Schlagwort: Gartentraum

Der Ziergarten oder was wir aus 2021 lernen können (Teil 2)

Auf Teil eins folgt in der Regel ein Teil zwei und damit nun der Rückblick auf das Jahr im Ziergarten. Nachdem mein Fazit im Gemüsegarten ja stark durchwachsen ausgefallen ist, kann ich gleich vorab sagen: Im Reich der bunten Blumen, Stauden und Gehölze war es in dieser Saison deutlich freudiger.

Hier konnte mein Gärtnerherz regelmäßig vor Glück kleine Purzelbäume schlagen und die bunten Blüten haben mich ein stückweit durch den durchwachsenen Sommer getragen. Das viele “Nass von oben” scheint den Pflanzen sehr sehr gut getan zu haben.

Von Anfang an: Der Start in die Ziergarten-Saison

Lenzrosen sind mit die ersten Blüten im neuen Jahr.
Lenzrosen erfreuen früh und bleiben lange

Bereits früh im Jahr streckten die ersten Schneeglöckchen und Lenzrosen ihre Spitzen aus dem kalten Boden, dicht gefolgt von einem wahren Meer an Tulpen, Narzissen, Blausternchen, Primeln und Trauben-Hyazinthen. Es war wirklich toll, was da alles im Garten vorbeigeschaut und dem kalten, verschneiten Winter ein Stück Konfetti eingehaucht hat. Das es in diesem Frühjahr so viel mehr Frühblüher-Blüten gab als gewöhnlich, führe ich – zumindest hier bei uns – auf den reichlichen Schnee und den durchaus frostigen Winter zurück.

Im Frühjahr stand dann vor allem die Neuanlage unserer Grundstücksgrenze an, die wir im Herbst 2020 noch von einer Thuja-Hecke befreit hatten. Hier entstand mein kleiner Gemüsegarten sowie ein buntes Staudenbeet.

Das neue Staudenbeet

Für das Staudenbeet habe ich Ziersalbei, Kandelaber Ehrenpreis, Phlox, Purpur-Sonnenhut, Herbstastern, Argentinisches Eisenkraut (selbstgezogen) und für die Struktur einen Flieder gepflanzt. Neben dem Flieder, am Beetrand hinter dem Gartenhaus, dürfen noch zwei Himbeeren wachsen und auch unser Minz-Pott hat hier ein neues Zuhause gefunden. Um die Fläche zu füllen bis die Stauden eine ausreichende Größe erreicht haben, habe ich noch einige Einjährige gesetzt: wundervolle weiße Cosmeen, die jetzt noch prächtig aussehen, Margeriten (oder sind das eher Stauden?), Rosa Mohn (den hat meine Tochter im letzten Jahr wild verstreut…). Dazu kamen zwei Iris-Pflanzen, die ich vom Nachbarn geschenkt bekommen hab und die sich – trotz meiner anfänglichen Zweifel – ganz gut eingefügt haben in das Gesamtgefüge des Beetes.

frisch gepflanzt: das Staudenbeet im Ziergarten
Kurz nach der Pflanzung sieht man bereits, dass sich die Stauden wohl fühlen im neuen Zuhause
Das Staudenbeet wächst und gedeiht
In nur wenigen Wochen sind die Lücken im Beet geschlossen und die Stauden bilden eine Einheit
Ein Ziergarten besticht durch bunte Blüten das ganze Jahr hindurch.
Das Staudenbeet Ende Juli – der Kandelaber Ehrenpreis strahlt in voller Pracht mit rosa Mohn und Argentinischem Eisenkraut um die Wette.

Wie zufrieden bin ich mit dem neuen Staudenbeet?

Purpur-Sonnenhut (Echinacea) im Ziergarten.
Purpur-Sonnenhut strahlt im Beet. Dahinter der Fuchsschwanz.

Toll fand ich, dass die Stauden in meinem kleinen Ziergarten tatsächlich schnell und üppig gewachsen sind. Außerdem ging mein Plan mit “irgendwas blüht jetzt immer” voll auf. Die Stauden und Blumen wechselten sich in ihrer Blüte ab und das Farbenspiel ging nahtlos ineinander über. Mein Farbkonzept selbst ging gut auf. Als letztes werden uns nun die Herbstastern mit ihrer Blüte erfreuen und den Ausklang des Gartenjahres einläuten.

Als wundervolle Ergänzung zu den Stauden, haben sich die Einjährigen erwiesen: Die weiße Cosmea blüht im Überfluss und auch der Mohn setzte schöne Akzente. Ein frisch angelegtes Beet kann von den Einjährigen aus meiner Sicht nur profitieren, da diese noch bestehende Lücken schnell schließen.

Cosmeen in Hülle und Fülle
Cosmeen in Hülle und Fülle: Je mehr man in Vasen stellt, umso mehr neue Blüten kommen nach.

Weniger gut war der hohe Grad an Fleißarbeit, den ich hinsichtlich des Beikrauts leisten musste. Die jungen Stauden bekamen sehr schnell sehr viel Besuch durch allerhand Beikräuter. Da ich jedoch auch einige Samen direkt im Beet gesät hatte, konnte ich mir v.a. anfangs nie sicher sein, was nun Beikraut und was gewünschtes Kraut ist.

Außerdem gefallen mir die drei Phlox-Pflanzen nicht ganz so gut in der Komposition. Sie wachsen weniger hoch wie von mir angenommen, ergänzen sich nicht so harmonisch mit dem Purpur-Sonnenhut und gehen dadurch etwas unter. Evtl. werde ich sie im kommenden Frühjahr rausnehmen und umpflanzen. Eine Lücke im Beet, die ich ursprünglich mit einer Rose füllen wollte, gäbe es noch. Hier könnte der Phlox evtl. besser zur Wirkung kommen – alternativ darf er in ein neu anzulegendes Staudenbeet umziehen, in das er hoffentlich besser passen wird.

Den freiwerdenden Platz erhält vermutlich der Ehrenpreis. Dieser dürfte gerne noch üppiger wachsen.

Oder was meist Du? Lohnt es sich noch ein Jahr zu warten, um zu schauen, ob sich doch noch eine Harmonie ergibt?

Eine Erfahrung, die ich mit dem neuen Beet gemacht habe: Weniger ist mehr. Ich werde künftig darauf achten, lieber weniger unterschiedliche Stauden zu pflanzen und dafür größere Tuffs einer Art zu setzen. Dadurch wirken die Beete harmonischer und ruhiger. Auch Gräser werden – Allergie hin oder her – in Zukunft eine größere Rolle spielen.

Und sonst so? Was gab es noch im Ziergarten?

Fetthenne mit Biene
Darüber freuen sich die Bienen und die verwelkten Blüten geben dem Garten im Winter Struktur

Ich hatte mich im Juli am Chelsea Chop an der Fetthenne ausprobiert. Das hat in Teilen geklappt. Die einzelnen Blüten kippen zwar nicht unter dem Gewicht der mittleren um, jedoch ist es auch kein schöner, kompakter Busch – da muss ich kommende Saison etwas mehr auf Abstände und Gleichförmigkeit achten.

Im Spätsommer ist auf der Terrasse außerdem noch eine Clematis montana rubens eingezogen. Sei mit mir gespannt, wie sie anwächst und sich nächstes Jahr präsentiert. Ich sag mal: Fortsetzung folgt.

Dahlien gehören zu einem bunten Ziergarten einfach dazu. Deshalb habe ich einige Dahlienknollen immer zu zweit in Töpfe gesetzt und sie sind wirklich schön gekommen. Allerdings würde ich – so sie den Winter überstehen – im nächsten Jahr jeweils nur eine Knolle je Topf einpflanzen. Dadurch sollten sie noch üppiger zur Blüte kommen.

Traumhafte Dahlienblüte
Traumhafte Dahlienblüte

Die Rosen sind in diesem Jahr super gewachsen und haben den ganzen Sommer über immer wieder Blüten nachgeschoben. Auch die ersten “Rosen” – die Pfingstrosen – sind über sich hinausgewachsen und haben uns mit ihrer Blütenfülle fast erschlagen. So eine Pracht habe ich tatsächlich selten erlebt.

Duftwicke mit blauer Holzbiene
Was ein herrlicher Duft – Duftwicken machen ihrem Namen alle Ehre. Das gefällt auch der größten Wildbiene Deutschlands: Der blauen Holzbiene

Außerdem hatte ich noch verschiedene Sommerblumen selbstgezogen und in den vorhandenen Beeten und Rabatten im Ziergarten oder auch in Töpfen verteilt. Das hat alles sehr sehr gut funktioniert und quer durch den Garten haben uns Löwenmäulchen, Duftwicken (die duften wirklich herrlich), dunkelroter Fuchsschwanz, Cosmea, Mohn, Wildblumenmischung mit Kornblumen, Klatschmohn, wilder Möhre, Schafgarbe, etc. sowie kleine und große Sonnenblumen den Sommer versüßt. Im letzten Jahr gesät, dieses Jahr geblüht haben die Bartnelken. Immer wieder ein schöner Anblick.

Ein bunter Nutz- und Ziergarten ist tatsächlich ein Traum und noch immer blüht so vieles in den Beeten und Töpfen. Die Farben ändern sich im späten Sommer und im Herbst, aber bunt und schön, bleibt es immer. Und selbst wenn dann im Winter alles verblüht ist und nur noch “Gerippe” in den Beeten stehen und kahle Bäume und Äste den Garten zieren, ist es nie langweilig.

Ein bunter Garten beschert Dir nämlich rund ums Jahr immer wieder neue Ansichten und Aussichten und Du kannst fast täglich neue Schönheiten entdecken.

Was Du aus meinem Gartenjahr für 2022 mitnehmen kannst

Was wir nun aus diesem Gartenjahr mitnehmen können?

Unterschiedliches:

  1. Das Wichtigste: Jede Saison ist anders und jede Saison wartet mit neuen Überraschungen auf und lehrt uns Achtsamkeit, Geduld und Wertschätzung vor dem, was da in unserem Garten wächst – oder eben auch mal nicht.
  2. Im Gemüse-/Nutzgarten kamen in diesem eher feuchten und kühlen Sommer vor allem die heimischen Pflanzen sehr gut zurecht. Die Sonnenanbeter unter den Gemüsesorten hatten schwer mit dem Pilzdruck und der fehlenden Sonne und damit den geringeren Temperaturen zu kämpfen.
    Das zeigt mir, dass der Anbau unterschiedlichster Arten und Sorten immer sinnvoll ist, da wir dann von einer sicheren Ernte ausgehen können. Mischkultur funktioniert und ist der richtige Weg für ein gesundes, kleines Garten-Ökosystem, das uns immer mit einer Ernte versorgt. Dank des Anbaus verschiedener Sorten hast du immer etwas auf dem Teller und der Ausfall einer Gemüseart ist gut verschmerzbar.
  3. Im Ziergarten hat sich gezeigt, dass ausreichend Wasser für kräftige, hochgewachsene und üppig blühende Pflanzen sorgt. Damit war dieses Jahr aber auch mit viel “Stützarbeit” verbunden, da die hochgewachsenen Blumen und Stauden einiges an Halte-Unterstützung benötigt haben.
  4. Neuangelegte (Stauden-)Beete benötigen einiges an “Beikraut-Pflege” sowie viel Nass. Dann wachsen sie von ganz allein und nach nur einer Saison sieht das neue Beet wunderschön aus.
  5. Staudenbeet-Anlage die Zweite: Pflanze lieber weniger Sorten in größeren Gruppen – das sieht stimmiger, harmonischer und weniger wild aus.
  6. Je bunter desto mehr Summ und Brumm: Wir konnten in diesem Jahr viele Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten entdecken, weil immer irgendwo eine Blüte als Nahrungsquelle und auch ein Unterschlupf zur Verfügung stand. Darauf lege ich bei der Gestaltung des Ziergartens großen Wert. Bei der Auswahl der Pflanzen achte ich immer auf Insektenfreundlichkeit und versuche weitestgehend auf gefüllte Blüten zu verzichten. Aber ich gestehe: Hin und wieder brauche auch ich etwas “gefülltes”.

Ein Garten macht einfach Spaß – auch wenn mal etwas nicht so klappt wie geplant. Ein Ziergarten bereichert das Leben und sorgt für bunte Lichtblicke und Farbtupfer an durchwachsenen, kühlen oder dunklen Tagen.

Ich freu mich nun auf einen bunten Herbst in kräftigen, warmen Herbstfarben und mache bereits Pläne für die nächste große Gartensaison. Auf ein Neues!

Wie verlief denn Dein Gartenjahr? Lass es und wissen und erzähle ein bisschen in den Kommentaren.

Ich reihe mich in die Herbstglück-Linkparty bei den beiden Gartenwonne-Bloggern ein, die traumhafte September-Rosen zeigen.

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Gartenglück: Blühende Träume im Sommer

Heute möchte ich gar nicht viel Schreiben, sondern Bilder sprechen lassen. Bilder von den vielen schönen Blüten, die momentan den Garten verzaubern und das Gartenglück perfekt machen. Denn was gibt es besseres für die Seele, als sich im Garten in den Liegestuhl zu legen und die Blütenpracht des Sommers zu genießen?

Für mich nicht viel. Deshalb hier eine kleine Prise Gartenglück für die Seele via Bildschirm für dich:

Den Auftakt machen bunte Sommerblumen, die jetzt den Garten zieren:

GArtenglück aus der Tüte: Kornblumen - Sommerblumen und herrliches Insektenfutter
Blaues Kornblumen-Meer aus der Wildblumenmischung
Gartenglück: Mauretanische Malve, Sarah Stiller, mycottagegarden
Ein Traum: Mauretanische Malve aus dem My cottage Garden Shop
Rosa Mohn
Rosa Mohn – wild verstreut von meiner Kleinen und ein echter Hingucker
Löwenmäulchen - Sommerblumen selbst gezogen in zwei Schattierungen
Löwenmäulchen in zwei Schattierungen
Duftwicke mit Blauer Holzbiene, Sarah Stiller, My Cottage Garden - das ist Gartenglück hoch 2
Toll für die Nase sind die Duftwicken. Hier mit Blauer Holzbiene 🙂
roter Klatschmohn wunderschön Blumenwiese
Der Klatschmohn kommt ebenfalls aus der Wildblumenmischung
Gartenglück: Cosmea - Schmuckkörbchen in weiß
Cosmeen: Schmuckkörbchen, da ist der Name Programm
Gartenglück weil Sonnengruß: Kleine Sonnenblume
Kleine Sonnenblumen als Sonnengruß im verregneten Sommer
Tagetes Studentenblume als Schneckenschreck und gleichzeitig hübsch
Tagetes: Nützlich und hübsch anzusehen zugleich – perfekt

Ich habe in einem Teil des Gemüsebeetes eine Wildblumenmischung als Gründüngung ausgesät und bin ganz begeistert, was da alles wächst: Neben Klatschmohn und Kornblumen habe ich schon Kornraden, Ringelblumen, Wilde Möhre, Phacelia, Jungfer im Grünen etc. entdeckt.

Es folgen die Blüten des Nutz-/Gemüsegartens, die uns voll Vorfreude auf die kommenden Leckerbissen erfüllen:

Borretsch Blüten
Borretsch-Blüten sind schöne Farbtupfer im Beet und können sich sehe lassen
Zucchini, Zucchiniblüten, Zucchinischwemme
Blühende Zucchini sind die Vorboten der Zucchini-Schwemme – lecker!
Estragon
Unser Estragon möchte dieses Jahr Höhenrekorde brechen, aktuell ca. 1,5m hoch
Aubergine, Auberginenblüte
Eine Auberginen-Blüte, ob es jedoch auch Früchte in diesem kühlen Sommer geben wird, ist sehr fraglich…
Mangold
Mangold macht schwer was her und ist dazu noch sehr lecker
Gartenglück: Zuckererbsen, Erbsen, Zuckerschoten
Zuckererbsen blühen wunderschön und schmecken am besten direkt vom Strauch
Wildes Gewuchere im Garten: Zuckererbse, Gurke, Kürbis, Tomaten

Und so sieht ein Gemüsegarten / Nutzgarten aus, wenn man
a) zu dicht pflanzt, weil man
b) zu wenig Platz für die vielen selbst gezogenen Pflänzchen hat und sich
c) beim Einpflanzen die Endgröße mal wieder nicht wahrhaben möchte…

Deshalb wachsen die Gurken quer in die Zuckererbsen und Tomaten hinein und alles ist ein bisschen eng… ist das jetzt schon Permakultur? 😉

Blühende Staudenrabatten für vollendetes Gartenglück

Bauern-Hortensie in pink
Bauernhortensie in pink, nächstes Jahr versuche ich die Blaufärbung hinzubekommen
Gartenglück dank BlütenfülleSteppensalbei, salvia nemorosa
Steppensalbei in voller Blüte – da wird es nächstes Jahr nochmal Nachschub geben
Dahlie, Knolle
Keine Staude, sondern Knolle: Die ersten Dahlienblüten strahlen um die Wette
Gartenglück bei der Pflanzenauswahl: Kandelaber Ehrenpreis Fascination, Veronicastrum virginicum
Kandelaber Ehrenpreis “Fascination” überrascht mit wunderschönem Farbspiel
Staudenbeet, Rabatte
Das neue Stauden- und Blumenbeet Anfang Juli…
Sonnenhut, Schein-Sonnenhut, Echinacea
Scheinsonnenhut: Neu gepflanzt, aber schon ganz ordentlich gewachsen
Gartenglück wenn alles wächst: Staudenbeet, Sommerblumen, Steppensalbei, Cosmea, Mohnblumen, Margeriten, Amaranth, Fuchsschwanz, Sonnenblumen, Flieder, Chrysantheme
… und drei Wochen später. By the way: Die Sonnenblumen kommen ungeplant, so what?

Hach – Garten macht einfach glücklich 🙂 und die vielen Blüten erfreuen die Seele. Warum ein Garten außerdem glücklich macht, hab ich Dir hier zusammengestellt.

Noch mehr schöne und bunte Bilder aus zahlreichen Gärten gibt es bei Wolfgang und Loretta vom Blog Gartenwonne.

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Gärtnern für Faule: Stauden und Blumen, die immer wieder kommen

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Ein bunt blühender Garten ist der Traum vieler Gartenbesitzer:innen. Viele verbinden ein buntes Paradies jedoch mit viel Arbeit und Aufwand. Deshalb heißt es heute “Gärtnern für Faule”. Denn mit der richtigen Pflanzenauswahl hast Du kaum Arbeit und kannst deinen Blütentraum vom Liegestuhl aus genießen.

Ich stelle Dir heute 15 Stauden und tolle Blumen vor, die wenig Arbeit machen und im Falle der Stauden mit den Jahren immer prächtiger werden. Sie verzaubern den Garten und bringen buntes Cottage Garden Flair. Außerdem sorgen sie beinahe rund ums Jahr für bunte Farbtupfer in Deinen Beeten und Rabatten.

Tipps vorab – worauf Du beim Gärtnern für Faule achten solltest:

Wichtig, damit Dein easy peasy Blütentraum wahr werden kann: Auch Pflanzen haben Bedürfnisse und diese sollten nicht ignoriert werden. Beachte bei der Planung Deiner Beete und Rabatten daher immer die besonderen Ansprüche der jeweiligen Blumen bzw. Stauden:

Standort: Wo fühlt sich die Pflanze am wohlsten? Mag sie einen sauren Boden, viel Licht, wenig Licht, volle Sonne oder eher Schatten? Verträgt die Pflanze Staunässe oder steht sie lieber trocken? Wie viel und womit solltest Du düngen und wie gut kommt die Pflanze durch (kalte) Winter und heiße, trockene Sommer?

Wenn Du diese Punkte beachtest, dann belohnen dich Deine neuen Mitbewohner mit jeder Menge frischer und bunter Blüten – Jahr für Jahr und fast ohne Arbeit.

Auf diese pflegeleichten Stauden und Blumen solltest Du in Deinem Garten auf keinen Fall verzichten:

Die Ersten im Jahr

  • Christ- und Lenzrosen: Bei der Christrose ist der Name Programm, denn sie blüht häufig schon rund um Weihnachten. Die Lenzrosen starten Ende Januar / Anfang Februar durch. Machen musst Du nichts. Sie kommen von allein, lediglich die verblühten Blätter kommen weg, sobald sich die ersten neuen Spitzen aus der Erde schieben. Bei den Lenzrosen kommen die Blätter, sobald die Blüten beginnen zu welken. Die Blätter bleiben bis weit in den Winter grün und schmücken das Beet.
  • Zwiebelige Frühblüher: Mit den Schneeglöckchen und Winterlingen beginnt der Zwiebelblumen-Reigen. Krokusse, Narzissen, Tulpen, Blausternchen, Hasenglöckchen und so weiter strecken nur wenig später ihre Köpfchen aus dem Boden. Damit ihr die bunte Pracht im kommenden Jahr genießen könnt, setzt euch jetzt schon einen Reminder, denn die Zwiebeln wollen im (Spät-)Herbst in die Erde! Außer in die Erde setzen, ist weiter nichts zu tun, es sei denn, Du erträgst die welken Blätter nicht. Grundsätzlich solltest Du die Überreste jedoch im Beet belassen, da die Zwiebelblüher ihre Kraftreserven fürs kommende Jahr aus den alten Blättern ziehen.

Bunter Frühling und Sommer

  • (Stauden-)Pfingstrosen: Rund um Pfingsten also von Mai bis Juni ist die große Zeit der Pfingstrosen. Die grandiosen Blüten sind einfach zauberhaft und nach der Blüte bleibt Dein Beet Dank der Blätter weiterhin schön grün. Aufwand: Im zeitigen Frühjahr müssen Stauden-Pfingstrosen eine handbreit über dem Boden zurückgeschnitten werden und vor der Blüte solltest Du unbedingt an eine Stütze denken, damit die Pracht nicht abknickt. Achtung: Nicht mit Strauch-Pfingstrosen verwechseln, diese erwarten eine andere Pflege!
  • Flockenblumen: Die sind einfach nur herrlich unkompliziert und bestechen durch ein schickes Blau im saftigen Grün. Bei uns kommen sie wild, versamen sich fleißig und ich entdecke laufend neue Grüppchen im Garten. Sie neigen (zumindest bei mir) zu Läusen, dann schneide ich sie radikal runter. Meist belohnen sie den Rückschnitt mit einer zweiten Blüte.
  • Steppensalbei*: Auch so ein einfacher Geselle. Wer sich mit einer einmaligen Blüte zufrieden gibt, schneidet den Steppensalbei im zeitigen Frühjahr zurück. Wer eine zweite Blüte möchte, schneidet ihn direkt nach der ersten Blüte um ca. 1/3 zurück und düngt ein wenig. Einige Wochen später erscheint dann die zweite Blütenpracht.
  • Akelei: Hach, die haben es mir so richtig angetan. So wunderbar filigran und zierlich! Akeleien scheinen über den Rabatten zu schweben und sind einfach ein Traum. Und machen keine Arbeit. Ich lass sie bis im Herbst stehen, schüttle die Samen überall dort raus, wo ich kommendes Jahr welche haben möchte. Ansonsten vermehren sich diese Zweijährigen von allein.
  • Taglilie: Erst konnte ich der Taglilie nichts abgewinnen, aber nun ist die Liebe da. Die Blüten sind zwar nur einen Tag geöffnet, dafür kommen laufend neue und tun muss man eigentlich nichts. Je nach Ausuferungsgrad kann man sie alle paar Jahre teilen, aber das empfiehlt sich ja bei den meisten Stauden.
  • Phlox: Zum Phlox kann ich noch gar nicht viel erzählen – er ist frisch gepflanzt. Aber ich finde ihn wunderschön und freue mich schon heute auf die erste Blüte. Auch hier beschränkt sich der Arbeitsaufwand auf den Rückschnitt im Frühjahr und ein evtl. Teilen nach einigen Jahren. Und: Stütze nicht vergessen!
  • Scheinsonnenhut: Siehe Phlox 🙂

Späte Blüte bis weit in den Herbst

  • Fetthenne: Blüht wunderschön im späten Sommer bis weit in den Herbst und ist wichtige Futterquelle für Insekten. Ende Mai mach ich hier einen Chelsea Chop, damit sie nicht auseinanderbricht. Ansonsten ist nur der Rückschnitt im zeitigen Frühjahr angesagt.
  • Herbstastern: Auch sie sind wirklich unkompliziert. Pflanzen, an den Blüten erfreuen, Rückschnitt im Frühjahr und alle paar Jahre Teilen. Fertig.

Essbar, apart und unkompliziert: Kräuter

  • Salbei: Wie der Ziersalbei auch, ist auch der “echte” Salbei einfach zufriedenzustellen. Ein leichter Rückschnitt im Frühjahr und er treibt wieder munter aus.
  • Rosmarin*: Einmal gepflanzt und gut ist. Gut eingewurzelt kann beim Rosmarin fast nichts schief gehen.
  • Lavendel:* Nach der Blüte kommen die verwelkten Blüten ab und im Spätsommer kürze ich ihn runter. Ich schneide auch eine frühe Blüte komplett ab und werde dann immer wieder mit neuen Blüten überrascht.
  • Thymian*: Hier erfolgt der Rückschnitt bei mir v.a. durch die laufende Ernte. Wenn er zu verholzen droht, kürze ich etwas radikaler, ansonsten lasse ich ihn in Ruhe.

Was Du grundsätzlich bei den mediterranen Kräutern beachten solltest, v.a. wenn Du in den raueren Gegenden Deutschlands wohnst, ist ein ausreichender Schutz im Winter.

Je nachdem macht es auch Sinn, die Schätze auszugraben oder grundsätzlich im Topf zu ziehen und im Winter ins Haus zu nehmen. Bei mir hier im Südwesten hat bei den eingepflanzten bisher eine gute Laubschicht ausgereicht. Der Rosmarin im Topf jedoch hat diesen Winter sehr gelitten. Trotz dickem Winterfell.

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Gärtnern für Faule: Ein Tipp zum Schluss

Viele ein- und zweijährige Sommerblumen erscheinen auf den ersten Blick pflegeintensiver als Stauden. Man muss immer wieder neu säen und schauen, wo man die Schönheiten platziert. Aber: Viele von ihnen versamen sich zuverlässig von selbst und überraschen einen so jedes Jahr an neuen Standorten.

Bei uns wachsen dieses Jahr unglaublich viele Margeriten und die Mohnsamen*, die ich im zeitigen Frühjahr ziemlich wild ausgestreut hab, zeigen überall kleine Pflänzchen, die dann (leider erst) im nächsten Jahr blühen werden und sich dann weiterverbreiten dürfen.

Patagonisches Eisenkraut, Cosmeen, Bartnelken, Löwenmäulchen* usw. habe ich dieses Jahr vorgezogen und ich hoffe, dass sie sich so wohl fühlen, dass sie 2022 ganz von alleine wieder erblühen 🙂

Fazit: Ein schöner Garten kann so einfach sein

Du siehst: Einfacher geht es kaum. Bei den meisten hier aufgelisteten Stauden, genügt der Rückschnitt im zeitigen Frühjahr und die meisten Blumen sind vollauf zufrieden, wenn Du dir regelmäßig einen schönen Strauß machst und ein wenig beim versamen hilfst.

Und nun: Auf in den Liegestuhl oder die Hängematte. Genieß die bunte Blütenpracht und lass die Seele baumeln. Tut gut. Versprochen.

Nachtrag: Ich verlinke noch zu Wolfgang und Loretta zur Gartenwonne-Sommerglück-Linkparty. Da gibt es sooo viele schöne Bilder aus traumhaften Gärten zu bewundern.

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