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Nachhaltigkeit und Nähen – ein perfect Match?*

Wie nachhaltig ist es eigentlich, sich seine eigene Kleidung zu nähen? Stimmt es, dass Nähen ein nachhaltiges Hobby ist? Das Thema Nachhaltigkeit ist auf jeden Fall in aller Munde, nicht nur bei uns Hobby-Näherinnen. Doch gerade wir können einiges dafür tun, Mode und Nachhaltigkeit ein Stückchen enger zusammenrücken zu lassen.

Inspiriert von einer aktuellen Podcast-Episode von Meike von Crafteln sowie vom November-MMM-Beitrag von Twill & Heftstich sowie einigen Insta-Posts, habe ich mir meine eigenen Gedanken zu Nachhaltigkeit und Nähen gemacht. Vorweg: Ich möchte hier nicht mit dem Zeigefinger auf jemanden zeigen und ich möchte auch nicht mahnend rüberkommen, sondern vielmehr zum Nachdenken anregen. Denn ich weiß eines ganz genau: Ich muss vor allem bei mir selbst anfangen. Und zwar ganz schnell.

Nachhaltigkeit – ein facettenreicher Begriff

Lange habe ich mir überlegt, wie ich diesen Beitrag starten könnte – womit? Welche Richtung soll der Beitrag erhalten? Das Thema Nachhaltigkeit und Nähen ist so vielschichtig – wo soll ich anfangen und wo aufhören?

Am meisten beschäftigt mich persönlich der Aspekt “voller Kleiderschrank”. Ein Kleiderschrank mit viel zu viel Inhalt, denn da fühle ich mich direkt ertappt.

Doch da sind auch noch andere Aspekte, die unbedingt erwähnt werden müssen:

Die Stoffproduktion

Zum einen der Aspekt der Stoffproduktion – beginnend beim Anbau von z.B. Baumwolle oder den Zuchtbedingungen von „wolle-produzierenden“ Tieren bis hin zu den chemischen Prozessen, die bei der Herstellung von z.B. (stonewashed) Jeans verwendet werden. Allein für die Produktion einer einzigen Jeans benötigt es 7.000 Liter Wasser! (Greenpeace-Studie, siehe Link unten) Da liegt Vieles im Argen und mit der Wahl der richtigen Stoffe können wir „Selber-Näherinnen“ schon mal einiges beeinflussen. Beim Kauf von Kleidung kann ebenfalls darauf geachtet werden, ob das Material den eigenen Nachhaltigkeits-Werten entspricht. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich hier noch so gar nicht konsequent bin. Da muss ich eindeutig an mir arbeiten.

Die Langlebigkeit

Zum anderen gibt es den Aspekt der Langlebigkeit von Kleidung. Viele Kleidungsstücke sind heutzutage zur Wegwerfware verkommen. Billig produziert, billig gekauft und schnell abgerockt. Manuela von Twill & Heftstich hat geschrieben (auf Basis eigener Recherche), dass ein Kleidungsstück dann als nachhaltig gilt, wenn es 30mal getragen wurde. Das finde ich eine gute Hausnummer, um mal im Kopf den eigenen Schrank und die einzelnen Teile durchzugehen. Auch hier haben wir Verbraucher:innen es selbst in der Hand: Ein qualitativ hochwertiges Ausgangsprodukt und eine gute Verarbeitung sind der Grundstein für ein neues Lieblingsteil, das uns lange begleitet.

Der volle Kleiderschrank

Jeder Erwachsene in Deutschland nennt durchschnittlich 95 Kleidungsstücke sein eigen – Frauen einige mehr als Männer. Jeder Dritte besitzt zwischen 100 und 300 Kleidungsstücken. Das macht mehr als 5,2 Milliarden Kleidungsstücke nur in Deutschland, so das Ergebnis einer Umfrage von Greenpeace. Ganz schön viel. Wenn wir uns jetzt noch überlegen, wie viele dieser Kleidungsstücke kaum oder nur wenig getragen werden und dann auf dem großen Müllberg landen, erahnt man, wie groß das Problem Fast Fashion und Wegwerfkleidung tatsächlich sind: Jedes fünfte Kleidungsstück wird laut Greenpeace so gut wie nie getragen. Harte Zahlen, harte Fakten.

Nachhaltigkeit und Nähen: Mit Augenmaß, um den vollen Kleiderschrank zu vermeiden.
Weniger ist manchmal mehr – Minimalismus liegt zwar im Trend, doch gerade vor dem Kleiderschrank ist es oftmals nur ein frommer Wunsch.

Warum sind die Kleiderschränke so voll?

Ich selbst war und bin keine Shopping-Queen. Und dennoch kann ich die Gründe für die vollen Kleiderschränke (und meinen insbesondere) gut nachvollziehen:

  1. Da sind all die Kleidungsstücke, die man nur für bestimmte Anlässe kauft. Einmal, maximal zweimal getragen und dann hängen sie da und hängen und hängen und hängen und warten auf einen neuen Einsatz, der allzu oft nie kommt.
  2. Die Dauerpräsenz der aktuellsten Trends und Must-haves. Ständige Verführung und stetige Neuerfindung der Modeindustrie. 24 neue Kollektionen/Jahr sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Der Anreiz, immer das Neueste zu besitzen und immer up-to-date zu sein, beflügelt die Kauflust einer verwöhnten Luxus-Gesellschaft, die in allen Bereichen im Überfluss lebt.
  3. Ramschpreise für Kleidung – Sonderangebote und Aktionen wohin das Auge blickt. Kauf hier mit Rabatt X, nimm hier das Mega-Schnäppchen Y und schwups, liegen wieder neue verheißungsvolle Teile im Schrank. (Zugegeben: Wenn diese Teile dann zwei- bis dreimal getragen sind, wandern sie vom Schrank gerne in die Tonne… Nachhaltigkeit geht anders. Oder sie liegen einfach ungetragen im Schrank.)
  4. Bei den Selber-Näher:innen: „Nähmaschinen-Flitzer“ hier, „Gewinnspiel-Nähen“ dort, neues „superduper, muss ich haben Schnittmuster“ hier, der „tollste Stoff allerzeiten“ dort. Und schon stapeln sich die Stoffe im Regal, die Näh-Projekte unter der Nadel und die fertigen Teile im Schrank.

So wächst der Stapel stetig. Ungebremst. Irgendwo findet sich doch immer noch ein Plätzchen im Schrank. Da mag dieser noch so klein sein. Kein Wunder, dass ca. 40% aller Kleidungsstücke ungetragen in deutschen Schränken hängen und liegen.

Ehrlich währt am längsten: Ich zähl nach

Und da dachte ich mir: Jetzt bin ich neugierig, jetzt will ich es wissen. Augen zu und durch: Ich zähl nach.

Ergebnis: Erschreckend. Ich lass ab sofort die Nähmaschine im Regal, “entfolge” allen Näh-Accounts im WWW und schaue nie nie nie mehr in einen Stoff- oder Schnittmuster-Shop rein – geschweige denn in ein Mode-Geschäft.

Ich kam tatsächlich auf sage und schreibe 174(!!!!) Kleidungsstücke:

  • 27 Tops
  • 23 T-Shirts
  • 21 Longsleeves
  • 5 Blusen
  • 9 Blazer (nur noch 8 – einen habe ich tatsächlich gerade verkauft über Vinted. Yes, she can!)
  • 6 Cardigans / Strickjacken
  • 20 Pullover
  • 24 lange Hosen
  • 10 kurze und 3/4 lange Hosen
  • 9 Röcke
  • 16 Kleider
  • 14 Jacken und Mäntel

Und da sind die Nachtwäsche, Bademode, Socken, Strumpfhosen, Leggins, Sportbekleidung und Jogginghosen noch gar nicht mitgerechnet.

Ich bin schockiert. Ich gehöre also eindeutig zu diesem „Drittel“ mit 100-300 Kleidungsstücken. Mist.

Aber: Bringt nichts, jetzt muss ich das Beste daraus machen. Immerhin beschäftige ich mich damit, immerhin hab ich vor einem Jahr angefangen, der Modeindustrie ein stückweit den Rücken zu kehren und nähe seitdem fast alles selbst und bewusst.

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Ist denn Nähen so nachhaltig?

Sagen wir mal so: Die eigene Kleidung selbst zu Nähen, kann definitiv nachhaltig sein. Es kann aber genauso gut „Fast Fashion“ sein, genau wie bei Pri… und …&mmm gekauft. Auch beim selber Nähen kommt es am Ende auf das WIE und noch mehr auf das wieVIEL an.

Einen aus meiner Sicht sehr sehr positiven Aspekt hat das Nähen aber auf jeden Fall: Man lernt den Wert von Kleidung schätzen.

Denn selbst wenn der Stoff günstig und der Schnitt im besten Falle kostenlos sein mögen, benötigt es doch viel Zeit, Geduld und auch Akribie, um ein schönes Kleidungsstück entstehen zu lassen. Selbstgenähte Kleidung kann kaum in einen „Preis“ umgerechnet werden, da dieser immer sehr hoch wäre. Das Schnittduett hatte hierzu mal eine schöne Podcast-Episode (#6) veröffentlicht, die ich euch sehr ans Herz lege.

Wie kommen wir da wieder raus? Wie bringen wir Nachhaltigkeit und Nähen unter einen Hut?

Das mein Kleiderschrank viel zu voll ist, weiß ich schon lange. Das die Masse verkleinert werden muss, ebenfalls. Ich bin dran. Kaufkleidung vermeide ich zu großen Teilen, ich miste viel aus und versuche gute Kleidungsstücke konsequent zu verkaufen oder zu verschenken.

Mein Ausmist-Stapel des heutigen Tages. Ein bunter Haufen Kleidung und ein Schritt in Richtung „nachhaltiger, sinnvoller Kleiderschrank“
Mein Ausmist-Stapel des heutigen Tages… wie kamen eigentlich die 5 schwarzen Stoffhosen mit Bügelfalten in meinen Schrank? Die Erkenntnis: Raus aus dem Schrank und in Kisten verpackt befreit ungemein.
Drei Stapel aussortierter Kleidung: Verschenken, verkaufen, umarbeiten
Aus einem großen werden drei kleinere Stapel: Links: Möchte ich verkaufen; Rechts: kommt in die Verschenke-Kiste; Vorne: Wie könnte ich die Jacke retten? Leider klappt der Kragen beim Tragen immer auf. Ich überlege, den Kragen von Hand etwas anzunähen, um das Aufklappen zu verhindern. Mal schauen, ob das klappt, wenn nicht, möchte ich zumindest den traumhaften Stoff recyceln.

Aber warum noch Kleidung nähen? Scheinbar ist doch alles da? Was können wir Selber-Näher:innen tun für mehr Nachhaltigkeit rund um unser Hobby?

  1. Nähen mit Augenmaß. Lieber ein aufwendigeres Teil als fünf bis zehn „Nähmaschinen-Flitzer“. Ich bin manchmal echt erstaunt, wenn ich auf manchen Instagram-Accounts beinahe täglich neue Näh-Meisterwerke entdecke. Selbst wenn nur jeden zweiten Tag ein neues Kleidungsstück entsteht, sind das im Laufe eines Jahres mehr als 175 Teile! Also einmal mein Kleiderschrank. Wann werden diese Teile alle getragen?
  2. „Näh deinen Stil“ – um es mit den Worten von Elle Puls zu sagen. Näh die Kleidung, die Dir wirklich steht und nicht die Teile, die zwar an anderen gut aussehen, dich selbst aber nicht zum Strahlen bringen. Kleine Sneak Peak: Meinen persönlichen Erfahrungsbericht zum „Näh deinen Stil Club“ findest Du demnächst hier an dieser Stelle 😉
  3. Nähe planvoll. Überlege zu Beginn jeder Saison, was Du tatsächlich für neue Kleidungsstücke benötigst und was bereits vorhanden ist. Was fehlt, um neue Kombinationen ausprobieren zu können und Deine vorhandene Garderobe zu bereichern? Gestalte kleine persönliche Kollektionen voller Lieblingsstücke. Evtl. Bringt dich das Konzept der Capsule Wardrobe weiter.
  4. Augen auf bei der Stoffauswahl. Achte auf Nachhaltigkeits-Label. Achte auf die Qualität der Stoffe. Wer billig kauft, kauft zweimal – das gilt auch für den Stoffkauf.
  5. Projekt-basierter Einkauf: Klingt irgendwie sehr verkopft, gemeint ist aber nur, dass Du nicht blind Stoffe, Bänder, Knöpfe, Reißverschlüsse etc. einkaufen solltest, sondern immer zu jedem neuen Näh-Projekt die dafür benötigten Utensilien und Stoffe. So reduziert sich der Stoff-Stapel in Deinem Nähzimmer bzw. Stoffregal; zumindest wächst er nicht weiter. Dein Stoff-Stapel ist riesig? Dann übe dich doch mal im Stoffabbau.
  6. Wähle die richtige Größe und passe das Schnittmuster bestmöglich auf dich an. Nimm richtig Maß und achte auf die Mehrweite eines Schnittmusters. Ein perfekt sitzendes Kleidungsstück wirst Du auch gerne und oft tragen. Ich verweise an dieser Stelle gerne an Meike von crafteln.
  7. Recycling, Upcycling und Refashion. Wer, wenn nicht wir, kann kaputte Kleidung reparieren, zu eng gewordene Teile dezent vergrößern oder mit etwas Kreativität zu neuen Lieblingsstücken werden lassen?
  8. Wie wäre es mit einer kleinen Challenge? Wir machen eine „12Monate, 12 Teile Challenge“: Im kommenden Jahr wandern nur 12 neue selbstgenähte Lieblinge im Schrank. Jeden Monat ein neues, perfekt zu Dir passendes Kleidungsstück, dass Deine vorhandene Garderobe bereichert. Hättest Du Lust? Schreib es mir in die Kommentare – dann gehen wir gemeinsam ans Werk und nähen im kommenden Jahr gemeinsam unter #12monate12teile

So, ihr Lieben, ich muss wieder an meinen Schrank und weiter misten, aussortieren, wieder entdecken, neu kombinieren und Lücken schließen.

Lass mir doch Deine Gedanken zur Nachhaltigkeit und Nähen da – ich freu mich über jeden Kommentar. I

Und wenn Du noch mehr Lesen möchtest, empfehle ich Dir den Beitrag „Nähen zur Entschleunigung“. Dich interessiert das Thema Minimalismus? Dann geht’s für dich hier weiter. Viel Spaß beim Lesen!

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#Nähenfürmich: Warum ich mir meine eigene Kleidung nähe

Was ist da eigentlich passiert? Wie kommt es, dass ich mir meine eigene Kleidung nähe? #Nähenfürmich war bis Mitte 2020 nie ein Thema. Ich hatte Spaß daran, den Kleidung für die Kinder zu nähen, über den Stoffmarkt zu schlendern, online nach Kinderstoffen zu stöbern und auf Pinterest die besten und einfachsten Schnitte (für Kinder) ausfindig zu machen. Aber wie kam es dazu, dass ich mir meine eigene Kleidung nähe?

Warum nähe ich mir jetzt meine eigene Kleidung?

Im Rückblick gab es drei Schlüsselmomente.

Moment 1: Corona und die Schließung des Einzelhandels

Meine Mutter arbeitete bis März 2020 in einer kleinen Modeboutique bei uns im Ort. Dort werden bekannte Modemarken verkauft, die auch zu mir und meinem Stil (klassisch mit sportlichem Touch, wenig verspielt) immer passten. Da Mama und ich eine ähnliche Kleidergröße tragen und sie angehalten war, die ständigen Kollektionswechsel der Modefirmen mitzuspielen, standen bei mir regelmßig Kleiderkisten vor der Tür. Kisten mit kaum bis selten getragener Kleidung, die bis auf wenige Ausnahmen zu mir passten. Der Schrank war (und ist immer noch) randvoll mit Kleidung. Über Kleider-Shopping musste ich mir folglich nie Gedanken machen. Was ein Glück, denn Spaß hatte ich am klassischen Shopping noch nie. Mit Corona und dem Lockdown hat sich meine Mutter nun in ihren mehr als verdienten Ruhestand verabschiedet und meine Kleidungs-Quelle ist versiegt.

Moment 2: Der volle Schrank und herausragende Podcasts und Bloggerinnen

Im ersten Moment dachte ich “Oh Mist, wo bekomm ich denn jetzt neue Kleidung her?”. Abgelöst von dem Gedanken: “Vielleicht gibt es dann endlich etwas mehr Platz im Schrank” (jaja, ich weiß schon, das ist eher so eine Utopie). Und dannoch ließ mich auch das Thema Nachhaltigkeit nicht los.

Zur gleichen Zeit begann ich, Podcasts rund ums Nähen anzuhören. Und da ging es nicht mehr ums Nähen für Kinder, sondern ums Nähen für Frauen und auch um die Themen Nachhaltigkeit, die kritische Sicht auf die Modeindustrie und Capsule Wardrobe.

Moment 3: Greta, +24 Kollektionen im Jahr und die Sache mit der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – ein Wort, das mich mittlerweile immer häufiger zum Nachdenken über das allgemeine Konsumverhalten und auch den eigenen Konsum bringt. Meine bisherigen Bemühungen würde ich auch genauso betiteln: “Sie war bemüht”. Nicht mehr, manchmal eher weniger.

Doch spätestens mit Greta Thunberg verändert sich das Bewusstsein. Einen kleinen Beitrag kann schließlich jeder leisten. Da das Thema Nachhaltigkeit auch in den Näh-Blogs und Podcasts – gerade bei Elle Puls – immer wieder angesprochen wird, die Tatsache, das 40% ungetragene Kleidung in deutschen Kleiderschränken hängt und liegt und der ganze Bereich der Fast Fashion machten einen bisher undenkbaren Gedanken immer sympathischer:

Die Idee, ich könnte mir doch selber auch mal etwas nähen. Etwas nähen, das meinen Stil widerspiegelt, das zu mir passt und das nicht allzu schnell aussortiert und in den Altkleider-Container fliegt.

Ein Traum-Stöffchen – was daraus wohl geworden ist?

Der Start: Aller Anfang ist schwer

Aber wie anfangen? Was wäre ein geeignetes erstes Projekt? Etwas, das simpel genug ist, dass es sicher klappt, und so gut aussieht, dass ich es sofort tragen kann.

Mein erster Gedanke: Ich nähe mir Kofferröcke für den Sommer. So luftige Röckchen, die nicht knittern und im Grunde aus einem Vorder- und einem Rückteil mit Bund bestehen.

Das Problem: Es war Herbst und ich wollte ja etwas haben, dass ich sofort zeigen konnte. Also musste es ein Nähprojekt für den Herbst/Winter sein. Mit Hoodies für die Kinder hatte ich schon gute Erfahrungen gemacht, weshalb der Plan schnell feststand: Ein Hoody-Sweat-Kleid. Gemütlich, praktisch, macht aber auch im Homeoffice was her.

Genäht habe ich nach diesem kostenlosen Schnitt von Snaply.* Der Stoff ist ein French Terry von Stoffe Hemmers. Ich war und bin ganz schön stolz auf mein farbenfrohes Kleid, auch wenn die Umsetzung noch nicht perfekt ist. Insgesamt ist es im Schulter- und Rückenbereich etwas zu groß geraten und auch das breite Saumbündchen würde ich beim nächsten Mal kürzen oder komplett weglassen. Aber ich trage mein Hoodie-Kleid total gern und freue mich auf weitere Projekte. Ein erster Pulli ist mittlerweile auch entstanden in Tunika-Länge. Dazu aber ein andermal mehr.

Noch bissel ungewohnt, dieses Foto-Shooting.
Mein super gemütliches Hoodie-Kleid.

#Nähenfürmich: Wie geht es jetzt weiter?

Der Näh deinen Stil Podcast von Elle Puls bringt aktuell das Thema “Stil- und Farbenfindung” aufs Tablett. Damit habe ich mich ehrlich gesagt noch nie beschäftigt, aber momentan bin ich Feuer und Flamme für das Thema. Denn bei Stoffen für die Kinder werde ich immer sofort fündig. Als ich mich aber auf die Suche nach Stoffen für mich gemacht hab, wuchs die Unsicherheit.

Plötzlich standen Fragen im Raum wie: Ist die Stoffart überhaupt für den gewünschten Schnitt die richtige? Passt der Stoff tatsächlich zu mir? Passt die Farbe? Passt das Muster? Diesen Fragen versuche ich gerade auf den Grund zu gehen und taste mich Stück für Stück ran.

Neben dem “richtigen” Stoff kommt so nach und nach noch ein weiteres Thema auf: Der richtige Schnitt und das Anpassen von Schnitten vor und während dem Nähen.

Ich bin angefixed und gespannt, wie sich das Nähen für mich selbst weiterentwickelt. Es gibt jedenfalls noch sehr viel zu lernen und zu entdecken und vor allem: Sooooo viel zu nähen.

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Gartenplanung für den Gemüsegarten – auf geht’s 2021

2020 mag noch nicht vorbei sein, bei mir stehen die Zeichen aber bereits auf 2021. Zumindest wenn ich an den Garten denke. Denn ich steck schon mitten drin in der Gartenplanung für den Gemüsegarten.

Nach den ersten zaghaften Anfängen mit einem Hochbeet in diesem Jahr, möchten wir (respektive ich) in der kommenden Saison einen kleinen Gemüsegarten anlegen. Schon den ganzen Sommer überlege ich, was alles bei mir wachsen und gedeihen könnte und wie toll es wäre, uns mit dem Gemüse aus dem eigenen Garten zumindest zu einem Großteil selbst versorgen zu können.

Einen großen Anteil an diesem Vorhaben hat übrigens Marie vom Blog und Youtube-Kanal Wurzelwerk.net.* Hier hab ich schon sooo viele Beiträge gelesen und mir ein kleines Grundwissen erarbeitet, mit dem ich es hoffentlich schaffe, im kommenden Jahr eine gute Ernte einzufahren. Bereits in diesem Jahr hab ich viele Tipps und Anregungen aus Maries Blog übernommen und das werde ich auch fortsetzen.

Gartenplanung für den Gemüsegarten
Es wächst und gedeiht – 2021 nicht nur im Hochbeet, sondern auch im neuen Gemüsebeet.

So planst Du Deinen Gemüsegarten

Auch wenn ich noch keine Garten-Expertin bin, möchte ich dich trotzdem an meinem Vorgehen teilhaben lassen. Vielleicht bekommst Du ja auch Lust auf Dein eigenes Gemüse 😉 Hier zeig ich Dir, wie ich Schritt für Schritt bei der Gartenplanung für den Gemüsegarten vorgehe.

  1. Einen Platz für Deinen Gemüsegarten finden: Lege fest, wo sich Dein Gemüsegarten befinden soll und wie groß er werden soll. Wichtig ist vor allem viel Sonne.
  2. Lesen, lesen, weiterbilden: Ich hab wirklich sehr viele Blogbeiträge, Pins, Mein schöner Garten-Artikel und Videos angeschaut, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ich mein eigenes Gemüse möglichst nachhaltig anbauen kann.
  3. Mischkultur, Fruchtwechsel und Fruchtfolge verstehen: Informiere dich ausführlich über diese Themen, denn sie sind – so zumindest meine Wahrnehmung – essentiell für eine erfolgreiche Ernte und gesunde Früchte.
  4. Gemüsesorten auswählen: Überlege Dir, was Du anbauen und ernten möchtest. Schreibe Dir alles auf und informiere dich über die einzelnen Sorten. Sind es Schwach-/Mittel-/Starkzehrer? Gibt es gute/schlechte Nachbarn? Haben die Pflanzen besondere Ansprüche? Wie hoch werden die Pflanzen?
  5. Gruppen bilden: Bilde aus den von dir gewünschten Gemüsesorten kleine Gruppen – Schwachzehrer zu Schwachzehrer, Mittel- zu Mittelzehrer und Stark- zu Starkzehrer. Innerhalb dieser Blöcke: Gute und schlechte Nachbarn zusammenpacken.
  6. Samen bestellen: Das war für mich ein ganz toller Moment. Ich habe den Bingenheimer Saatgut Katalog* durchgeblättert und dort nach Herzenslust Samen herausgesucht und dann online bestellt. Was mir wichtig war: Ich möchte wissen, was ich anbaue. Bio war mir wichtig und kein F1 Hybrid-Saatgut. Das ist natürlich Dir überlassen, ob Du im Gartencenter oder Baumarkt oder aber bei Bio-Anbietern die Samen für Deinen Gemüsegarten besorgst. Oder auch, ob Du vorgezogene Pflanzen bevorzugst.
  7. Anbauplan erstellen: Die Fläche ist klar, die Pflanzen ausgesucht. Nun fehlt noch ein Plan, wie Du die Gemüsesorten in Deinem Beet anordnest. Zuerst habe ich mein Beet in 4 gleich große Flächen eingeteilt: Eine für Schwach-, eine für Mittel-, eine für Starkzehrer und eine, die nicht mit Gemüse, sondern mit einer Gründungung bepflanzt wird. Bei mir werde ich hier Kartoffeln pflanzen zur Beetvorbereitung. Dann hab ich die bereits gebildeten Gruppen entsprechend ihrer Vorlieben auf diesen Flächen angeordnet. Ich muss gestehen, dass war/ist echt nicht einfach und es war ein großes Puzzle, das zusammengesetzt werden wollte – sie das Headerbild, da siehst Du all meine Aufschriebe.
  8. Das Beet vorbereiten: Marie von Wurzelwerk hat hierfür eine Methode, die sich echt klasse anhört – mit Pappe und viel Kompost, ohne Umgraben. Bei uns wird das leider nicht funktionieren, da wir den Gemüsegarten in einer Ecke planen, die bisher mit Thuja-Hecken bewachsen war. Daher heißt es: Wurzeln ausgraben, umgraben, Boden lockern und aufwerten.
  9. Materialien besorgen: Was benötigst Du außer den Samen oder den Setzlingen? Dünger, Gartenwerkzeug, Beetumrandung, Schutzvlies, Schneckenschutz… Einmal zum Gartencenter und es kann losgehen.
  10. Gemüse vorziehen: Wann Du welche Gemüse vorziehen solltest, kannst Du immer der Samenpackung entnehmen. Ob Du vorziehen möchtest oder direkt ins Beet säen möchtest, hängt von Deinen Vorlieben ab. Ich werde es mit einigen Gemüsesorten auf jeden Fall machen. Schon allein, damit die Vögel und Schnecken einem richtigen Aufgehen und Anwachsen nicht zuvorkommen.

Und nun viel Spaß beim Kataloge durchwühlen, lesen, planen und gestalten Deines Gemüsegartens für 2021.

Hast Du noch weitere Tipps, die man bei der Gartenplanung für den Gemüsegarten beachten sollte? Schreib es uns in die Kommentare!

*Bitte beachten: Ich kennzeichne diese Links als Werbung, da er auf eine Seite mit Onlineshops bzw. kostenpflichtigen Angeboten verweist. Ich erhalte allerdings nichts für diese Links und verlinke nur auf Seiten, die ich für spannend und inspirierend halte.

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