Das Thema Entschleunigung ist ja ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es wichtig, unsere hektische, kaum ruhende Welt ab und an hintersichzulassen und ganz bewusst Abzuschalten. Zur Ruhe kommen, sich dem Alltagstrott zu entziehen und ein Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse zu entwickeln, kann uns durch alle Höhen und Tiefen tragen.

Auf der anderen Seite werden wir seit nunmehr einem Jahr ungewollt entschleunigt. Aber ist das tatsächlich so? In Zeiten von Homeschooling, Homeoffice und Kinderbetreuung, Arbeitsplatzverlust, Kurzarbeit etc. kann häufig nicht von Entschleunigung im Sinne von Entspannung / Stressabbau gesprochen werden.

Umso wichtiger ist es in diesen Zeiten, bewusst innezuhalten und durchzuatmen. Kleine, tägliche Rituale können beim Entschleunigen (und nicht Durchdrehen) helfen.

Rituale für mehr Achtsamkeit

Warum sind Rituale so wichtig? Rituale strukturieren zum Einen den Alltag, geben Halt und durch die Routine gewöhnt man sich daran und sie werden ein Teil des Tages, der immer dann fehlt, wenn doch mal was dazwischen kommt.

Gerade momentan, wo so viele Gewohnheiten durcheinander gewirbelt werden und der Alltag gefühlt im Wochen-Rhythmus neu (fremd)bestimmt wird, geben kleine Entschleunigungs-Rituale Halt und helfen beim Abschalten und Durchatmen.

Denn Entschleunigung geht unmittelbar mit dem Thema Achtsamkeit und der Achtsamkeit Dir selbst gegenüber einher. Viel nachgedacht, habe ich in diesem Zusammenhang über eine Aussage von Magdalena Rogl, Head of Digital Channels, Microsoft Deutschland: “Der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist Du.” Bis zu diesem Moment war die Antwort auf die Frage “Wer ist der wichtigste Mensch in Deinem Leben?” glasklar: Meine Kinder.

Doch Lenas Ausführung dazu brachte mich zum Umdenken: Nur, wenn es Dir selbst gut geht, kannst Du auch anderen gegenüber das Beste geben und für sie bestmöglich da sein.

Das saß – und sitzt immer noch.

Daher versuche ich jeden Tag, mir selbst Freiräume einzugestehen, kurze Auszeiten zu genießen und tief durchzuatmen.

Beispiele für Rituale zur Entschleunigung:

Meine täglichen Entschleunigungs-Rituale:

  • Frühsport – jeden Morgen 30 Minuten Workout oder Yoga für mich. Dafür stehe ich gerne früher auf.
  • Pausen-Kaffee – nach dem Mittagessen haben die Kinder Fernsehzeit (ja, ich weiß, aber ich brauch das) und Mama hat Auszeit mit einer Tasse Kaffee und Lesestoff für die Seele (keine Nachrichten!!!).
  • Einschlaf-Lektüre – ohne ein paar Seiten Agatha Christie schläft es sich nicht gut. Egal wie spät, egal wie müde. Was muss, muss.

Meine wöchentlichen Entschleunigungs-Rituale:

  • #WOL FrauenStärken am Montagabend – dazu demnächst mehr 😉
  • Walking am Wochenende – eine Runde frische Luft ohne Kinder in meinem Tempo zum Durchpusten.

Weitere Beispiele für Rituale, die beim Entschleunigen helfen:

  • Lesen in jeder Form
  • Eine gute Tasse Tee genießen
  • Unkraut jäten (herrlich entspannend)
  • Meditation
  • Ein Bad in der Wanne
  • Regelmäßige Wellness-Einheiten (außer Haus, sobald es wieder möglich ist)
  • Sport in jeder Form
  • Musik hören – und sonst nix
  • Kochen und Backen und das Ergebnis genießen
  • Spazieren gehen
  • Frische Luft (!)
  • Puzzeln

Bei frei-mutig.de findest Du außerdem noch eine richtig lange Liste mit tollen Ideen und Tipps für Mikro-Auszeiten. Denn ob kurz oder lang: Du selbst bist Dir stets der Nächste. Kümmere dich um dich, damit Du mit voller Kraft für all diejenigen dasein kannst, die dich brauchen.

Wie entschleunigst Du? Hast Du bestimmte Rituale zur Entschleunigung, die Dir regelmäßig den Tag versüßen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!