Schlagwort: nähen lernen

Wilde Wickelei: Das Kielo Wrap Dress*

Die Näherei kam im März ein bisschen kurz – das Wetter war einfach zuuu schön und der Garten zu verführerisch. Da wurde wild gewerkelt, gezupft, gesät, geschnitten und herausgeputzt. Beitrag folgt. Aber ein lange geplantes Projekt habe ich dennoch umgesetzt:

Das Kielo Wrap Dress. Mein Kielo Wrap Dress.

Für die Damen vom MeMadeMittwoch ein alter Hase oder schöner, eine alte Bekannte, denn der Schnitt hat bereits ein paar Jahre auf dem Buckel und wurde schon von vielen Hobby-Näherinnen hoch und runter genäht.

Aufgrund des Wetters hat das Kleid erst vergangene Woche einen ordentlichen Saum und Armbündchen bekommen… weshalb es statt Bildern in strahlender Frühlingssonne jetzt fast Bilder aus dem Schnee gegeben hätte. Zum Glück kam am Montag dann doch nochmal die Sonne raus. Brrrr war es trotzdem…

Kaltes Wickelkleid Shooting mit Jeansjacke
Shooting-Auftakt mit Jeansjacke…
Kielo Wrap Dress mit Jeansjacke
…gar keine schlechte Kombi.

Hier wie immer erstmal der Projekt-Überblick:

Schnitt: Kielo Wrap Dress von Named Patterns
Stoff: Viskose-Jersey, gekauft bei The Couture (nicht mehr verfügbar) und eingefärbt

Der Schnitt für Kleid und/oder Jumpsuit

Schnittmuster Kielo Wrap Dress und Jumpsuit von Named Patterns

Zum Schnitt muss ich vermutlich nicht viel sagen. Das Kielo Wrap Dress ist ein knöchellanges Wickelkleid, mit einer raffinierten Wickel-Methode. Die “Wickel-Bänder” kommen nicht durch gekreuzte Bänder im Ausschnitt zustande, sondern die Bänder sind an den Seiten, ca. Taillenhöhe, des Kleides angebracht. Dadurch wird das Kleid um die Taille gewickelt und man hat einen einfachen Rundhalsausschnitt.

Alternativ kann der Schnitt auch als Jumpsuit genäht werden. Der Ausschnitt sowie die Armausschnitte werden dann mit Belegen genäht.

Das Kleid/Jumpsuit ist wahlweise langarmig oder ärmellos.

Ich habe mich für die ärmellose Kleidversion mit Bündchen entschieden und das ganze auf Kniehöhe gekürzt, da ein enges langes Kleid wenig in meinen Alltag passt.

Zum Nähprozess gibt es nicht viel zu sagen… der Schnitt ist recht simpel und lässt sich daher auch mit der englischen Anleitung bestens bewältigen. Mit meinen Nähten bin ich nicht sehr zufrieden, da waren der rutschige Stoff und ich scheinbar nicht einer Meinung hinsichtlich Nadel und Fadenspannung. Aber das sieht man ja von außen nicht 😉

Der Stoff für das Kielo Wrap Dress

Der Stoff ist ein Viskose-Jersey, den ich bei The Couture gekauft habe. Leider ist er schon länger ausverkauft bzw. nicht mehr verfügbar. Der Stoff ist relativ schwer, ich bin daher gespannt, ob er sich beim Tragen auf Dauer sehr aushängen wird.

Ich hatte den Stoff letztes Frühjahr ziemlich planlos gekauft und daher waren auch nur 1,5 Meter da. Etwas wenig für das Kielo… ich musste daher ziemlich puzzeln bis alle Schnitt-Teile platziert waren. Die Bänder musste ich stückeln und etwas kürzen, was am Ende jedoch nicht mehr auffällt.

Experiment: Stoff färben

Nach meinem Ausflug in den Näh Deinen Stil Club im letzten Sommer habe ich ein paar Färbe-Versuche unternommen. Die ersten zwei Male habe ich Kleidungsstücke aus meinem Bestand umgefärbt und war mit dem Ergebnis richtig zufrieden. Verwendet hatte ich Simplicol Intensiv, einmal einen Petrol- und einmal einen Beeren-Ton. Alle Kleidungsstücke und die Waschmaschine hatten die Färberei super überstanden und die neuen Farben gefallen mir bis heute deutlich besser. Einige der gefärbten Teile wurden stetige Begleiter in diesem Winter.

Meinen ersten Versuch (unvernähten) Stoff zu färben, habe ich mit Simplicol Expert gewagt. Unter anderem habe ich den hier verwendeten Viskosejersey gefärbt. Der Stoff war vorher Naturweiß und die Punkte in einem Rostrot. Sorry, ich hab kein Foto vom Original gemacht.

Gefärbt habe ich mit einem Brombeer-Ton. Das Ergebnis ist nicht zu 100% zufriedenstellend. Zwar steht mir die Farbe in Kombination mit dem Muster so deutlich besser, aber… Die “Expert”-Version ist in Pulverform und Farbfixierer wird separat hinzugegeben. Leider hat das Pulver teilweise unschöne Schlieren und Streifen auf dem Stoff hinterlassen, zum Glück nur auf der linken Seite.

Noch schlimmer aber: Das Pulver scheint sich tief in die Maschine “reingefressen” zu haben und auch heute noch (gefühlt nach 20-30 weiteren Wäschen) kommt es vor, dass einzelne Wäscheteile leichte Farbspuren nach dem Waschen aufweisen. Sehr sehr ärgerlich.

Fazit zum Stoffe färben: Mit dem flüssigen Intensiv gerne wieder, Pulver kommt mir nicht mehr in die Maschine.

Kielo Wrap Dress und ich: Eine Frühlings- und Sommerliebe?

Wickelkleid Shooting bei winterlichen Temperaturen
Ohne Jacke ist es doch noch ganz schön frisch…
Vom Winde verweht im Kielo Wrap Dress, Wickelkleid
…und dann kam auch noch der Wind…
Kielo Wrap Dress mit Wickelung im Rücken.
…hinten gewickelt gefällt mir fast besser als vorne.

Das Kielo und ich werden, so sagt mir mein Bauch, ein gutes Team werden in den kommenden warmen Monaten. Das Kleid sitzt und passt und wird bestimmt ein toller Begleiter im Alltag, sowohl privat als auch im Büro. Mir gefällt auch, dass man das Kleid wahlweise vorne oder hinten, doppelt oder einfach wickeln kann. So kann ich je nach Tageslaune wickeln wie ich möchte.

Ich freu mich drauf und überlege schon, ob ich noch eine Webware-Version brauche…

Deshalb gebe ich jetzt ab zu den Kreativ-Damen auf dem MeMadeMittwoch-Laufsteg, wo heute Elke die Teilnehmerinnen heute in einer super schicken Long-Weste empfängt. Wie immer bedanke ich mich für die Inspiration und die Möglichkeit, in andere Nähzimmer zu schauen.

Noch mehr Selbstgenähtes

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Jetzt wird‘s kuschelig: Poncho Deluxe

Der November ist da und mit ihm zieht pünktlich so richtig mieses Wetter durchs Land. Genau deshalb wollte ich euch heute eigentlich meinen neuen Softshell-Mantel zeigen, aber ihm fehlt leider noch der Reißverschluss, weshalb ich die Präsentation auf den Dezember schieben muss. Dafür gibt es heute ein echtes Kuschel-Teil, das ich erst gar nicht zeigen wollte: Meinen Poncho Deluxe von Prülla.

Warum ich ihn nicht zeigen wollte?

a) weil es eigentlich ein sehr simples Teil ist und euch MeMadeMittwoch-Expertinnen kaum zumutbar;

b) weil ich immer noch nicht weiß, was ich davon halten soll;

c) weil ich – als Folge aus b) – noch nicht sicher bin, ob ich nicht alles wieder auftrenne und den Stoff anderweitig verarbeite.

Aber da uns bei einer Fahrt entlang des Bodensees eine wundervolle Herbststimmung begleitete, stoppten wir kurzerhand in Birnau für ein paar Fotos. MMM here I am!

Schnitt- und Stoffauswahl

Vorweg die Eckpunkte:

Schnittmuster: Freebook Poncho Deluxe von Prülla
Stoff: Strickstoff „Bene“ von Swafing (gekauft bei „Königreich der Stoffe“)*

Schnitt und Stoff für den Poncho Deluxe - optimal für einen kuscheligen Dauerbegleiter
Nähanleitung und Stoff – optimal für einen kuscheligen Dauerbegleiter

Über den Schnitt bin ich per Zufall gestolpert und war schnell überzeugt: Sieht kuschelig und gemütlich aus und dabei auch noch schick. Runtergeladen, ausgedruckt und los ging’s.

Naja – erstmal hab ich noch Stoff besorgt. In der Nähwelt kommt wohl kaum jemand um die Strickstoffe Bene und Bono von Swafing drum herum und so fand ein Bene in Petrol seinen Weg in mein Stofflager. Der Stoff ist wirklich super. Sooooooo unendlich weich und kuschelig. Richtig zum Wohlfühlen.

Die Anleitung zum Poncho war leider etwas dürftig und zumindest für mich nicht sofort durchschaubar und verständlich. Aber mit etwas Hirnschmalz ging es doch ganz gut.

Den Poncho gibt es in zwei Größen, laut Anleitung misst man die passende Größe anhand des Abstands von Hüfte zum Ellenbogen, also quasi den Fledermaus-Flügel-Abstand (spielt man heute noch Galgenmännchen? Wenn ja, merkt euch das Wort).

Zum Poncho gibt es keinen richtigen Schnitt, sondern man schneidet ein großes Rechteck im Bruch zu, sowie zwei kleinere Rechtecke im Bruch für die Ärmel bzw. Armabschlüsse. Dann legt man einen Arm oben rechts am Rechteck an und einen unten links – es sieht insgesamt sehr krumm und schief aus, aber am Ende kommt tatsächlich ein Kleidungsstück dabei heraus.

Poncho Deluxe: Warm und gemütlich und gleichzeitig schick. Optimal für kühlere Tage geeignet.
Der Poncho Deluxe ist nach etwas Hinzuppeln gut tragbar und im Herbst sowohl wärmend als auch schick.
GRoß, gemütlich mit Kuschelfaktor: Mein Poncho Deluxe von Prülla.
Ä bissele groß ist er zwar, aber so gemütlich

Mein Poncho Deluxe Fazit

Kann man so machen, muss man aber nicht.

Denn: Durch den „schiefen“ Schnitt kommt der Poncho Deluxe leider etwas unförmig daher und erfordert einiges an „Gezuppel“. Wenn man das mag, ein toller Schnitt, mich stört es jedoch teilweise. Das mag auch daran liegen, dass ich die große Größe genommen habe, da ich bei der kleineren Version Bedenken hatte, dass sie mir am Bauch zu kurz wird. Im Nachhinein hätte die kleine Größe vermutlich ausgereicht und mein Poncho wäre weniger Sack-artig.

Hier mal ein Auszug der Familien-Stimmen zum Poncho:
„Das sieht irgendwie komisch aus“
„Mama hast du dir ein Fledermaus-Kostüm genäht“
kurz vor Halloween: „Mama, zieh dir doch dein Fledermaus-Kostüm an“
„Was soll das denn sein?“

Ich selbst muss sagen: Je öfter ich den Poncho trage, umso gemütlicher finde ich ihn und umso wohler fühle ich mich damit. Das mag vor allem am Stoff liegen, aber auch insgesamt ist der Poncho ein „ich kuschel mich so richtig rein“-Teil. Mal schauen, wie meine Stimmung Ende des Winters ist. Wie bereits oben geschrieben, werde ich eventuell ein kleines Stoff-Recycling machen.

Wer weiß, vielleicht finde ich ja DIE Inspiration heute bei den MeMadeMittwochs-Damen. Ich freu mich auf jeden Fall auf all eure schönen Beiträge und deshalb hüpfe ich nun ganz schnell rüber.

Weitere Kreationen, die mir von der Nadel gehüpft sind:

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Sommer, Sonne, Sommer-Top

Freie Tage wollen genutzt werden und zwar an der Nähmaschine (und zwischendurch auf dem Liegestuhl im Garten). Einige Baby-Geschenke sind dabei von der Nadel gehüpft, eine Short für mich, die aber noch nicht vorzeigbar ist, und ein leichtes Sommer-Top aus Viskose.

Schnitt Sommer-Top: Frau Clara von Studio Schnittreif*
Stoff Sommer-Top: Ein Stoffmarkt-Fund

Das Sommer-Top war ein richtiges Wohlfühl-Projekt. Ich hatte den Schnitt gesehen, heruntergeladen und ausgedruckt. Der Stoff lag im Stoffregal und so konnte ich direkt durchstarten. So schnell und voller Tatendrang war ich lange nicht mehr.

Frau Clara von Studio Schnittreif: Tiptop Sommer-Top
Tiptop Sommer-Top
Frau Clara von Studio Schnittreif - Foto-Shooting will gelernt sein.
Das mit dem Foto-Shooting muss ich noch üben… könnte mal eine von Heidis Models vorbeischauen?
Büro-taugliches Sommer-Top: Frau Clara von Studio Schnittreif
Frau Clara ist absolut Business-tauglich

Sommer-Top: Maß nehmen und Zuschnitt

Da ich – wie immer – zwischen den Maßen lag, habe ich mich entschieden, Größe M mit sehr geringer Nahtzugabe zuzuschneiden. Letztendlich hätte ich auch eine Größe kleiner zuschneiden können, da das Top wirklich viel Platz lässt und luftig geschnitten ist. Ich hatte jedoch Angst, dass es an der Brust zu eng werden könnte. Irgendwie ist es bei mir immer das Gleiche: Ich wähle die Größe nach den angegebenen Maßen und am Ende ist es meist zu groß. Das war hier leider nicht anders. Laut den Maßen der Schnitte müsste ich eigentlich immer eine 38 nähen, aber wie sich bis jetzt noch jedes Mal herausgestellt hat, würde die 36 auch ausreichen. Schnittmusteranpassung muss ich mir folglich noch mehr zu Herzen nehmen.

Beim jetzt vernähten Top habe ich am Schluss die Ärmel nicht mit Schrägband eingefasst, sondern den Stoff einfach nur umgeklappt und festgenäht. Außerdem habe ich die Seiten jeweils um mehr als einen Zentimeter enger genäht.

Jetzt ist es immer noch sehr sehr luftig, geht aber gut und ich kann es wunderbar in einer Hose tragen.

Halsausschnitt mit Kräuselung und Schrägband - das Sommer-Top von Studio Schnittreif
Der Halsausschnitt mit leichter Kräuselung ist mit einem Schrägband eingefasst.
Sommer-Top mit kleiner Schleife und dezentem Rückenausschnitt.
Der Rückenausschnitt mit der kleinen Schleife gefällt mir besonders gut. Ein bisschen verspielt darf gerne sein.
Das Sommer-Top von vorne
Hier nochmal von vorne in der Kopflos-Version 😉

Bügeln – Nähen – Bügeln – Nähen

Da die Viskose etwas “schrumpelig” aus der Maschine kam, hab ich sie gut gebügelt und auch während des Nähens, war das Bügeleisen nie weit. Ich gestehe: Beim Fotos machen hatte ich das Top bereits den ganzen Tag getragen, hier wäre ein kurzes Bügeln durchaus angebracht gewesen.

Insgesamt war der Schnitt einfach zu vernähen und die Anleitung gut bebildert und verständlich. Es gab Momente, da hab ich gedacht: “Hä, warum machen die das denn jetzt so?” – aber letztendlich war es so wie beschrieben richtig. Ein Hoch auf gute Anleitungen und ein Memo für mich: HALTE DICH AN DIE ANLEITUG, DIE WISSEN, WARUM DIE DAS SO SCHREIBEN.

Wie bereits geschrieben, habe ich mir das Schrägband an den Armlöchern geschenkt und nur den Halsausschnitt mit Schrägband versäubert. Es war auch mein erstes Mal Schrägband selber machen und vernähen. War einfacher als gedacht und mit dem tollen Stoff ein Kinderspiel.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis und weiß jetzt schon, dass das nicht meine letzte Frau Clara sein wird. Das Sommer-Top ist luftig und lässig, aber dennoch schick genug für Büro und verschiedene Anlässe. Heute habe ich es an meinem ersten Arbeitstag im neuen Job getragen und direkt ein Kompliment bekommen.

So darf die Nähreise gerne weitergehen und ich freue mich, noch mehr Inspiration bei den Mädels und Damen vom MeMadeMittwoch zu finden.

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10 Schnittmuster für Näh-Anfänger:innen

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Du hast gerade erst mit dem Nähen begonnen und suchst nun nach neuen Ideen, was Du nähen könntest? Dann ist das Dein Beitrag. Ich zeige Dir heute 10 Schnittmuster für Näh-Anfänger:innen.

Allerdings soll es nicht um Schnittmuster für Utensilos, kleine Etuis oder Kinderkleidung gehen, sondern um Kleidungsstücke für dich selbst!

Freue dich auf Schnittmuster für diese 10 Kleidungsstücke, die sich perfekt für Näh-Einsteiger:innen eignen:

  • Tuch
  • Shirt
  • Rock
  • Shorts
  • Sommertop
  • Frühlingskleid
  • Sommerkleid
  • Hoodie
  • Pullover
  • Longsleeve

Wie ich selbst feststellen musste, ist das Nähen für mich selbst nochmal eine ganz andere Nummer als das Nähen von Kinderröcken, -Kleidchen oder -Shirts. Denn wenn Du für dich selbst nähst, zählen am Ende vor allem zwei Dinge: Die Passform und der Stil.

Was ich damit meine? Ein kleiner Exkurs…

Passform und Stil

Wie viele andere auch, habe ich mit dem Nähen angefangen, als ich Kinder bekommen habe. Die Erfolge waren super: Schnitt und Stoff ausgesucht, zugeschnitten, genäht, GEPASST! Maximal waren die Kleidungsstücke am Ende ein wenig zu groß (oder bei meiner ersten Mütze doch etwas arg klein), aber da wächst Kind ja irgendwann rein.

Als ich das erste Mal für mich genäht habe, musste ich dann mit Schrecken feststellen. Ganz so einfach bleibt es nicht… Denn nicht nur der Schnitt muss zur Figur passen, auch Farbe und Muster wollen zum Menschen passen. Wenn man/frau dann online nur einen kleinen Ausschnitt des Stoffes sieht oder einen dicken Stoffballen im Laden, ist das eine ganz andere Nummer, als mal eben ein Kleidungsstück von der Stange anzuprobieren und festzustellen: Nee, das ist es nicht…

Gleiches gilt für die Passform: Wenn Du für dich selbst nähst, müssen Proportionen, Maße und der Stil des Kleidungsstückes am Ende zu Dir passen und gut sitzen. Erst dann siehst Du gut gekleidet aus und alle sagen “Wow, das steht dir aber gut”. En Detail möchte ich darauf aber in einem separaten Beitrag eingehen, denn das Thema ist sooooo umfassend. Viele Infos zu Passform und Stil findest Du aber jetzt schon bei Elle Puls und/oder bei Crafteln.

Für heute rate ich Dir nur: Taste dich langsam heran. Starte mit etwas Unbedenklichem. Sowohl beim Schnitt als auch beim Stoff. Wähle einen Schnitt, bei dem die Passform nicht im Zentrum steht. Ich hab z.B. mit einem Hoodie-Kleid angefangen, bei dem es nicht auf den Millimeter ankam und das war gut so. Auch die aktuelle Oversize-Mode kommt Dir beim Nähstart entgegen. Schöne Schnittmuster, die oft Spielraum bieten und sich gut für Anfänger:innen eignen, findest Du z.B. bei Dani von Schnittgeflüster.

Auch beim Stoff solltest Du auf Nummer sicher gehen. Nimm nicht den teuersten Stoff zum Start und starte mit einem einfachen Stoffmuster – noch besser: Wähle einen unifarbenen Stoff ohne oder mit unauffälligem Muster, in einer Farbe bei der Du Dir sicher bist, das sie Dir steht. Dann musst Du nicht noch auf Musterverläufe etc. achten.

Doch nun zu den Schnittmustern, die ich Dir zum Start empfehlen möchte.

Schnittmuster für Näh-Anfänger:innen, die für sich selbst nähen möchten

1. Ein Tuch nähen

Simpel, einfach, ein Geling-Garant: Nähe Dir ein schickes Tuch für die kühlen Tage und Nächte. Eine einfache, kostenlose Anleitung für ein Tuch mit Quasten aus zwei Stoffen findest Du zum Beispiel im Buttinette-Blog.

2. Ein T-Shirt nähen

Kimono-Tee von Maria Denmark

Ein tolles und wirklich ganz einfaches Schnittmuster für Näh-Anfänger:innen ist das Kimono-Tee von Maria Denmark. Zwei Schnittteile – ein dehnbarer Stoff – zusammennähen – säumen – fertig. Wirklich einfach und ein sicherer Erfolg. Das Shirt habe ich diesen Frühling auch genäht und ich trage es wirklich sehr gerne.

3. Einen Rock nähen

Ein schlichter Rock besteht aus zwei, maximal drei Schnittteilen und wird mit Gummizug oder Bündchen genäht. Anleitungen für solch einfache Röcke finden sich viele. Hier einige Links, nach denen ich bereits Röcke genäht habe:

Hinten: Der Rock nach Hilli Hiltrud (ohne Rüsche, aus Webware); 
Vorne: Der Rock nach Anleitung von Nähtalente aus Jersey
Hinten: Der Rock nach Hilli Hiltrud (ohne Rüsche, aus Webware);
Vorne: Der Rock nach Anleitung von Nähtalente aus Jersey

4. Shorts nähen

… und sei es nur zum Schlafen 🙂 Ein kostenloses Schnittmuster, das gut nähbar ist, gerade auch für Näh-Einsteiger:innen, findest Du im Snaply-Magazin. Frisch zugeschnitten liegt der Schnitt aktuell bei mir auf dem Nähtisch für ein Probestück.

Edit: Ich muss hier meine Einschätzung revidieren, da sich der Schnitt leider doch nicht für Anfänger:innen eignet. Die Anleitung ist – so zumindest meine Einschätzung – für echte Näh-Einsteiger:innen zu unklar. Das ein oder andere Nähwerk sollte daher bereits auf Deinem Tisch gelegen haben, bevor Du dich an diese Shorts setzt. Ich habe mein Probestück soweit gut hinbekommen, allerdings sitzt der Bund gar nicht gut. Von vorne sehr gut, hinten extrem wellig und unschön. Aber: Ich werde das noch optimieren. Sobald ich einen anderen, anfängertauglichen Short-Schnitt gefunden habe, lasse ich es euch wissen 🙂

5. Ein Sommertop nähen

Ein schlichtes Top für die wirklich heißen Tage zauberst Du aus “Maria” von Schnittgeflüster. Dabei lernst Du ganz nebenbei noch, was französische Nähte sind, denn wir wollen ja stets etwas Neues dazulernen.

Alternativ bietet das Crop Top “Nika”, das Du wie “Maria” auch als Kleid nähen kannst, einige Möglichkeiten, Deine Nähfertigkeiten zu festigen.

Solche Schnittmuster, die mehrere Optionen in einem Schnitt abbilden, gefallen mir immer besonders gut. Wenn der Schnitt sich dann noch als gut und zu mir passend herausstellt, hat man direkt mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Jippie!

6. Ein Frühlingskleid nähen

Einfaches Frühlingskleid nach einem Schnittmuster von Burda

Ein schlichtes Frühlingskleid hab ich mir dieses Jahr aus einem Burda-Schnitt gezaubert. Den Beitrag dazu findest Du hier: Frühlingskleid nach einem Burdaschnitt.

Der Schnitt ist sehr einfach und besteht nur aus zwei Teilen – ein perfektes Schnittmuster für Näh-Anfänger:innen. Ich habe mich zum ersten Mal an einer Zwillingsnaht probiert – hat gut geklappt 😉

7. Ein Sommerkleid nähen

Ein einfaches, aber auch figurbetontes Skaterkleid für die heißen Tage, findest Du beispielsweise bei Ki-Ba-Doo. MAkikky ist ein wunderbarer Schnitt für den Sommer.

Wichtig, da der Schnitt eine Unterteilung in der Taille hat: Achte darauf, dass die waagerechten Nähte auch waagerecht bleiben. Hier empfiehlt es sich Deine Rückenlänge und Deine Vorderlänge (jeweils Halsanfang bis Taille) nachzumessen und mit den Schnittteilen abzugleichen und ggf. die Längen anzupassen.

Mein Buchtipp, wenn Du lernen möchtest, wie Du direkt am Schnittmuster Anpassungen an der Passform vornimmst: Passt perfekt von Meike Rensch-Bergner. Meine Bibel und bei jedem Projekt an meiner Seite.

8. Einen Hoodie nähen

Schnittmuster für Hoodies gibt es – spätestens seit der Pandemie – zu Hauf. Das Gute beim einfachen Kapuzenpulli? Da kommt es nicht auf den Millimeter und die Figur an. Und ich muss gestehen, eine Kapuze oder einen hohen Kragen kann ich persönlich einfacher und besser nähen, als einen akkuraten Beleg bzw. Shirt-Ausschnitt.

Sweat-Kleid von Ki-Ba-Doo

Hier sind zwei Hoodie-Schnittmuster, die ich Dir gerne empfehlen möchte:

9. Einen Pullover nähen

Da Pullover auch nicht unbedingt auf Figur sitzen müssen, eignen sich einfache Pullover-Schnitte sehr gut für Näh-Einsteiger:innen. Optimal sind Pullis aus Sweat, da Strickstoffe etwas anspruchsvoller zu Nähen sind.

Einen Pullover mit Fledermausärmeln findest Du bei Pattydoo und einen schlichten Pulli mit Namen “Querida”, den Du auch als Cardigan oder Kleid nähen kannst, gibt es bei Erbsünde.

10. Ein Longsleeve nähen

Ein Longsleeve näht sich ähnlich einfach wie ein T-Shirt oder aber auch ein Pullover. Daher eignen sich beide Schnitte unter Punkt 9 auch als dünnere Version aus z.B. Jersey oder Viskose-Jersey, je nach Wetterlage.

Aber auch sonst finden sich online viele viele Schnittmuster für Longsleeves in allen erdenklichen Versionen. Ein einfaches Longsleeve-Schnittmuster für Näh-Anfänger:innen mit überschnittenen Ärmeln findet sich zum Beispiel bei Hummelhonig mit dem Schnittmuster “Calais”.

Ein Tipp zum Schluss:

Da am Anfang bestimmt das ein oder andere schief geht und Du vermutlich auch mal ein Teil für die Tonne produziert wird, empfehle ich Dir mit günstigeren Stoffen zu starten. Probiere neue Schnitte und Techniken an Stoffen aus, die den Geldbeutel nicht allzu sehr strapazieren. Schnäppchen finden sich fast immer in den Stoffläden, Onlineshops oder auf einem Stoffmarkt.

Und nun: Schere gezückt, Stoff zuschneiden und ran an Nadel und Faden! Mit den vorgestellten Schnittmustern für Näh-Anfänger:innen kann (fast) nichts mehr schief gehen.

Viel Spaß!

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