultur, Fruchtwechsel und Fruchtfolge verstehen: Informiere dich ausführlich über diese Themen, denn sie sind – so zumindest meine Wahrnehmung – essentiell für eine erfolgreiche Ernte und gesunde Früchte.
  4. Gemüsesorten auswählen: Überlege Dir, was Du anbauen und ernten möchtest. Schreibe Dir alles auf und informiere dich über die einzelnen Sorten. Sind es Schwach-/Mittel-/Starkzehrer? Gibt es gute/schlechte Nachbarn? Haben die Pflanzen besondere Ansprüche? Wie hoch werden die Pflanzen?
  5. Gruppen bilden: Bilde aus den von dir gewünschten Gemüsesorten kleine Gruppen – Schwachzehrer zu Schwachzehrer, Mittel- zu Mittelzehrer und Stark- zu Starkzehrer. Innerhalb dieser Blöcke: Gute und schlechte Nachbarn zusammenpacken.
  6. Samen bestellen: Das war für mich ein ganz toller Moment. Ich habe den Bingenheimer Saatgut Katalog* durchgeblättert und dort nach Herzenslust Samen herausgesucht und dann online bestellt. Was mir wichtig war: Ich möchte wissen, was ich anbaue. Bio war mir wichtig und kein F1 Hybrid-Saatgut. Das ist natürlich Dir überlassen, ob Du im Gartencenter oder Baumarkt oder aber bei Bio-Anbietern die Samen für Deinen Gemüsegarten besorgst. Oder auch, ob Du vorgezogene Pflanzen bevorzugst.
  7. Anbauplan erstellen: Die Fläche ist klar, die Pflanzen ausgesucht. Nun fehlt noch ein Plan, wie Du die Gemüsesorten in Deinem Beet anordnest. Zuerst habe ich mein Beet in 4 gleich große Flächen eingeteilt: Eine für Schwach-, eine für Mittel-, eine für Starkzehrer und eine, die nicht mit Gemüse, sondern mit einer Gründungung bepflanzt wird. Bei mir werde ich hier Kartoffeln pflanzen zur Beetvorbereitung. Dann hab ich die bereits gebildeten Gruppen entsprechend ihrer Vorlieben auf diesen Flächen angeordnet. Ich muss gestehen, dass war/ist echt nicht einfach und es war ein großes Puzzle, das zusammengesetzt werden wollte – sie das Headerbild, da siehst Du all meine Aufschriebe.
  8. Das Beet vorbereiten: Marie von Wurzelwerk hat hierfür eine Methode, die sich echt klasse anhört – mit Pappe und viel Kompost, ohne Umgraben. Bei uns wird das leider nicht funktionieren, da wir den Gemüsegarten in einer Ecke planen, die bisher mit Thuja-Hecken bewachsen war. Daher heißt es: Wurzeln ausgraben, umgraben, Boden lockern und aufwerten.
  9. Materialien besorgen: Was benötigst Du außer den Samen oder den Setzlingen? Dünger, Gartenwerkzeug, Beetumrandung, Schutzvlies, Schneckenschutz… Einmal zum Gartencenter und es kann losgehen.
  10. Gemüse vorziehen: Wann Du welche Gemüse vorziehen solltest, kannst Du immer der Samenpackung entnehmen. Ob Du vorziehen möchtest oder direkt ins Beet säen möchtest, hängt von Deinen Vorlieben ab. Ich werde es mit einigen Gemüsesorten auf jeden Fall machen. Schon allein, damit die Vögel und Schnecken einem richtigen Aufgehen und Anwachsen nicht zuvorkommen.

Und nun viel Spaß beim Kataloge durchwühlen, lesen, planen und gestalten Deines Gemüsegartens für 2021.

Hast Du noch weitere Tipps, die man bei der Gartenplanung für den Gemüsegarten beachten sollte? Schreib es uns in die Kommentare!

*Bitte beachten: Ich kennzeichne diese Links als Werbung, da er auf eine Seite mit Onlineshops bzw. kostenpflichtigen Angeboten verweist. Ich erhalte allerdings nichts für diese Links und verlinke nur auf Seiten, die ich für spannend und inspirierend halte.

Warum ein Garten glücklich macht

Du nennst ein kleines Stück Grün Dein Eigen? Sei es zur Pacht, gemietet, gekauft, zur Pflege… Dann ist Dir vermutlich bewusst, welch Glückspilz Du bist.

Denn für mich ist eine Sache klar: Wer einen Garten hat, den er nutzen darf, hat unbeschreibliches Glück.

EIN GARTEN MACHT GLÜCKLICH

Zugegeben, er macht auch Arbeit – aber eine Arbeit, die erfüllt und gleichzeitig entschleunigt. Wie ist das möglich? Warum hat harte Arbeit, jäten, umgraben, gießen, pflanzen so einen positiven Effekt?

Es mag am “den-ganzen-Tag-vor-dem-Computer-arbeiten” liegen, dass wir Büromuffel Erfüllung im Garten finden. Oder an der frischen Luft. Oder am Sonnenlicht, das Endorphine frei setzt.

Jedenfalls ist ein Garten – besser gesagt, viel Grün und Natur in Deinem Leben – die beste Ladestation für Deine persönlichen Energie-Akkus. Mehr Power mit der Du den stressigen Alltag besser und einfacher bewältigen kannst. Mehr Energie für die täglichen Aufgaben, die Dir schneller von der Hand gehen. Mehr Freiräume, die Du für dich nutzen kannst.

Du brauchst noch mehr Gründe? Hier sind 10 Gründe, warum ein Garten glücklich macht:

1. Weil Du mit den Händen etwas erschaffst.

Du wühlst dich durch die Erde. Du hantierst mit Spaten, Schaufel, Rechen oder den bloßen Händen und schaffst Neues, das wächst und gedeiht (oder auch mal nicht, ist aber nicht schlimm). Du pflanzt, Du säst, Du steckst, Du pflegst, Du gießt, Du zupfst, Du schneidest… und all das erschafft etwas, das vorher nicht da war. Ein tolles, positives und sinnstiftendes Gefühl.

Das Hochbeet im Juli - prallgefüllt
Das Hochbeet im Juli – prallgefüllt

2. Weil im Garten der Wandel die Normalität ist

Jeden Tag wächst etwas Neues und geht etwas, dessen Zeit zu Ende ist. Dieser Wandel hilft, (ungewollte / ungeplante) Veränderungen im eigenen Leben hinzunehmen, zu akzeptieren und in positive Chancen zu übersetzen. Das Leben ist stetiger Wandel, er gehört dazu, ist Teil von uns allen und wie heißt es so schön “in jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”. Lasst uns diesen Zauber im Garten erleben, genießen und übertragen.

Blüten zu jeder Jahreszeit - im Spätsommer strahlt die Hohe Fetthenne und die Bienen freuen sich.
Blüten zu jeder Jahreszeit – im Spätsommer strahlt die Hohe Fetthenne und die Bienen freuen sich.

3. Weil ein Garten das Bewusstsein für Vergänglichkeit und den Lauf der Zeit schafft.

Unaufhaltsam. Denn wie bereits geschrieben, ist das Leben stetiger Wandel und alles, wirklich alles ist vergänglich. Aber das Beste an der Vergänglichkeit ist: Sie schafft Raum für Neues. Und dabei sind wir direkt bei Punkt 4: (BILD SONNENBLUMEN)

Die Sonnenblumen nach der Ernte. Leider hielten sie dem Wind nicht stand. Dafür dürfen sich jetzt die Vögel satt futtern für den Winter.
Die Sonnenblumen nach der Ernte. Leider hielten sie dem Wind nicht stand. Dafür dürfen sich jetzt die Vögel satt futtern für den Winter.

4. Weil Du den Kreislauf der Jahreszeiten unmittelbar miterlebst.

Klar kennen wir alle die Jahreszeiten und freuen uns auf die eine, fluchen auf die andere. Im Garten und in der Natur spürst Du den Verlauf des Jahres so direkt wie sonst nirgends. Für mich bedeutet das Ende der einen Jahreszeit und der Beginn jeder neuen Jahreszeit immer eine unglaubliche Freude. Denn jeder Jahreszeit wohnt etwas Besonderes, Wunderschönes inne. Im Garten sind das vor allem die Farbwechsel. Die sanften Farben des Frühlings, die von satten, kräftigen Sommerfarben abgelöst werden, bevor die warmen Töne des Herbstes und die schlafende, viel zu selten gezuckerte Natur des Winters Einzug halten. So schön – und schon freut man sich wieder auf die ersten Schneeglöckchen, Narzissen, Krokusse und Primeln, die ihre zarten Köpfchen aus der Erde recken. Toll!

Das Leben erwacht, die ersten Frühblüher stehen in voller Pracht und künden vom Frühling.
Das Leben erwacht, die Primeln stehen in voller Pracht und künden vom Frühling.

5. Weil Du beinahe täglich neue(s) Blüten, Früchte, Farben, Leben entdecken kannst.

Ist es nicht toll, wenn Du morgens zum Fenster oder zur Gartentür hinausschaust und Du das pralle Leben spürst? Und dann gehst Du raus, schaust Dich um und entdeckst eine Tulpenknospe, die sich aus dem kalten Boden schiebt, eine neue Rosenblüte, auf der sich direkt eine kleine Biene niederlässt, eine erste kleine Tomate, die Dein Gärtnerherz höher schlagen lässt, ein erstes gelb-orange-rot verfärbtes Blatt, das ganz langsam das Ende der Saison einläutet oder eine kleine Hagebutte, die im morgendlichen Raureif glitzert.

Jede Blüte, die sich öffnet, bringt mehr Farbe in Deinen Garten. Jede Frucht, die wächst, steigert die Vorfreude auf die Ernte.
Jede Blüte, die sich öffnet, bringt mehr Farbe in Deinen Garten. Jede Frucht, die wächst, steigert die Vorfreude auf die Ernte.

6. Weil er Raum für Entspannung lässt.

Ein Garten macht Arbeit, aber irgendwann ist die Arbeit vorbei und dann heißt es: GENIESSEN mit allen Sinnen. Entspannt im Liegestuhl dem Summen der Bienen und Insekten lauschen, den Duft der blühenden Blumen riechen, je nach Zeitpunkt eine reife, selbst geerntete Tomate oder Beere schmecken und Dich am Farbenmeer erfreuen. Zur Ruhe kommen und alles andere vergessen. Für 5 Minuten, für eine Stunde oder einen halben Tag – es bringt Dir immer ein Stück Entschleunigung und Zeit für Dich.

Den Garten genießen - mit Blick auf Blüten, Insekten und frische Früchte.
Den Garten genießen – mit Blick auf Blüten, Insekten und frische Früchte.

7. Weil Du selbst die Früchte Deiner Arbeit ernten und vor allem: schmecken kannst.

Der für mich tollste Moment im Gartenjahr ist, wenn ich zum ersten Mal eine reife Frucht ernten kann. Eigentlich ist es immer schon etwas ganz Besonderes, wenn ich im Frühling das erste Mal frische Kräuter in großen Mengen zum Kochen verwende. Das ist immer der Auftakt in die grüne Küche des Sommers, in der kaum ein Essen ohne Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Bohnenkraut, Minze, Petersilie usw. auskommt.

Bunte Kräuterernte für Kräutersalz, Kräuterpesto, Kräuterbutter und vieles mehr. Für kleine Sonnenfreuden im tristen Wintergrau.
Bunte Kräuterernte für Kräutersalz, Kräuterpesto, Kräuterbutter und vieles mehr. Für kleine Sonnenfreuden im tristen Wintergrau.

8. Weil die Gartenarbeit erdet und Ausgleich bietet zu ansonsten eintönigem Schreibtisch-/Computer-/Büro-Gesitze.

Immer nur sitzen macht schlapp, träge und ist uninspirierend. Frische Luft, Bewegung und die Arbeit mit den Händen machen den Kopf frei und sorgen für neue Ideen, die Dich Deinen Träumen und Wünschen im besten Fall ein gutes Stück näherbringen.

Deinen Träumen reckt sich auch die Sonnenblume entgegen.
Deinen Träumen reckt sich auch die Sonnenblume entgegen.

9. Weil alles seine Zeit braucht

…. und man den Pflanzen beim Wachsen zuschauen kann. Beschleunigen kann man das Wachstum im Garten kaum bis gar nicht. Alles braucht die Zeit, die es braucht. Es geht so schnell oder langsam wie die Pflanzen brauchen. Einzig ein bisschen Dünger, Pflege und das Wetter haben Einfluss auf die Natur vor Deiner Haustür. Dieser Lauf der Dinge entschleunigt und nimmt vor allem den Druck von Dir – auch in anderen Lebensbereichen. Manchmal muss man sich einfach nur sagen: “Es braucht so lange wie es braucht. Schneller geht nicht. Punkt.” Das gilt auch im Beruf. Denn “gut Ding will Weile haben” 😉

Zeugen der Zeit - Oliven wachsen langsam und sehen mit ihrem knochigen Wuchs aus wie aus der Zeit gefallen. Wahre Entdecker der Langsamkeit und Entschleunigung.
Zeugen der Zeit – Oliven wachsen langsam und sehen mit ihrem knochigen Wuchs aus wie aus der Zeit gefallen. Wahre Entdecker der Langsamkeit und Entschleunigung.

10. Weil Du Bienen, Hummeln und Vögeln lauschen kannst

… und Schmetterlinge, Käfer, Heuschrecken, Igel uvm. beobachten und unterstützen kannst. Ist das nicht unglaublich schön? Diese kleinen Tierchen zu sehen, ihnen ein Refugium zu schaffen, Nahrung zu bieten und ein Stück zum Schutz unserer direkten Umwelt beizutragen, macht auf jeden Fall glücklich.

Ein Wollrinden-Falter ruht sich aus.

Bei mir ruft vor allem das unmittelbare Erleben der Jahreszeiten Begeisterung hervor: Wenn sich im späten Winter die ersten Frühblüher bemerkbar machen und das langsame Erwachen ankündigen, freu ich mich über jedes blühende Schneeglöckchen und jede kleine Primel. Bedeuten die kleinen Frühlingsboten doch den Startschuss für das jährliche Blütenmeer des Frühlings. Eine Zeit der Farben und Pracht, die durch die Sommerhitze und die damit reifenden Früchte abgelöst wird. Prächtig ist es auch dann noch und vor allem noch grüner. Jetzt können endlich die ersten reifen Gemüse und Früchte geerntet werden und die Obst- und Gemüseschalen quellen über. So toll!

Doch um ehrlich zu sein, Anfang September freue ich mich dann über die neue Farbenpracht des Herbstes und die damit einhergehenden Spaziergänge durch raschelnde Blätterberge. Tja und im Winter? Da zieht es mich in die kuscheligsten Ecken des Hauses, am liebsten mit einer Tasse Tee. Gemütlichkeit steht jetzt an erster Stelle. Die Ruhe genießen und auf den Frühling freuen.

Alles in allem: Ja, ein Garten macht unglaublich glücklich und mit ihm zieht deutlich mehr Zufriedenheit, Entspannung und Entschleunigung ins Leben ein.

Was macht Dich in Deinem Garten am glücklichsten? Verrate uns Deine “Glücklichmacher” in den Kommentaren!

Garteneroberung: Unser Rückzugsort in stürmischen Zeiten

Da war er: Mein eigener Garten. Endlich. Mit unserem Umzug im Oktober 2019 konnten wir uns auch über ein gar nicht sooo kleines idyllisches Garten-Grundstück freuen. Noch besser: Unsere Vermieter lassen uns hier freie Hand, wir dürfen werkeln wie wir möchten, umgestalten, rausreißen, umpflanzen. Toll! 

Doch am Anfang hieß das auch: Au backe – ganz schön viel Arbeit. Wo soll man da nur anfangen? Denn, wie ihr auf den Bildern unten sehen könnt, der Garten war in den letzten Jahren aufgrund des Alters und Gesundheitszustandes unserer Vormieterin etwas aus der Form geraten und verwildert.

So sah es letzten Herbst in unserem Garten aus:

Aber bei genauer Betrachtung sieht man, dass er durchaus mit sehr viel Liebe und Akkuratesse angelegt, gehegt und gepflegt worden war.  

Im Herbst (noch vor unserem Einzug) leiteten wir erste “Notmaßnahmen” ein: Eine Blumen-/Staudeninsel zurückschneiden, so dass wir diese mittelfristig komplett entfernen können. Die Efeuranken rund um die Garage in ihrer Tiefe mehr als halbieren – hier darf man wirklich beherzt zugreifen, denn Efeu wächst rasant wieder… Ich kann da Beweise liefern. Was wir entdeckten: Unter den dicken und dichten Ranken kam tatsächlich eine Lampe sowie ein (kaputter) Bewegungsmelder zum Vorschein. Außer Efeu wachsen weitere Kletterbüsche an unserer Garage hinauf (vermutlich Buchs?), die man gar nicht mehr sehen konnte. Spannend!  

Außerdem haben wir die wild wachsenden und an jeder Ecke sprießenden Brombeer-Ranken rabiatt zurückgeschnitten. Eine Arbeit, die uns ab jetzt jedes Jahr droht, da die Brombeeren wirklich schwer zu bändigen sind. Denn auch wenn Brombeeren wirklich lecker sind, überall und an jeder Stelle möchte man sie dann doch nicht im Garten haben. Vielleicht hat jemand einen Tipp, wie man den Brombeeren dauerhaft Herr werden kann?  

Gestaltung für Anfänger

Doch die eigentliche Frage, die uns von Anfang an umtrieb war: Wie soll es denn werden? Wie soll es mal aussehen? Was möchten wir überhaupt für einen Garten?

Diese Frage beschäftigte uns im Winter eher weniger und wurde erst mit näher rückendem Frühjahr ernsthafter besprochen. Dann kam der Corona-Lockdown und mit ihm starteten wir so richtig in den Garten-Umbau.  Im Laufe der Wochen und Monate haben wir viel überlegt und geplant, wurden erste Überlegungen wieder verworfen und neue Ideen kamen hinzu.

Erste Erkenntnisse, die sich so verwirklichen ließen oder die Weichen für die Zukunft stellen:

  1. Die Terrasse soll schöner und größer werden.
  2. Wir möchten ein Hochbeet.
  3. Trenne dich von allem, was dir nicht gefällt, aber gib Vorhandenem auch Chancen.
  4. Mach einen Plan und scheue dich nicht ihn anzupassen.
  5. Ein Garten ist nie fertig, sondern wächst Jahr für Jahr aufs Neue.
  6. Viele Ideen erfordern viel Arbeit. Mach es Step by Step.

Geplant, getan. Wir legten los. Mein Mann begann mit dem Umlegen des Gartenweges. Ich widmete mich erstmal dem Vorgarten. Es folgten jede Menge Unkraut jähten, Büsche entfernen, Rosen umpflanzen, der Bau einer neuen Terrasse, das Anlegen eines Hochbeets … aber auch: Tägliche Freude, über alles, was da plötzlich wächst, mit dem man nicht gerechnet hatte. Die Erkenntnis, dass wir neben Käfern, Schnecken, Hummeln, Bienen… auch einen kleinen stacheligen Gast im Garten haben, machte uns direkt erfürchtig. Die kleinen Mäuse hingegen, die Schoko-Ostereier genau so lecker finden wie wir, fanden wir nicht ganz so toll. Aber aus Fehlern lernt man und im kommenden Jahr stelle ich die Kiste mit den Oster-Geschenken nicht einfach auf den Boden der Garage… 

Was mir der Garten bereits im ersten Jahr auch gezeigt hat – trotz der vielen Arbeit: Er macht mich glücklich, er bringt mich zur Ruhe und lässt mich abschalten vom Alltag. Mein neuer Ruhepol, der mein Hirn zum Brodeln bringt vor lauter Gestaltungsideen. Mal schauen, was sich davon am Ende umsetzen lässt.

Für den Herbst steht noch viel bevor und ich werde euch garantiert daran teilhaben lassen. Zuerst müssen die Thuja-Hecken weg, damit wir im Winter einen Plan für den hinteren Gartenbereich machen können, der hoffentlich auch ein Gemüsebeet vorsieht. Dann darf noch ein Rhododendron weichen und im Frühling gehts dann weiter. Ich freu mich schon – mit den Händen in der Erde wühlen und am Ende etwas gestalten. Das fand ich schon als Kind fantastisch und habe ich nun voll Begeisterung wiederentdeckt.

Dabei sollten wir nie vergessen: Gönn dir Auszeiten und nimm dir bewusst Zeit zum Abschalten, Runterkommen und Genießen des Gartens.

Denn das Ziel ist klar: Unser Garten soll uns erfüllen, Spielplatz für die Kinder sein, aber auch Rückzugsort und Ruheoase für uns als Familie.

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