Schlagwort: Nähen

Nähprojekte fürs Kinderzimmer

Das Christkind hat den Kindern in diesem Jahr einige kleine Heimtextilien für das Kinderzimmer gebracht. Diese Nähprojekte fürs Kinderzimmer möchte ich euch heute zeigen.

Mit den kleinen textilen Projekten wollte ich vor allem eine Verbindung zwischen den einzelnen Bereichen im Kinderzimmer schaffen. Eine farbliche Grundstruktur, wobei das in einem Kinderzimmer mit dem vielen bunten Spielzeug gar nicht so einfach ist 😉

Dafür habe ich fünf Stoffe ausgesucht, die optisch miteinander harmonieren, nicht allzu kindlich (keine Babystoffe) und neutral sind. Denn bei uns teilen sich die beiden Kinder ein Zimmer. Die Stoffe (oben im Banner) habe ich bei Buttinette* gekauft.

Wolkenkissen für gute Träume

Das erste der Nähprojekte fürs Kinderzimmer, das ich aus diesen Stoffen umgesetzt habe, waren drei Kissen in Wolkenform. Die Vorlage habe ich aus dem Magazin “Sabrina nähen Sonderheft – Kinderträume”. Das Kissen ist ein echtes Anfängerprojekt und ist ruck zuck genäht. Es eignet sich gut, um Rundungen zu üben. Gefüllt habe ich mit Füllwatte und der Füllung von einem aussortierten Kissen.

Wolkenkissen aus drei Stoffen
Die Wolkenkissen-Parade

Meine Tochter liebt ihr Kissen über alles und nutzt es als Kopf- und Kuschelkissen. Daher hab ich schon überlegt, doch noch ein Inlay für das Kissen zu nähen, damit ich es ab und an mal in die Waschmaschine packen kann.

Bodenkissen als Allzweck-Spielzeug

Inspiration en masse findet sich ja bekanntermaßen immer wieder auf Pinterest. Unter anderem auch diese Idee für ein mehrteiliges Bodenkissen. Das Kissen kann zum Lesen, rumlungern, je nach Beschaffenheit und Stärke der Inlays auch als Gästebett genutzt werden. Bei uns ist das Kissen aber aktuell vor allem im Einsatz als Ritterburg, Ritterpferd oder Höhle jeder Art. Also ein wunderbares Allzweck-Spielzeug.

Bodenkissen aus vier Kissenelementen
Das Bodenkissen für jede Lebenslage.

Das Nähen selbst war relativ einfach. Lediglich die Länge der Stoffbahnen beim Zuschnitt waren kleinere “Gegner”. Insgesamt aber auch ein schnell genähtes Projekt, das sich wunderbar ins Kinderzimmer eingefügt hat. Die Inlays sind vom Möbelschweden 50x50cm. Alternativ gehen auch fünf Kissen in 60x40cm.

Geflochtene Bettschlange

Das größte Projekt war die geflochtene Bettschlange. Wobei das Nähen an und für sich schnell ging, jedoch das Füllen der drei Stränge hat wirklich Zeit und Nerven gekostet. Das hätte ich wissen können, stand nämlich genau so in der Beschreibung drin… Aber die Bettschlange gefällt mir wirklich außerordentlich gut und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die drei Stränge sind jeweils ca. 3m lang. Die Endlänge ist ca. 2,60m.

Geflochtene Bettschlange aus drei unterschiedlichen Stoffen
Die geflochtene Bettschlange an ihrem Bestimmungsort.

Die Idee zur geflochtenen Bettschlange habe ich auch von Pinterest – die Anleitung ist von Juli näht, leider ist ihre Seite seit einiger Zeit offline, daher ist die Anleitung so nicht mehr verfügbar.

Mein persönliches Fazit zu den Nähprojekten fürs Kinderzimmer:

Insgesamt gefallen mir die Ergebnisse sehr gut und mein Plan, eine Einheit und Verbindung der Kinderzimmer-Elemente herzustellen, ist aufgegangen. Zwei Sachen sind noch in Planung, mal schauen, wann ich sie umsetze:

  1. Ein Spielzeugsack für das “kleine” Lego. Der Stoff ist zugeschnitten und wartet auf seine Verarbeitung. Ich hoffe, der dünne Baumwollstoff reißt nicht zu schnell und ist der Belastung gewachsen.
  2. Ein Utensilo – entweder ein Hängeutensilo oder ein Bettutensilo für das Hochbett. Sobald die Entscheidung steht, geht’s los. Hoffentlich reicht der Stoff noch…

Ich nutze heute die Gelegenheit und verlinke meine Nähprojekte fürs Kinderzimmer bei Handmade on Tuesday und Freutag. Vielen Dank den motivierten Damen für diese Möglichkeit und Chance. Es ist immer schön, Inspirationen zu bekommen. Daher möchte ich heute ein Stück zurückgeben.

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Entschleunigung und Achtsamkeit

Was sind Entschleunigung und Achtsamkeit für mich?

Ich möchte mich heute an eine persönliche Definition und Einordnung der Trendbegriffe “Entschleunigung” und “Achtsamkeit” wagen. Diese zwei Begriffe schwirren aktuell überall als Trendthemen durch die unterschiedlichen Netzwerke. Und doch bedeuten Entschleunigung und Achtsamkeit für jeden von uns etwas anderes. Was die beiden Begriffe für mich und meinen Alltag bedeuten, versuche ich heute herauszuarbeiten. Vielleicht kannst Du daraus auch etwas für dich und Deinen Alltag mitnehmen.

Was ist Entschleunigung für mich?

Das Wort “Entschleunigung” habe ich vor mindestens 15 Jahres zum ersten Mal im Rahmen einer Pressereise durch das schöne Allgäu gehört. Damals ging es mit einem Bergführer auf eine entschleunigte Tour über die saftigen Wiesen und Höhen des Allgäus (an den exakten Ort kann ich mich leider nicht mehr erinnern – sorry). Das tat gut, aber das Thema Entschleunigung war für mich damals nicht relevant und ist damit auch wieder in Vergessenheit geraten.

Doch mit den Jahren kam vermehrt Stress und Druck in den Alltag. Sowohl von beruflicher als auch privater Seite. Denn auch die Freizeit will und muss ja heute irgendwie durchgetaktet und verplant sein, damit man nichts verpasst… denkt man.

Und dann kam der erste Corona-Lockdown. Plötzlich hatten sich alle (v.a. privaten) Termine erledigt. Plötzlich war da von einer Sache ganz viel: ZEIT. Für viele war das scheinbar schwierig und problematisch. Für mich aber fühlte sich das in weiten Strecken vor allem FREI an. Der ganze Stress, die Lasten, die Hektik des Alltags waren plötzlich weg.

[Hinweis: Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass wir wirklich Glück hatten im ersten Lockdown. Mein Mann und ich konnten ins Homeoffice, konnten uns die Zeiten mit der Kinderbetreuung gut aufteilen, hatten einen großen Garten und keine Schulkinder, für die wir Ersatzlehrer spielen mussten. Von daher ist mir wirklich bewusst, dass diese Zeit für viele bestimmt nicht entspannend und entschleunigend war. ]

Übrig blieben Ruhe, Zeit für Vieles, das sonst hintenrunter fiel und die Möglichkeit, sich neue Hobbies anzueignen bzw. auszubauen.

Ich hab mich in diesen Frühlingswochen viel durch den Garten gewühlt, wir haben gewerkelt und geschafft und waren abends glücklich, dass unser kleines Gartenreich Stück für Stück gewachsen ist. Jedes Blümchen wurde gefeiert und irgendwie hatten wir eine schöne Zeit. Selbstverständlich gab es aber auch bei uns die Momente, in denen wir genervt voneinander waren und nicht alles eitel Sonnenschein war. Das gehört zum Leben nunmal auch dazu.

Was ich aus der Zeit mitgenommen habe und mir seither sehr bewusst geworden ist:

  1. Sei glücklich mit dem was Du hast und versuche, das, was du hast, mehr wertzuschätzen.
  2. Nicht alles muss und kann und soll perfekt sein.
  3. Genieße Auszeiten und fülle sie für dich. Das kann “Nichtstun” / Relaxen sein, das kann aber auch eine Jogging-Runde oder eine Yoga-Session oder oder oder sein.
  4. Genieße die kleinen Dinge im Leben und lerne sie schätzen.
  5. Genieße Zeiten, die Du für Dich und Deine Hobbies hast.

Für mich sind das all die kleinen, größeren und großen Momente, in denen ich Zeit für meine Hobbies habe, meine Entschleunigungszeiten. Wenn ich die Nähmaschine anschmeiße, Schnittmuster vorbereite und Stoffe zuschneide, gibt es nur das Nähen und mich (meistens). Den Alltagstrott versuche ich dann weitestgehend auszublenden und einfach nur die Zeit zu genießen. Ähnlich geht es mir im Garten oder wenn ich mit der Familie einen Ausflug unternehme und sei es nur eine kleine Entdecker- oder Sammel-Tour im Wald.

Ausflüge in der Natur helfen bei der Entschleunigung und
lenken das achtsame Auge auf die Schönheit um uns herum.

Das Ding mit der Achtsamkeit

Entschleunigung geht für mich auch immer einher mit dem Schlagwort “Achtsamkeit”. Denn wenn ich selbst zur Ruhe komme oder das, was ich für mich tue, wertschätze und die Zeit genieße, dann ist das auch immer ein Stück Achtsamkeit, das ich mir selbst gegenüber zugestehe.

Achtsamkeit ist für mich aber auch der Umgang mit dem, was ich besitze, bearbeite und mit dem, was mich umgibt, achtsam umgehe. Klar, auch bei mir herrscht oft reiner Pragmatismus, was muss das muss und nicht immer kann und will man alles mit Fingerspitzen anfassen, aber zumindest in unserem Garten und bei meinem Näh-Hobby bin ich sehr bemüht, achtsam mit allen Teilen umzugehen.

Achtsamkeit ist für mich auch sich Zeit für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu nehmen. Selbstverständlich ohne die Lieben zu vernachlässigen und zu kurz kommen zu lassen. Doch ich bin mir sicher, wenn ich mir ab und an kurze Pausen für mich selbst nehme, haben am Ende alle mehr davon.

Achtsam bin ich aber auch gegenüber meinen Kindern, indem ich versuche, ihren Bedürfnissen soweit möglich zu entsprechen. Aber: Das heißt nicht, ohne Regeln zu leben und sich auf der Nase herumtanzen zu lassen 😉 Es heißt, sich mit ihnen auch mal hinzusetzen, gemeinsam Bücher zu lesen, zu basteln, zu malen, zu kneten, zu spielen, zu tanzen, zu singen, zu toben, zu experimentieren, zu backen, zu kochen, zu klettern, zu springen. Gemeinsam auf Entdecker-Tour zu gehen, die Spielplätze unsicher zu machen, Freizeit-Aktivitäten zu unterstützen und sich mit den Freunden der Kinder zu treffen.

Aber: Immer ohne die Kinder zu überfordern und immer auch mit Nachmittagen und Zeiten, an denen die Kinder spielen und toben können, wie sie selbst es möchten, ohne Pläne, Termine und “Muss”. Denn dann entfaltet sich die volle kindliche Fantasie und die ist grenzenlos und immer wieder verzaubernd.

Hier schließt sich der Kreis und wir sind wieder bei der Entschleunigung angekommen. Genießen wir die Zeit, die wir haben und nutzen wir sie für uns und unsere Liebsten. Gerade in Zeiten, in denen es stressiger ist, ist es gut, sich daran zu erinnern und bewusst kleine Auszeiten zu nehmen, um die Akkus zu füllen und mit neuer Energie weitermachen zu können, ohne in ein Loch zu fallen.

Was sind Entschleunigung und Achtsamkeit für dich? Und wo findest Du Deine Entschleunigungsmomente? Beim Joggen, bei Treffen mit Freunden, in der Sauna oder im Spa, vor dem Fernseher, beim Lesen? Lass es uns wissen und hinterlasse einen Kommentar.

#Nähenfürmich: Warum ich mir meine eigene Kleidung nähe

Was ist da eigentlich passiert? Wie kommt es, dass ich mir meine eigene Kleidung nähe? #Nähenfürmich war bis Mitte 2020 nie ein Thema. Ich hatte Spaß daran, den Kleidung für die Kinder zu nähen, über den Stoffmarkt zu schlendern, online nach Kinderstoffen zu stöbern und auf Pinterest die besten und einfachsten Schnitte (für Kinder) ausfindig zu machen. Aber wie kam es dazu, dass ich mir meine eigene Kleidung nähe?

Warum nähe ich mir jetzt meine eigene Kleidung?

Im Rückblick gab es drei Schlüsselmomente.

Moment 1: Corona und die Schließung des Einzelhandels

Meine Mutter arbeitete bis März 2020 in einer kleinen Modeboutique bei uns im Ort. Dort werden bekannte Modemarken verkauft, die auch zu mir und meinem Stil (klassisch mit sportlichem Touch, wenig verspielt) immer passten. Da Mama und ich eine ähnliche Kleidergröße tragen und sie angehalten war, die ständigen Kollektionswechsel der Modefirmen mitzuspielen, standen bei mir regelmßig Kleiderkisten vor der Tür. Kisten mit kaum bis selten getragener Kleidung, die bis auf wenige Ausnahmen zu mir passten. Der Schrank war (und ist immer noch) randvoll mit Kleidung. Über Kleider-Shopping musste ich mir folglich nie Gedanken machen. Was ein Glück, denn Spaß hatte ich am klassischen Shopping noch nie. Mit Corona und dem Lockdown hat sich meine Mutter nun in ihren mehr als verdienten Ruhestand verabschiedet und meine Kleidungs-Quelle ist versiegt.

Moment 2: Der volle Schrank und herausragende Podcasts und Bloggerinnen

Im ersten Moment dachte ich “Oh Mist, wo bekomm ich denn jetzt neue Kleidung her?”. Abgelöst von dem Gedanken: “Vielleicht gibt es dann endlich etwas mehr Platz im Schrank” (jaja, ich weiß schon, das ist eher so eine Utopie). Und dannoch ließ mich auch das Thema Nachhaltigkeit nicht los.

Zur gleichen Zeit begann ich, Podcasts rund ums Nähen anzuhören. Und da ging es nicht mehr ums Nähen für Kinder, sondern ums Nähen für Frauen und auch um die Themen Nachhaltigkeit, die kritische Sicht auf die Modeindustrie und Capsule Wardrobe.

Moment 3: Greta, +24 Kollektionen im Jahr und die Sache mit der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – ein Wort, das mich mittlerweile immer häufiger zum Nachdenken über das allgemeine Konsumverhalten und auch den eigenen Konsum bringt. Meine bisherigen Bemühungen würde ich auch genauso betiteln: “Sie war bemüht”. Nicht mehr, manchmal eher weniger.

Doch spätestens mit Greta Thunberg verändert sich das Bewusstsein. Einen kleinen Beitrag kann schließlich jeder leisten. Da das Thema Nachhaltigkeit auch in den Näh-Blogs und Podcasts – gerade bei Elle Puls – immer wieder angesprochen wird, die Tatsache, das 40% ungetragene Kleidung in deutschen Kleiderschränken hängt und liegt und der ganze Bereich der Fast Fashion machten einen bisher undenkbaren Gedanken immer sympathischer:

Die Idee, ich könnte mir doch selber auch mal etwas nähen. Etwas nähen, das meinen Stil widerspiegelt, das zu mir passt und das nicht allzu schnell aussortiert und in den Altkleider-Container fliegt.

Ein Traum-Stöffchen – was daraus wohl geworden ist?

Der Start: Aller Anfang ist schwer

Aber wie anfangen? Was wäre ein geeignetes erstes Projekt? Etwas, das simpel genug ist, dass es sicher klappt, und so gut aussieht, dass ich es sofort tragen kann.

Mein erster Gedanke: Ich nähe mir Kofferröcke für den Sommer. So luftige Röckchen, die nicht knittern und im Grunde aus einem Vorder- und einem Rückteil mit Bund bestehen.

Das Problem: Es war Herbst und ich wollte ja etwas haben, dass ich sofort zeigen konnte. Also musste es ein Nähprojekt für den Herbst/Winter sein. Mit Hoodies für die Kinder hatte ich schon gute Erfahrungen gemacht, weshalb der Plan schnell feststand: Ein Hoody-Sweat-Kleid. Gemütlich, praktisch, macht aber auch im Homeoffice was her.

Genäht habe ich nach diesem kostenlosen Schnitt von Snaply.* Der Stoff ist ein French Terry von Stoffe Hemmers. Ich war und bin ganz schön stolz auf mein farbenfrohes Kleid, auch wenn die Umsetzung noch nicht perfekt ist. Insgesamt ist es im Schulter- und Rückenbereich etwas zu groß geraten und auch das breite Saumbündchen würde ich beim nächsten Mal kürzen oder komplett weglassen. Aber ich trage mein Hoodie-Kleid total gern und freue mich auf weitere Projekte. Ein erster Pulli ist mittlerweile auch entstanden in Tunika-Länge. Dazu aber ein andermal mehr.

Noch bissel ungewohnt, dieses Foto-Shooting.
Mein super gemütliches Hoodie-Kleid.

#Nähenfürmich: Wie geht es jetzt weiter?

Der Näh deinen Stil Podcast von Elle Puls bringt aktuell das Thema “Stil- und Farbenfindung” aufs Tablett. Damit habe ich mich ehrlich gesagt noch nie beschäftigt, aber momentan bin ich Feuer und Flamme für das Thema. Denn bei Stoffen für die Kinder werde ich immer sofort fündig. Als ich mich aber auf die Suche nach Stoffen für mich gemacht hab, wuchs die Unsicherheit.

Plötzlich standen Fragen im Raum wie: Ist die Stoffart überhaupt für den gewünschten Schnitt die richtige? Passt der Stoff tatsächlich zu mir? Passt die Farbe? Passt das Muster? Diesen Fragen versuche ich gerade auf den Grund zu gehen und taste mich Stück für Stück ran.

Neben dem “richtigen” Stoff kommt so nach und nach noch ein weiteres Thema auf: Der richtige Schnitt und das Anpassen von Schnitten vor und während dem Nähen.

Ich bin angefixed und gespannt, wie sich das Nähen für mich selbst weiterentwickelt. Es gibt jedenfalls noch sehr viel zu lernen und zu entdecken und vor allem: Sooooo viel zu nähen.

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Jahres-Ausblick 2021 statt Jahres-Rückblick 2020

Braucht es tatsächlich einen Jahres-Rückblick 2020? Um ehrlich zu sein, nein. Lasst uns gemeinsam lieber nach vorne schauen und nicht allzu lange zurückblicken. Deshalb gibt es von mir einen Jahres-Ausblick 2021 statt Jahres-Rückblick 2020.

Wobei ich betonen möchte, dass 2020 nicht nur schlecht war. Mir hat das Jahr tatsächlich mehr Ruhe – Raum für mich und meine Familie – Raum für meine Träume / Wünsche gegeben. Dafür bin ich dankbar. Gerade vor dem Hintergrund, dass es vielen anderen nicht so ging. Dessen bin ich mir sehr bewusst.

Ohne den Lockdown im März 2020 wäre ich jedoch nicht ins Homeoffice katapultiert worden und hätte mir einen lange gehegten Wunsch vermutlich nicht erfüllt: Endlich wieder zu schreiben. Die Ruhe und Entschleunigung, die ich als dringende Wohltat empfunden habe und immer noch empfinde, lieferte die Basis: Ein Blog zum Thema Entschleunigung, Achtsamkeit und “alte” neue Hobbies.

2020 war für mich das Jahr in dem ich meine Oma zu mir zurück geholt habe. Oma war eine Gartenfee und Nähzauberin. Zwei Dinge, die ich in diesem Jahr für mich entdeckt habe und die den Rahmen für diesen Blog bilden: Gärtnern und Nähen.

Jahres-Ausblick 2021: So stell ich mir mein Jahr vor

Deshalb werden diese zwei Themen 2021 (abgesehen von meiner Familie und meiner regulären Arbeit) im Zentrum stehen: Die weitere Gestaltung und Nutzung unseres Gartens und das Nähen. Das alles möchte ich mit Ruhe und einem Stück Gelassenheit angehen. Möglichst stressfrei integriert in den Alltag. Ob das klappt – wir werden es sehen.

Was steht im Garten 2021 an?

Im Garten ist die ToDo-Liste schon wieder ganz schön lang. Daher hier nur unsere wichtigsten Vorhaben:

  1. Das Gemüsebeet muss vorbereitet werden und die bereits gekauften Samen wollen in die Erde wandern.
  2. Das Hochbeet soll um eine weitere Etage ergänzt werden, damit noch mehr Gemüse und Obst (ich will Melonen ernten) bei uns wachsen kann.
  3. Nachdem wir im Herbst eine lange Thuja-Hecke entfernt haben, möchte ich an dieser Stelle ein bunt-blühendes Staudenbeet anlegen.
  4. Die “Werkel-Ecke” hinter dem Gartenhäuschen benötigt einige Optimierungen und Schönheits-Operationen.
    Soweit die Pflicht.
  5. Die Kür: Die alte Terrasse aus Waschbeton soll weichen, um mehr Grünfläche für die Kids zu schaffen.

Ihr seht, die Liste ist lang, aber ich bin hochmotiviert und sehne fast schon das Ende des Winters herbei, wäre da nicht Neu-Hobby Nummer 2:

Wie wird sich das Nähen 2021 entwickeln?

In den letzten Monaten habe ich angefangen, auch für mich selbst Kleidung zu nähen. Vor kurzem war das noch undenkbar, aber mittlerweile finde ich den Gedanken, einmalige, auf mich zugeschnittene Kleidung zu tragen, total cool und möchte da auch 2021 dranbleiben. Vor allem aber muss ich hier noch ganz ganz ganz viel lernen… Übung macht ja bekanntlich den Meister 😉

Wie es dazu kam, dass ich für mich selbst nähe und welche ersten Teile bereits fertig sind, erzähle ich euch in einem extra Beitrag noch im Januar.

Das Nähen für mich selbst führt auch dazu, dass ich mich vermehrt mit dem Thema “Stilfindung” und “Farben” auseinandersetze. Außerdem möchte ich mein bisher doch noch sehr rudimentäres Nähwissen, sobald wie möglich in einem Nähkurs vertiefen. Darauf freue ich mich schon total. Die nächsten Projekte?

  • Ein Kleid für den Übergang (vermutlich wird es dieser Schnitt* – der Name allein macht den Schnitt schon zu einem Muss ;-))
  • Ein Frühlingskleid – hier liegt noch von Fastnacht ein Burda-Schnitt, den ich ausprobieren möchte
  • ein oder zwei Shirts
  • ein oder zwei leichte Röcke für den Sommer

Unkomplizierte Projekte, die sich hoffentlich problemlos nähen und perfekt tragen lassen. Selbstverständlich bekommen auch die Kids noch das ein oder andere Teil. Da bin ich aber noch etwas am Stöbern. Seid gespannt!

Das war mein persönlicher Jahres-Ausblick 2021 statt Jahresrückblick 2020 🙂 Nun wünsche ich Dir und Deinen Liebsten ein hoffentlich triumphales Jahr 2021! Lass es Dir gut gehen und vor allem: Bleib gesund.

Damit entlasse ich Dich und verspreche: Irgendwann geht wieder die Sonne auf wie hier am Feldberg, Schwarzwald. So schön!

Jahres-Ausblick 2021

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Nähen für Damen: Blogs, Podcasts und Shops für Deine Inspiration [Werbung*]

Hättest Du mich noch vor wenigen Monaten gefragt, ob ich nicht auch mal was für mich nähen möchte, hätte ich dich ausgelacht. Und dann waren da Anja und Selmin vom Schnittduett mit ihrem Näh-Podcast.

Die zwei sympathischen Mädels haben mich mitgerissen und plötzlich war der Gedanke an “ich näh mir meine eigenen Klamotten” gar nicht mehr so abwegig. Seitdem habe ich viele Podcasts, Blogs und vor allem fantastische Frauen entdeckt, die sich dem Nähen für Damen mit ganzem Herzen widmen.

Daran möchte ich dich gerne teilhaben lassen. Ich möchte Dir meine aktuellen Inspirationsquellen vorstellen und vielleicht bekommst auch Du Lust, die Nähmaschine anzuwerfen und loszulegen.

Bitte beachte: Die folgenden Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich würde mich freuen, wenn Du in den Kommentaren weitere Quellen / Blogs / Podcasts / Video-Blogger / Onlineshops etc. rund ums Thema “Nähen für Damen” teilen würdest.

Noch einige Hinweise zu den “Nähen für Damen”-Listen. Diese sind bunt gemischt und viele der Bloggerinnen vertreiben auch über ihre Blogseiten Stoffe oder eigene Schnittmuster. Oder sie betreiben einen Blog, einen Podcast und einen Shop. Ich hab die einzelnen Seiten nach bestem Wissen und Gewissen eingeordnet und hoffe, dass Du mit meiner Zuordnung zurecht kommst. Angesichts der Fülle hab ich mich auf die Seiten konzentriert, die mich aktuell am meisten fesseln.

Näh-Blogs, die Freude machen:

  • Crafteln – Hier geht’s um das Thema Schnittanpassung. Total spannend, aber auch komplex. Meike hat auch einen Podcast (steht noch auf meiner “Muss ich anhören-Liste”) und gibt viele Onlinekurse, damit Du jeden Schnitt zu Deinem Schnitt machen kannst.
  • Elle Puls – Bei Elke dreht sich alles um das Thema Stilfindung und Näh-Inspirationen für Damen-Kleidung. Es gibt sogar einen eigenen Club-Bereich. Außerdem richtet Elke Näh-Camps quer durch Deutschland aus. Außerdem hat sie einen hörenswerten Podcast (siehe unten).
  • Hilli Hiltrud – Henrike näht Socken. Ja, Socken! Die werden nicht gestrickt, nee, die werden genäht. Aus Stoff. Genauer: aus Stoffresten. Das möchte ich unbedingt ausprobieren. Bei Henrike findet ihr allerdings noch viele weitere Ideen sowie tolle Tipps und Anleitungen, wie man eine Capsule Wardrobe erstellt.
  • MeMadeMittwoch – Der MeMadeMittwoch ist eine sogenannte Linkparty rund ums Nähen für Damen. Jeden ersten Mittwoch im Monat stellen hier Näh-Begeisterte ihre neuen Kleidungsstücke vor – mit Fokus auf Mode für Frauen. Damit sollen alle Näherinnen ermutigt werden, selbst genähte Kleidung selbstbewusst im Alltag zu tragen.
  • Pech und Schwefel – Sehr inspirierender Blog mit tollen Design- und Schnittideen. Im Onlineshop finden sich vielseitige Schnittmuster für Damen und Kinder. Was mir besonders gefällt: Die meisten Schnitte bieten viele Add-ons bzw. Möglichkeiten für Varianten. So erhältst Du mit einem E-Book weit mehr als nur einen Schnitt.
  • Schnittduett – Wie bereits oben geschrieben, haben mich die beiden Mädels Anja und Selmin überhaupt erst auf das Thema “Nähen für Damen” gebracht. Die beiden bloggen, haben einen sehr lustigen Podcast (siehe unten) und entwickeln gemeinsam lässige und schlichte Schnittmuster mit Pfiff. Anja bloggt außerdem auf Rapantinchen und Selmin auf Tweed & Greet. Absolut lesenswert!
  • Seemannsgarn handmade – Auf dieser Seite bloggt und “schnackt” Fredi. Klasse ist ihr Sonntagsschnack, in dem sie jede Woche die neuesten Schnittmuster präsentiert. Also der perfekte Ausgangspunkt, um zu stöbern und neue Schnitt-Lieblinge zu entdecken.

Näh-Podcasts, die Farbe ins Leben bringen:

  • Einfach-nähen – Der Podcast zu den Youtube-Videos, siehe unten. #Livesewalong
  • Nahtzugabe5cm.de – Die Mutter der deutschsprachigen Näh-Podcasts gibt es bereits seit 2014. Muriel hat immer sehr interessante Gäste und Gesprächsparterinnen. Muriel bloggt unter der gleichen Adresse, organisiert viele Näh-Aktionen und Sewalongs und ist daher immer eine gute Anlaufstelle, wenn man ein neues Projekt unter der Nähnadel braucht.
  • Näh deinen Stil mit und von Elle Puls – Podcast rund ums Nähen mit einem speziellen Blick auf den eigenen Stil. Wie findest Du Deinen Stil? Wie wichtig ist der eigene Stil? Und wie verändert er den Blick auf dich selbst und Deine Garderobe? Hier bekommst Du tolle Tipps, wie Du eine selbstgenähte Garderobe zusammenstellst, die tragbar ist und glücklich macht.
  • Schnittduett Dialoge – der Podcast zum Schnittmuster-Label der beiden Kölnerinnen.

Näh-Video-Blogger, die ein Lächeln ins Gesicht zaubern:

  • einfach nähen (Youtube) – Anna von einfach-nähen hat Hunderte von Youtube-Videos auf ihrem Account. Ich glaube, hier findet man zu beinahe jeder Frage eine Antwort in Form eines Videos. Herausragend: Ihre Live-Sewalongs. Einmal im Monat wird gemeinsam via Video ein bestimmter Schnitt genäht. Steht auf meiner “Muss ich unbedingt ausprobieren”-Liste (bisher hab ich immer nur “hinterhergeguckt”).
  • Es gibt bestimmt noch weitere interessante Youtuber, die gute Näh-Videos veröffentlichen. Ich muss jedoch gestehen, dass ich bisher nur über Anna “gestolpert” bin. Daher werde ich an dieser Stelle keine weiteren Empfehlungen aussprechen. Aber fühl dich frei zu kommentieren.

Näh-(Online-)Shops, die Dich begeistern werden:

  • alles-für-selbermacher.de – Der Titel des Shops sagt eigentlich alles. Hier findest Du alles, was Du zum Nähen benötigst: Stoffe in Hülle und Fülle, auch Eigenproduktionen, Kurzwaren, Zubehör, Labels und weitere personalisierte Materialien, Schnittmuster, Plotterdateien uvm.
  • Lillesol & Pelle – Schöne Schnittmuster für jede Gelegenheit. Zu jedem Schnittmuster finden sich viele Näh-Beispiele. Dadurch erhältst Du einen guten Eindruck von den Möglichkeiten des Schnittes.
  • Makerist – Laut eigenen Angaben findest Du bei Makerist mehr als 57.000 Schnittmuster E-Books. Eine unglaubliche Menge, die mich regelmäßig erschlägt. Ferner findest Du hier Videokurse rund ums Nähen sowie viele weitere Materialien, die Du zum Nähen benötigst. Selbstverständlich auch Stoffe.
  • Pattydoo – Pattydoo ist eine der größten deutschsprachigen Nähplattformen und bietet Schnittmuster plus Videoanleitungen rund ums Selbernähen.
  • Schnittgeflüster – Tolle Schnitte, ausgesprochen Anfängertauglich und dennoch ausgefallen. Außerdem viele Taschenschnitte und wunderschöne, handverlesene Stoffe. Das “Schnittgeflüster” hat eine sehr aktive Facebook-Gruppe, die jede Menge Ideen und Anregungen bietet.
  • Sewunity – Kein Onlineshop in erster Linie, sondern eine Schnittmuster-Suchmaschine über die Du aber selbstverständlich direkt die Schnitte kaufen kannst.
  • Snaply Nähkram – Bei Snaply findet sich wirklich alles, was Du für Dein Näh-Hobby brauchst und das zu humanen Preisen. Vor allem, wenn Du Taschen und/oder Rucksäcke nähen möchtest, findest Du hier alle Zubehörteile wie Gurte, D-Ringe, wasserfeste Stoffe wie Oilskin und natürlich passende Schnitte.
  • Stoffe-Hemmers – Mein aktueller Lieblings-Stoff-Shop. Ich finde der Shop ist sehr nutzerfreundlich aufgebaut. V.a. die “dazu passt”-Rubrik ist mehr als hilfreich. Sie zeigt direkt passendes Garn und ergänzende, farblich passende Stoffe / Bündchen an. Ebenso sinnvoll ist das Lineal bei den Produktfotos, damit man Muster in ihrer Größe korrekt einschätzen kann.

Weitere Näh-Inspirations-Quellen

  • Stoffmärkte – Wuselig, eng, anstrengend. So würde ich die Stoffmärkte beschreiben. Aber: Eine unglaubliche Fülle an Stoffen und Zubehör rund ums Nähen. Bitte nie ohne Plan und “einfach mal zum Gucken” hingehen. Das geht (meistens) schief. Deine Taschen werden überquellen von Stoffen und Materialien, die am Ende zu großen Teilen als Schrankleichen enden. Setz Dir am besten ein festes Budget (nimm einfach nur einen bestimmten Betrag Bargeld mit) und schreib Dir vorher auf, was Du alles brauchst und kaufen möchtest. Nimm Dir kleine Musterstücke Deiner vorhandenen Stoffe mit und vor allem: Kauf nicht am ersten Stand und nicht sofort. Lass Dir Zeit und versuche dich von den Hamstern nicht anstecken zu lassen. Die meisten Stoffe werden regelmäßig nachgelegt 😉
  • Dein lokaler Einzelhandel – Gerne würde ich Stoffe vor dem Kauf fühlen und testen. Leider hab ich aber direkt vor Ort keinen Stoffladen und müsste dafür immer in die Stadt fahren inkl. Parkplatzsuche etc. Da mir das momentan meist zu zeitintensiv ist, kaufe ich vorwiegend online. Solltest Du die Möglichkeit haben, vor Ort zu kaufen, ist das aber immer lohnenswert und zu empfehlen. So kannst Du unterschiedliche Stoffarten und Qualitäten einfach besser kennenlernen. Ich gebe zu, das fehlt mir manchmal.
  • Pinterest – Pinne Dir Outfits, Ideen, Schnitte und Mehr und gestalte Dir eine “Must-Sew”-Pinnwand 😉
  • Instagram – Hierzu muss ich vermutlich nichts weiter sagen…

Mein Tipp zum Schluss: Die “Näh ich mir”-App. Mit Hilfe der App kannst Du Deine Nähprojekte übersichtlich organisieren, Schnitte, Stoffe, Kurzwaren ordnen und katalogisieren und dich mit anderen Näh-Nerds vernetzen. Insgesamt hilft die App, beim Nähen die Übersicht zu behalten.

Jetzt hast Du hoffentlich jede Menge Lese- und Stöberinspiration zum Nähen für Damen. Ich gestehe: Ich bin auch noch nicht durch… und hab noch viel vor mir.

Mit Spaß und Freude wünsche ich Dir tolle Näh-Momente für dich.

*Bitte beachten: Ich kennzeichne diesen Beitrag als Werbung, da er auf verschiedene Seiten mit Onlineshops verweist. Ich erhalte allerdings nichts für diese Links und verlinke nur auf die Seiten, die ich für spannend und inspirierend halte.

Checkliste Näh-Start: Wie und womit Du anfängst und was Du benötigst

Nähen lehrt Ruhe und Gelassenheit, nähen erdet und nähen entschleunigt auf eine sehr angenehme, produktive Art und Weise.

Du möchtest auch anfangen zu nähen? Das Nähhandwerk erlernen und eigene Kleidung, Deko, Heimtextilien schaffen? Kein Problem. Lass uns loslegen. Hier kommt meine Checkliste für Deinen Näh-Start.

Ich bin, im Gegensatz zu vielen anderen Nähbloggerinnen, selbst noch in den Nähanfängen und würde mich als fortgeschrittene Anfängerin bezeichnen. Dadurch bin ich noch ein ganzes Stück näher an Dir dran und möchte dich daher gerne mitnehmen auf die Nähreise.

Checkliste: So startest Du mit dem Näh-Hobby

Mit dem heutigen Blogbeitrag möchte ich dich ermutigen, den Schritt in die Nähwelt zu starten und dir aus meinen Anfängen und von meinen Start-Erfahrungen berichten.

Am Anfang steht das MACHEN. Also lass uns loslegen:

Warum möchtest Du eigentlich Nähen?

Anders gefragt: Wie viel Anfänger bist Du denn wirklich?

Hast Du tatsächlich noch nie eine Nähmaschine, Nadel und Faden vor dir stehen/liegen gehabt? Beschränkt sich Deine Näh-Erfahrung auf den Handarbeits-Unterricht in der Grundschule (bei uns hieß das “TW – Technisches Werken”, wenn ich mich richtig erinnere und war eine einzige Katastrophe)?

Oder kennst Du die Näherei von zu Hause, von Oma, Mama oder Tante? Gefallen Dir Posts anderer Näherinnen? Möchtest Du dem Fast-Fashion-Zirkus entfliehen? Hast Du bereits frühere Erfahrungen? Hast Du schon mal eine Nähmaschine aus der Nähe gesehen, bist bereits an einer gesessen und konntest schon erste Nähte ausprobieren?

Warum diese Fragen wichtig sind?

Beim Nähen benötigt es leider eine – zum Teil teure – Grundausstattung, ohne die Du nicht starten kannst, weshalb es gut überlegt sein will, ob Du tatsächlich starten willst, ob es Dir überhaupt Spaß macht und Du Dir ehrlich vorstellen kannst, länger am Ball zu bleiben. Deshalb solltest Du Dir sicher sein, dass Nähen das perfekte Hobby für dich ist.

Eine Nähmaschine ist der wichtigste, aber auch teuerste Baustein, für Deinen Start in die Näherei.

Meine Tipps zum Start, damit Du sicher sein kannst, das richtige Hobby gefunden zu haben:

  1. Schnapp Dir einen erfahrene(n) Näher(in) aus Deinem Umfeld, der/die Dir ihre Maschine mal zeigen, dich ein bisschen Probenähen lassen und ggf. auch die Grundzüge / den Grundaufbau einer Nähmaschine zeigen. Das war ein gutes Gefühl? Dann weiter zu Punkt 2:
  2. Leihe Dir (wenn möglich) eine Maschine, um erste eigene Erfahrungen zu sammeln. Vielleicht kennst Du jemanden, der eine Nähmaschine im Schrank stehen hat und sie Dir ausleiht. Vielleicht gibt Dir der Maschinen-Besitzer oder jemand anderes auch noch ein Stückchen Stoff und Garn mit und schon kann es losgehen. Du hast keine Möglichkeit eine Maschine zu leihen? Schau mal, ob es bei Dir in der Nähe einen Nähkurs gibt, der mit Leih-Maschinen arbeitet. Wenn ja: Greif zu!
  3. Abgesehen vom Kennenlernen der Nähmaschine(n) ist es wichtig, dass Du die Frage nach dem “Was” ehrlich beantwortest: “Was möchtest Du nähen?” Denn das “Was” bestimmt zum Beispiel die Wahl der Nähmaschine. Zum Quilten und Patchworken benötigst Du beispielsweise andere Nähmaschinen als zum simplen Shirts-Nähen. Eine Jeans und dicke Outdoorstoffe, am besten noch in mehreren Lagen, benötigen eine Nähmaschine mit richtig viel Power.
  4. Du hast dich entschieden mit dem Nähen anzufangen und möchtest mit eher einfachen Projekten starten? Dann empfehle ich Dir, ein einfaches Nähmaschinenmodell zu erstehen. So bin ich auch gestartet. Von Kind auf hab ich bei Mama und Oma über die Schultern gelinst und durfte an Mamas Maschine erste Nähte üben. Dann kam der Moment, an dem ich selber eine Nähmaschine besitzen wollte. Ein Angebot zu einer AEG-Maschine in einem Versandhandels-Katalog gab den Ausschlag. Ich glaub, die Nähmaschine hat 80EUR gekostet. Nichts Großartiges. Aber für den Anfang vollkommen ausreichend. Ich muss dazu sagen: Anfangs dachte ich nur ans Nähen von Fastnachts-(Karnevals-/Faschings-)Kostümen. Und dafür war die Maschine wunderbar. Der Wunsch nach einer besseren Nähmaschine, die mehr Stiche kann, von Haus aus mehr Füßchen und Zusatzausstattung mitbringt und auch anspruchsvollere Nähprojekte bewältigt, kam dann erst mit der Zeit.
  5. Eine weitere Möglichkeit, um eine gute Anfängermaschine zu finden: Geh in ein Nähmaschinengeschäft in Deiner Nähe und lass dich dort beraten. In den Läden darfst Du immer probenähen und kannst dich vor Ort von einer erfahrenen Näherin zu “Deiner” Maschine führen lassen.

Jetzt hast Du schon erste Erfahrungswerte und ggf. schon eine Maschine. Perfekt. Dann solltest Du jetzt wissen, ob das mit dem Nähen etwas für Dich ist oder nicht… Ja? Na dann geht’s natürlich weiter!

Die Grundausstattung: Alles, was Du für einen guten Start und erste eigene Projekte brauchst (Checkliste)

Wie immer, wenn man mit etwas Neuem beginnen möchte, stehen Anschaffungen an und es gilt die Frage zu klären: Was brauch ich denn dafür alles?

Die Nähmaschine war klar und haben wir ja bereits geklärt. Viele Profi-Bloggerinnen gehen übrigens mit dem “Starte mit einer günstigen Maschine” nicht mit. Das kann man natürlich halten wie man möchte und wenn Du über das nötige Kleingeld verfügst, kannst Du natürlich auch direkt mit einem hochwertigen und teuren Modell starten. Das ist am Ende Dir überlassen. Für mich war der Start so wie beschrieben der richtige Weg und ich konnte an der einfachen Maschine die Grundzüge des Nähens lernen.

Eine kleine, feine Grundausstattung reicht, um erste Nähprojekte in die Tat umzusetzen.

Was es sonst noch braucht, um ordentlich mit dem neuen Hobby starten zu können? Hier mal eine kleine Checkliste der Must-Haves:

  • Schere: eine gute Stoffschere, hier bitte keinesfalls auf günstige Modelle setzen. Die Schere ist das A und O für Deine Näh-Projekte. Ich hatte die Schere bevor ich eine Nähmaschine hatte 😉
  • Stecknadeln oder Stoffklammern damit Dir die Stoffe nicht um die Ohren flattern.
  • Nähmaschinennadeln: Für den Start reichen erstmal Universalnähnadeln. Diese gibt es in kleinen Päckchen in unterschiedlichen Stärken. Solltest Du schnell ins Jersey-Nähen starten, dann unbedingt auch Jersey-Nadeln besorgen.
  • Maßband für schnelles Nachmessen und Abmessen.
  • Nahtauftrenner: Ist häufig im Lieferumfang der Nähmaschinen enthalten und (leider) unerlässlich. Nicht nur am Anfang Deiner Näh-Karriere.

Was sonst noch wichtig, aber nicht direkt für das erste Projekt notwendig ist:

  • Ein Stoff-Stift oder Schneiderkreide und evtl. auch ein Trickmarker (der verschwindet nach ca. 30min. wie von Zauberhand wieder vom Stoff) zum Übertragen des Schnittmusters auf den Stoff.
  • Lineal und Geodreieck zum exakten Zeichnen gerader Linien. Man kommt hier allerdings auch mit vorhandenen Linealen aus der Schreibtischschublade sehr weit.
  • Eine kleine(re) Fadenschere oder ein Fadenschneider.

Was mit der Zeit bestimmt dazu kommt 😉 Nähgadgets gibt es wahrlich zuhauf. Und mit der Zeit werden die Nähzubehör-Körbchen und Täschchen voller und voller…

  • Schneideunterlage in unterschiedlichen Größen, damit Du gut und sicher Deine Schnittteile zuschneiden kannst.
  • Rollschneider – der steht aktuell bei mir auf der “Muss ich unbedingt haben”-Liste.
  • Nadelmagnet, damit Du nicht immer auf dem Boden nach der Nadel im Heuhaufen suchen musst.
  • Obertransport-Fuß für saubere Nähergebnisse auch bei rutschigen Stoffen. An dieser Stelle: “Liebes Christkind, ich wünsche mir einen Obertransport-Fuß. War auch sehr lieb und hab ihn mir bestimmt verdient.”
  • Mini-Bügeleisen: Beim Nähen muss man leider immer wieder Nähte umbügeln, Einlagen aufbügeln, Stoffe glatt bügeln und noch mehr bügeln, bügeln und bügeln. Damit Du nicht immer das große Bügeleisen rausholen musst, ist ein kleines Mini-Bügeleisen durchaus praktisch.
  • und dann gibt es da noch sooooo viel mehr. Ich hör daher mal auf, Du wirst über kurz oder lang bestimmt über viele sinnvolle und weniger sinnvolle Näh-Gadgets stolpern.

Und natürlich benötigst Du alle Materialien, die sich aus dem von Dir gewählten Modell ergeben: Stoffe, Garne, Bänder, Knöpfe, Reißverschlüsse, Einlagen etc. Diese Angaben finden sich allerdings immer im Schnittmuster.

Du suchst Ideen für erste eigene Näh-Projekte? Schau mal in meinen Pinterest-Account. Hier findest Du eine Pinnwand mit Ideen für Anfängerprojekten. Meine ersten Projekte waren ein Utensilo, eine kleine Babymütze und ein Halstüchlein. Die Mütze war allerdings direkt zu klein und liegt heute in der Puppenkiste 😉 Was ich ziemlich schnell genäht habe, war ein Strampler für meine Tochter und Beanies in Hülle und Fülle.

Viel Spaß beim Näh-Start!

Nähen zur Entschleunigung – geht das? ;-)

Mit dem Nähen ist das ja so eine Sache. Einerseits ist es total schön, zu sehen, wie ein neues Kleidungsstück oder Heimtextilien, Taschen etc. entstehen. Selbstgemacht. Ich bin jedesmal stolz wie Bolle, wenn ich wieder ein Teil fertig habe. Vermutlich bin ich dann die Tage darauf auch immer ein gutes Stück größer 😉

Aber andererseits…

…ist der Weg bis dahin manchmal steinig und hart. In meinen ersten Näh-Erinnerungen sehe ich meine Mutter vor mir, die jedes Jahr nach Silvester zur Nähmaschine griff, um ein tolles, wunderschönes Fastnachtskostüm zu schneidern. Das hatte aber selten was Idyllisches, sondern bestand meistens aus viel Gefluche und Gestöhne, weil es mal wieder nicht lief.

(Zugegeben: Es waren häufig echt schwere Sachen dabei wie “mal eben einen Frack nähen” oder “20 Meter Tüll kräuseln” oder “mehrere Lagen dicker / rutschiger / fusselnder Stoff zu locker schwingenden Röcken verarbeiten”.)

Aber das Ergebnis war immer: Herausragend und toll. Erinnert mich, dass ich euch Bilder schuldig bin 😉

Warum ich trotzdem Näh-Nerdin bin?

Ich selbst verzweifle meist an meiner Unfähigkeit, mangelnder Feinmotorik, zwei linken Händen und/oder absoluten Verständnisproblemen.

Und dennoch: Es macht mir unglaublich viel Spaß und lässt mich vor allem abschalten. Insgesamt finde ich nämlich, dass Nähen zur Entschleunigung beiträgt und einen echten Entspannungsmoment hat. Durch die Konzentration und den Fokus auf die Arbeit mit dem Stoff und an der Nähmaschine lässt man alles, was einen beschäftigt, alle Termine, alle Stressfaktoren ganz unbewusst und automatisch hinter sich.

Zumindest ich bin beim Nähen nicht Multitasking-fähig. Da heißt es volle Konzentration auf das, was da entstehen soll. Da blende ich alles, was rechts oder links, vor- oder hinter mir passiert, komplett aus und bin nur für dieses Stück Stoff, die Nadel und den Faden da. Ohne Kompromisse.

Nähen entschleunigt und lässt Dich abschalten
Nadel, Faden, Schere, schöne Stoffe und schon kannst Du den Alltag hinter Dir lassen.
Nähen ist ein entschleunigendes Hobby.

Wichtig: Sobald ich mich an die Maschine setze, schließe ich kurz die Augen, atme tief ein und aus, schüttel mich durch und lege den Schalter um.

Und dann leg ich los und es geht mir gut!

Auch wenn ich Fehler mache, ist das nur selten wirklich schlimm für mich. Dann wird eben improvisiert. Das Ergebnis ist selten perfekt und das muss es – zumindest im Moment – auch noch gar nicht sein. Selbstgenähten Kleidungsstücken, Decken, Kissen, Taschen etc. darf man ansehen, dass sie genau das sind: SELBSTGEMACHT. Nicht von der Stange, aber immer mit Herz.

Gelassenheit, nicht Perfektion lautet das Ziel!

Mir fällt immer wieder auf, wie viele Menschen um mich herum versuchen, perfekt zu sein. Menschen, die immer und überall versuchen, sich und ihr Leben zu optimieren, zu perfektionieren, die keine Fehler zulassen (können/wollen) und sich damit – aus meiner Sicht – unnötig verrückt machen.

Warum eigentlich?

Warum sind wir nicht mit etwas weniger Perfektion zufrieden und Stolz auf das, was wir mit Gelassenheit und Ruhe erreichen? Ich ertappe mich selbstverständlich auch immer wieder dabei, alles richtig machen zu wollen.

Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb ich mich regelmäßig an die Nähmaschine setze: Mehr Gelassenheit lernen. Denn beim Nähen weiß ich, dass ich noch ganz am Anfang stehe; dass ich nur die Basics beherrsche, dass ich bzw. das Ergebnis nicht perfekt sein müssen; dass ich stolz sein darf auf jede kleine Mütze, jedes Kissen, jedes T-Shirt und jedes Kinderkleidchen, das fertig auf dem Tisch liegt.

Und das darfst Du auch sein! Sei stolz auf Dich und auf das, was Du jeden Tag leistest!

Ich glaube, ich bin ein wenig vom Thema abgekommen und sollte diesen Beitrag vermutlich von “Nähen zur Entschleunigung” in “Nähen für mehr Gelassenheit” umbenennen. Aber Gelassenheit führt automatisch zu mehr Ruhe und damit auch zur Entschleunigung.

Wenn das Leben während des Nähens still steht und alles, was Dich beunruhigt, stresst, nervt, blockiert, in den Hintergrund rückt, dann befindest Du dich auf dem Weg zu mehr Entschleunigung.

Wie geht euch das? Könnt ihr beim Nähen entspannen? Ist die Arbeit mit Schere, Nadeln, Maßband, Stoffen, Garn und Nähmaschine für euch ein Moment, in dem ihr zur Ruhe kommt? Oder schlägt euch das Herz bis zum Hals und ihr könntet verzweifeln und durchdrehen, wenn es mal wieder nicht klappt? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Ein Hallo zum Start!

Ich bin Miriam. Stolze Mama von zwei Kleinkindern und Marketing Managerin in einem Software-Unternehmen. Wir wohnen in einem großen Dorf am Fuße des Schwarzen Waldes und genießen die Natur, aber auch die Nähe zur Stadt.

Warum dieser Blog?

Der Corona-Lockdown hat mir eines ganz klar gezeigt: Unser aller Leben ist so voll gepackt mit Terminen, (vermeintlichen) Pflichten, Erwartungen und Stress, dass man kaum mehr zur Ruhe findet und sich selbst ganz schnell vergisst und unterzugehen droht im Hamsterrad des Alltags. Die Entschleunigung die mit Homeoffice, heimischer Kinderbetreuung, Streichung aller Termine einsetzte, war: Schön und wichtig für alle.

Denn gefühlt bleibt irgendwas irgendwann auf der Strecke und abends fällt man gerade als Eltern nur noch aufs Sofa und streckt alle Viere von sich. Ich habe mir daher zum Ziel gesetzt, soviel wie möglich dieser “Beruhigung des Alltags” beizubehalten.

Beruhigung des Alltags

Ausgleiche finden, die mich selbst – aber natürlich auch meine Familie, glücklicher und zufriedener machen, versuche ich vermehrt in unseren / meinen Alltag zu integrieren und mir Freiräume für kleine Glücks-Projekte zu schaffen.

So sitze ich jetzt vor einer Nähmaschine und stöbere online durch Unmengen von Stoff-Shops, streife (sobald wieder möglich) über den Stoffmarkt und nähe Kinderkleidung und Deko. Nähen entschleunigt und lehrt Gelassenheit. Probier es mal aus. Ich kaufe Bastelkram und erfreue mich über die ersten Bastelarbeiten der Kinder und über die tollen Ideen, die ich auf Pinterest gefunden hab und die wir zusammen auf unsere Art umsetzen. Oder nehme mir bewusst Zeit, um zu Kochen oder zu Backen, um ein Bewusstsein für Selbstgemachtes zu fördern und uns allen kleine, einfache Köstlichkeiten zu kredenzen.

Meine neueste Entdeckung: Der Garten. Ich will gärtnern – eigene Tomaten, eigene Paprika, Brokkoli, Salat… alles möchte ich auf einmal anbauen und ernten. Schön machen – es soll bunt sein, wild sein, aber doch ein bisschen geordnet bitte… Warum mich (und bestimmt auch Dich) ein Garten glücklich macht, erfährst Du hier.

Und genauso “geordnet wild” soll auch dieser Blog werden.  

Also warum noch ein Blog von einer Mami, die keine Hausfrau sein möchte und doch einige der klassischen Klischees erfüllt (zumindest wenn man die Putz-Unlust und den Hass auf das Bügeleisen beiseite schiebt)?

Vielleicht weil es mir wichtig ist zu schreiben und zu zeigen, wie “normaler” Alltag in deutschen Familien aussieht. Womit eine Organisationschefin jeden Tag zu kämpfen hat, was wie aneinander vorbei organisiert werden will und wie man es letztendlich schafft, selbst nicht unterzugehen und die vielleicht auch kleinen Dinge des Lebens (wieder) wertschätzen lernt. Wie man sich selbst wieder mehr wahrzunehmen lernt und mit kleinen Dingen Freude, Ruhe und Zufriedenheit herstellt.

Es sind nicht die großen Reisen, die teuren Möbel, das zwanzigste Shirt, der neue Schuh oder der Besuch im Sterne-Restaurant, die das Leben lebenswert machen. Es sind die tausend kleinen Dinge im Alltag, die alles zum Leuchten bringen. Der Rest ist schmückendes Beiwerk. Alles nett, aber man sollte sich bewusst machen, dass es auch ohne gehen sollte und bei vielen auch muss.  

In diesem Sinne freue ich mich auf die gemeinsame Reise mit Euch!

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