Schlagwort: Nutzgarten

Gartenjahr 2021, Teil 1: Erfolge und Misserfolge im Gemüsegarten

Das Gartenjahr 2021 hat zwar noch viele Wochen vor sich, aber die Hauptsaison neigt sich dem Ende entgegen. Was soll man nun davon halten? Der Sommer war bei uns irgendwie so gar nicht sommerlich und abgesehen von einzelnen Tagen nicht heiß, dafür aber sehr nass und eher kühl. Das tat einigen Gemüsesorten sichtlich gut, andere hingegen kämpften schwer und einige verloren am Ende den Kampf. Daher heute mein persönliches Resümee zum Gartenjahr 2021 im Gemüsegarten.

Der Start ins Gemüse-Gartenjahr 2021

Im Februar und März begann die Anzucht all der tollen Leckereien auf den Fensterbänken des Hauses. Überall standen kleinere und größere Töpfe, wurden gegossen, gehätschelt, gepflegt und schon bald zeigten sich die ersten kleinen Pflänzchen. Einige sind geschossen, einige kamen erst im zweiten Versuch, aber im Großen und Ganzen hat die Anzucht im Haus gut geklappt.

Im April und Mai durften erste Pflanzen rausziehen, selbstverständlich nach einer Eingewöhnungswoche. Erdbeeren zogen ins Hochbeet ein und wir haben den Gemüsegarten eingerichtet. Da die Ecke in der das Gemüsebeet liegen sollte, zuvor stark zugewuchert war mit Zitronenmelisse, Brombeeren, Brennesseln und dazu noch einige Thuja-Hecken darauf standen, haben wir wie die wilden umgegraben und gejätet. Anschließend kam eine dicke Schicht Kompost aufs Beet und in die Thuja-Ecke durften Kartoffeln und Gründungung in Form einer Wildblumenmischung einziehen.

Anzucht auf der Fensterbank - gelungen!
Die Fensterbänke waren die ersten Monate des Jahres gut belegt. Wer braucht schon Deko, wenn er Jungpflanzen und improvisierte Anzuchttöpfe haben kann?

Nach und nach zogen so bis Mitte Juni alle neuen Gartenbewohner in die ihnen zugedachten Beete und durften wachsen und gedeihen. Regelmäßiges düngen, ausgeizen, Beikraut entfernen etc. und ein bisschen Sonne, gepaart mit reichlichen Wassergaben – tja, so sah es aus. Wasser gab es tatsächlich viel, mitunter zu viel. Gießen musste ich gerade im Beet nur äußerst selten.

Gartenjahr 2021: Die Gemüse-Sorgenkinder

Das viele Wasser ließ einige Arten wahrlich sprießen und es war ein Genuss ihnen dabei zuzuschauen. Andere Arten hatten hingegen gar keinen Spaß.

Allen voran die Tomaten. Mittlerweile sind bis auf zwei Stöcke alle von Braun- und Krautfäule befallen und entsorgt. Einzig die beiden Philaminas von Bingenheimer Saatgut scheinen resistent zu sein. Vor allem die großen Ochsenherz-Tomaten, deren Samen ich aus der letztjährigen Ernte gesammelt habe, haben es nicht geschafft. Die Früchte waren riesig! Ich war schon so stolz, aber gut, es sollte nicht sein.

Ochsenherztomate vor der Braunfäule
Die Ochsenherztomaten bevor die Braunfäule zugeschlagen hat. Riesig – wunderschön – zumindest in Grün…
Paprika im Gemüsegarten Gartenrückblick 2021
Paprika: Einige wenige, dafür sehr große Früchte. Mal schauen, wann wir ernten dürfen.

Nach den Tomaten fallen mir als nächstes die Auberginen ein. 2020 hatte ich eine Auberginenpflanze im Hochbeet, die ab August Früchte in Massen geliefert hat. In diesem Jahr scheint es meinen beiden, ins Beet gepflanzten, Exemplaren deutlich zu nass und zu kalt zu sein. Sie setzen zwar Blüten an, aber diese welken und fallen ab, bevor sich eine Frucht bilden kann. Schade.

Die ins Beet gesetzten Chili wurden leider von den Zucchini überwuchert, so dass ihr Ertrag eher gering ausfallen wird – dafür entwickeln sich die beiden Stöcke im Hochbeet prächtig. Genauso wie die Wassermelone. Allerdings hat die erste Aussaat nicht funktioniert und nun werden die Früchte nicht mehr reif werden. Aber: Es sieht schön aus. Damit gebe ich mich für den Moment zufrieden.

Mai- bzw. Herbstrübchen scheinen nicht so mein Ding zu sein… da hat weder der frühe Versuch noch der späte Versuch geklappt. Die letzten Rüben sind mir im Hochbeet einfach verfault. Momentan weiß ich noch nicht, ob es im nächsten Jahr ein Wiedersehen geben wird.

Ach und das mit dem Sommerlauch sollte leider auch nicht sein. Ich habe mich an eine Pflanzempfehlung gehalten und Brokkoli, Lauch und Kohlrabi zusammen in eine Reihen gepflanzt. So konnte ich alle gemeinsam unter einem Netz schützen, was zur Folge hatte, dass die zarten Lauch-Halme vom Brokkoli gnadenlos überwuchert wurden.

Was ich dieses Jahr gelernt habe:

  1. Die empfohlenen Pflanz-Abstände haben ihren Grund. Halte dich daran, sonst wird es zu eng, die Pflanzen bekommen zu wenig Sonne und überhaupt hat alles zu wenig Platz um groß und stark zu werden.
  2. Es kann und wird nie alles gelingen. Sei froh über alles, was wächst und gedeiht, erfreue dich an jeder noch so kleinen Ernte und denke daran: Nächstes Jahr gibt es eine neue Chance.

Diese Gemüse haben 2021 in vollen Zügen genossen

Was mich 2021 voll begeistert hat, waren die Salate und der Mangold. Mangold können wir mittlerweile nicht mehr wirklich sehen und ich gefriere in immer größeren Portionen ein. Der Winter wird mehr als lecker (und Mangold-lastig…).

Kopfsalat, Romana, Sauerampfer und Rucola sind alle prima gewachsen, erst zuletzt gab es dann doch den ein oder anderen Schoss-Versuch. Geradezu begeistert bin ich von den gepflanzten Tagetes. Die kleinen gelb-orangen Blümchen wirkten nicht nur äußerst adrett im Beet, sie scheinen auch ihrer Aufgabe mehr als gut nachgekommen zu sein: dem Schneckenschutz. Trotz der großen Feuchtigkeit, hatten wir tatsächlich keinerlei Probleme mit Schnecken. Ich hab die jungen Salate zwar immer in Schneckenkrägen gesteckt, aber auch alle ungeschützten Leckerbissen (z.B. Paprika) blieben verschont. Ich bilde mir ein, es lag an den Tagetes, die ich rund ums Beet gesetzt hatte.

Bunter Mangold im Gemüsegarten - Gartenrückblick 2021
Bunter Mangold für beinahe jeden Tag…
Kopfsalat Lucinde von Bingenheimer im Gemüsegarten - Gartenrückblick 2021
Ein Traum von Kopfsalat: Sorte “Lucinde”

Meine drei Zucchini-Pflanzen haben auch einen sehr ordentlichen Ertrag abgeworfen. Nicht ganz so üppig wie 2020, aber zu meiner vollen Zufriedenheit. Ähnlich die Gurken – da hatte ich mir mehr erhofft, möchte aber nicht klagen. Da wir keine Selbstversorger-Ambitionen haben, nehme ich, was ich bekommen kann und begnüge mich damit. Ebenso erging bzw. ergeht es mir mit der Paprika. Die Früchte reifen noch, aber ich bin zuversichtlich und freue mich schon auf die Ernte.

Knoblauch und Zwiebeln hatte ich bereits im vergangenen Herbst gesteckt und siehe da, Ende Juni konnte ich hier eine reiche Ernte einfahren. Sehr lecker und toll. Frischer Knoblauch aus dem eigenen Garten ist wirklich ein Highlight. Sehr mild und wunderbar frisch. Die Zwiebeln fühlten sich im Hochbeet sehr wohl, im Gemüsebeet hingegen nicht allzu sehr. Vielleicht lag es an der Feuchtigkeit oder am Unkrautdruck, ich kann nur raten und werde 2022 einen neuen Versuch starten. Gespannt bin ich momentan noch auf den Winterlauch. Nachdem sich der Sommerlauch wie oben erwähnt nicht durchsetzen konnte, scheint es dem Winterlauch im Hochbeet deutlich besser zu gehen (wenn ihn nicht der Mangold nieder macht).

Ganz prächtig fanden es dieses Jahr die Kräuter in unserem Gemüsegarten. Egal ob mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Oregano, Thymian, Salbei und Bohnenkraut, oder Zitronenmelisse, Minze, Kerbel, Petersilie und Estragon – alle wuchsen miteinander um die Wette und ließen den Garten duften. Der im letzten Jahr gepflanzte Estragon ist gerade explodiert und nimmt nun ein gutes Stück der Terrasse ein…

Tagetes - Studentenblumen helfen gegen die kleinen gefräsigen Schnecken
Die kleinen selbstgezogenen Tagetes haben ihre Aufgabe mehr als erfüllt
Zuckerschoten - so schön und so lecker im Gemüsegarten 2021
Zuckerschoten – so lecker und dazu auch noch schön anzusehen

Ebenfalls wunderbar gewachsen und gute Erträge brachten die Zuckerschoten, Radieschen, Kohlrabi sowie der Brokkoli. Allesamt sehr lecker! Und zu guter Letzt möchte ich die Kartoffeln nicht unerwähnt lassen. Die Ernte war super und der Boden ist tatsächlich gut gelockert worden.

Ein echter Grund zur Freude: Die Gartensaison 2021 ist noch lange nicht vorbei…

Denn nach der Hauptsaison starten wir in die Herbst- und Wintersaison des Gartenjahres 2021 im Gemüsegarten.

Wo bis Anfang August noch die Kartoffeln standen, ist nun Spinat und Feldsalat ausgesät (ein jeweils zweiter Schwung folgt noch). Anstelle des Kopf- und Romana-Salats sind Endivien eingezogen, zu denen sich in den kommenden Tagen noch Radicchio und Eichblatt gesellen. Einige weitere Endivien dürfen außerdem demnächst im Hochbeet die Lücken füllen und ganz besonders freue ich mich jetzt schon auf den Asiasalat (Mizuna). Mizuna kann angeblich bis zu fünf mal geschnitten werden und wächst auch bei kälteren Temperaturen.

Ihr vermisst den klassischen Winterkohl? Ich gebe euch recht. Den gibt es bei uns nicht. Zum einen weil er mir zu lange wichtigen Platz im Beet belegt und zum anderen weil wir hier auch keine großen Kohl-Esser sind.

Und was folgt, wenn im Garten die winterliche Ruhe einkehrt? Na klar, die Planung für das kommende Gartenjahr 🙂

Was lief bei Dir in diesem Jahr super und wo hattest Du im Garten echte Probleme? Konntest Du Tomaten ernten oder stehst Du wie ich vor einem Totalausfall? Was wächst bei Dir momentan noch im Garten?

Lass doch einen Kommentar da und erzähle uns von Deinen Erfahrungen im Gartenjahr 2021!

*mit Sternchen markierte Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn Du über diesen Link einen Einkauf tätigst, erhalte ich eine kleine Provision, um diesen Blog weiter betreiben zu können. Für dich hat ein Klick und/oder ein Kauf keine Nachteile.

Gartenglück: Blühende Träume im Sommer

Heute möchte ich gar nicht viel Schreiben, sondern Bilder sprechen lassen. Bilder von den vielen schönen Blüten, die momentan den Garten verzaubern und das Gartenglück perfekt machen. Denn was gibt es besseres für die Seele, als sich im Garten in den Liegestuhl zu legen und die Blütenpracht des Sommers zu genießen?

Für mich nicht viel. Deshalb hier eine kleine Prise Gartenglück für die Seele via Bildschirm für dich:

Den Auftakt machen bunte Sommerblumen, die jetzt den Garten zieren:

GArtenglück aus der Tüte: Kornblumen - Sommerblumen und herrliches Insektenfutter
Blaues Kornblumen-Meer aus der Wildblumenmischung
Gartenglück: Mauretanische Malve, Sarah Stiller, mycottagegarden
Ein Traum: Mauretanische Malve aus dem My cottage Garden Shop
Rosa Mohn
Rosa Mohn – wild verstreut von meiner Kleinen und ein echter Hingucker
Löwenmäulchen - Sommerblumen selbst gezogen in zwei Schattierungen
Löwenmäulchen in zwei Schattierungen
Duftwicke mit Blauer Holzbiene, Sarah Stiller, My Cottage Garden - das ist Gartenglück hoch 2
Toll für die Nase sind die Duftwicken. Hier mit Blauer Holzbiene 🙂
roter Klatschmohn wunderschön Blumenwiese
Der Klatschmohn kommt ebenfalls aus der Wildblumenmischung
Gartenglück: Cosmea - Schmuckkörbchen in weiß
Cosmeen: Schmuckkörbchen, da ist der Name Programm
Gartenglück weil Sonnengruß: Kleine Sonnenblume
Kleine Sonnenblumen als Sonnengruß im verregneten Sommer
Tagetes Studentenblume als Schneckenschreck und gleichzeitig hübsch
Tagetes: Nützlich und hübsch anzusehen zugleich – perfekt

Ich habe in einem Teil des Gemüsebeetes eine Wildblumenmischung als Gründüngung ausgesät und bin ganz begeistert, was da alles wächst: Neben Klatschmohn und Kornblumen habe ich schon Kornraden, Ringelblumen, Wilde Möhre, Phacelia, Jungfer im Grünen etc. entdeckt.

Es folgen die Blüten des Nutz-/Gemüsegartens, die uns voll Vorfreude auf die kommenden Leckerbissen erfüllen:

Borretsch Blüten
Borretsch-Blüten sind schöne Farbtupfer im Beet und können sich sehe lassen
Zucchini, Zucchiniblüten, Zucchinischwemme
Blühende Zucchini sind die Vorboten der Zucchini-Schwemme – lecker!
Estragon
Unser Estragon möchte dieses Jahr Höhenrekorde brechen, aktuell ca. 1,5m hoch
Aubergine, Auberginenblüte
Eine Auberginen-Blüte, ob es jedoch auch Früchte in diesem kühlen Sommer geben wird, ist sehr fraglich…
Mangold
Mangold macht schwer was her und ist dazu noch sehr lecker
Gartenglück: Zuckererbsen, Erbsen, Zuckerschoten
Zuckererbsen blühen wunderschön und schmecken am besten direkt vom Strauch
Wildes Gewuchere im Garten: Zuckererbse, Gurke, Kürbis, Tomaten

Und so sieht ein Gemüsegarten / Nutzgarten aus, wenn man
a) zu dicht pflanzt, weil man
b) zu wenig Platz für die vielen selbst gezogenen Pflänzchen hat und sich
c) beim Einpflanzen die Endgröße mal wieder nicht wahrhaben möchte…

Deshalb wachsen die Gurken quer in die Zuckererbsen und Tomaten hinein und alles ist ein bisschen eng… ist das jetzt schon Permakultur? 😉

Blühende Staudenrabatten für vollendetes Gartenglück

Bauern-Hortensie in pink
Bauernhortensie in pink, nächstes Jahr versuche ich die Blaufärbung hinzubekommen
Gartenglück dank BlütenfülleSteppensalbei, salvia nemorosa
Steppensalbei in voller Blüte – da wird es nächstes Jahr nochmal Nachschub geben
Dahlie, Knolle
Keine Staude, sondern Knolle: Die ersten Dahlienblüten strahlen um die Wette
Gartenglück bei der Pflanzenauswahl: Kandelaber Ehrenpreis Fascination, Veronicastrum virginicum
Kandelaber Ehrenpreis “Fascination” überrascht mit wunderschönem Farbspiel
Staudenbeet, Rabatte
Das neue Stauden- und Blumenbeet Anfang Juli…
Sonnenhut, Schein-Sonnenhut, Echinacea
Scheinsonnenhut: Neu gepflanzt, aber schon ganz ordentlich gewachsen
Gartenglück wenn alles wächst: Staudenbeet, Sommerblumen, Steppensalbei, Cosmea, Mohnblumen, Margeriten, Amaranth, Fuchsschwanz, Sonnenblumen, Flieder, Chrysantheme
… und drei Wochen später. By the way: Die Sonnenblumen kommen ungeplant, so what?

Hach – Garten macht einfach glücklich 🙂 und die vielen Blüten erfreuen die Seele. Warum ein Garten außerdem glücklich macht, hab ich Dir hier zusammengestellt.

Noch mehr schöne und bunte Bilder aus zahlreichen Gärten gibt es bei Wolfgang und Loretta vom Blog Gartenwonne.

Jetzt zum Newsletter anmelden
Du möchtest weitere inspirierende Stories zu starken Frauen, Entschleunigung und Achtsamkeit lesen? Dann trag Dich in meinen Newsletter ein und Du bekommst alle neuen Beiträge immer direkt in Deine Inbox.

Nützlinge im Garten und der natürliche Kreislauf vor Deiner Türe

Ich liebe Honig. Du auch?
Ich mag aber auch bunte Schmetterlinge, gepunktete Marienkäfer, dicke Hummeln, stachelige Igel, bunte Blumen und Blüten, leckeres Gemüse aus dem eigenen Garten und von allem möglichst viel.

Und da wären wir beim Thema: Denn das Eine geht nicht ohne das Andere. Deshalb beschäftigen wir uns heute mit den Nützlingen im Garten und dem natürlichen Kreislauf vor Deiner Türe.

Bitte beachte, ich schreibe häufig vom Garten, damit meine ich aber selbstverständlich auch alle Balkongärtner – fühlt euch bitte immer ein- und nicht ausgeschlossen.

Das wir immer weniger Insekten haben, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Gerade auf dem Land ist die Zahl der Insekten sogar stärker rückläufig als in der Stadt. Denn dort finden die kleinen Wesen mittlerweile einen bunt(er) gefüllten Tisch als in der freien Natur. Das liegt u.a. an den Monokulturen und der damit schwindenden Biodiversität.

Doch auch wenn man durch die Straßen läuft und in die Gärten linst, bietet sich immer wieder ein tristes Bild: Rasen, möglichst kurz geschoren ohne Blümchen, immergrüne Hecken und ab und an ein Pflänzchen, mit bissel Blüten. Vermutlich zur Beruhigung des schlechten Gewissens. Getoppt werden diese “grünen Oasen” nur noch von den Schotterwüsten-Vorgärten. Aber dazu wurde bereits genug gesagt und geschrieben.

Nützlinge im Garten: Bienen und Insekten freuen sich über kleine, feine Unterkünfte und Futter
Nicht nur die Bienen freuen sich über einen “all-inclusive” Garten mit Unterkunft und Vollpension.

Warum wir die Nützlinge im Garten brauchen

Für die Bestäubung der Blüten quer durch den Nutz- und Ziergarten – klar, das wissen wir alle noch aus der Schule. Die Bestäubung ist vielleicht der wichtigste Punkt, weshalb die Nützlinge unverzichtbar für uns alle sind. Ohne summende und brummende Insekten kein Gemüse, kein Obst, keine Früchte.

Aber die Nützlinge im Garten schützen auch die Pflanzen vor Schädlingen. So ist die Leibspeise der Marienkäfer die kleine Blattlaus. Andere Nützlinge wie die Ameisen sind der natürliche Aufräum- und Putztrupp in unserem Garten. Dazu zählt auch ein intaktes Bodenleben mit Regenwürmern etc. Sie sorgen für lockere Erde, verzehren Pflanzenreste und lassen kostbaren Boden entstehen, der unser Gemüse perfekt wachsen lässt. Oder der Tigerschnegel, der sieht aus wie eine Nacktschnecke, ist aber deutlich cooler: Der gestreifte Nützling vertilgt gerne die Gelege ebenjener nackten Gesellen und schützt somit unsere Gemüsepflänzchen.

Ein Tigerschnegel ist ein nützlicher Helfer, denn er frisst Nacktschnecken bzw. deren Gelege.
Bitte nicht verwechseln: Tigerschnegel sind im Gegensatz zu den gemeinen Nacktschnecken echte Nützlinge.

5 Tipps für mehr Nützlinge im Garten

Wie könnt ihr den Nützlingen nun wirklich helfen? Hier sind 5 top Tipps, mit denen Du den kleinen Helfern ein reichhaltiges Buffet anbietest.

1. Pflanze viele unterschiedliche Blumen und Stauden

Jedes Tierchen sein Pläsierchen – unter diesem Motto sollte ein bunter nützlingsfreundlicher Garten angelegt sein. Denn nicht jede Wildbiene, nicht jede Hummel und nicht jeder Schmetterling favorisiert die gleichen Pflanzen. Da gibt es echte Spezialisten, die nur ganz bestimmte Blüten ansteuern und Farb-Liebhaber, die z.B. nur lila Blüten anfliegen.

Daher darf Dein Blumenbeet gerne bunt und wild sein – je üppiger, desto besser für die kleinen Mitbewohner.

Achte beim Kauf von Blumen und Stauden darauf, möglichst viele ungefüllte Blüten zu haben. Diese sind für die kleinen Helferlein besser zugänglich und heiß begehrt. Prall gefüllte Blüten hingegen sind – bei aller Schönheit – weniger nützlich. Eine bunte Auswahl an Stauden und Blumen für Bienen und andere Insekten findest Du zum Beispiel hier*.

Nützlinge im Garten: Insekten freuen sich über ein buntes Blütenmeer
Bienen, Hummeln und Schmetterlinge freuen sich über ungefüllte, bunte Blüten.

2. Beziehe das ganze Jahr mit ein

Bienen, Schmetterlinge, Käfer und alle anderen Insekten benötigen rund ums Jahr unsere Unterstützung. Nicht nur in den Frühlings- und Sommermonaten. Sorge mit der Auswahl Deiner Pflanzen daher dafür, dass es mehr oder weniger das ganze Jahr über blüht und Nektar und Pollen zur Verfügung stehen. Ab Februar werden die ersten Nützlinge im Garten munter – da sollten die ersten Frühblüher in den Startlöchern stehen. Schneeglöckchen, Lenzrosen und Krokusse eröffnen den Blütenreigen. Oder auch frühblühende Sträucher wie Forsythien oder Jasmin bieten früh im Jahr Nahrung für die Insekten.

3. Gib Unordnung eine Chance

Lass das Beikraut auch mal wuchern, lass die Blätter im Herbst auf den Beeten, lass verblühte Stauden über den Winter im Beet, baue einen Haufen aus Zweigen, aus Blättern und dekoriere Deinen Garten mit einem schicken Steinhaufen.

Beikräuter sind oft wichtige Futterpflanzen. Welke Blätter bieten dem Bodenleben Futter und werden zu wertvollem Humus für bestes Pflanzenwachstum. Kahle Staudenstängel sind Winterquartier für Käfer und Insekten. Haufen jeder Art dienen ebenfalls als Unterschlupf in den kalten Monaten für Igel und Co. und in den Steinen schlüpfen Salamander und wärmeliebende Tiere unter.

Totholz bietet vielen Insekten einen guten Unterschlupf
Totholz ist für viele Nützlinge ein perfekter Unterschlupf – sowohl für den Nachwuchs als auch für den Winter.

4. Baue ein Insektenhotel

Dein Garten ist bunt und bietet ausreichend Nahrung für Insekten? Dann baue deinen kleinen Mitbewohnern doch noch ein schönes Zuhause. Insektenhotels werden immer wichtiger, da viele Insekten nur schwer geeignete Nistmöglichkeiten finden.

Aber: Kein Unterschlupf ohne entsprechendes Futter. Das schönste Hotel bleibt vermutlich leer, wenn

a) kein Nahrung (Blüten) in nächster Nähe zu finden ist;

b) das Häuschen unsachgemäß gebaut wurde (wie übrigens die beiden Exemplare auf dem Titelbild). Tolle Ideen und Anleitungen, wie Du ein Insektenhotel richtig baust, findest Du beim Nabu. Fertige Insektenhotels kannst Du beispielsweise bei Baldur Garten* kaufen.

c) der Standort des Hotels falsch gewählt wurde – am liebsten mögen es Insekten sonnig und windgeschützt.

Nützlinge im Garten: Bienchen beim Einzug
Eine kleine Biene beim Bezug ihrer neuen Unterkunft. Viele Zimmer sind nicht mehr frei.
Nützlinge im Garten: Ohrwürmer lieben Stroh
Auch Ohrwürmer freuen sich über eine passende Unterkunft. Am besten nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Bienen, um deren Larven zu schützen.

5. Vergiss die “Großen” nicht

Bei all der Begeisterung für die kleinen Insekten, die durch die Gärten, Parks und über die Balkone summen, gibt es auch noch ein paar größere Tiere, mit denen wir gerne unser kleines Reich teilen.

Da wären die Vögel, die uns mit ihren Gesängen durch den Frühling und Sommer begleiten und uns den ein oder anderen Schädling vom Leib halten.

Oder der Igel, der z.B.Schnecken zum Fressen gern hat. Eichhörnchen, Eidechsen, Frösche – sie alle ziehen gerne in bunte Gärten ein, die ihnen ausreichend Nahrung und einen passenden Platz als Zuhause bieten.

Eidechsen reicht eine sonnige Steinmauer mit (wichtig) Ritzen / kleinen Hohlräumen, in denen sie sich verkriechen können.

Der Igel möchte spätestens im Herbst einen großen Blätterhaufen oder auch ein Igelhaus.

Frösche benötigen Wasser, wenn Du magst, lege einen Teich oder Wasserlauf an (bitte auf die Sicherheit achten, sollten kleine Kinder in Deinem Garten unterwegs sein).

Vögel brauchen korrekt befestigte und Katzen sichere Nistkästen, Sträucher, Bäume etc. zum Nestbau.

Wenn Du Die diese fünf Tipps zu Herzen nimmst und umsetzt, dann ist Dein Garten oder auch Dein Balkon bereit für die vielen kleinen und größeren Gäste. Rücke den Liegestuhl an die richtige Stelle, schnapp Dir ein gutes Buch und ein leckeres Getränk, lehn dich zurück und GENIESSE Dein kleines buntes, brummendes Reich. Viel Spaß dabei!

Hast Du weitere Ideen, mit denen wir kleine und größere Nützlinge in den Garten locken können? Dann lass einen Kommentar hier, damit wir alle noch mehr für die kleinen Helfer tun können. Danke dir!

Jetzt zum Newsletter anmelden
Du möchtest weitere inspirierende Stories zu starken Frauen, Entschleunigung und Achtsamkeit lesen? Dann trag Dich in meinen Newsletter ein und Du bekommst alle neuen Beiträge immer direkt in Deine Inbox.

*Affiliate-Link: Wenn Du über diesen Link einen Kauf tätigst, bekomme ich eine Provision auf Deinen Einkauf. Für dich ändert sich am Preis jedoch nichts.

Ab ins Beet! Gartenarbeiten im Frühling

Jippie – der März ist da! Und damit heißt es ENDLICH:
Die Gartensaison beginnt. Also ab ins Beet. Welche erste Gartenarbeiten im Frühling anstehen, erfährst Du hier. Mit der Checkliste zum Frühjahrsputz in Zier- und Nutzgarten bist Du bereit für die neue Saison.

Draußen beginnt die Saison jetzt so richtig. Aber mal ehrlich, drinnen sind wir doch schon alle lange nicht mehr zu halten und planen uns seit Wochen die Finger wund. Ich zumindest. Also die Planung steht und ist bereit, umgeworfen zu werden 😉

Aber bis auf Weiteres halte ich mich an Plan A. Und die Umsetzung dieses Plans hat bereits erste Aktionen erfordert. Zum einen sind unsere Fensterbänke bereits mit mehr oder weniger hübschen Anzuchttöpfen “dekoriert” und ein ausgedruckter Monatsplan, in dem alle Termine für “heute muss der Brokkoli gesät werden” und “am nächsten Wochenende kommen die Samen der Sommerblumen in die Erde” akribisch notiert sind, liegt stets an meiner Seite auf dem Küchentisch.

Anzucht auf dem Fensterbrett
Die ersten Pflänzchen strecken ihre Blätter aus der Erde.

Darüber hinaus haben wir die sonnigen Tage genutzt und draußen die neuen Beete vorbereitet. Das geht mit viel Wurzeln ziehen, Giersch entfernen, Weinbergschnecken in ihren Winterquartieren schützen und Erde sieben, um allzu große Steine zu entfernen, einher.

Juchu: Das Gemüsebeet ist fast fertig. Nur eine Schicht Kompost fehlt noch.

Außerdem hab ich die Stauden und die Johannisbeeren zurückgeschnitten und wir sammeln fleißig Strauch- und Baumschnitt für die Erweiterung des Hochbeets. Teilweise hab ich auch schon den Winterschutz ein wenig reduziert, vor allem die Reißigzweige sind auf einen großen Haufen gewandert und ich hoffe, dass die Pflanzen die aktuellen Frostnächte gut überstehen.

Was sonst noch für Gartenarbeiten im Frühling anstehen, erfährst Du unten in der Checkliste für Zier- und Nutzgärten.

Noch nicht zurückgeschnitten sind übrigens meine Hortensien, da warte ich noch, bis ich die Blüten des letzten Sommers wegschneide, um die zarten Knospen vor Frost zu schützen.

Was mich tatsächlich täglich erfreut und mein Herz zum Lachen bringt: Die vielen vielen Schneeglöckchen, die munter im ganzen Garten blühen, all die Zwiebelblumen, die bereits wacker ihre Blätter und erste Blüten aus der Erde stecken und die ersten Primel, die tatsächlich einen bunten Frühlingshauch verbreiten.

Hach, ist das schön. Mein Gärtnerherz ist voller Tatendrang und hüpft jeden Tag beim Anblick der Natur.

Gartenarbeiten im Frühjahr: Das darfst Du jetzt machen

Was steht für die kommenden Tage und Wochen an? Na klar, der große Frühjahrsputz. Aber es wird auch schon fleißig gesät, gebuddelt und geblüht. Hier meine “Frühling – es geht endlich los – Checkliste” für Dich:

Vorbereitende Gartenarbeiten:

  • Regentonnen für die Saison startklar machen
  • Pflanzplan erstellen: Was möchtest Du pflanzen? Möchtest Du Gemüse anbauen, Beeren ernten oder dich vor allem an blühender Pracht erfreuen? Überlege dir genau, was Du wo in Deinem Garten – oder natürlich auch auf Deinem Balkon – pflanzen möchtest. Vergess dabei bitte nie den Standort und die jeweiligen Ansprüche der Pflanzen zu beachten. Schattenliebhaber werden in der prallen Sommersonne nicht glücklich und umgekehrt.
  • Wenn Du selbst Pflanzen ziehen möchtest, kaufe dir rechtzeitig die Samen, achte auch auf samenfestes Saatgut und informiere dich über die besten Aussaat-Zeitpunkte.
  • Der beste Zeitpunkt für Ausbesserungsarbeiten an z.B. Zäunen, Mauern, Beetumrandungen oder Wegen ist jetzt.
  • Im April kannst Du dann Deinen Rasen fit für die neue Saison machen: Mähen, Vertikutieren, Düngen, kahle Stellen nachsäen.
  • Laub zusammenrechen und ggf. entsorgen. Große Laubhaufen, die Du über den Winter im Garten hattest, lässt Du am besten noch ein wenig liegen, damit Du etwaige Wintergäste nicht zu früh aufweckst.
  • Einkaufen gehen: Mach Dir eine Liste, was Du alles zum Start in die neue Saison benötigst.

Gartenarbeiten im Ziergarten:

  • Der Stauden-Rückschnitt: Als Erstes kannst Du nun die Stauden zurückschneiden, wenn Du das nicht schon im Herbst getan hast. Wenn es Dein Auge nicht zu arg stört, lass die abgeschnittenen Reste noch auf den Beeten liegen, dann können auch hier noch kleine Wintergäste weiterruhen (Larven, Insekten…). Auch Ziergräser kannst Du nun zurückschneiden.
  • Der Baum- und Sträucher-Rückschnitt: Auf die Stauden folgen die (Obst-)Bäume und Sträucher bzw. Hecken. Was wie und warum genau zurückgeschnitten wird, liest Du am besten für das jeweilige Gehölz separat nach.
  • Ein- und zweijährige Sommerblumen kannst Du jetzt vorziehen. Teilweise geht das sogar direkt draußen. Sarah von MyCottageGarden hat hierzu einen tollen Beitrag verfasst über “Cool Flowers”. (und ich hab mir vor lauter Begeisterung daraufhin direkt schöne Duft- und Staudenwicken bestellt…)
  • Neue Beete / Rabatten anlegen: Starte jetzt mit den Vorbereitungen für neue Beete.
  • Bestehende Beete von Beikräutern befreien, ggf. kaputte oder abgestorbene Pflanzen rausnehmen und ersetzen.
  • Stauden, die zu groß geworden sind oder von innen verkahlen, solltest Du im Frühjahr teilen.
  • Frühblüher / Zwiebelblumen kannst Du jetzt ebenfalls in Deine Beete setzen, so Du zu wenige Zwiebeln im Herbst gepflanzt hast.
  • Stauden, mehrjährige oder robuste Einjährige kannst Du ggf. bereits pflanzen. Erkundige dich hierbei aber stets beim Gärtner Deines Vertrauens.

JETZT NOCH NICHT:

  • Lass den Hortensien noch ihre letztjährigen Blüten als Schutz vor Spätfrösten.
  • Warte bis die Forsythien blühen, bevor Du Deinen Rosen an den Kragen gehst!

Gartenarbeiten im Nutzgarten / Gemüsegarten:

  • Samen in die Erde bringen und Gemüse im Haus, oder wenn vorhanden, im Frühbeet / Gewächshaus vorziehen. Ggf. kannst Du einzelne Sorten bereits Pikieren und ans Freie gewöhnen. Bei mir sind schon ein paar Mairübchen ins Tomatenbeet eingezogen. Mal schauen, ob sie die Nachtfröste überstehen.
  • Neue Beete anlegen, dabei immer darauf achten, dass Du alle Ecken gut erreichen kannst.
  • Vorhandene Beete ggf. abernten oder von Winterschutz befreien, unerwünschte Beikräuter entfernen und das Beet für die neue Saison vorbereiten.
  • Frischen Kompost und Mulch auf den Beeten ausbringen.
  • Salatsetzlinge, Steckzwiebeln oder Rübchen-Jungpflanzen kannst Du bereits ins Beet setzen.

Und zu guter Letzt: Sonnige Stunden nutzen und mit einer Tasse Tee oder Kaffee genießen.

Ich schicke den Beitrag noch zur Gartenwonne-Linkparty “Vorfrühlingsglück”.

Viel Spaß im Garten und eine erfolgreiche Garten-Saison 2021!

© 2021 Mein Lebensspiel

Theme von Anders NorénHoch ↑