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Down under mit einer Bluse Sydney*

Seit einigen Tagen hat sich der Himmel, der eigentlich strahlend blau den Frühling erahnen lässt, verfinstert. Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine lassen niemanden kalt. Nach einigem inneren Hin und Her habe ich mich entschieden, heute dennoch beim MeMadeMittwoch dabei zu sein und mich durch die Kreativität aller Beteiligten ein wenig ablenken zu lassen und anderen auch Ablenkung / Zerstreuung / Normalität zu bieten.


Tag für Tag wächst gerade die Sehnsucht nach dem Frühling. Und so ist mir auch das erste frühlingsfrische Nähwerk unter der Nadel hervorgehüpft: Eine Bluse Sydney aus Viskose Crepe nach dem Schnitt von Elle Puls / Näh deinen Stil.

Ein Nähwerk, bei dem ich wieder einige erste Näh-Male hatte und einiges gelernt habe, z.B. das man sich von Viskose nicht aus der Ruhe bringen lassen sollte.

Schnitt: Bluse Sydney von Elle Puls / Näh deinen Stil
Stoff: Viskose Crepe von Mind the Maker, gekauft bei Juni Design

Bluse Sydney: Stoff- und Schnittauswahl

Den Schnitt habe ich schon lange im Auge und damit auch schon länger auf meiner To-Sew-Liste. Ich bin nicht die klassische Blusenträgerin, da ich mich darin immer etwas unwohl fühle und nur am zuppeln bin. Damit meine ich die klassische Hemdbluse mit Knopfleiste und Stand. Locker fließende Blüschen hingegen gefallen mir sehr und begleiten mich immer in der Übergangszeit. Genau so eine Bluse ist Sydney von Elle Puls.

Wie es der Zufall so wollte, war der Schnitt in meiner Dreimonats-Mitgliedschaft im Näh deinen Stil Club inbegriffen und er rutschte auf meiner “Muss ich unbedingt ausprobieren” Liste weit nach oben.

Traumhafter Viskose-Stoff
Traumhafter Viskose-Stoff in dunkelgrün.

Allerdings habe ich etwas Zeit gebraucht, um den passenden Stoff zu finden und als der Stoff dann da war, kamen zuerst die Winter-Näh-Projekte an die Reihe. Beim Stoff habe ich mich für einen leichten Viskose Crepe von Mind the Maker entschieden, der mich komplett begeistert. Er trägt sich sehr angenehm, hat einen schönen Fall und auch die Farbe passt sehr gut in meinen Kleiderschrank. Die Viskose ist aus den sehr nachhaltigen LENZINGTM ECOVEROTM Fasern. Meine Recherche ergab, dass die Herstellung dieser Viskose 50% weniger Wasser und CO2 benötigt im Vergleich zu “normaler” Viskose. Das freut mein Gewissen.

Ich hatte das erste Mal bei Juni Design bestellt und ich bin schwer beeindruckt vom Service. Die Lieferung war super schnell bei mir, alle Stoffe waren liebevoll verpackt und ein paar nette und lustige Karten lagen der Bestellung auch noch bei.

Ansprechende Verpackungen, kleine schöne Details fallen mir insgesamt immer wieder sehr positiv auf, wenn ich bei kleineren Stoff-Shops bestelle. Richtig klasse und es macht jede Lieferung zu einem kleinen Geburtstag und etwas Besonderem. Da gebe ich auch sehr gerne ein paar Euro mehr aus und spare mir lieber den Kauf eines billigen, überflüssigen Stoffes.

Eine lockere Bluse nähen – der Prozess

Die Anleitung für die Bluse Sydney ist sehr gut, ausführlich und natürlich auch bebildert. Zusätzlich zur Anleitung gibt es außerdem noch ein Paper zum Verlängern von Schnittmustern sowie ein hilfreiches PDF zu Bügeleinlagen für Blusen. Ein großes Rundum-Paket, bei dem keine Wünsche offen bleiben.

Die Bluse besticht durch den raffinierten Ausschnitt, die Rückenpasse mit Kellerfalte und Schlupfmanschetten. Optional kann auch eine Brusttasche genäht werden. Auf diese habe ich jedoch verzichtet.

Nähen ließ sich die Bluse nach Anleitung wunderbar. Lediglich das Verstürzen der Rückenpasse habe ich ohne Aufroll- und Wendeaktion genäht. Ich habe die innenliegende Rückenpasse einfach so über die Nahtzugabe der äußeren Passe gesteckt, dass ich sie problemlos und mit schönem Innenleben zusammennähen konnte.

Neu für mich war das Kräuseln mit zwei Naht-Reihen, was mich auch angesichts der vielen Fäden plus ausfransender Stoffkante etwas zur Verzweiflung gebracht hat. Das Endergebnis und der schöne Übergang zu den Manschetten hat mich von dieser Vorgehensweise jedoch überzeugt und entlohnt.

Entgegen der Anleitung musste ich beim Einsetzen der Ärmel weder einhalten noch kräuseln. Der Ärmel passte perfekt in die Armkugel und fällt auch genau so wie er fallen soll. Lediglich die Schultern müsste ich bei einer weiteren Version verlegen, da mir die Bluse immer etwas nach hinten rutscht. Aber das ist dann ein neues Projekt.

Mein Fazit zur Bluse Sydney

An und für sich ist das Nähen dieser Bluse kein Hexenwerk. Da für mich doch einige “erste Male” dabei waren und auch der Stoff durchaus seine Tücken hatte, habe ich mir dennoch Zeit gelassen, um keine Fehler zu machen.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und ich freue mich, meine neue Bluse bald schon in herrlichem Sonnenschein ausführen zu dürfen. Und da hier noch ein größeres Stück herrlich leichter Chambray lagert, überlege ich schon, ob ich mir noch eine zum Kleid verlängerte Version nähen soll. Ihr dürft gespannt sein.

Jetzt heíßt es aber wie an jedem ersten Mittwoch im Monat: Bühne und Laufsteg frei für die neuesten Kreationen der MeMadeMittwoch-Bloggerinnen. Ich freu mich auf letzte Winter-Werke und erste Frühlings-Ausblicke.

Hier geht’s mit weiter:

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Slow-Sewing mit Blusenkleid Cocoon*

Gut Ding will Weile haben und manchmal lohnt ein Innehalten, Weglegen, Nachdenken, neu Justieren und mit frischem Geist wieder ans Werk gehen. So erging es mir mit meinem neuen Blusenkleid Cocoon von Schnittduett – ein echtes Slow-Sewing Projekt. .

Womit wir schon bei meinem Näh-Motto 2022 wären: Slow-Sewing mit Mehrwert. Das sind Näh-Projekte, die mich und meine Näh-Skills voranbringen und gleichzeitig nicht stressen und unter Zeitdruck setzen. Projekte, die zu mir und meiner Garderobe, meinem Stil passen.

Der grobe Plan sieht ungefähr ein Kleidungsstück pro Monat vor. Dabei ist es mir wichtig, dass mich die Projekte nicht stressen und unter Druck setzen, denn den habe ich im Alltag häufig genug. Am Ende soll es egal sein, ob es 12, 10 oder 14 Teile werden.

Slow Sewing No. 1: Blusenkleid Cocoon – wenn’s mal wieder länger dauert

Zwischen den Jahren habe ich mich voller Tatendrang an das Hemdblusenkleid Cocoon von Schnittduett gewagt. Den Schnitt wollte ich schon seit einiger Zeit unbedingt nähen. Die Suche nach dem richtigen Stoff hat jedoch etwas länger gedauert. Letzten Endes habe ich zwei Stoffe gekauft: Einen petrolfarbenen Baumwoll-Flanell und einen Chambray in jeansblau, denn ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich eine dickere oder eine dünnere Version nähen sollte. Letztendlich habe ich mich für den Flanell entschieden, damit ich die Bluse bzw. das Blusenkleid auch in den kalten Monaten tragen kann.

Das Projekt im Kurzüberblick:

Schnittmuster: Bluse / Blusenkleid Cocoon von Schnittduett in der Kleidversion mit kurzem Arm*
Stoff: Baumwoll-Flanell von Frau Tulpe’
Knöpfe: Alles für Selbermacher (leider ausverkauft, denn die letzten 9 zieren mein Blusenkleid)*

Die Umsetzung

Bluse und Blusenkleid Cocoon vom Label Schnittduett

Das Schnittmuster kommt mit einer sehr ausführlichen Anleitung, die keine Wünsche offen lässt. Außerdem gab es im Herbst 2020 einen Sew-Along, organisiert von Anja und Selmin vom Schnittduett. So finden sich viele Beiträge sowie ergänzende Videos rund um den Schnitt auf dem Blog des Schnittduetts. Mit dieser Unterstützung war es kein Problem das Blusenkleid zu realisieren.

Das Blusenkleid war toll zu nähen und ich habe einiges, für mich noch Neues bei diesem Projekt gelernt. Aufgrund der großen Mehrweite habe ich Größe 36 genäht. Letztlich wäre auch eine kleinere Größe drin gewesen. Der Stoff gefällt mir ebenfalls richtig gut. Er ist sehr angenehm zu tragen und hat sich auch gut nähen lassen. Eine schöne Qualität zu einem guten Preis (12 EUR/Meter).

Die sichtbaren Innennähte werden eigentlich mit französischen Nähten genäht, für dicke Stoffe wird davon jedoch abgeraten. Daher habe ich “normal” genäht.

Einen kleinen Knoten im Hirn hatte ich beim Nähen der Manschetten. Das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen, irgendwie hab ich es geschafft, die richtigen Schlussfolgerungen aus der Anleitung zu ziehen. Das “im Nahtschatten nähen” muss ich auch noch ein bisschen üben, aber für den ersten Versuch bin ich zufrieden.

Arg enttäuscht war ich von meinem Kragensteg-Abschluss. Der wollte einfach nicht schön werden. Irgendwie hat Stoff gefehlt und ich musste ziemlich tricksen, um es irgendwie erträglich zu machen.

Schwer getan habe ich mich außerdem bei der Wahl der passenden Knöpfe. Zu guter Letzt habe ich bei “Alles für Selbermacher” bestellt. In der Anleitung sind 12 Knöpfe angegeben, aber es gab nur noch 9 und, was soll ich sagen, es haben sogar 8 gereicht. Allerdings hab ich etwas größere Knöpfe (17mm) als vorgesehen verwendet. 12mm kam mir deutlich zu klein vor.

Stolpersteine und Zufriedenheitsoptimierung

Nachdem ich den Body des Blusenkleid Cocoons zusammengenäht hatte, wurde mir bewusst, dass meine Stoffwahl semi-optimal war. Ich wollte zuerst eine Langarm- und Kleidversion nähen. In dem etwas dickeren unifarbenen Flanell sah das aber sehr sackartig aus und ich habe daher einiges ausprobiert, um das Blusenkleid gefälliger zu bekommen.

Mein Freund, der Nahttrenner
Ein Freund, ein guter Freund…

Zuallererst habe ich beschlossen, die Ärmel zu kürzen, sodass langärmelige Oberteile darunter hervorschauen und das Gesamtbild auflockern. Die kurzen Ärmel sollten mehr Rafinesse mitbringen. Kurzerhand habe ich aus einem Stoffmarkt-Schnäppchen einen Rolli nach dem Schlauchkleid-Schnitt von The Couture (mein Weihnachtskleid, ihr erinnert euch) genäht, um zu schauen, ob meine Idee tatsächlich funktioniert.

Fazit: Ja, funktioniert, wenn man die Aussage vom Lieblingsmann “sieht aus wie Maler Klecksel” gekonnt ignoriert… Aber es funktioniert mit weiteren vorhandenen Oberteilen, wie ihr den Fotos entnehmen könnt.

Außerdem hab ich lange überlegt, ob ich das Kleid kürzen soll. Ich hab viel gesteckt und ausprobiert, hab mich aber doch gegen eine Kürzung entschieden. Mal schauen, ob das auf Dauer so bleibt oder ich doch nochmal mit der Schere anrücke. Eine zweite Cocoon würde ich jedoch definitiv in der langen Blusenversion nähen – Stoff hab ich ja noch da.

Mein Fazit zum Blusenkleid Cocoon

Insgesamt bin ich mit meiner Version nicht so zufrieden. An mir wirkt das Blusenkleid noch immer ein bisschen wie ein Sack und erinnert mich an einen Kittelschurz meiner Oma. Das liegt für mich aber hauptsächlich am unifarbenen Flanell und auf keinen Fall am Schnitt. Das dieser sehr “oversizeig” und bewusst in eine Kokon-Form fällt, ist den technischen Zeichnungen und den Modellen ja deutlich zu entnehmen.

Echt gemütlich: Blusenkleid Cocoon aus Flanell mit Rollkragen-Shirt
Echt gemütlich ist mein Blusenkleid Cocoon auf alle Fälle.

Es wird daher vermutlich immer auf die Outfit-Kombination und das Styling ankommen, damit ich mich darin wohlfühle. Gestreifte Longsleeves und mein neuer Rolli als “Partner” machen sich auf alle Fälle schon mal sehr gut. Mit schmalen Hosen und schickem Schuh ist das Blusenkleid auf alle Fälle auch Business-tauglich und es wird hoffentlich kein Schrankhüter. Heute hatte ich es auch im Büro an und im Laufe des Tages hab ich mich durchaus immer wohler gefühlt. Flanell-Cocoon und ich finden schon noch zusammen!

Die Knöpfe sind nicht ganz mittig auf der Knopfleiste, aber ich denke, das ist verschmerzbar. Dafür war ich mal wieder erstaunt, dass dieses Knopflöcher nähen nur halb so schlimm ist, wie man immer denkt. Eigentlich ganz einfach, nur die Mitte muss ich noch treffen lernen. Aber hey, dafür sind alle Knöpfe in einer Reihe – man kann halt nicht alles haben 😉

Von diesem Projekt werde ich sehr viel mitnehmen für künftige Näh-Projekte. Den Schnitt und die Anleitung, gepaart mit den zusätzlichen Infos der Sew Along Beiträge ist absolut empfehlenswert.

Von daher: Auf zum nächsten Slow Sewing Projekt! Aber vorab heißt es, Bühne frei für die MeMadeMittwoch-Damen und ihre Februar-Kreationen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die Plattform und den schönen Austausch.

Weitere spannende Lektüre aus meinem Nähen-Lernprozess:

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Mit Softshell-Mantel ins neue MeMadeMittwoch-Jahr

Das MeMadeMittwoch-Team eröffnet ein neues Jahr für uns nähverrückte Damen. Ich zeige heute mein „Meisterwerk“, das ich schon länger vorstellen möchte: Meinen Softshell-Mantel. Und da der Januar-MMM auch der Monat der Lieblinge des Vorjahres ist, passt das ganz wunderbar. Denn mein neuer Mantel ist auch mein Lieblings-Projekt aus 2021.

Ich bin wirklich stolz auf mich, dass ich es bewältigt habe. Noch vor einem halben Jahr, hätte ich mir nicht vorstellen können, einen Mantel zu nähen. Noch dazu einen Mantel, der mir tatsächlich gut gelungen ist. Denn für mich selbst nähe ich ja erst seit ca. einem Jahr. Bis dahin habe ich lediglich einfache Teile für die Kinder genäht. Aber starten wir mit der Übersicht:

Projekt: Softshell-Mantel mit Kapuze, Reißverschluss und Eingriffstaschen
Schnitt: Jerika von Prülla*
Stoff: Petrol-melierter Softshell mit weicher Fleece-Innenseite, gekauft im Buntspecht-Shop*

Stoff- und Schnittauswahl

Ein etwas längerer Mantel aus Softshell, der mich durch die trüben, regnerischen oder auch nebligen Herbst- und Frühjahrstage bringt, hat in meiner Garderobe noch gefehlt. Deshalb wollte ich mir als erstes Jacken-Selbernäh-Projekt genau so einen Mantel nähen. Bedingung: Fahrrad-geeignet und robust.

Die Stoffauswahl ging relativ rasch, da ich klare Vorstellungen hatte: warmer Softshell, unifarben, gerne meliert, da das aus meiner Erfahrung weniger Dreck-empfindlich ist. Fündig wurde ich bei oben erwähntem Buntspecht-Shop. Der Softshell ist petrol-/türkis-meliert (je nach eigener Farbdefinition) und die Innenseite ist aus weichem Fleece. Perfekt für den Übergang und die etwas wärmeren Wintertage. Passend dazu habe ich einen Petrolfarbenen Reißverschluss gewählt.

Beim Schnitt schwankte ich zwischen zwei Schnitten, die mir im Laufe der letzten Monate begegnet waren: „Jerika“ von Prülla und „Hamburg“ von Pech & Schwefel. Entschieden habe ich mich letztendlich für Jerika, vermutlich weil ich dazu einfach mehr Rezensionen und Beispiele gefunden hatte. Jerika hat einiges an Variationen zu bieten, was mich zusätzlich eingenommen hat.

Genäht habe ich die lange Version mit Kapuze und einfachen Eingriffstaschen, ohne Reißverschluss.

Softshell-Mantel: Der Näh-Prozess

Mit der Anleitung musste ich erstmal warm werden. Durch die Vielzahl an Varianten ist die Anleitung nicht auf Anhieb logisch aufgebaut, da sie in Blöcken arbeitet und man sich die zum eigenen Projekt passenden Blöcke raussuchen muss. Das bedeutet, dass die Schritte, die man normalerweise/aus Gewohnheit hintereinander abarbeitet, nicht immer genau so aus der Anleitung hervorgehen. Außerdem sollte man die Anleitung sehr genau durchlesen. Vor allem in Hinblick auf die eigenen Varianten-Wünsche, da teilweise Materialien erst im jeweiligen Block erwähnt werden und nicht am Anfang der Anleitung, wo die eigentlich benötigten Materialien aufgelistet sind (Nahtband, Paspeln o.ä.). Eher ungewöhnlich ist auch, dass es keine technische Zeichnung des Schnittes gibt und auch keine klare Übersicht der Varianten und Möglichkeiten, die der Schnitt bietet.

Der Zuschnitt verlief dennoch reibungslos. Die Maße haben gut gepasst und Anpassungen waren nicht notwendig.

Den Hauptnäh-Part habe ich mal wieder im Nähzimmer von Beate* genäht. Beate hatte im Oktober zu einem gemütlichen Näh-Nachmittag geladen und die Chance habe ich ergriffen. Bei Tee, Hefezopf und lustigen Gesprächen wurden einige schöne Mäntel erarbeitet. Fertig geworden bin ich natürlich nicht. Aber das Gros stand: Der Mantel-Body aus Vorderteilen mit den Eingriffstaschen und Rückenteil mit Passe war fertig. Ebenso waren Kapuze und Ärmel eingenäht.

Einige kleinere Arbeiten sowie eine schöne Versäuberung der Innennaht am Rücken mit Aufhänger habe ich zu Hause gemacht. Eine Abschlussrunde für den Reißverschluss und die Säume habe ich dann nochmal bei Beate eingelegt.

Und da war er: Mein Softshell-Mantel.

Ein Softshell-Mantel für viele Gelegenheiten

Mein Fazit: Ich bin wirklich zufrieden und stolz auf mich. Die Länge passt, die Verarbeitung passt, der Reißverschluss hat genau die richtige Länge, damit ich problemlos radeln kann!

Klar, die ein oder andere Innennaht könnte noch schöner verarbeitet sein und an einigen Stellen hätte ich exakter arbeiten können, aber insgesamt ist der Mantel richtig schön geworden. Ich hatte ihn schon häufig an und selbst an kühleren Dezembertagen wärmt er durch die Fleece-Innenseite sehr gut.

Kleinere Mankos: Die Armbündchen sind etwas steif und fest, so dass ich meine Strickhandschuhe nicht darunterschieben kann. Da hätte es vermutlich eher „normale“ Bündchenware bedurft, die ich aber bewusst nicht gewählt hatte, damit ich bei Regen keine nassen Handgelenke bekomme. Von daher verkraftbar. Außerdem bin ich mit den Taschen nicht so zufrieden, da sie aufklaffen und seltsam durchhängen, wenn ich z.B. einen größeren Schlüsselbund darin verwahre.

Insgesamt aber ein tolles Projekt, das mir gezeigt hat, das ich mir ruhig mehr zutrauen darf und auch vor komplexeren Projekten keine Angst haben muss.

Und damit gebe ich rüber zum Laufsteg des MeMadeMittwochs. Ich freue mich auf die ersten neuen Kreationen des Jahres. Vielen Dank für die Organisation und die Möglichkeit! Leider werden meine Kommentare nicht angenommen und ich kann euch daher nur auf diesem Weg meine Dankbarkeit zeigen.

Noch mehr Lieblings-Nähprojekte aus 2021:

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Weihnachtskleid-Sewalong: auf dem Weg ins Finale

Fertig!

Dem Aufruf zum Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch Blogs sind viele Näh-Verrückte gefolgt und es entstehen aktuell wunderschöne Werke. Manche haben bereits letzte Woche fertig genähte Meisterwerke präsentiert. Andere haben ihr Projekt noch über den Haufen geworfen und haben sich für etwas anderes entschieden. Man und frau darf auf jeden Fall gespannt sein, was uns kommende Woche am 4. Advent erwartet.

Denn dann heißt es: FINALE!

Im Finale werden alle tollen Kreationen gezeigt. Das können Kleider, Blusen, Röcke, Hosen, Pullover oder auch Schlafanzüge sein.

Zwischenstand meiner zwei Weihnachtskleider

Ich habe mich für zwei Weihnachtskleider entschieden, die sich in die Alltagsgarderobe einfügen werden.

Alles zu Stoff- und Schnittauswahl sowie einen ersten Zwischenstand findet ihr hier in Teil 1 sowie hier in Teil 2 meiner #WKSA Beiträge.

Kleid Nummer eins – „La Glenna“ von Schnittgeflüster – ist bereits fertig genäht und wartet auf seinen großen Auftritt am Heiligen Abend. Ich zeige es euch heute am Kleiderbügel. Tragebilder gibt es nächste Woche.

Mein Schlauchkleid konnte ich, hingegen meiner angekündigten Pläne, nicht am dritten Advent fertig nähen – das Leben, in Form von „ich brauch frische Luft“ plus „wo bekommen wir für die Kinder jetzt einen offiziellen Schnelltest her“, hatten meine Nähzeit auf ca. 90 Minuten begrenzt. Aber vorgestern hat sich ein ruhiger Abend gefunden und ich konnte die Ärmel einsetzen und alles säumen.

È voilà: Hier sehr ihr ein Bild am Bügel.

Schnitt-Rezension

Da das Finale der Präsentation der fertigen Werke vorbehalten werden soll, bekommt ihr bereits heute meine Rezension der Schnittmuster.

Mein Weihnachtskleid Nummer 1: La Glenna

Technische Zeichnung La Glenna von Schnittgeflüster

„La Glenna“ von Schnittgeflüster ist ein Kleid in A-Linie und sehr variabel. Die Kleidlänge ist knieumspielend, kann aber auch ein wenig kürzer genäht werden. Alternativ in Pullover-Länge. Variationen bietet vor allem der Halsausschnitt: einfaches Bündchen, kleiner Stehkragen, hoher Stehkragen mit Ösen und Kordel, Kapuze oder auch eine Kombi aus Kapuze und Stehkragen.

Besonders gefallen mir die in die Teilungsnähte eingelassenen waagerechten Taschen (können auch weggelassen werden). Durch die Schnittführung ist das Kleid sehr figurbetont und lässt sich sehr gut auf die eigene Figur anpassen, was bei mir jedoch nicht notwendig war.

Die Schnittteile sind sehr gut gemacht, alle Knipse, die man so braucht, sind vorhanden und insgesamt wirklich perfekt. Auch beim Basteln klappte alles reibungslos und die Passzeichen haben perfekt aufeinander gepasst.

Die Anleitung ist gut geschrieben, mit Skizzen bebildert und grundsätzlich gut verständlich. Ich hatte mich ja für den schmalen Stehkragen entschieden und dieser wird in der Anleitung meist nicht explizit oder nur im Fließtext erwähnt, so dass man durchaus genau lesen muss, was / wo / wie gedacht ist. Letztendlich aber kein wirkliches Problem und auch für ungeübte Näher:innen durchaus empfehlenswert.

Mein Weihnachtskleid Nummer zwei: Schlauchkleid von The Couture

Schlauchkleid von The Couture

Das Schlauchkleid von The Couture ist ein Freebie und von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Anleitung eher knapp gehalten ist.

Nichtsdestotrotz ist sie gut verständlich und das Kleid ist wirklich schnell und einfach genäht. Die Schnittteile sind 1A und die vielen Knipse helfen beim Zusammensetzen. Abnäher sind bei dem Schnitt nicht vorgesehen. Man sollte sich deshalb im Klaren sein, dass es ein figurbetontes, enganliegendes Kleid ist.

Das Schlauchkleid kann alternativ als Rollkragenpullover genäht werden. Eine solche Version möchte ich mir auf jeden Fall noch nähen, da ich momentan keinerlei Rollkragen-Oberteile in meinem Schrank habe.

Und nun springe ich rüber und schaue, wie weit die anderen Näh-Damen gekommen sind und bedanke mich beim MeMadeMittwoch-Team für das schöne gemeinsame Nähen beim Weihnachtskleid-Sewalong 2021.

Euch allen einen wunderschönen dritten Advent – wir sehen uns im großen Finale, wenn die vierte Kerze brennt.

Strickstoff vernähen oder im Fledermaus-Shirt in den Herbst

So muss sich das anfühlen, wenn man ein Schnittmuster-Label gefunden hat, bei dem man sagen kann: Ja, das passt! Und mit “so” meine ich, wenn man sich mit einem zufriedenen und glückseligen Lächeln im Gesicht vor dem Spiegel dreht. Genau “so” erging es mir bei meinem dritten Studio Schnittreif Schnitt: Dem Fledermaus-Shirt FRAU USEDOM aus Strick.

Ich gestehe: Das erste Mal Strickstoff vernähen hat mich ein wenig nervös gemacht. Denn ich hatte einige Artikel gelesen, Posts gesehen und Podcasts gehört, in denen das Vernähen von Strickstoffen als schwierig beschrieben wurde. Strickstoff ribbele sich schnell auf, dehne sich gerne unter der Nähmaschine und führe häufig ein Eigenleben, das sich nur mit Tricks bewältigen lasse.

Aber: Angeblich ist auch Jersey schwierig zu nähen und nichts für Anfänger*innen. Hätte ich das zu Beginn meiner Näh-Karriere gewusst, wer weiß? Vielleicht hätte ich gar nicht erst angefangen. Also ran ans Werk, aber zuerst noch ein Überblick zum Projekt:

Schnittmuster: FRAU USEDOM von Studio Schnittreif*
Stoff: ein feiner, lila-violetter Strickstoff-Traum, den ich bereits vor einem Jahr bei The Couture* gekauft habe. Leider nicht mehr verfügbar.

Jippie! Mein erster selbstgenähter Strickpulli

FRAU USEDOM, ein schönes Fledermaus-Shirt, das sich sehr gut vernähen lässt.
Macht sich gut, so ne FRAU USEDOM.
Angenehm und gemütlich und dennoch nicht langweilig - Strickstoff vernähen ein voller Erfolg
Angenehm und gemütlich und dennoch nicht langweilig.

Das Projekt Fledermaus-Shirt: Der Schnitt

FRAU USEDOM ist ein einfach zu nähender Schnitt für ein Shirt mit Fledermaus-Ärmeln in zwei Weiten. Die Ärmel können 3/4 oder lang genäht werden, auch ein breites/langes Armbündchen ist möglich. Ich habe mich für die schmalere Version mit langen Ärmeln entschieden.

Das Shirt kann aus allen dehnbaren Stoffen genäht werden und der von mir gewählte dünne Strickstoff war perfekt für das Projekt. Von allzu dicken Stoffen würde ich abraten, da dann die Saum-Verarbeitung am Hals schwierig wird.

Da ich zuvor bereits zwei andere Studio Schnittreif Schnitte vernäht hatte und mich mittlerweile vorrangig an den Fertigmaßen eines Schnittes orientiere, habe ich direkt in 36 zugeschnitten. Die meisten Schnitte – so meine Erfahrung – haben einiges an Mehrweite und in 38 versinke ich schnell im Stoff, auch wenn die Maßangaben immer genau diese Größe empfehlen.

Tipp zur Schnittauswahl:
Achte bei der Wahl des für dich passenden Schnittmusters darauf, ob Fertigmaße angegeben werden. Orientiere dich nicht nur an der Körpermaßtabelle, sondern gleiche die Maße immer mit den Fertigmaßen ab. Alternativ kannst Du auch direkt am ausgedruckten Schnitt nachmessen, welche Größe am besten sitzt.

Das Schnittmuster und die Anleitung sind gewohnt simpel und einfach nachzunähen. Die Anleitung ist sehr gut verständlich geschrieben und bebildert.

Besonders angetan bin ich von der Verarbeitung des Halssaums bei Studio Schnittreif. Diese kannte ich bereits von FRAU HOLLY. Dabei wir der Halsbund nicht direkt zusammengenäht, sondern beginnend an einer Schulternaht offen angenäht und erst dann geschlossen und abgesteppt. Das Ergebnis ist simpel, aber schön und sieht nicht so “gefrickelt” aus, wie ich es von anderen Schnitten kannte. Das mag aber auch an meiner zunehmenden Erfahrung liegen 😉

An FRAU USEDOM gefällt mir außerdem das breite Bauchbündchen, das schön anliegt.

Fledermaus-Shirt: Der schmale Fledermaus-Ärmel ist angenehm und nicht zu aufdringlich.
Der schmale Fledermaus-Ärmel ist angenehm und nicht zu aufdringlich.
Frau Usedom: Der Ärmelsaum wird einfach umgenäht. Alternativ gibt es den Ärmel in 3/4 Länge oder mit langem Bündchen.
Der Ärmelsaum wird einfach umgenäht. Alternativ gibt es den Ärmel in 3/4 Länge oder mit langem Bündchen.

Das erste Mal: Strickstoff vernähen

Wie bereits beschrieben, hatte ich Respekt vor dem Vernähen von Strick. Ich hab mir daher vor Beginn des Nähens zweimal den Podcast zur Verarbeitung von Strickstoffen von Elle Puls / Näh deinen Stil angehört und einige Blogbeiträge gelesen, um fit zu sein für die Herausforderung.

Und dann? Nichts.

Das war gar nicht so schwer… mit dem Strickstoff hatte ich keinerlei Näh-Probleme. Vielleicht lag es am Obertransportfuß meiner Nähmaschine? Oder es lag schlicht daran, dass es ein eher dünner Strickstoff war. Ich kann mir gut vorstellen, dass grobgestrickte Stoffe durchaus schwieriger zu verarbeiten sind.

Der Strick trägt sich auf jeden Fall sehr sehr angenehm, ist allerdings etwas empfindlich. Er zieht schnell Maschen; ich habe schon mehrere kleine “Knötchen”. Mal schauen, wie lange der Pulli durchhält…

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Mein Fazit: Etwas mehr Usedom braucht mein Kleiderschrank

Frau Usedom ist ein rundum gelungenes Näh-Projekt: Fledermaus-Shirt mit Strickstoff vernähen.

Mit meinem FRAU USEDOM Pullover bin ich sehr zufrieden. Er trägt sich angenehm, ist sehr bequem und dabei nicht zu lässig.

Einzig der etwas weite Ausschnitt stört mich ein bisschen. Aber mit einem Trägertop darunter oder einem Tuch, lässt sich das einfach kaschieren.

Ich bin mir sicher, es wird nicht meine letzte FRAU USEDOM sein. Für das nächste Frühjahr kann ich mir eine leichte Viskose- oder Tencel-Version vorstellen. Und damit die “To-Sew-Liste” weiter wächst, hüpfe ich nun rüber zu meinen kreativen Vorbildern beim MeMadeMittwoch und freue mich über jede Menge Inspiration.

Rund ums Nähen – hier findest Du noch mehr Inspiration

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Hallo Spätsommer! Mit einer Fleece-Weste von Pattydoo

Dieser nasskalte Sommer 2021 darf sich nun verziehen und ich sage “Hallo Spätsommer!” Mit meiner neuen Fleece-Weste nach einem Schnitt von Pattydoo bin ich gerüstet für die kühleren Tage und freue mich, damit wieder beim MeMadeMittwoch dabeizusein.

Schnitt: “Steppweste Judy” von Pattydoo
Stoff: Baumwoll-Fleece von Stoffe-Hemmers

Die Lücke im Kleiderschrank und die Idee zur Fleece-Weste

Schon länger hatte ich keine dünnere Weste mehr für mich im Kleiderschrank. Daunenwesten klar und auch das ein oder andere ärmellose Überwurf-Teil (keine Ahnung, wie man das besser beschreiben soll) waren vorhanden. Aber eine praktische Weste aus Fleece, die sowohl bei Ausflügen jeglicher Art als auch bei der Gartenarbeit an kühleren Tagen übergeworfen werden kann, die hat gefehlt.

Damit kam das Projekt ganz nach oben auf die “To-Sew-Liste” und ich startete mit der Schnitt-Recherche.

Schnitt- und Stoffauswahl

Ziemlich schnell wurde ich bei Ina von Pattydoo fündig. Die Steppweste Judy entsprach genau meinen Vorstellungen und das Anleitungsvideo hat mich dann komplett überzeugt. “So gewappnet schaff ich das auch”, war ein Gedanke. Die Stoffwahl war auch relativ schnell erledigt – zumindest nachdem ich mich mit mir selbst über die Farbe einigen konnte. Dunkelblau. Passender Reißverschluss und passendes Formband dazu. Fertig war die Projektvorbereitung.

Die Fleece-Weste von Pattydoo bei ihrem ersten Einsatz
Die Fleece-Weste von Pattydoo bei ihrem ersten Einsatz
mit spontanem Foto-Shooting

Projektumsetzung mit jeder Menge Spaß

Dachte ich bei der Schnittauswahl noch, ich müsste mich alleine durch das Projekt kämpfen, ergab sich ein glücklicher Corona-Lockerungs-Moment: Meine Näh-Trainerin Beate durfte endlich wieder Näh-Abende anbieten 🙂 Darauf hatte ich seit Herbst 2020 gewartet. Jippie!

Termin geblockt, Nähmaschine, Material und mich selbst eingepackt und ab ins Nähzimmer (kleiner Tipp: schau dir mal Beates süße Schwarzwald-Adler an)!

Was war das nett – lauter gleichgesinnte Nähnerds, viele tolle Gespräche und nebenher wurde genäht und gewerkelt. Die Weste ist fast von allein fertig geworden. Es hat riesig viel Spaß gemacht in einer (kleinen) Gruppe zu nähen und einen kurzweiligen Nähabend in der kreativen Atmosphäre des Nähzimmers zu verbringen.

Das Video zum Westen-Schnitt wurde nicht gebraucht.

Und das Ergebnis?
Passt!

Eine Mini-Kleinigkeit muss ich noch machen: Die Taschen muss ich von unten her noch zunähen, damit der Eingriff kleiner wird.

Die Fleece-Weste von hinten.
Die Fleece-Weste von hinten – sitzt, passt, wackelt und hat ausreichend Luft
Die Weste trägt sich mehr als gemütlich
Eine gemütliche und praktische Weste wie sie bisher im Kleiderschrank gefehlt hat

Mein Fazit zur Fleece-Weste von Pattydoo:

Ein schöner Schnitt, der sich gut nähen lässt. Die Passform ist wie angegeben. Ich habe nach den angegebenen Maßen in Größe 38 genäht und ich habe noch genug Platz, um einen dicken Pulli darunter tragen zu können. Nach Beendigung des Projekts habe ich mir noch das Video angeschaut und ich würde sagen: “Ja, mit so einer tollen Anleitung, ist es gut zu schaffen.” Mir haben natürlich die ein oder anderen kleinen Hinweise und Tricks von Beate sehr geholfen – vor allem das Händchen halten… und die regelmäßigen Hinweise “bügel das mal”…

Mein erstes Mal Fleece vernähen hat sehr gut geklappt und ging reibungslos.

Ich bin glücklich mit meinem neuen Basic-Teil, mit dem ich nun die Spätsommer- und Herbstsaison starten kann.

Nun hüpfe ich rüber zu den MeMadeMittwoch-Mädels und freue mich über tolle neue Kreationen meiner Näh-Vorbilder. Ob es dort auch schon herbstlich wird oder noch der Sommer regiert?

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Weitere Näh-Projekte, die Du für Deine Inspiration nutzen kannst:

Sommer, Sonne, Sommer-Top

Freie Tage wollen genutzt werden und zwar an der Nähmaschine (und zwischendurch auf dem Liegestuhl im Garten). Einige Baby-Geschenke sind dabei von der Nadel gehüpft, eine Short für mich, die aber noch nicht vorzeigbar ist, und ein leichtes Sommer-Top aus Viskose.

Schnitt Sommer-Top: Frau Clara von Studio Schnittreif*
Stoff Sommer-Top: Ein Stoffmarkt-Fund

Das Sommer-Top war ein richtiges Wohlfühl-Projekt. Ich hatte den Schnitt gesehen, heruntergeladen und ausgedruckt. Der Stoff lag im Stoffregal und so konnte ich direkt durchstarten. So schnell und voller Tatendrang war ich lange nicht mehr.

Frau Clara von Studio Schnittreif: Tiptop Sommer-Top
Tiptop Sommer-Top
Frau Clara von Studio Schnittreif - Foto-Shooting will gelernt sein.
Das mit dem Foto-Shooting muss ich noch üben… könnte mal eine von Heidis Models vorbeischauen?
Büro-taugliches Sommer-Top: Frau Clara von Studio Schnittreif
Frau Clara ist absolut Business-tauglich

Sommer-Top: Maß nehmen und Zuschnitt

Da ich – wie immer – zwischen den Maßen lag, habe ich mich entschieden, Größe M mit sehr geringer Nahtzugabe zuzuschneiden. Letztendlich hätte ich auch eine Größe kleiner zuschneiden können, da das Top wirklich viel Platz lässt und luftig geschnitten ist. Ich hatte jedoch Angst, dass es an der Brust zu eng werden könnte. Irgendwie ist es bei mir immer das Gleiche: Ich wähle die Größe nach den angegebenen Maßen und am Ende ist es meist zu groß. Das war hier leider nicht anders. Laut den Maßen der Schnitte müsste ich eigentlich immer eine 38 nähen, aber wie sich bis jetzt noch jedes Mal herausgestellt hat, würde die 36 auch ausreichen. Schnittmusteranpassung muss ich mir folglich noch mehr zu Herzen nehmen.

Beim jetzt vernähten Top habe ich am Schluss die Ärmel nicht mit Schrägband eingefasst, sondern den Stoff einfach nur umgeklappt und festgenäht. Außerdem habe ich die Seiten jeweils um mehr als einen Zentimeter enger genäht.

Jetzt ist es immer noch sehr sehr luftig, geht aber gut und ich kann es wunderbar in einer Hose tragen.

Halsausschnitt mit Kräuselung und Schrägband - das Sommer-Top von Studio Schnittreif
Der Halsausschnitt mit leichter Kräuselung ist mit einem Schrägband eingefasst.
Sommer-Top mit kleiner Schleife und dezentem Rückenausschnitt.
Der Rückenausschnitt mit der kleinen Schleife gefällt mir besonders gut. Ein bisschen verspielt darf gerne sein.
Das Sommer-Top von vorne
Hier nochmal von vorne in der Kopflos-Version 😉

Bügeln – Nähen – Bügeln – Nähen

Da die Viskose etwas “schrumpelig” aus der Maschine kam, hab ich sie gut gebügelt und auch während des Nähens, war das Bügeleisen nie weit. Ich gestehe: Beim Fotos machen hatte ich das Top bereits den ganzen Tag getragen, hier wäre ein kurzes Bügeln durchaus angebracht gewesen.

Insgesamt war der Schnitt einfach zu vernähen und die Anleitung gut bebildert und verständlich. Es gab Momente, da hab ich gedacht: “Hä, warum machen die das denn jetzt so?” – aber letztendlich war es so wie beschrieben richtig. Ein Hoch auf gute Anleitungen und ein Memo für mich: HALTE DICH AN DIE ANLEITUG, DIE WISSEN, WARUM DIE DAS SO SCHREIBEN.

Wie bereits geschrieben, habe ich mir das Schrägband an den Armlöchern geschenkt und nur den Halsausschnitt mit Schrägband versäubert. Es war auch mein erstes Mal Schrägband selber machen und vernähen. War einfacher als gedacht und mit dem tollen Stoff ein Kinderspiel.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis und weiß jetzt schon, dass das nicht meine letzte Frau Clara sein wird. Das Sommer-Top ist luftig und lässig, aber dennoch schick genug für Büro und verschiedene Anlässe. Heute habe ich es an meinem ersten Arbeitstag im neuen Job getragen und direkt ein Kompliment bekommen.

So darf die Nähreise gerne weitergehen und ich freue mich, noch mehr Inspiration bei den Mädels und Damen vom MeMadeMittwoch zu finden.

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Nähen für Anfänger:innen: Sommerrock und Kimono-Tee

Das Schöne am Frühling und Sommer: Man / frau kann einfache Kleidungsstücke nähen wie diesen schlichten Sommerrock und ein Kimono-Tee. Es ist also die perfekte Jahreszeit, um sich das Nähen beizubringen. Die gezeigten Projekte eignen sich perfekt zum Nähen für Anfänger:innen.

Da ich mich immer noch an das Nähen für mich selbst herantaste und viel Übung brauche (Problem: zwei linke Hände, die sich mit praktischen Dingen eher schwer tun, gepaart mit extremer Ungeduld), habe ich mir für diesen Sommer einfache Röcke vorgenommen. Die braucht es momentan eh im Kleiderschrank, da die vorhandenen ziemlich abgeliebt sind. Win-win-win also für mich, den Kleiderschrank und meine Nähfertigkeiten.

Die Nähprojekte

Schnittmuster Sommerrock: Eine Anleitung findest Du z.B. bei Nähtalente*
Stoff Sommerrock: Ein Baumwoll-Jersey mit Blumenprint von Makerist* (leider finde ich den Stoff nicht mehr auf der Seite, daher verlinke ich zu den Blumen-Jerseys)

Schnittmuster Shirt: Kimono-Tee von Maria Denmark* (gibt es nach Newsletter-Anmeldung kostenlos und ist in der Näh-Community ein echter Klassiker)
Stoff Shirt: grüner Jersey vom Stoffmarkt

Nähen für Anfänger:innen: Kimono Tee von Maria Denmark und ein schlichter Sommerrock
Voll gemütlich und lässig – dazu perfektes Wetter. Was will frau mehr?
Nähen für Anfänger:innen: Kimono Tee in Grün und ein blumiger Sommerrock
Die Kombi löst bei mir richtiges Sommer-Feeling aus.

Sommerrock nähen für Anfänger:innen

Der Sommerrock aus Jersey war ein tolles “Ruckzuck-Projekt” und eignet sich hervorragend für Nähanfänger:innen. Es braucht lediglich ein großes Stück Stoff – wahlweise Jersey oder Webware – in voller Breite, mit ca. 50-70 cm Länge, je nachdem wie lang der Rock werden soll und je nach Größe. Dazu ein breiter Gummibund (3-4 cm) und Nähgarn. Das wars. Aus dem Hüftumfang mal 1,5 errechnet sich die Breite des benötigten Stoffes – es werden einfach zwei Rechtecke zugeschnitten.

Zuschnitt easy, nähen noch easier, Gummibund rein, säumen, fertig.

Das Ergebnis ist wunderbar. Ich würde jedoch bei einem weiteren Versuch den Stoff nicht mehr so breit zuschneiden, für eine dezentere Kräuselung. Ich denke, dass Hüftumfang mal 1,2 oder 1,3 ausreichend wäre. Hauptsache der Rock lässt sich am Ende gut über die Hüfte an- und ausziehen, was bei Jersey weniger das Problem ist. Oder ich würde einen Formbund verwenden und versuchen ohne Kräuseln auszukommen (zumindest bei Röcken aus dehnbaren Stoffen). Sollte mich der Arbeitseifer packen, ändere ich den Bund vielleicht auch nochmal ab.

Aber vom Stoff bin ich total begeistert und ich freue mich über jeden warmen Tag, an dem ich den Rock tragen kann. Juchu!

Wenn Du mehr über die Grundausstattung für Nähanfänger:innen erfahren möchtest, findest Du hier >> eine praktische Checkliste.

Kimono-Tee: Klassiker nähen für Anfänger:innen

Über das Kimono-Tee von Maria Denmark wurde bereits viel geschrieben und es wurde vor allem schon sehr fleißig genäht. Und auch ich habe schnell gemerkt: Das ist ein echter Klassiker und dazu ist das Schnittmuster auch noch kostenlos (gegen Newsletter-Anmeldung, aber das ist mehr als legitim).

Der Schnitt ist sehr schlicht. Es gibt ein Vorder- und ein Rückteil, die Ärmel sind angedeutet, der Schnitt leicht tailliert. Ausgelegt ist der Schnitt für dehnbare Stoffe wie Jersey oder Viskose-Jersey.

Von einem Stoffmarkt-Besuch hatte ich noch einen grünen Jersey rumliegen und der Stoff hat genau gereicht, um die beiden Schnitt-Teile zuzuschneiden. Perfect Match! Außerdem war der Stoff ein Schnäppchen und damit prädestiniert, den Schnitt zu testen.

Genäht war das Shirt schnell und das Ergebnis hat mich überzeugt.

Fazit

Juchu – ich habe zwei einfache, passende und mich erfreuende Kleidungsstücke genäht 🙂 So darf die Nähreise gerne weitergehen. Beide Schnitte sind einfache Basics und genau deshalb sehr empfehlenswert für Nähanfänger:innen.

Ich freue mich auch diesen Monat wieder beim MeMadeMittwoch dabeizusein und bin schon sehr gespannt auf die tollen Inspirationen und Modelle, die wir diesen Monat erleben dürfen. Heute ist Ina vom Fitzladen-Blog Gastgeberin mit einer tollen Hemdbluse aus noch tollerem Stoff. Unbedingt vorbeischauen!

Außerdem verlinke ich noch zu den Juni-Lieblingsstücken und zu den Creative Lovers 2021.

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Frühlingskleid nach einem Burdaschnitt

Der Frühling ist da und ich bin (zwischenzeitlich war) hochmotiviert mir einige neue Kleider zu nähen. Unter anderem ein Frühlingskleid nach einem Burdaschnitt, den ich noch von einem närrischen Projekt hier hatte.

Schnittmuster: Das Kleid aus dem Schnitt H/W 2016 #6608*
Stoff: Grün mit kleinen weißen Streifen von makerist.de*

Der Gedanke bei der Wahl des Schnittes: Einfach, vermutlich schnell genäht und für Nähanfänger sollte das gut zu bewältigen sein. Zumal ich ja mittlerweile kein blutiger Anfänger mehr bin – zumindest wenn es um das Nähen von Kinderkleidung geht.

Beim Nähen für mich selbst scheint das allerdings noch etwas anderes zu sein. Irgendwie sitzen die fertigen Teile nie optimal und ich glaube, ich muss mich intensiv mit dem Thema Schnittmuster- und Schnittanpassung beschäftigen (dazu unten mehr).

Mein Hauptproblem: Wenn ich nach den angegebenen Maßen nähe (und das mach ich immer ganz brav), sind die Teile am Ende immer irgendwo zu groß, zu unförmig und schlecht im Sitz.

So auch bei diesem Frühlingskleid nach einem Burdaschnitt.

Hochmotiviert habe ich mir das Schnittmuster abgepaust, den Stoff zugeschnitten, mich penibel an die Vorgaben aus der Anleitung gehalten. Nur um dann bei der Anprobe vom geliebten Ehemann zu hören: “Sieht aus wie eine Kittelschürze von Oma”. Womit er leider Recht hatte.

Man lernt nie aus…

Also verschob ich mein Vorhaben: “Im April mache ich das erste Mal beim MeMadeMittwoch mit” und überlegte stattdessen, wie ich das Kleid noch retten könnte. Bindeband? Nochmal enger nähen? Abnäher – aber wo?

Antwort 1: Nähkurs machen – geht aus bekannten Gründen momentan nicht. Schade.

Antwort 2: Mama fragen, um v.a. dieses Kleid zu retten. Gute Idee.

Antwort 3: Für künftige Nähprojekte gewappnet sein! “Passt perfekt” von Meike Rensch-Bergner bestellen und Schnittmusteranpassung lernen. Hab ich gemacht. Bin ganz begeistert. Erstes Resultat: Kleinere Größe wählen, damit die Schulter passt und dann für Brust und Hüfte Platz schaffen. Danke!

Antwort 4: Wenn es überall heißt, “nähe von jedem Schnitt immer zuerst ein Probestück”, dann haben sich die erfahrenen NäherInnen dabei vermutlich etwas gedacht. Ich werde es mir daher ab sofort zu Herzen nehmen und mich bei künftigen Projekten daran erinnern.

Ende gut alles gut: Mein Frühlingskleid nach einem Burdaschnitt

Zu guter Letzt, Dank Mamas Zuspruch und Unterstützung, wurde aus dem Frühlingskleid doch noch ein tragbares Kleidungsstück. Eigentlich war es gar nicht so schwer:

Wir haben kräftig gekürzt, mindestens 4 cm, und unter den Achseln etwas enger genäht. Der Schnitt erlaubt durchaus einen lockeren Sitz. Beim nächsten Mal würde ich dennoch eine Größe kleiner wählen, damit es etwas mehr die Figur umspielt. Hier einige Schnappschüsse:

Der Stoff gefällt mir übrigens sehr gut und ich freue mich, dass ich etwas mehr gekauft habe und voraussichtlich noch ein Top oder Shirt daraus entstehen kann.

Jedenfalls ist meine Nähmotivation wieder da und ich freue mich schon auf weitere Frühlingsprojekte.

Und jetzt geht’s auf zum MeMadeMittwoch – juchu! Mein erstes Mal und ich bin stolz und froh. Ich freu mich auf die zahlreichen anderen Beiträge und gehe jetzt erst mal eine Runde stöbern und schmöckern. Vielen Dank!

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Die Monster sind los: Frühlingskleid und T-Shirt für die Kinder

Ab sofort sind bei uns die Monster los: In einem schicken Frühlingskleid und einem T-Shirt für die Kinder. Partnerlook ist angesagt 😉 Der lustige Monsterstoff liegt schon eine Weile rum und wollte schnell vernäht werden, bevor die Kinder aus dem “süße Monster-Alter” rausgewachsen sind.

Das das Monster-Panel und der Ergänzungsstoff sogar für zwei Teile reichen, hätte ich gar nicht gedacht. Umso schöner, dass sich meine Kleine nun über ein Frühlingskleidchen und mein Sohn über ein T-Shirt freuen können.

Hier die Fakten im Überblick:
Stoff: Monster-Panel und Ergänzungsstoff von stoffe-hemmers.de*
Schnitt Frühlingskleid: Wanda von Schnittgeflüster*
Schnitt T-Shirt: kostenloses Schnittmuster über Crafting Café*

Die Schnittmuster: Wanda und “T-Shirt für schmale Jungs”

Die Wahl der Schnittmuster dauerte etwas länger. Aus dem Stoff sollte auf jeden Fall ein Shirt für meinen Sohn werden. Da er aber sehr schlacksig und schmal ist, hab ich lange nach einem passenden Schnitt gesucht. Die meisten sahen mir eher breit aus oder breit und kurz. Irgendwie nicht das, was ich wollte. Der Schnitt, den man über die Seite von Crafting Café findet, wurde zumindest mit “schmal” angepriesen und hat sich direkt bewährt. Danke hierfür!

Den Kinderschnitt “Wanda” von Schnittgeflüster hab ich mir Anfang des Jahres bei einer Rabattaktion gekauft, getreu dem Motto: Das ist ein Schnitt, den nähe ich garantiert einmal. Denn die Zweiteilung mit Raffung gefällt mir sehr gut und steht auch der Maus ausgezeichnet. Auf der Suche nach einem Kleider-Schnittmuster für den Monsterstoff stolperte ich wieder über die “Wanda” gestolpert und bin direkt ans Werk.

Beide Schnittmuster haben sich als einfach und gut umsetzbar erwiesen. Bei der “Wanda” bin ich einmal über die Reihenfolge in der Anleitung gestolpert und über einen Ärmel-Hinweis, aber insgesamt ließ sich der Schnitt super gut vernähen und das Ergebnis ist sehr schön geworden.

Der Monster-Stoff

Der Stoff hat mich leider gar nicht überzeugt. Das Motiv ist ohne Frage sehr süß und absolut kindgerecht. Aber die Qualität lässt leider stark zu wünschen übrig. Die Motive sind digital aufgedruckt und sobald der Stoff auch nur ein wenig gedehnt wird, schimmert der eigentliche, weiße Stoff durch. Da hatte ich anderes erwartet. Wie der Stoff nach ein paar Wäschen aussieht, mag ich mir daher gar nicht vorstellen.

Mein Fazit: Frühlingskleid und T-Shirt für die Kinder

Vom Ergebnis bin ich ehrlich überzeugt – mal von den Stoff-Mängeln abgesehen. Aber sowohl das Kleidchen, als auch das T-Shirt sind coole, lustige Outfits für den Frühling und vor allem schön farbenfroh.

Das Kleid hatte an Ostern seinen ersten Einsatz und hat die Maus zu einem kleinen Monster werden lassen 😉 Das T-Shirt sollte ursprünglich auch Ostern getragen werden, angesichts kühler Temperaturen darf es nun doch noch etwas im Schrank verharren.

Ich schick die beiden Teile hiermit zu “Handmade on Tuesday” und zum “Creativsalat” und freue mich über all die anderen DIY-Talente. Herzlichen Dank an die Initiatoren für die tolle Möglichkeit sich und seine Werke vorzustellen.

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Noch mehr Ideen für Kinderkleidung und das Kinderzimmer findest Du hier:

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