Schlagwort: nähenmachtglücklich

Strickstoff vernähen oder im Fledermaus-Shirt in den Herbst

So muss sich das anfühlen, wenn man ein Schnittmuster-Label gefunden hat, bei dem man sagen kann: Ja, das passt! Und mit “so” meine ich, wenn man sich mit einem zufriedenen und glückseligen Lächeln im Gesicht vor dem Spiegel dreht. Genau “so” erging es mir bei meinem dritten Studio Schnittreif Schnitt: Dem Fledermaus-Shirt FRAU USEDOM aus Strick.

Ich gestehe: Das erste Mal Strickstoff vernähen hat mich ein wenig nervös gemacht. Denn ich hatte einige Artikel gelesen, Posts gesehen und Podcasts gehört, in denen das Vernähen von Strickstoffen als schwierig beschrieben wurde. Strickstoff ribbele sich schnell auf, dehne sich gerne unter der Nähmaschine und führe häufig ein Eigenleben, das sich nur mit Tricks bewältigen lasse.

Aber: Angeblich ist auch Jersey schwierig zu nähen und nichts für Anfänger*innen. Hätte ich das zu Beginn meiner Näh-Karriere gewusst, wer weiß? Vielleicht hätte ich gar nicht erst angefangen. Also ran ans Werk, aber zuerst noch ein Überblick zum Projekt:

Schnittmuster: FRAU USEDOM von Studio Schnittreif*
Stoff: ein feiner, lila-violetter Strickstoff-Traum, den ich bereits vor einem Jahr bei The Couture* gekauft habe. Leider nicht mehr verfügbar.

Jippie! Mein erster selbstgenähter Strickpulli

FRAU USEDOM, ein schönes Fledermaus-Shirt, das sich sehr gut vernähen lässt.
Macht sich gut, so ne FRAU USEDOM.
Angenehm und gemütlich und dennoch nicht langweilig - Strickstoff vernähen ein voller Erfolg
Angenehm und gemütlich und dennoch nicht langweilig.

Das Projekt Fledermaus-Shirt: Der Schnitt

FRAU USEDOM ist ein einfach zu nähender Schnitt für ein Shirt mit Fledermaus-Ärmeln in zwei Weiten. Die Ärmel können 3/4 oder lang genäht werden, auch ein breites/langes Armbündchen ist möglich. Ich habe mich für die schmalere Version mit langen Ärmeln entschieden.

Das Shirt kann aus allen dehnbaren Stoffen genäht werden und der von mir gewählte dünne Strickstoff war perfekt für das Projekt. Von allzu dicken Stoffen würde ich abraten, da dann die Saum-Verarbeitung am Hals schwierig wird.

Da ich zuvor bereits zwei andere Studio Schnittreif Schnitte vernäht hatte und mich mittlerweile vorrangig an den Fertigmaßen eines Schnittes orientiere, habe ich direkt in 36 zugeschnitten. Die meisten Schnitte – so meine Erfahrung – haben einiges an Mehrweite und in 38 versinke ich schnell im Stoff, auch wenn die Maßangaben immer genau diese Größe empfehlen.

Tipp zur Schnittauswahl:
Achte bei der Wahl des für dich passenden Schnittmusters darauf, ob Fertigmaße angegeben werden. Orientiere dich nicht nur an der Körpermaßtabelle, sondern gleiche die Maße immer mit den Fertigmaßen ab. Alternativ kannst Du auch direkt am ausgedruckten Schnitt nachmessen, welche Größe am besten sitzt.

Das Schnittmuster und die Anleitung sind gewohnt simpel und einfach nachzunähen. Die Anleitung ist sehr gut verständlich geschrieben und bebildert.

Besonders angetan bin ich von der Verarbeitung des Halssaums bei Studio Schnittreif. Diese kannte ich bereits von FRAU HOLLY. Dabei wir der Halsbund nicht direkt zusammengenäht, sondern beginnend an einer Schulternaht offen angenäht und erst dann geschlossen und abgesteppt. Das Ergebnis ist simpel, aber schön und sieht nicht so “gefrickelt” aus, wie ich es von anderen Schnitten kannte. Das mag aber auch an meiner zunehmenden Erfahrung liegen 😉

An FRAU USEDOM gefällt mir außerdem das breite Bauchbündchen, das schön anliegt.

Fledermaus-Shirt: Der schmale Fledermaus-Ärmel ist angenehm und nicht zu aufdringlich.
Der schmale Fledermaus-Ärmel ist angenehm und nicht zu aufdringlich.
Frau Usedom: Der Ärmelsaum wird einfach umgenäht. Alternativ gibt es den Ärmel in 3/4 Länge oder mit langem Bündchen.
Der Ärmelsaum wird einfach umgenäht. Alternativ gibt es den Ärmel in 3/4 Länge oder mit langem Bündchen.

Das erste Mal: Strickstoff vernähen

Wie bereits beschrieben, hatte ich Respekt vor dem Vernähen von Strick. Ich hab mir daher vor Beginn des Nähens zweimal den Podcast zur Verarbeitung von Strickstoffen von Elle Puls / Näh deinen Stil angehört und einige Blogbeiträge gelesen, um fit zu sein für die Herausforderung.

Und dann? Nichts.

Das war gar nicht so schwer… mit dem Strickstoff hatte ich keinerlei Näh-Probleme. Vielleicht lag es am Obertransportfuß meiner Nähmaschine? Oder es lag schlicht daran, dass es ein eher dünner Strickstoff war. Ich kann mir gut vorstellen, dass grobgestrickte Stoffe durchaus schwieriger zu verarbeiten sind.

Der Strick trägt sich auf jeden Fall sehr sehr angenehm, ist allerdings etwas empfindlich. Er zieht schnell Maschen; ich habe schon mehrere kleine “Knötchen”. Mal schauen, wie lange der Pulli durchhält…

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Mein Fazit: Etwas mehr Usedom braucht mein Kleiderschrank

Frau Usedom ist ein rundum gelungenes Näh-Projekt: Fledermaus-Shirt mit Strickstoff vernähen.

Mit meinem FRAU USEDOM Pullover bin ich sehr zufrieden. Er trägt sich angenehm, ist sehr bequem und dabei nicht zu lässig.

Einzig der etwas weite Ausschnitt stört mich ein bisschen. Aber mit einem Trägertop darunter oder einem Tuch, lässt sich das einfach kaschieren.

Ich bin mir sicher, es wird nicht meine letzte FRAU USEDOM sein. Für das nächste Frühjahr kann ich mir eine leichte Viskose- oder Tencel-Version vorstellen. Und damit die “To-Sew-Liste” weiter wächst, hüpfe ich nun rüber zu meinen kreativen Vorbildern beim MeMadeMittwoch und freue mich über jede Menge Inspiration.

Rund ums Nähen – hier findest Du noch mehr Inspiration

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Hallo Spätsommer! Mit einer Fleece-Weste von Pattydoo

Dieser nasskalte Sommer 2021 darf sich nun verziehen und ich sage “Hallo Spätsommer!” Mit meiner neuen Fleece-Weste nach einem Schnitt von Pattydoo bin ich gerüstet für die kühleren Tage und freue mich, damit wieder beim MeMadeMittwoch dabeizusein.

Schnitt: “Steppweste Judy” von Pattydoo
Stoff: Baumwoll-Fleece von Stoffe-Hemmers

Die Lücke im Kleiderschrank und die Idee zur Fleece-Weste

Schon länger hatte ich keine dünnere Weste mehr für mich im Kleiderschrank. Daunenwesten klar und auch das ein oder andere ärmellose Überwurf-Teil (keine Ahnung, wie man das besser beschreiben soll) waren vorhanden. Aber eine praktische Weste aus Fleece, die sowohl bei Ausflügen jeglicher Art als auch bei der Gartenarbeit an kühleren Tagen übergeworfen werden kann, die hat gefehlt.

Damit kam das Projekt ganz nach oben auf die “To-Sew-Liste” und ich startete mit der Schnitt-Recherche.

Schnitt- und Stoffauswahl

Ziemlich schnell wurde ich bei Ina von Pattydoo fündig. Die Steppweste Judy entsprach genau meinen Vorstellungen und das Anleitungsvideo hat mich dann komplett überzeugt. “So gewappnet schaff ich das auch”, war ein Gedanke. Die Stoffwahl war auch relativ schnell erledigt – zumindest nachdem ich mich mit mir selbst über die Farbe einigen konnte. Dunkelblau. Passender Reißverschluss und passendes Formband dazu. Fertig war die Projektvorbereitung.

Die Fleece-Weste von Pattydoo bei ihrem ersten Einsatz
Die Fleece-Weste von Pattydoo bei ihrem ersten Einsatz
mit spontanem Foto-Shooting

Projektumsetzung mit jeder Menge Spaß

Dachte ich bei der Schnittauswahl noch, ich müsste mich alleine durch das Projekt kämpfen, ergab sich ein glücklicher Corona-Lockerungs-Moment: Meine Näh-Trainerin Beate durfte endlich wieder Näh-Abende anbieten 🙂 Darauf hatte ich seit Herbst 2020 gewartet. Jippie!

Termin geblockt, Nähmaschine, Material und mich selbst eingepackt und ab ins Nähzimmer (kleiner Tipp: schau dir mal Beates süße Schwarzwald-Adler an)!

Was war das nett – lauter gleichgesinnte Nähnerds, viele tolle Gespräche und nebenher wurde genäht und gewerkelt. Die Weste ist fast von allein fertig geworden. Es hat riesig viel Spaß gemacht in einer (kleinen) Gruppe zu nähen und einen kurzweiligen Nähabend in der kreativen Atmosphäre des Nähzimmers zu verbringen.

Das Video zum Westen-Schnitt wurde nicht gebraucht.

Und das Ergebnis?
Passt!

Eine Mini-Kleinigkeit muss ich noch machen: Die Taschen muss ich von unten her noch zunähen, damit der Eingriff kleiner wird.

Die Fleece-Weste von hinten.
Die Fleece-Weste von hinten – sitzt, passt, wackelt und hat ausreichend Luft
Die Weste trägt sich mehr als gemütlich
Eine gemütliche und praktische Weste wie sie bisher im Kleiderschrank gefehlt hat

Mein Fazit zur Fleece-Weste von Pattydoo:

Ein schöner Schnitt, der sich gut nähen lässt. Die Passform ist wie angegeben. Ich habe nach den angegebenen Maßen in Größe 38 genäht und ich habe noch genug Platz, um einen dicken Pulli darunter tragen zu können. Nach Beendigung des Projekts habe ich mir noch das Video angeschaut und ich würde sagen: “Ja, mit so einer tollen Anleitung, ist es gut zu schaffen.” Mir haben natürlich die ein oder anderen kleinen Hinweise und Tricks von Beate sehr geholfen – vor allem das Händchen halten… und die regelmäßigen Hinweise “bügel das mal”…

Mein erstes Mal Fleece vernähen hat sehr gut geklappt und ging reibungslos.

Ich bin glücklich mit meinem neuen Basic-Teil, mit dem ich nun die Spätsommer- und Herbstsaison starten kann.

Nun hüpfe ich rüber zu den MeMadeMittwoch-Mädels und freue mich über tolle neue Kreationen meiner Näh-Vorbilder. Ob es dort auch schon herbstlich wird oder noch der Sommer regiert?

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Weitere Näh-Projekte, die Du für Deine Inspiration nutzen kannst:

Sommer, Sonne, Sommer-Top

Freie Tage wollen genutzt werden und zwar an der Nähmaschine (und zwischendurch auf dem Liegestuhl im Garten). Einige Baby-Geschenke sind dabei von der Nadel gehüpft, eine Short für mich, die aber noch nicht vorzeigbar ist, und ein leichtes Sommer-Top aus Viskose.

Schnitt Sommer-Top: Frau Clara von Studio Schnittreif*
Stoff Sommer-Top: Ein Stoffmarkt-Fund

Das Sommer-Top war ein richtiges Wohlfühl-Projekt. Ich hatte den Schnitt gesehen, heruntergeladen und ausgedruckt. Der Stoff lag im Stoffregal und so konnte ich direkt durchstarten. So schnell und voller Tatendrang war ich lange nicht mehr.

Frau Clara von Studio Schnittreif: Tiptop Sommer-Top
Tiptop Sommer-Top
Frau Clara von Studio Schnittreif - Foto-Shooting will gelernt sein.
Das mit dem Foto-Shooting muss ich noch üben… könnte mal eine von Heidis Models vorbeischauen?
Büro-taugliches Sommer-Top: Frau Clara von Studio Schnittreif
Frau Clara ist absolut Business-tauglich

Sommer-Top: Maß nehmen und Zuschnitt

Da ich – wie immer – zwischen den Maßen lag, habe ich mich entschieden, Größe M mit sehr geringer Nahtzugabe zuzuschneiden. Letztendlich hätte ich auch eine Größe kleiner zuschneiden können, da das Top wirklich viel Platz lässt und luftig geschnitten ist. Ich hatte jedoch Angst, dass es an der Brust zu eng werden könnte. Irgendwie ist es bei mir immer das Gleiche: Ich wähle die Größe nach den angegebenen Maßen und am Ende ist es meist zu groß. Das war hier leider nicht anders. Laut den Maßen der Schnitte müsste ich eigentlich immer eine 38 nähen, aber wie sich bis jetzt noch jedes Mal herausgestellt hat, würde die 36 auch ausreichen. Schnittmusteranpassung muss ich mir folglich noch mehr zu Herzen nehmen.

Beim jetzt vernähten Top habe ich am Schluss die Ärmel nicht mit Schrägband eingefasst, sondern den Stoff einfach nur umgeklappt und festgenäht. Außerdem habe ich die Seiten jeweils um mehr als einen Zentimeter enger genäht.

Jetzt ist es immer noch sehr sehr luftig, geht aber gut und ich kann es wunderbar in einer Hose tragen.

Halsausschnitt mit Kräuselung und Schrägband - das Sommer-Top von Studio Schnittreif
Der Halsausschnitt mit leichter Kräuselung ist mit einem Schrägband eingefasst.
Sommer-Top mit kleiner Schleife und dezentem Rückenausschnitt.
Der Rückenausschnitt mit der kleinen Schleife gefällt mir besonders gut. Ein bisschen verspielt darf gerne sein.
Das Sommer-Top von vorne
Hier nochmal von vorne in der Kopflos-Version 😉

Bügeln – Nähen – Bügeln – Nähen

Da die Viskose etwas “schrumpelig” aus der Maschine kam, hab ich sie gut gebügelt und auch während des Nähens, war das Bügeleisen nie weit. Ich gestehe: Beim Fotos machen hatte ich das Top bereits den ganzen Tag getragen, hier wäre ein kurzes Bügeln durchaus angebracht gewesen.

Insgesamt war der Schnitt einfach zu vernähen und die Anleitung gut bebildert und verständlich. Es gab Momente, da hab ich gedacht: “Hä, warum machen die das denn jetzt so?” – aber letztendlich war es so wie beschrieben richtig. Ein Hoch auf gute Anleitungen und ein Memo für mich: HALTE DICH AN DIE ANLEITUG, DIE WISSEN, WARUM DIE DAS SO SCHREIBEN.

Wie bereits geschrieben, habe ich mir das Schrägband an den Armlöchern geschenkt und nur den Halsausschnitt mit Schrägband versäubert. Es war auch mein erstes Mal Schrägband selber machen und vernähen. War einfacher als gedacht und mit dem tollen Stoff ein Kinderspiel.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis und weiß jetzt schon, dass das nicht meine letzte Frau Clara sein wird. Das Sommer-Top ist luftig und lässig, aber dennoch schick genug für Büro und verschiedene Anlässe. Heute habe ich es an meinem ersten Arbeitstag im neuen Job getragen und direkt ein Kompliment bekommen.

So darf die Nähreise gerne weitergehen und ich freue mich, noch mehr Inspiration bei den Mädels und Damen vom MeMadeMittwoch zu finden.

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Nähen für Anfänger:innen: Sommerrock und Kimono-Tee

Das Schöne am Frühling und Sommer: Man / frau kann einfache Kleidungsstücke nähen wie diesen schlichten Sommerrock und ein Kimono-Tee. Es ist also die perfekte Jahreszeit, um sich das Nähen beizubringen. Die gezeigten Projekte eignen sich perfekt zum Nähen für Anfänger:innen.

Da ich mich immer noch an das Nähen für mich selbst herantaste und viel Übung brauche (Problem: zwei linke Hände, die sich mit praktischen Dingen eher schwer tun, gepaart mit extremer Ungeduld), habe ich mir für diesen Sommer einfache Röcke vorgenommen. Die braucht es momentan eh im Kleiderschrank, da die vorhandenen ziemlich abgeliebt sind. Win-win-win also für mich, den Kleiderschrank und meine Nähfertigkeiten.

Die Nähprojekte

Schnittmuster Sommerrock: Eine Anleitung findest Du z.B. bei Nähtalente*
Stoff Sommerrock: Ein Baumwoll-Jersey mit Blumenprint von Makerist* (leider finde ich den Stoff nicht mehr auf der Seite, daher verlinke ich zu den Blumen-Jerseys)

Schnittmuster Shirt: Kimono-Tee von Maria Denmark* (gibt es nach Newsletter-Anmeldung kostenlos und ist in der Näh-Community ein echter Klassiker)
Stoff Shirt: grüner Jersey vom Stoffmarkt

Nähen für Anfänger:innen: Kimono Tee von Maria Denmark und ein schlichter Sommerrock
Voll gemütlich und lässig – dazu perfektes Wetter. Was will frau mehr?
Nähen für Anfänger:innen: Kimono Tee in Grün und ein blumiger Sommerrock
Die Kombi löst bei mir richtiges Sommer-Feeling aus.

Sommerrock nähen für Anfänger:innen

Der Sommerrock aus Jersey war ein tolles “Ruckzuck-Projekt” und eignet sich hervorragend für Nähanfänger:innen. Es braucht lediglich ein großes Stück Stoff – wahlweise Jersey oder Webware – in voller Breite, mit ca. 50-70 cm Länge, je nachdem wie lang der Rock werden soll und je nach Größe. Dazu ein breiter Gummibund (3-4 cm) und Nähgarn. Das wars. Aus dem Hüftumfang mal 1,5 errechnet sich die Breite des benötigten Stoffes – es werden einfach zwei Rechtecke zugeschnitten.

Zuschnitt easy, nähen noch easier, Gummibund rein, säumen, fertig.

Das Ergebnis ist wunderbar. Ich würde jedoch bei einem weiteren Versuch den Stoff nicht mehr so breit zuschneiden, für eine dezentere Kräuselung. Ich denke, dass Hüftumfang mal 1,2 oder 1,3 ausreichend wäre. Hauptsache der Rock lässt sich am Ende gut über die Hüfte an- und ausziehen, was bei Jersey weniger das Problem ist. Oder ich würde einen Formbund verwenden und versuchen ohne Kräuseln auszukommen (zumindest bei Röcken aus dehnbaren Stoffen). Sollte mich der Arbeitseifer packen, ändere ich den Bund vielleicht auch nochmal ab.

Aber vom Stoff bin ich total begeistert und ich freue mich über jeden warmen Tag, an dem ich den Rock tragen kann. Juchu!

Wenn Du mehr über die Grundausstattung für Nähanfänger:innen erfahren möchtest, findest Du hier >> eine praktische Checkliste.

Kimono-Tee: Klassiker nähen für Anfänger:innen

Über das Kimono-Tee von Maria Denmark wurde bereits viel geschrieben und es wurde vor allem schon sehr fleißig genäht. Und auch ich habe schnell gemerkt: Das ist ein echter Klassiker und dazu ist das Schnittmuster auch noch kostenlos (gegen Newsletter-Anmeldung, aber das ist mehr als legitim).

Der Schnitt ist sehr schlicht. Es gibt ein Vorder- und ein Rückteil, die Ärmel sind angedeutet, der Schnitt leicht tailliert. Ausgelegt ist der Schnitt für dehnbare Stoffe wie Jersey oder Viskose-Jersey.

Von einem Stoffmarkt-Besuch hatte ich noch einen grünen Jersey rumliegen und der Stoff hat genau gereicht, um die beiden Schnitt-Teile zuzuschneiden. Perfect Match! Außerdem war der Stoff ein Schnäppchen und damit prädestiniert, den Schnitt zu testen.

Genäht war das Shirt schnell und das Ergebnis hat mich überzeugt.

Fazit

Juchu – ich habe zwei einfache, passende und mich erfreuende Kleidungsstücke genäht 🙂 So darf die Nähreise gerne weitergehen. Beide Schnitte sind einfache Basics und genau deshalb sehr empfehlenswert für Nähanfänger:innen.

Ich freue mich auch diesen Monat wieder beim MeMadeMittwoch dabeizusein und bin schon sehr gespannt auf die tollen Inspirationen und Modelle, die wir diesen Monat erleben dürfen. Heute ist Ina vom Fitzladen-Blog Gastgeberin mit einer tollen Hemdbluse aus noch tollerem Stoff. Unbedingt vorbeischauen!

Außerdem verlinke ich noch zu den Juni-Lieblingsstücken und zu den Creative Lovers 2021.

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Frühlingskleid nach einem Burdaschnitt

Der Frühling ist da und ich bin (zwischenzeitlich war) hochmotiviert mir einige neue Kleider zu nähen. Unter anderem ein Frühlingskleid nach einem Burdaschnitt, den ich noch von einem närrischen Projekt hier hatte.

Schnittmuster: Das Kleid aus dem Schnitt H/W 2016 #6608*
Stoff: Grün mit kleinen weißen Streifen von makerist.de*

Der Gedanke bei der Wahl des Schnittes: Einfach, vermutlich schnell genäht und für Nähanfänger sollte das gut zu bewältigen sein. Zumal ich ja mittlerweile kein blutiger Anfänger mehr bin – zumindest wenn es um das Nähen von Kinderkleidung geht.

Beim Nähen für mich selbst scheint das allerdings noch etwas anderes zu sein. Irgendwie sitzen die fertigen Teile nie optimal und ich glaube, ich muss mich intensiv mit dem Thema Schnittmuster- und Schnittanpassung beschäftigen (dazu unten mehr).

Mein Hauptproblem: Wenn ich nach den angegebenen Maßen nähe (und das mach ich immer ganz brav), sind die Teile am Ende immer irgendwo zu groß, zu unförmig und schlecht im Sitz.

So auch bei diesem Frühlingskleid nach einem Burdaschnitt.

Hochmotiviert habe ich mir das Schnittmuster abgepaust, den Stoff zugeschnitten, mich penibel an die Vorgaben aus der Anleitung gehalten. Nur um dann bei der Anprobe vom geliebten Ehemann zu hören: “Sieht aus wie eine Kittelschürze von Oma”. Womit er leider Recht hatte.

Man lernt nie aus…

Also verschob ich mein Vorhaben: “Im April mache ich das erste Mal beim MeMadeMittwoch mit” und überlegte stattdessen, wie ich das Kleid noch retten könnte. Bindeband? Nochmal enger nähen? Abnäher – aber wo?

Antwort 1: Nähkurs machen – geht aus bekannten Gründen momentan nicht. Schade.

Antwort 2: Mama fragen, um v.a. dieses Kleid zu retten. Gute Idee.

Antwort 3: Für künftige Nähprojekte gewappnet sein! “Passt perfekt” von Meike Rensch-Bergner bestellen und Schnittmusteranpassung lernen. Hab ich gemacht. Bin ganz begeistert. Erstes Resultat: Kleinere Größe wählen, damit die Schulter passt und dann für Brust und Hüfte Platz schaffen. Danke!

Antwort 4: Wenn es überall heißt, “nähe von jedem Schnitt immer zuerst ein Probestück”, dann haben sich die erfahrenen NäherInnen dabei vermutlich etwas gedacht. Ich werde es mir daher ab sofort zu Herzen nehmen und mich bei künftigen Projekten daran erinnern.

Ende gut alles gut: Mein Frühlingskleid nach einem Burdaschnitt

Zu guter Letzt, Dank Mamas Zuspruch und Unterstützung, wurde aus dem Frühlingskleid doch noch ein tragbares Kleidungsstück. Eigentlich war es gar nicht so schwer:

Wir haben kräftig gekürzt, mindestens 4 cm, und unter den Achseln etwas enger genäht. Der Schnitt erlaubt durchaus einen lockeren Sitz. Beim nächsten Mal würde ich dennoch eine Größe kleiner wählen, damit es etwas mehr die Figur umspielt. Hier einige Schnappschüsse:

Der Stoff gefällt mir übrigens sehr gut und ich freue mich, dass ich etwas mehr gekauft habe und voraussichtlich noch ein Top oder Shirt daraus entstehen kann.

Jedenfalls ist meine Nähmotivation wieder da und ich freue mich schon auf weitere Frühlingsprojekte.

Und jetzt geht’s auf zum MeMadeMittwoch – juchu! Mein erstes Mal und ich bin stolz und froh. Ich freu mich auf die zahlreichen anderen Beiträge und gehe jetzt erst mal eine Runde stöbern und schmöckern. Vielen Dank!

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Die Monster sind los: Frühlingskleid und T-Shirt für die Kinder

Ab sofort sind bei uns die Monster los: In einem schicken Frühlingskleid und einem T-Shirt für die Kinder. Partnerlook ist angesagt 😉 Der lustige Monsterstoff liegt schon eine Weile rum und wollte schnell vernäht werden, bevor die Kinder aus dem “süße Monster-Alter” rausgewachsen sind.

Das das Monster-Panel und der Ergänzungsstoff sogar für zwei Teile reichen, hätte ich gar nicht gedacht. Umso schöner, dass sich meine Kleine nun über ein Frühlingskleidchen und mein Sohn über ein T-Shirt freuen können.

Hier die Fakten im Überblick:
Stoff: Monster-Panel und Ergänzungsstoff von stoffe-hemmers.de*
Schnitt Frühlingskleid: Wanda von Schnittgeflüster*
Schnitt T-Shirt: kostenloses Schnittmuster über Crafting Café*

Die Schnittmuster: Wanda und “T-Shirt für schmale Jungs”

Die Wahl der Schnittmuster dauerte etwas länger. Aus dem Stoff sollte auf jeden Fall ein Shirt für meinen Sohn werden. Da er aber sehr schlacksig und schmal ist, hab ich lange nach einem passenden Schnitt gesucht. Die meisten sahen mir eher breit aus oder breit und kurz. Irgendwie nicht das, was ich wollte. Der Schnitt, den man über die Seite von Crafting Café findet, wurde zumindest mit “schmal” angepriesen und hat sich direkt bewährt. Danke hierfür!

Den Kinderschnitt “Wanda” von Schnittgeflüster hab ich mir Anfang des Jahres bei einer Rabattaktion gekauft, getreu dem Motto: Das ist ein Schnitt, den nähe ich garantiert einmal. Denn die Zweiteilung mit Raffung gefällt mir sehr gut und steht auch der Maus ausgezeichnet. Auf der Suche nach einem Kleider-Schnittmuster für den Monsterstoff stolperte ich wieder über die “Wanda” gestolpert und bin direkt ans Werk.

Beide Schnittmuster haben sich als einfach und gut umsetzbar erwiesen. Bei der “Wanda” bin ich einmal über die Reihenfolge in der Anleitung gestolpert und über einen Ärmel-Hinweis, aber insgesamt ließ sich der Schnitt super gut vernähen und das Ergebnis ist sehr schön geworden.

Der Monster-Stoff

Der Stoff hat mich leider gar nicht überzeugt. Das Motiv ist ohne Frage sehr süß und absolut kindgerecht. Aber die Qualität lässt leider stark zu wünschen übrig. Die Motive sind digital aufgedruckt und sobald der Stoff auch nur ein wenig gedehnt wird, schimmert der eigentliche, weiße Stoff durch. Da hatte ich anderes erwartet. Wie der Stoff nach ein paar Wäschen aussieht, mag ich mir daher gar nicht vorstellen.

Mein Fazit: Frühlingskleid und T-Shirt für die Kinder

Vom Ergebnis bin ich ehrlich überzeugt – mal von den Stoff-Mängeln abgesehen. Aber sowohl das Kleidchen, als auch das T-Shirt sind coole, lustige Outfits für den Frühling und vor allem schön farbenfroh.

Das Kleid hatte an Ostern seinen ersten Einsatz und hat die Maus zu einem kleinen Monster werden lassen 😉 Das T-Shirt sollte ursprünglich auch Ostern getragen werden, angesichts kühler Temperaturen darf es nun doch noch etwas im Schrank verharren.

Ich schick die beiden Teile hiermit zu “Handmade on Tuesday” und zum “Creativsalat” und freue mich über all die anderen DIY-Talente. Herzlichen Dank an die Initiatoren für die tolle Möglichkeit sich und seine Werke vorzustellen.

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Noch mehr Ideen für Kinderkleidung und das Kinderzimmer findest Du hier:

Drachen-Sweatjacke für coole Jungs*

Mein erster Reißverschluss – ich habe mich endlich gewagt und das Ergebnis (soviel sei vorweg verraten) passt. Die Drachen-Sweatjacke für coole Jungs war überraschend gut zu nähen. Man muss sich nur an die Anleitung halten 😉

Eigentlich wollte ich ja im Januar mit einem Nähkurs starten, um doch mal den ein oder anderen Kniff von einem Profi gezeigt zu bekommen. Aber aus bekannten Gründen wurde daraus erstmal nichts. Aber in diesem Nähkurs wollte ich die Jacke nähen, um dort mit Unterstützung meinen ersten Reißverschluss zu nähen.

Nach anfänglichem Zögern hat mich dann im Januar die Lust gepackt und ich hab einfach losgelegt. Getreu dem Motto: Hätte, könnte, sollte…. MACHEN! So schwer kann das ja nicht sein und es wird schon was dabei rauskommen. Einmal ist immer das erste Mal.

Genäht habe ich nach diesem Schnitt von Snaply: Sweatjacke für Kinder
Vernäht wurde dieser French Terry von Stoffe-Hemmers: Dunkelgrüne Drachen sowie schwarzer Bündchenstoff und ergänzender French Terry in Petrol.

Der Schnitt

Der Schnitt für die Sweatjacke ist bei Snaply kostenlos verfügbar und sah auf den ersten Blick gut händelbar aus. Die Jacke hat coole Eingriffstaschen und eine Kapuze, in die man auch Kordeln / Bänder einsetzen kann. Die Kordeln / Bänder habe ich jedoch weggelassen, weil ich die häufig störend finde im Spiel- und Tobe-Alltag.

Die Näh-Anleitung ist sehr übersichtlich und die vielen Bilder helfen auch Anfängern wie mir, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Wenn…

Ja, wenn man sich an die Anleitung hält… (hüstel hüstel) Aber an ein zwei Stellen hab ich leider gedacht, ich wäre schlauer. Und nein, das bin ich definitiv nicht. Die Anleitung hat so wie sie ist ihre volle Berechtigung. Also wenn da steht: Den Reißverschluss bis zur Hälfte des Saumbündchens legen, dann hat sich da jemand was dabei gedacht…

Schwierig fand ich allerdings die Angabe zum Reißverschluss kürzen. Das hat schlicht nicht funktioniert bei mir und ich würde bei einem weiteren Jackenprojekt eher einen 5cm kürzeren Reißverschluss wählen. Dadurch hätte ich mir viel Gefluche und Gefrickel gespart.

Also irgendwie hab ich es alles hinbekommen, man darf sich die Jacke nur nicht von innen anschauen 😉 Hier zählt also nur die äußere Hülle.

Der Stoff

Den Stoff habe ich bei Stoffe-Hemmers* gekauft und bin sehr zufrieden. Die Drachen sehen cool aus und kamen auch entsprechend gut an. Was mir bei Hemmers immer wieder sehr gut gefällt, sind

  • die guten Bilder, die immer auch Maße von Mustern angeben;
  • die ausführlichen Produkt-/Stoffbeschreibungen, man weiß ziemlich genau, was man bekommt;
  • die zum Stoff passenden Zusatzprodukte wie passendes Nähgarn und ergänzende Stoffe und Bündchen in den passenden Farben.

So kann man sich auch beim Onlinekauf, der bei Stoffen durchaus schwer fällt, relativ sicher sein, dass zumindest die Stoffe für das ausgewählte Projekt zueinander passen.

Drachen-Sweatjacke für coole Jungs – das Ergebnis

Mit dem Ergebnis der Sweatjacke bin ich durchaus zufrieden. Ich habe wieder einiges gelernt und der Lernprozess steht für mich beim Nähen noch immer im Vordergrund. Was nehme ich mit?

  1. Anleitungen sind zum Lesen da – halt dich dran!
  2. Reißverschlüsse sind jetzt nicht super einfach, aber auch kein Hexenwerk. Memo an mich: Das kannst du! Aber du darfst es gerne nochmal in schön(er) machen.
  3. Verliere nie das Jacken-Innenleben aus den Augen.
  4. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und immer wieder: Einfach machen, denn am Ende wird alles gut. Vielleicht nicht perfekt, aber gut 🙂

Mit nähverrückten Grüßen schicke ich die Drachen-Sweatjacke zur Nähzeit am Wochenende vom Nähkäschtle. Auch wenn der Beitrag unter der Woche erscheint – genäht, geflucht und gefreut hab ich mich am Wochenende 🙂

Nachtrag: Und ich verlinke auch noch zu den Lieblingstücken von Steffi und zum Creativsalat, weil ich echt stolz auf meinen ersten Reißverschluss bin.

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Nähprojekte fürs Kinderzimmer

Das Christkind hat den Kindern in diesem Jahr einige kleine Heimtextilien für das Kinderzimmer gebracht. Diese Nähprojekte fürs Kinderzimmer möchte ich euch heute zeigen.

Mit den kleinen textilen Projekten wollte ich vor allem eine Verbindung zwischen den einzelnen Bereichen im Kinderzimmer schaffen. Eine farbliche Grundstruktur, wobei das in einem Kinderzimmer mit dem vielen bunten Spielzeug gar nicht so einfach ist 😉

Dafür habe ich fünf Stoffe ausgesucht, die optisch miteinander harmonieren, nicht allzu kindlich (keine Babystoffe) und neutral sind. Denn bei uns teilen sich die beiden Kinder ein Zimmer. Die Stoffe (oben im Banner) habe ich bei Buttinette* gekauft.

Wolkenkissen für gute Träume

Das erste der Nähprojekte fürs Kinderzimmer, das ich aus diesen Stoffen umgesetzt habe, waren drei Kissen in Wolkenform. Die Vorlage habe ich aus dem Magazin “Sabrina nähen Sonderheft – Kinderträume”. Das Kissen ist ein echtes Anfängerprojekt und ist ruck zuck genäht. Es eignet sich gut, um Rundungen zu üben. Gefüllt habe ich mit Füllwatte und der Füllung von einem aussortierten Kissen.

Wolkenkissen aus drei Stoffen
Die Wolkenkissen-Parade

Meine Tochter liebt ihr Kissen über alles und nutzt es als Kopf- und Kuschelkissen. Daher hab ich schon überlegt, doch noch ein Inlay für das Kissen zu nähen, damit ich es ab und an mal in die Waschmaschine packen kann.

Bodenkissen als Allzweck-Spielzeug

Inspiration en masse findet sich ja bekanntermaßen immer wieder auf Pinterest. Unter anderem auch diese Idee für ein mehrteiliges Bodenkissen. Das Kissen kann zum Lesen, rumlungern, je nach Beschaffenheit und Stärke der Inlays auch als Gästebett genutzt werden. Bei uns ist das Kissen aber aktuell vor allem im Einsatz als Ritterburg, Ritterpferd oder Höhle jeder Art. Also ein wunderbares Allzweck-Spielzeug.

Bodenkissen aus vier Kissenelementen
Das Bodenkissen für jede Lebenslage.

Das Nähen selbst war relativ einfach. Lediglich die Länge der Stoffbahnen beim Zuschnitt waren kleinere “Gegner”. Insgesamt aber auch ein schnell genähtes Projekt, das sich wunderbar ins Kinderzimmer eingefügt hat. Die Inlays sind vom Möbelschweden 50x50cm. Alternativ gehen auch fünf Kissen in 60x40cm.

Geflochtene Bettschlange

Das größte Projekt war die geflochtene Bettschlange. Wobei das Nähen an und für sich schnell ging, jedoch das Füllen der drei Stränge hat wirklich Zeit und Nerven gekostet. Das hätte ich wissen können, stand nämlich genau so in der Beschreibung drin… Aber die Bettschlange gefällt mir wirklich außerordentlich gut und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die drei Stränge sind jeweils ca. 3m lang. Die Endlänge ist ca. 2,60m.

Geflochtene Bettschlange aus drei unterschiedlichen Stoffen
Die geflochtene Bettschlange an ihrem Bestimmungsort.

Die Idee zur geflochtenen Bettschlange habe ich auch von Pinterest – die Anleitung ist von Juli näht, leider ist ihre Seite seit einiger Zeit offline, daher ist die Anleitung so nicht mehr verfügbar.

Mein persönliches Fazit zu den Nähprojekten fürs Kinderzimmer:

Insgesamt gefallen mir die Ergebnisse sehr gut und mein Plan, eine Einheit und Verbindung der Kinderzimmer-Elemente herzustellen, ist aufgegangen. Zwei Sachen sind noch in Planung, mal schauen, wann ich sie umsetze:

  1. Ein Spielzeugsack für das “kleine” Lego. Der Stoff ist zugeschnitten und wartet auf seine Verarbeitung. Ich hoffe, der dünne Baumwollstoff reißt nicht zu schnell und ist der Belastung gewachsen.
  2. Ein Utensilo – entweder ein Hängeutensilo oder ein Bettutensilo für das Hochbett. Sobald die Entscheidung steht, geht’s los. Hoffentlich reicht der Stoff noch…

Ich nutze heute die Gelegenheit und verlinke meine Nähprojekte fürs Kinderzimmer bei Handmade on Tuesday und Freutag. Vielen Dank den motivierten Damen für diese Möglichkeit und Chance. Es ist immer schön, Inspirationen zu bekommen. Daher möchte ich heute ein Stück zurückgeben.

*Kennzeichnung als Werbung, da im Beitrag auf kostenpflichtige Angebote verlinkt wird. Ich erhalte jedoch keine Gegenleistung für die Nennung und Verlinkung.

Entschleunigung und Achtsamkeit

Was sind Entschleunigung und Achtsamkeit für mich?

Ich möchte mich heute an eine persönliche Definition und Einordnung der Trendbegriffe “Entschleunigung” und “Achtsamkeit” wagen. Diese zwei Begriffe schwirren aktuell überall als Trendthemen durch die unterschiedlichen Netzwerke. Und doch bedeuten Entschleunigung und Achtsamkeit für jeden von uns etwas anderes. Was die beiden Begriffe für mich und meinen Alltag bedeuten, versuche ich heute herauszuarbeiten. Vielleicht kannst Du daraus auch etwas für dich und Deinen Alltag mitnehmen.

Was ist Entschleunigung für mich?

Das Wort “Entschleunigung” habe ich vor mindestens 15 Jahres zum ersten Mal im Rahmen einer Pressereise durch das schöne Allgäu gehört. Damals ging es mit einem Bergführer auf eine entschleunigte Tour über die saftigen Wiesen und Höhen des Allgäus (an den exakten Ort kann ich mich leider nicht mehr erinnern – sorry). Das tat gut, aber das Thema Entschleunigung war für mich damals nicht relevant und ist damit auch wieder in Vergessenheit geraten.

Doch mit den Jahren kam vermehrt Stress und Druck in den Alltag. Sowohl von beruflicher als auch privater Seite. Denn auch die Freizeit will und muss ja heute irgendwie durchgetaktet und verplant sein, damit man nichts verpasst… denkt man.

Und dann kam der erste Corona-Lockdown. Plötzlich hatten sich alle (v.a. privaten) Termine erledigt. Plötzlich war da von einer Sache ganz viel: ZEIT. Für viele war das scheinbar schwierig und problematisch. Für mich aber fühlte sich das in weiten Strecken vor allem FREI an. Der ganze Stress, die Lasten, die Hektik des Alltags waren plötzlich weg.

[Hinweis: Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass wir wirklich Glück hatten im ersten Lockdown. Mein Mann und ich konnten ins Homeoffice, konnten uns die Zeiten mit der Kinderbetreuung gut aufteilen, hatten einen großen Garten und keine Schulkinder, für die wir Ersatzlehrer spielen mussten. Von daher ist mir wirklich bewusst, dass diese Zeit für viele bestimmt nicht entspannend und entschleunigend war. ]

Übrig blieben Ruhe, Zeit für Vieles, das sonst hintenrunter fiel und die Möglichkeit, sich neue Hobbies anzueignen bzw. auszubauen.

Ich hab mich in diesen Frühlingswochen viel durch den Garten gewühlt, wir haben gewerkelt und geschafft und waren abends glücklich, dass unser kleines Gartenreich Stück für Stück gewachsen ist. Jedes Blümchen wurde gefeiert und irgendwie hatten wir eine schöne Zeit. Selbstverständlich gab es aber auch bei uns die Momente, in denen wir genervt voneinander waren und nicht alles eitel Sonnenschein war. Das gehört zum Leben nunmal auch dazu.

Was ich aus der Zeit mitgenommen habe und mir seither sehr bewusst geworden ist:

  1. Sei glücklich mit dem was Du hast und versuche, das, was du hast, mehr wertzuschätzen.
  2. Nicht alles muss und kann und soll perfekt sein.
  3. Genieße Auszeiten und fülle sie für dich. Das kann “Nichtstun” / Relaxen sein, das kann aber auch eine Jogging-Runde oder eine Yoga-Session oder oder oder sein.
  4. Genieße die kleinen Dinge im Leben und lerne sie schätzen.
  5. Genieße Zeiten, die Du für Dich und Deine Hobbies hast.

Für mich sind das all die kleinen, größeren und großen Momente, in denen ich Zeit für meine Hobbies habe, meine Entschleunigungszeiten. Wenn ich die Nähmaschine anschmeiße, Schnittmuster vorbereite und Stoffe zuschneide, gibt es nur das Nähen und mich (meistens). Den Alltagstrott versuche ich dann weitestgehend auszublenden und einfach nur die Zeit zu genießen. Ähnlich geht es mir im Garten oder wenn ich mit der Familie einen Ausflug unternehme und sei es nur eine kleine Entdecker- oder Sammel-Tour im Wald.

Ausflüge in der Natur helfen bei der Entschleunigung und
lenken das achtsame Auge auf die Schönheit um uns herum.

Das Ding mit der Achtsamkeit

Entschleunigung geht für mich auch immer einher mit dem Schlagwort “Achtsamkeit”. Denn wenn ich selbst zur Ruhe komme oder das, was ich für mich tue, wertschätze und die Zeit genieße, dann ist das auch immer ein Stück Achtsamkeit, das ich mir selbst gegenüber zugestehe.

Achtsamkeit ist für mich aber auch der Umgang mit dem, was ich besitze, bearbeite und mit dem, was mich umgibt, achtsam umgehe. Klar, auch bei mir herrscht oft reiner Pragmatismus, was muss das muss und nicht immer kann und will man alles mit Fingerspitzen anfassen, aber zumindest in unserem Garten und bei meinem Näh-Hobby bin ich sehr bemüht, achtsam mit allen Teilen umzugehen.

Achtsamkeit ist für mich auch sich Zeit für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu nehmen. Selbstverständlich ohne die Lieben zu vernachlässigen und zu kurz kommen zu lassen. Doch ich bin mir sicher, wenn ich mir ab und an kurze Pausen für mich selbst nehme, haben am Ende alle mehr davon.

Achtsam bin ich aber auch gegenüber meinen Kindern, indem ich versuche, ihren Bedürfnissen soweit möglich zu entsprechen. Aber: Das heißt nicht, ohne Regeln zu leben und sich auf der Nase herumtanzen zu lassen 😉 Es heißt, sich mit ihnen auch mal hinzusetzen, gemeinsam Bücher zu lesen, zu basteln, zu malen, zu kneten, zu spielen, zu tanzen, zu singen, zu toben, zu experimentieren, zu backen, zu kochen, zu klettern, zu springen. Gemeinsam auf Entdecker-Tour zu gehen, die Spielplätze unsicher zu machen, Freizeit-Aktivitäten zu unterstützen und sich mit den Freunden der Kinder zu treffen.

Aber: Immer ohne die Kinder zu überfordern und immer auch mit Nachmittagen und Zeiten, an denen die Kinder spielen und toben können, wie sie selbst es möchten, ohne Pläne, Termine und “Muss”. Denn dann entfaltet sich die volle kindliche Fantasie und die ist grenzenlos und immer wieder verzaubernd.

Hier schließt sich der Kreis und wir sind wieder bei der Entschleunigung angekommen. Genießen wir die Zeit, die wir haben und nutzen wir sie für uns und unsere Liebsten. Gerade in Zeiten, in denen es stressiger ist, ist es gut, sich daran zu erinnern und bewusst kleine Auszeiten zu nehmen, um die Akkus zu füllen und mit neuer Energie weitermachen zu können, ohne in ein Loch zu fallen.

Was sind Entschleunigung und Achtsamkeit für dich? Und wo findest Du Deine Entschleunigungsmomente? Beim Joggen, bei Treffen mit Freunden, in der Sauna oder im Spa, vor dem Fernseher, beim Lesen? Lass es uns wissen und hinterlasse einen Kommentar.

#Nähenfürmich: Warum ich mir meine eigene Kleidung nähe

Was ist da eigentlich passiert? Wie kommt es, dass ich mir meine eigene Kleidung nähe? #Nähenfürmich war bis Mitte 2020 nie ein Thema. Ich hatte Spaß daran, den Kleidung für die Kinder zu nähen, über den Stoffmarkt zu schlendern, online nach Kinderstoffen zu stöbern und auf Pinterest die besten und einfachsten Schnitte (für Kinder) ausfindig zu machen. Aber wie kam es dazu, dass ich mir meine eigene Kleidung nähe?

Warum nähe ich mir jetzt meine eigene Kleidung?

Im Rückblick gab es drei Schlüsselmomente.

Moment 1: Corona und die Schließung des Einzelhandels

Meine Mutter arbeitete bis März 2020 in einer kleinen Modeboutique bei uns im Ort. Dort werden bekannte Modemarken verkauft, die auch zu mir und meinem Stil (klassisch mit sportlichem Touch, wenig verspielt) immer passten. Da Mama und ich eine ähnliche Kleidergröße tragen und sie angehalten war, die ständigen Kollektionswechsel der Modefirmen mitzuspielen, standen bei mir regelmßig Kleiderkisten vor der Tür. Kisten mit kaum bis selten getragener Kleidung, die bis auf wenige Ausnahmen zu mir passten. Der Schrank war (und ist immer noch) randvoll mit Kleidung. Über Kleider-Shopping musste ich mir folglich nie Gedanken machen. Was ein Glück, denn Spaß hatte ich am klassischen Shopping noch nie. Mit Corona und dem Lockdown hat sich meine Mutter nun in ihren mehr als verdienten Ruhestand verabschiedet und meine Kleidungs-Quelle ist versiegt.

Moment 2: Der volle Schrank und herausragende Podcasts und Bloggerinnen

Im ersten Moment dachte ich “Oh Mist, wo bekomm ich denn jetzt neue Kleidung her?”. Abgelöst von dem Gedanken: “Vielleicht gibt es dann endlich etwas mehr Platz im Schrank” (jaja, ich weiß schon, das ist eher so eine Utopie). Und dannoch ließ mich auch das Thema Nachhaltigkeit nicht los.

Zur gleichen Zeit begann ich, Podcasts rund ums Nähen anzuhören. Und da ging es nicht mehr ums Nähen für Kinder, sondern ums Nähen für Frauen und auch um die Themen Nachhaltigkeit, die kritische Sicht auf die Modeindustrie und Capsule Wardrobe.

Moment 3: Greta, +24 Kollektionen im Jahr und die Sache mit der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – ein Wort, das mich mittlerweile immer häufiger zum Nachdenken über das allgemeine Konsumverhalten und auch den eigenen Konsum bringt. Meine bisherigen Bemühungen würde ich auch genauso betiteln: “Sie war bemüht”. Nicht mehr, manchmal eher weniger.

Doch spätestens mit Greta Thunberg verändert sich das Bewusstsein. Einen kleinen Beitrag kann schließlich jeder leisten. Da das Thema Nachhaltigkeit auch in den Näh-Blogs und Podcasts – gerade bei Elle Puls – immer wieder angesprochen wird, die Tatsache, das 40% ungetragene Kleidung in deutschen Kleiderschränken hängt und liegt und der ganze Bereich der Fast Fashion machten einen bisher undenkbaren Gedanken immer sympathischer:

Die Idee, ich könnte mir doch selber auch mal etwas nähen. Etwas nähen, das meinen Stil widerspiegelt, das zu mir passt und das nicht allzu schnell aussortiert und in den Altkleider-Container fliegt.

Ein Traum-Stöffchen – was daraus wohl geworden ist?

Der Start: Aller Anfang ist schwer

Aber wie anfangen? Was wäre ein geeignetes erstes Projekt? Etwas, das simpel genug ist, dass es sicher klappt, und so gut aussieht, dass ich es sofort tragen kann.

Mein erster Gedanke: Ich nähe mir Kofferröcke für den Sommer. So luftige Röckchen, die nicht knittern und im Grunde aus einem Vorder- und einem Rückteil mit Bund bestehen.

Das Problem: Es war Herbst und ich wollte ja etwas haben, dass ich sofort zeigen konnte. Also musste es ein Nähprojekt für den Herbst/Winter sein. Mit Hoodies für die Kinder hatte ich schon gute Erfahrungen gemacht, weshalb der Plan schnell feststand: Ein Hoody-Sweat-Kleid. Gemütlich, praktisch, macht aber auch im Homeoffice was her.

Genäht habe ich nach diesem kostenlosen Schnitt von Snaply.* Der Stoff ist ein French Terry von Stoffe Hemmers. Ich war und bin ganz schön stolz auf mein farbenfrohes Kleid, auch wenn die Umsetzung noch nicht perfekt ist. Insgesamt ist es im Schulter- und Rückenbereich etwas zu groß geraten und auch das breite Saumbündchen würde ich beim nächsten Mal kürzen oder komplett weglassen. Aber ich trage mein Hoodie-Kleid total gern und freue mich auf weitere Projekte. Ein erster Pulli ist mittlerweile auch entstanden in Tunika-Länge. Dazu aber ein andermal mehr.

Noch bissel ungewohnt, dieses Foto-Shooting.
Mein super gemütliches Hoodie-Kleid.

#Nähenfürmich: Wie geht es jetzt weiter?

Der Näh deinen Stil Podcast von Elle Puls bringt aktuell das Thema “Stil- und Farbenfindung” aufs Tablett. Damit habe ich mich ehrlich gesagt noch nie beschäftigt, aber momentan bin ich Feuer und Flamme für das Thema. Denn bei Stoffen für die Kinder werde ich immer sofort fündig. Als ich mich aber auf die Suche nach Stoffen für mich gemacht hab, wuchs die Unsicherheit.

Plötzlich standen Fragen im Raum wie: Ist die Stoffart überhaupt für den gewünschten Schnitt die richtige? Passt der Stoff tatsächlich zu mir? Passt die Farbe? Passt das Muster? Diesen Fragen versuche ich gerade auf den Grund zu gehen und taste mich Stück für Stück ran.

Neben dem “richtigen” Stoff kommt so nach und nach noch ein weiteres Thema auf: Der richtige Schnitt und das Anpassen von Schnitten vor und während dem Nähen.

Ich bin angefixed und gespannt, wie sich das Nähen für mich selbst weiterentwickelt. Es gibt jedenfalls noch sehr viel zu lernen und zu entdecken und vor allem: Sooooo viel zu nähen.

*Kennzeichnung als Werbung, da im Beitrag auf kostenpflichtige Angebote verlinkt wird. Ich erhalte jedoch keine Gegenleistung für die Nennung und Verlinkung.

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