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Es weihnachtet sehr – auf zum Weihnachtskleid-Sewalong 2021

Das MeMadeMittwoch-Team hat zum Weihnachtskleid-Sewalong aufgerufen und da bei mir zwei Winterkleider auf der Nähliste stehen, fiel die Entscheidung mitzumachen rasend schnell.

Heute geht‘s los mit den Überlegungen, was genäht werden soll: Kleid-Bluse-Hemd, erlaubt ist, was gefällt.

Bei mir wird es eher bequem und lässig-schick. Beide Kleider-Projekte sind schon länger geplant und nicht explizit für Weihnachten. Da ich aber nicht so schnell voran komme, wie gedacht, werden die beiden Schätzchen vermutlich pünktlich zum Fest fertig. Welches der beiden am Ende DAS Weihnachtskleid 2021 wird, möchte ich bewusst offen lassen.

#WKSA21 Kleid 1 – La Glenna

Mein erstes Projekt ist ein Kleid nach dem Schnitt „La Glenna“ von Schnittgeflüster. Den Schnitt hatte ich mir bereits im letzten Winter gekauft und jetzt soll ein gemütliches und dennoch schickes Kleid entstehen.

Technische Zeichnung La Glenna von Schnittgeflüster
Ein wandelbares Schnittmuster: Kurz, lang, mit oder ohne Kapuze…

Das Kleid ist ein Hoody-/Sweatkleid in A-Linie. Es kann jedoch auch – wie auf nebenstehendem Bild in Pulli-Länge genäht werden. Ich werde den Schnitt mit kleinem Stehkragen und ohne Kapuze, dafür mit Taschen nähen.

Beim Stoff habe ich mich für einen violetten Sweatstoff / French Terry von Swafing entschieden.

Schnitt und Stoff sind bereits vorbereitet und warten auf die Verarbeitung. Ein kleiner Fehler hat sich allerdings schon eingeschlichen… aber von dem erzähle ich im zweiten Beitrag zum #WKSA.

#WKSA21 Kleid 2 – Schlauchkleid

Projekt zwei ist das Schlauchkleid von The Couture, ein kostenloser Schnitt, der alternativ auch als Rollkragen-Pullover genäht werden kann. Ich habe mich entschieden, die Langarm-Kleidversion nähen.

Schlauchkleid von The Couture

Den Schnitt muss ich noch ausdrucken und vorbereiten.

Der Stoff ist gewaschenen und wartet auf seine Verarbeitung: Ein bordeaux-roter „Bono“-Strick, ebenfalls aus dem Hause Swafing. Die Qualität ist einfach toll und überzeugt auf ganzer Linie.

Weihnachtskleid-Sewalong es kann losgehen!

Zwei Kleider – beißt sich das nicht mit meinem Klamotten-Schrank-Abbau (siehe meinen Beitrag hier)? Für mich nicht. Seit ich mit dem Nähen angefangen habe, versuche ich, eine Garderobe für mich zu gestalten, die aufeinander aufbaut, nur Teile enthält, die zu mir und meinem Stil passen, gut kombiniert werden können und die mich hoffentlich lange begleiten.

Im letzten Winter habe ich – vermutlich aufgrund der Homeoffice-Lockdowns-Situation – Winterkleider für mich entdeckt und damals schon beschlossen, mir noch zwei oder drei weitere Kleider für die kalten Tage zu nähen, die meine Garderobe ergänzen. Aktuell habe ich vor allem sehr dunkle, schwarz / graue Kleider, das möchte ich ändern.

Mal schauen, wie gut mir das mit den beiden gewählten Schnitten und Stoffen gelingt. Wichtig ist mir, keine Feiertagskleider zu nähen, die ich ausschließlich zu festlichen Anlässen tragen kann. Vielmehr sollen Kleider entstehen, die sowohl im Alltag, im Büro als auch für festliche Gelegenheiten geeignet sind.

Mehr zum Projekt gibt es am 05.12. in zwei Wochen. Bleibt gespannt und jetzt husch ich rüber und schau mal, was die MMM-Damen für Gedanken rund um ihre Weihnachtsgarderobe hegen. Ina vom Fitzladenblog macht heute den Auftakt mit wunderschönen Stoffen und Schnittideen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an das MMM-Team, das sie den traditionellen Weihnachtskleid-Sewalong auch in diesem Jahr wieder organisieren.

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Nachhaltigkeit und Nähen – ein perfect Match?*

Wie nachhaltig ist es eigentlich, sich seine eigene Kleidung zu nähen? Stimmt es, dass Nähen ein nachhaltiges Hobby ist? Das Thema Nachhaltigkeit ist auf jeden Fall in aller Munde, nicht nur bei uns Hobby-Näherinnen. Doch gerade wir können einiges dafür tun, Mode und Nachhaltigkeit ein Stückchen enger zusammenrücken zu lassen.

Inspiriert von einer aktuellen Podcast-Episode von Meike von Crafteln sowie vom November-MMM-Beitrag von Twill & Heftstich sowie einigen Insta-Posts, habe ich mir meine eigenen Gedanken zu Nachhaltigkeit und Nähen gemacht. Vorweg: Ich möchte hier nicht mit dem Zeigefinger auf jemanden zeigen und ich möchte auch nicht mahnend rüberkommen, sondern vielmehr zum Nachdenken anregen. Denn ich weiß eines ganz genau: Ich muss vor allem bei mir selbst anfangen. Und zwar ganz schnell.

Nachhaltigkeit – ein facettenreicher Begriff

Lange habe ich mir überlegt, wie ich diesen Beitrag starten könnte – womit? Welche Richtung soll der Beitrag erhalten? Das Thema Nachhaltigkeit und Nähen ist so vielschichtig – wo soll ich anfangen und wo aufhören?

Am meisten beschäftigt mich persönlich der Aspekt “voller Kleiderschrank”. Ein Kleiderschrank mit viel zu viel Inhalt, denn da fühle ich mich direkt ertappt.

Doch da sind auch noch andere Aspekte, die unbedingt erwähnt werden müssen:

Die Stoffproduktion

Zum einen der Aspekt der Stoffproduktion – beginnend beim Anbau von z.B. Baumwolle oder den Zuchtbedingungen von „wolle-produzierenden“ Tieren bis hin zu den chemischen Prozessen, die bei der Herstellung von z.B. (stonewashed) Jeans verwendet werden. Allein für die Produktion einer einzigen Jeans benötigt es 7.000 Liter Wasser! (Greenpeace-Studie, siehe Link unten) Da liegt Vieles im Argen und mit der Wahl der richtigen Stoffe können wir „Selber-Näherinnen“ schon mal einiges beeinflussen. Beim Kauf von Kleidung kann ebenfalls darauf geachtet werden, ob das Material den eigenen Nachhaltigkeits-Werten entspricht. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich hier noch so gar nicht konsequent bin. Da muss ich eindeutig an mir arbeiten.

Die Langlebigkeit

Zum anderen gibt es den Aspekt der Langlebigkeit von Kleidung. Viele Kleidungsstücke sind heutzutage zur Wegwerfware verkommen. Billig produziert, billig gekauft und schnell abgerockt. Manuela von Twill & Heftstich hat geschrieben (auf Basis eigener Recherche), dass ein Kleidungsstück dann als nachhaltig gilt, wenn es 30mal getragen wurde. Das finde ich eine gute Hausnummer, um mal im Kopf den eigenen Schrank und die einzelnen Teile durchzugehen. Auch hier haben wir Verbraucher:innen es selbst in der Hand: Ein qualitativ hochwertiges Ausgangsprodukt und eine gute Verarbeitung sind der Grundstein für ein neues Lieblingsteil, das uns lange begleitet.

Der volle Kleiderschrank

Jeder Erwachsene in Deutschland nennt durchschnittlich 95 Kleidungsstücke sein eigen – Frauen einige mehr als Männer. Jeder Dritte besitzt zwischen 100 und 300 Kleidungsstücken. Das macht mehr als 5,2 Milliarden Kleidungsstücke nur in Deutschland, so das Ergebnis einer Umfrage von Greenpeace. Ganz schön viel. Wenn wir uns jetzt noch überlegen, wie viele dieser Kleidungsstücke kaum oder nur wenig getragen werden und dann auf dem großen Müllberg landen, erahnt man, wie groß das Problem Fast Fashion und Wegwerfkleidung tatsächlich sind: Jedes fünfte Kleidungsstück wird laut Greenpeace so gut wie nie getragen. Harte Zahlen, harte Fakten.

Nachhaltigkeit und Nähen: Mit Augenmaß, um den vollen Kleiderschrank zu vermeiden.
Weniger ist manchmal mehr – Minimalismus liegt zwar im Trend, doch gerade vor dem Kleiderschrank ist es oftmals nur ein frommer Wunsch.

Warum sind die Kleiderschränke so voll?

Ich selbst war und bin keine Shopping-Queen. Und dennoch kann ich die Gründe für die vollen Kleiderschränke (und meinen insbesondere) gut nachvollziehen:

  1. Da sind all die Kleidungsstücke, die man nur für bestimmte Anlässe kauft. Einmal, maximal zweimal getragen und dann hängen sie da und hängen und hängen und hängen und warten auf einen neuen Einsatz, der allzu oft nie kommt.
  2. Die Dauerpräsenz der aktuellsten Trends und Must-haves. Ständige Verführung und stetige Neuerfindung der Modeindustrie. 24 neue Kollektionen/Jahr sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Der Anreiz, immer das Neueste zu besitzen und immer up-to-date zu sein, beflügelt die Kauflust einer verwöhnten Luxus-Gesellschaft, die in allen Bereichen im Überfluss lebt.
  3. Ramschpreise für Kleidung – Sonderangebote und Aktionen wohin das Auge blickt. Kauf hier mit Rabatt X, nimm hier das Mega-Schnäppchen Y und schwups, liegen wieder neue verheißungsvolle Teile im Schrank. (Zugegeben: Wenn diese Teile dann zwei- bis dreimal getragen sind, wandern sie vom Schrank gerne in die Tonne… Nachhaltigkeit geht anders. Oder sie liegen einfach ungetragen im Schrank.)
  4. Bei den Selber-Näher:innen: „Nähmaschinen-Flitzer“ hier, „Gewinnspiel-Nähen“ dort, neues „superduper, muss ich haben Schnittmuster“ hier, der „tollste Stoff allerzeiten“ dort. Und schon stapeln sich die Stoffe im Regal, die Näh-Projekte unter der Nadel und die fertigen Teile im Schrank.

So wächst der Stapel stetig. Ungebremst. Irgendwo findet sich doch immer noch ein Plätzchen im Schrank. Da mag dieser noch so klein sein. Kein Wunder, dass ca. 40% aller Kleidungsstücke ungetragen in deutschen Schränken hängen und liegen.

Ehrlich währt am längsten: Ich zähl nach

Und da dachte ich mir: Jetzt bin ich neugierig, jetzt will ich es wissen. Augen zu und durch: Ich zähl nach.

Ergebnis: Erschreckend. Ich lass ab sofort die Nähmaschine im Regal, “entfolge” allen Näh-Accounts im WWW und schaue nie nie nie mehr in einen Stoff- oder Schnittmuster-Shop rein – geschweige denn in ein Mode-Geschäft.

Ich kam tatsächlich auf sage und schreibe 174(!!!!) Kleidungsstücke:

  • 27 Tops
  • 23 T-Shirts
  • 21 Longsleeves
  • 5 Blusen
  • 9 Blazer (nur noch 8 – einen habe ich tatsächlich gerade verkauft über Vinted. Yes, she can!)
  • 6 Cardigans / Strickjacken
  • 20 Pullover
  • 24 lange Hosen
  • 10 kurze und 3/4 lange Hosen
  • 9 Röcke
  • 16 Kleider
  • 14 Jacken und Mäntel

Und da sind die Nachtwäsche, Bademode, Socken, Strumpfhosen, Leggins, Sportbekleidung und Jogginghosen noch gar nicht mitgerechnet.

Ich bin schockiert. Ich gehöre also eindeutig zu diesem „Drittel“ mit 100-300 Kleidungsstücken. Mist.

Aber: Bringt nichts, jetzt muss ich das Beste daraus machen. Immerhin beschäftige ich mich damit, immerhin hab ich vor einem Jahr angefangen, der Modeindustrie ein stückweit den Rücken zu kehren und nähe seitdem fast alles selbst und bewusst.

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Ist denn Nähen so nachhaltig?

Sagen wir mal so: Die eigene Kleidung selbst zu Nähen, kann definitiv nachhaltig sein. Es kann aber genauso gut „Fast Fashion“ sein, genau wie bei Pri… und …&mmm gekauft. Auch beim selber Nähen kommt es am Ende auf das WIE und noch mehr auf das wieVIEL an.

Einen aus meiner Sicht sehr sehr positiven Aspekt hat das Nähen aber auf jeden Fall: Man lernt den Wert von Kleidung schätzen.

Denn selbst wenn der Stoff günstig und der Schnitt im besten Falle kostenlos sein mögen, benötigt es doch viel Zeit, Geduld und auch Akribie, um ein schönes Kleidungsstück entstehen zu lassen. Selbstgenähte Kleidung kann kaum in einen „Preis“ umgerechnet werden, da dieser immer sehr hoch wäre. Das Schnittduett hatte hierzu mal eine schöne Podcast-Episode (#6) veröffentlicht, die ich euch sehr ans Herz lege.

Wie kommen wir da wieder raus? Wie bringen wir Nachhaltigkeit und Nähen unter einen Hut?

Das mein Kleiderschrank viel zu voll ist, weiß ich schon lange. Das die Masse verkleinert werden muss, ebenfalls. Ich bin dran. Kaufkleidung vermeide ich zu großen Teilen, ich miste viel aus und versuche gute Kleidungsstücke konsequent zu verkaufen oder zu verschenken.

Mein Ausmist-Stapel des heutigen Tages. Ein bunter Haufen Kleidung und ein Schritt in Richtung „nachhaltiger, sinnvoller Kleiderschrank“
Mein Ausmist-Stapel des heutigen Tages… wie kamen eigentlich die 5 schwarzen Stoffhosen mit Bügelfalten in meinen Schrank? Die Erkenntnis: Raus aus dem Schrank und in Kisten verpackt befreit ungemein.
Drei Stapel aussortierter Kleidung: Verschenken, verkaufen, umarbeiten
Aus einem großen werden drei kleinere Stapel: Links: Möchte ich verkaufen; Rechts: kommt in die Verschenke-Kiste; Vorne: Wie könnte ich die Jacke retten? Leider klappt der Kragen beim Tragen immer auf. Ich überlege, den Kragen von Hand etwas anzunähen, um das Aufklappen zu verhindern. Mal schauen, ob das klappt, wenn nicht, möchte ich zumindest den traumhaften Stoff recyceln.

Aber warum noch Kleidung nähen? Scheinbar ist doch alles da? Was können wir Selber-Näher:innen tun für mehr Nachhaltigkeit rund um unser Hobby?

  1. Nähen mit Augenmaß. Lieber ein aufwendigeres Teil als fünf bis zehn „Nähmaschinen-Flitzer“. Ich bin manchmal echt erstaunt, wenn ich auf manchen Instagram-Accounts beinahe täglich neue Näh-Meisterwerke entdecke. Selbst wenn nur jeden zweiten Tag ein neues Kleidungsstück entsteht, sind das im Laufe eines Jahres mehr als 175 Teile! Also einmal mein Kleiderschrank. Wann werden diese Teile alle getragen?
  2. „Näh deinen Stil“ – um es mit den Worten von Elle Puls zu sagen. Näh die Kleidung, die Dir wirklich steht und nicht die Teile, die zwar an anderen gut aussehen, dich selbst aber nicht zum Strahlen bringen. Kleine Sneak Peak: Meinen persönlichen Erfahrungsbericht zum „Näh deinen Stil Club“ findest Du demnächst hier an dieser Stelle 😉
  3. Nähe planvoll. Überlege zu Beginn jeder Saison, was Du tatsächlich für neue Kleidungsstücke benötigst und was bereits vorhanden ist. Was fehlt, um neue Kombinationen ausprobieren zu können und Deine vorhandene Garderobe zu bereichern? Gestalte kleine persönliche Kollektionen voller Lieblingsstücke. Evtl. Bringt dich das Konzept der Capsule Wardrobe weiter.
  4. Augen auf bei der Stoffauswahl. Achte auf Nachhaltigkeits-Label. Achte auf die Qualität der Stoffe. Wer billig kauft, kauft zweimal – das gilt auch für den Stoffkauf.
  5. Projekt-basierter Einkauf: Klingt irgendwie sehr verkopft, gemeint ist aber nur, dass Du nicht blind Stoffe, Bänder, Knöpfe, Reißverschlüsse etc. einkaufen solltest, sondern immer zu jedem neuen Näh-Projekt die dafür benötigten Utensilien und Stoffe. So reduziert sich der Stoff-Stapel in Deinem Nähzimmer bzw. Stoffregal; zumindest wächst er nicht weiter. Dein Stoff-Stapel ist riesig? Dann übe dich doch mal im Stoffabbau.
  6. Wähle die richtige Größe und passe das Schnittmuster bestmöglich auf dich an. Nimm richtig Maß und achte auf die Mehrweite eines Schnittmusters. Ein perfekt sitzendes Kleidungsstück wirst Du auch gerne und oft tragen. Ich verweise an dieser Stelle gerne an Meike von crafteln.
  7. Recycling, Upcycling und Refashion. Wer, wenn nicht wir, kann kaputte Kleidung reparieren, zu eng gewordene Teile dezent vergrößern oder mit etwas Kreativität zu neuen Lieblingsstücken werden lassen?
  8. Wie wäre es mit einer kleinen Challenge? Wir machen eine „12Monate, 12 Teile Challenge“: Im kommenden Jahr wandern nur 12 neue selbstgenähte Lieblinge im Schrank. Jeden Monat ein neues, perfekt zu Dir passendes Kleidungsstück, dass Deine vorhandene Garderobe bereichert. Hättest Du Lust? Schreib es mir in die Kommentare – dann gehen wir gemeinsam ans Werk und nähen im kommenden Jahr gemeinsam unter #12monate12teile

So, ihr Lieben, ich muss wieder an meinen Schrank und weiter misten, aussortieren, wieder entdecken, neu kombinieren und Lücken schließen.

Lass mir doch Deine Gedanken zur Nachhaltigkeit und Nähen da – ich freu mich über jeden Kommentar. I

Und wenn Du noch mehr Lesen möchtest, empfehle ich Dir den Beitrag „Nähen zur Entschleunigung“. Dich interessiert das Thema Minimalismus? Dann geht’s für dich hier weiter. Viel Spaß beim Lesen!

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Jetzt wird‘s kuschelig: Poncho Deluxe

Der November ist da und mit ihm zieht pünktlich so richtig mieses Wetter durchs Land. Genau deshalb wollte ich euch heute eigentlich meinen neuen Softshell-Mantel zeigen, aber ihm fehlt leider noch der Reißverschluss, weshalb ich die Präsentation auf den Dezember schieben muss. Dafür gibt es heute ein echtes Kuschel-Teil, das ich erst gar nicht zeigen wollte: Meinen Poncho Deluxe von Prülla.

Warum ich ihn nicht zeigen wollte?

a) weil es eigentlich ein sehr simples Teil ist und euch MeMadeMittwoch-Expertinnen kaum zumutbar;

b) weil ich immer noch nicht weiß, was ich davon halten soll;

c) weil ich – als Folge aus b) – noch nicht sicher bin, ob ich nicht alles wieder auftrenne und den Stoff anderweitig verarbeite.

Aber da uns bei einer Fahrt entlang des Bodensees eine wundervolle Herbststimmung begleitete, stoppten wir kurzerhand in Birnau für ein paar Fotos. MMM here I am!

Schnitt- und Stoffauswahl

Vorweg die Eckpunkte:

Schnittmuster: Freebook Poncho Deluxe von Prülla
Stoff: Strickstoff „Bene“ von Swafing (gekauft bei „Königreich der Stoffe“)*

Schnitt und Stoff für den Poncho Deluxe - optimal für einen kuscheligen Dauerbegleiter
Nähanleitung und Stoff – optimal für einen kuscheligen Dauerbegleiter

Über den Schnitt bin ich per Zufall gestolpert und war schnell überzeugt: Sieht kuschelig und gemütlich aus und dabei auch noch schick. Runtergeladen, ausgedruckt und los ging’s.

Naja – erstmal hab ich noch Stoff besorgt. In der Nähwelt kommt wohl kaum jemand um die Strickstoffe Bene und Bono von Swafing drum herum und so fand ein Bene in Petrol seinen Weg in mein Stofflager. Der Stoff ist wirklich super. Sooooooo unendlich weich und kuschelig. Richtig zum Wohlfühlen.

Die Anleitung zum Poncho war leider etwas dürftig und zumindest für mich nicht sofort durchschaubar und verständlich. Aber mit etwas Hirnschmalz ging es doch ganz gut.

Den Poncho gibt es in zwei Größen, laut Anleitung misst man die passende Größe anhand des Abstands von Hüfte zum Ellenbogen, also quasi den Fledermaus-Flügel-Abstand (spielt man heute noch Galgenmännchen? Wenn ja, merkt euch das Wort).

Zum Poncho gibt es keinen richtigen Schnitt, sondern man schneidet ein großes Rechteck im Bruch zu, sowie zwei kleinere Rechtecke im Bruch für die Ärmel bzw. Armabschlüsse. Dann legt man einen Arm oben rechts am Rechteck an und einen unten links – es sieht insgesamt sehr krumm und schief aus, aber am Ende kommt tatsächlich ein Kleidungsstück dabei heraus.

Poncho Deluxe: Warm und gemütlich und gleichzeitig schick. Optimal für kühlere Tage geeignet.
Der Poncho Deluxe ist nach etwas Hinzuppeln gut tragbar und im Herbst sowohl wärmend als auch schick.
GRoß, gemütlich mit Kuschelfaktor: Mein Poncho Deluxe von Prülla.
Ä bissele groß ist er zwar, aber so gemütlich

Mein Poncho Deluxe Fazit

Kann man so machen, muss man aber nicht.

Denn: Durch den „schiefen“ Schnitt kommt der Poncho Deluxe leider etwas unförmig daher und erfordert einiges an „Gezuppel“. Wenn man das mag, ein toller Schnitt, mich stört es jedoch teilweise. Das mag auch daran liegen, dass ich die große Größe genommen habe, da ich bei der kleineren Version Bedenken hatte, dass sie mir am Bauch zu kurz wird. Im Nachhinein hätte die kleine Größe vermutlich ausgereicht und mein Poncho wäre weniger Sack-artig.

Hier mal ein Auszug der Familien-Stimmen zum Poncho:
„Das sieht irgendwie komisch aus“
„Mama hast du dir ein Fledermaus-Kostüm genäht“
kurz vor Halloween: „Mama, zieh dir doch dein Fledermaus-Kostüm an“
„Was soll das denn sein?“

Ich selbst muss sagen: Je öfter ich den Poncho trage, umso gemütlicher finde ich ihn und umso wohler fühle ich mich damit. Das mag vor allem am Stoff liegen, aber auch insgesamt ist der Poncho ein „ich kuschel mich so richtig rein“-Teil. Mal schauen, wie meine Stimmung Ende des Winters ist. Wie bereits oben geschrieben, werde ich eventuell ein kleines Stoff-Recycling machen.

Wer weiß, vielleicht finde ich ja DIE Inspiration heute bei den MeMadeMittwochs-Damen. Ich freu mich auf jeden Fall auf all eure schönen Beiträge und deshalb hüpfe ich nun ganz schnell rüber.

Weitere Kreationen, die mir von der Nadel gehüpft sind:

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Hallo Spätsommer! Mit einer Fleece-Weste von Pattydoo

Dieser nasskalte Sommer 2021 darf sich nun verziehen und ich sage “Hallo Spätsommer!” Mit meiner neuen Fleece-Weste nach einem Schnitt von Pattydoo bin ich gerüstet für die kühleren Tage und freue mich, damit wieder beim MeMadeMittwoch dabeizusein.

Schnitt: “Steppweste Judy” von Pattydoo
Stoff: Baumwoll-Fleece von Stoffe-Hemmers

Die Lücke im Kleiderschrank und die Idee zur Fleece-Weste

Schon länger hatte ich keine dünnere Weste mehr für mich im Kleiderschrank. Daunenwesten klar und auch das ein oder andere ärmellose Überwurf-Teil (keine Ahnung, wie man das besser beschreiben soll) waren vorhanden. Aber eine praktische Weste aus Fleece, die sowohl bei Ausflügen jeglicher Art als auch bei der Gartenarbeit an kühleren Tagen übergeworfen werden kann, die hat gefehlt.

Damit kam das Projekt ganz nach oben auf die “To-Sew-Liste” und ich startete mit der Schnitt-Recherche.

Schnitt- und Stoffauswahl

Ziemlich schnell wurde ich bei Ina von Pattydoo fündig. Die Steppweste Judy entsprach genau meinen Vorstellungen und das Anleitungsvideo hat mich dann komplett überzeugt. “So gewappnet schaff ich das auch”, war ein Gedanke. Die Stoffwahl war auch relativ schnell erledigt – zumindest nachdem ich mich mit mir selbst über die Farbe einigen konnte. Dunkelblau. Passender Reißverschluss und passendes Formband dazu. Fertig war die Projektvorbereitung.

Die Fleece-Weste von Pattydoo bei ihrem ersten Einsatz
Die Fleece-Weste von Pattydoo bei ihrem ersten Einsatz
mit spontanem Foto-Shooting

Projektumsetzung mit jeder Menge Spaß

Dachte ich bei der Schnittauswahl noch, ich müsste mich alleine durch das Projekt kämpfen, ergab sich ein glücklicher Corona-Lockerungs-Moment: Meine Näh-Trainerin Beate durfte endlich wieder Näh-Abende anbieten 🙂 Darauf hatte ich seit Herbst 2020 gewartet. Jippie!

Termin geblockt, Nähmaschine, Material und mich selbst eingepackt und ab ins Nähzimmer (kleiner Tipp: schau dir mal Beates süße Schwarzwald-Adler an)!

Was war das nett – lauter gleichgesinnte Nähnerds, viele tolle Gespräche und nebenher wurde genäht und gewerkelt. Die Weste ist fast von allein fertig geworden. Es hat riesig viel Spaß gemacht in einer (kleinen) Gruppe zu nähen und einen kurzweiligen Nähabend in der kreativen Atmosphäre des Nähzimmers zu verbringen.

Das Video zum Westen-Schnitt wurde nicht gebraucht.

Und das Ergebnis?
Passt!

Eine Mini-Kleinigkeit muss ich noch machen: Die Taschen muss ich von unten her noch zunähen, damit der Eingriff kleiner wird.

Die Fleece-Weste von hinten.
Die Fleece-Weste von hinten – sitzt, passt, wackelt und hat ausreichend Luft
Die Weste trägt sich mehr als gemütlich
Eine gemütliche und praktische Weste wie sie bisher im Kleiderschrank gefehlt hat

Mein Fazit zur Fleece-Weste von Pattydoo:

Ein schöner Schnitt, der sich gut nähen lässt. Die Passform ist wie angegeben. Ich habe nach den angegebenen Maßen in Größe 38 genäht und ich habe noch genug Platz, um einen dicken Pulli darunter tragen zu können. Nach Beendigung des Projekts habe ich mir noch das Video angeschaut und ich würde sagen: “Ja, mit so einer tollen Anleitung, ist es gut zu schaffen.” Mir haben natürlich die ein oder anderen kleinen Hinweise und Tricks von Beate sehr geholfen – vor allem das Händchen halten… und die regelmäßigen Hinweise “bügel das mal”…

Mein erstes Mal Fleece vernähen hat sehr gut geklappt und ging reibungslos.

Ich bin glücklich mit meinem neuen Basic-Teil, mit dem ich nun die Spätsommer- und Herbstsaison starten kann.

Nun hüpfe ich rüber zu den MeMadeMittwoch-Mädels und freue mich über tolle neue Kreationen meiner Näh-Vorbilder. Ob es dort auch schon herbstlich wird oder noch der Sommer regiert?

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Weitere Näh-Projekte, die Du für Deine Inspiration nutzen kannst:

Sommer, Sonne, Sommer-Top

Freie Tage wollen genutzt werden und zwar an der Nähmaschine (und zwischendurch auf dem Liegestuhl im Garten). Einige Baby-Geschenke sind dabei von der Nadel gehüpft, eine Short für mich, die aber noch nicht vorzeigbar ist, und ein leichtes Sommer-Top aus Viskose.

Schnitt Sommer-Top: Frau Clara von Studio Schnittreif*
Stoff Sommer-Top: Ein Stoffmarkt-Fund

Das Sommer-Top war ein richtiges Wohlfühl-Projekt. Ich hatte den Schnitt gesehen, heruntergeladen und ausgedruckt. Der Stoff lag im Stoffregal und so konnte ich direkt durchstarten. So schnell und voller Tatendrang war ich lange nicht mehr.

Frau Clara von Studio Schnittreif: Tiptop Sommer-Top
Tiptop Sommer-Top
Frau Clara von Studio Schnittreif - Foto-Shooting will gelernt sein.
Das mit dem Foto-Shooting muss ich noch üben… könnte mal eine von Heidis Models vorbeischauen?
Büro-taugliches Sommer-Top: Frau Clara von Studio Schnittreif
Frau Clara ist absolut Business-tauglich

Sommer-Top: Maß nehmen und Zuschnitt

Da ich – wie immer – zwischen den Maßen lag, habe ich mich entschieden, Größe M mit sehr geringer Nahtzugabe zuzuschneiden. Letztendlich hätte ich auch eine Größe kleiner zuschneiden können, da das Top wirklich viel Platz lässt und luftig geschnitten ist. Ich hatte jedoch Angst, dass es an der Brust zu eng werden könnte. Irgendwie ist es bei mir immer das Gleiche: Ich wähle die Größe nach den angegebenen Maßen und am Ende ist es meist zu groß. Das war hier leider nicht anders. Laut den Maßen der Schnitte müsste ich eigentlich immer eine 38 nähen, aber wie sich bis jetzt noch jedes Mal herausgestellt hat, würde die 36 auch ausreichen. Schnittmusteranpassung muss ich mir folglich noch mehr zu Herzen nehmen.

Beim jetzt vernähten Top habe ich am Schluss die Ärmel nicht mit Schrägband eingefasst, sondern den Stoff einfach nur umgeklappt und festgenäht. Außerdem habe ich die Seiten jeweils um mehr als einen Zentimeter enger genäht.

Jetzt ist es immer noch sehr sehr luftig, geht aber gut und ich kann es wunderbar in einer Hose tragen.

Halsausschnitt mit Kräuselung und Schrägband - das Sommer-Top von Studio Schnittreif
Der Halsausschnitt mit leichter Kräuselung ist mit einem Schrägband eingefasst.
Sommer-Top mit kleiner Schleife und dezentem Rückenausschnitt.
Der Rückenausschnitt mit der kleinen Schleife gefällt mir besonders gut. Ein bisschen verspielt darf gerne sein.
Das Sommer-Top von vorne
Hier nochmal von vorne in der Kopflos-Version 😉

Bügeln – Nähen – Bügeln – Nähen

Da die Viskose etwas “schrumpelig” aus der Maschine kam, hab ich sie gut gebügelt und auch während des Nähens, war das Bügeleisen nie weit. Ich gestehe: Beim Fotos machen hatte ich das Top bereits den ganzen Tag getragen, hier wäre ein kurzes Bügeln durchaus angebracht gewesen.

Insgesamt war der Schnitt einfach zu vernähen und die Anleitung gut bebildert und verständlich. Es gab Momente, da hab ich gedacht: “Hä, warum machen die das denn jetzt so?” – aber letztendlich war es so wie beschrieben richtig. Ein Hoch auf gute Anleitungen und ein Memo für mich: HALTE DICH AN DIE ANLEITUG, DIE WISSEN, WARUM DIE DAS SO SCHREIBEN.

Wie bereits geschrieben, habe ich mir das Schrägband an den Armlöchern geschenkt und nur den Halsausschnitt mit Schrägband versäubert. Es war auch mein erstes Mal Schrägband selber machen und vernähen. War einfacher als gedacht und mit dem tollen Stoff ein Kinderspiel.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis und weiß jetzt schon, dass das nicht meine letzte Frau Clara sein wird. Das Sommer-Top ist luftig und lässig, aber dennoch schick genug für Büro und verschiedene Anlässe. Heute habe ich es an meinem ersten Arbeitstag im neuen Job getragen und direkt ein Kompliment bekommen.

So darf die Nähreise gerne weitergehen und ich freue mich, noch mehr Inspiration bei den Mädels und Damen vom MeMadeMittwoch zu finden.

*Kennzeichnung als Werbung, da im Beitrag auf kostenpflichtige Angebote verlinkt wird. Ich erhalte jedoch keine Gegenleistung für die Nennung und Verlinkung. Es handelt sich nur um Angaben, um Leser:Innen die Suche zu erleichtern.

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