Schlagwort: Ruheoase

Warum ein Garten glücklich macht

Du nennst ein kleines Stück Grün Dein Eigen? Sei es zur Pacht, gemietet, gekauft, zur Pflege… Dann ist Dir vermutlich bewusst, welch Glückspilz Du bist.

Denn für mich ist eine Sache klar: Wer einen Garten hat, den er nutzen darf, hat unbeschreibliches Glück.

EIN GARTEN MACHT GLÜCKLICH

Zugegeben, er macht auch Arbeit – aber eine Arbeit, die erfüllt und gleichzeitig entschleunigt. Wie ist das möglich? Warum hat harte Arbeit, jäten, umgraben, gießen, pflanzen so einen positiven Effekt?

Es mag am “den-ganzen-Tag-vor-dem-Computer-arbeiten” liegen, dass wir Büromuffel Erfüllung im Garten finden. Oder an der frischen Luft. Oder am Sonnenlicht, das Endorphine frei setzt.

Jedenfalls ist ein Garten – besser gesagt, viel Grün und Natur in Deinem Leben – die beste Ladestation für Deine persönlichen Energie-Akkus. Mehr Power mit der Du den stressigen Alltag besser und einfacher bewältigen kannst. Mehr Energie für die täglichen Aufgaben, die Dir schneller von der Hand gehen. Mehr Freiräume, die Du für dich nutzen kannst.

Du brauchst noch mehr Gründe? Hier sind 10 Gründe, warum ein Garten glücklich macht:

1. Weil Du mit den Händen etwas erschaffst.

Du wühlst dich durch die Erde. Du hantierst mit Spaten, Schaufel, Rechen oder den bloßen Händen und schaffst Neues, das wächst und gedeiht (oder auch mal nicht, ist aber nicht schlimm). Du pflanzt, Du säst, Du steckst, Du pflegst, Du gießt, Du zupfst, Du schneidest… und all das erschafft etwas, das vorher nicht da war. Ein tolles, positives und sinnstiftendes Gefühl.

Das Hochbeet im Juli - prallgefüllt
Das Hochbeet im Juli – prallgefüllt

2. Weil im Garten der Wandel die Normalität ist

Jeden Tag wächst etwas Neues und geht etwas, dessen Zeit zu Ende ist. Dieser Wandel hilft, (ungewollte / ungeplante) Veränderungen im eigenen Leben hinzunehmen, zu akzeptieren und in positive Chancen zu übersetzen. Das Leben ist stetiger Wandel, er gehört dazu, ist Teil von uns allen und wie heißt es so schön “in jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”. Lasst uns diesen Zauber im Garten erleben, genießen und übertragen.

Blüten zu jeder Jahreszeit - im Spätsommer strahlt die Hohe Fetthenne und die Bienen freuen sich.
Blüten zu jeder Jahreszeit – im Spätsommer strahlt die Hohe Fetthenne und die Bienen freuen sich.

3. Weil ein Garten das Bewusstsein für Vergänglichkeit und den Lauf der Zeit schafft.

Unaufhaltsam. Denn wie bereits geschrieben, ist das Leben stetiger Wandel und alles, wirklich alles ist vergänglich. Aber das Beste an der Vergänglichkeit ist: Sie schafft Raum für Neues. Und dabei sind wir direkt bei Punkt 4: (BILD SONNENBLUMEN)

Die Sonnenblumen nach der Ernte. Leider hielten sie dem Wind nicht stand. Dafür dürfen sich jetzt die Vögel satt futtern für den Winter.
Die Sonnenblumen nach der Ernte. Leider hielten sie dem Wind nicht stand. Dafür dürfen sich jetzt die Vögel satt futtern für den Winter.

4. Weil Du den Kreislauf der Jahreszeiten unmittelbar miterlebst.

Klar kennen wir alle die Jahreszeiten und freuen uns auf die eine, fluchen auf die andere. Im Garten und in der Natur spürst Du den Verlauf des Jahres so direkt wie sonst nirgends. Für mich bedeutet das Ende der einen Jahreszeit und der Beginn jeder neuen Jahreszeit immer eine unglaubliche Freude. Denn jeder Jahreszeit wohnt etwas Besonderes, Wunderschönes inne. Im Garten sind das vor allem die Farbwechsel. Die sanften Farben des Frühlings, die von satten, kräftigen Sommerfarben abgelöst werden, bevor die warmen Töne des Herbstes und die schlafende, viel zu selten gezuckerte Natur des Winters Einzug halten. So schön – und schon freut man sich wieder auf die ersten Schneeglöckchen, Narzissen, Krokusse und Primeln, die ihre zarten Köpfchen aus der Erde recken. Toll!

Das Leben erwacht, die ersten Frühblüher stehen in voller Pracht und künden vom Frühling.
Das Leben erwacht, die Primeln stehen in voller Pracht und künden vom Frühling.

5. Weil Du beinahe täglich neue(s) Blüten, Früchte, Farben, Leben entdecken kannst.

Ist es nicht toll, wenn Du morgens zum Fenster oder zur Gartentür hinausschaust und Du das pralle Leben spürst? Und dann gehst Du raus, schaust Dich um und entdeckst eine Tulpenknospe, die sich aus dem kalten Boden schiebt, eine neue Rosenblüte, auf der sich direkt eine kleine Biene niederlässt, eine erste kleine Tomate, die Dein Gärtnerherz höher schlagen lässt, ein erstes gelb-orange-rot verfärbtes Blatt, das ganz langsam das Ende der Saison einläutet oder eine kleine Hagebutte, die im morgendlichen Raureif glitzert.

Jede Blüte, die sich öffnet, bringt mehr Farbe in Deinen Garten. Jede Frucht, die wächst, steigert die Vorfreude auf die Ernte.
Jede Blüte, die sich öffnet, bringt mehr Farbe in Deinen Garten. Jede Frucht, die wächst, steigert die Vorfreude auf die Ernte.

6. Weil er Raum für Entspannung lässt.

Ein Garten macht Arbeit, aber irgendwann ist die Arbeit vorbei und dann heißt es: GENIESSEN mit allen Sinnen. Entspannt im Liegestuhl dem Summen der Bienen und Insekten lauschen, den Duft der blühenden Blumen riechen, je nach Zeitpunkt eine reife, selbst geerntete Tomate oder Beere schmecken und Dich am Farbenmeer erfreuen. Zur Ruhe kommen und alles andere vergessen. Für 5 Minuten, für eine Stunde oder einen halben Tag – es bringt Dir immer ein Stück Entschleunigung und Zeit für Dich.

Den Garten genießen - mit Blick auf Blüten, Insekten und frische Früchte.
Den Garten genießen – mit Blick auf Blüten, Insekten und frische Früchte.

7. Weil Du selbst die Früchte Deiner Arbeit ernten und vor allem: schmecken kannst.

Der für mich tollste Moment im Gartenjahr ist, wenn ich zum ersten Mal eine reife Frucht ernten kann. Eigentlich ist es immer schon etwas ganz Besonderes, wenn ich im Frühling das erste Mal frische Kräuter in großen Mengen zum Kochen verwende. Das ist immer der Auftakt in die grüne Küche des Sommers, in der kaum ein Essen ohne Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Bohnenkraut, Minze, Petersilie usw. auskommt.

Bunte Kräuterernte für Kräutersalz, Kräuterpesto, Kräuterbutter und vieles mehr. Für kleine Sonnenfreuden im tristen Wintergrau.
Bunte Kräuterernte für Kräutersalz, Kräuterpesto, Kräuterbutter und vieles mehr. Für kleine Sonnenfreuden im tristen Wintergrau.

8. Weil die Gartenarbeit erdet und Ausgleich bietet zu ansonsten eintönigem Schreibtisch-/Computer-/Büro-Gesitze.

Immer nur sitzen macht schlapp, träge und ist uninspirierend. Frische Luft, Bewegung und die Arbeit mit den Händen machen den Kopf frei und sorgen für neue Ideen, die Dich Deinen Träumen und Wünschen im besten Fall ein gutes Stück näherbringen.

Deinen Träumen reckt sich auch die Sonnenblume entgegen.
Deinen Träumen reckt sich auch die Sonnenblume entgegen.

9. Weil alles seine Zeit braucht

…. und man den Pflanzen beim Wachsen zuschauen kann. Beschleunigen kann man das Wachstum im Garten kaum bis gar nicht. Alles braucht die Zeit, die es braucht. Es geht so schnell oder langsam wie die Pflanzen brauchen. Einzig ein bisschen Dünger, Pflege und das Wetter haben Einfluss auf die Natur vor Deiner Haustür. Dieser Lauf der Dinge entschleunigt und nimmt vor allem den Druck von Dir – auch in anderen Lebensbereichen. Manchmal muss man sich einfach nur sagen: “Es braucht so lange wie es braucht. Schneller geht nicht. Punkt.” Das gilt auch im Beruf. Denn “gut Ding will Weile haben” 😉

Zeugen der Zeit - Oliven wachsen langsam und sehen mit ihrem knochigen Wuchs aus wie aus der Zeit gefallen. Wahre Entdecker der Langsamkeit und Entschleunigung.
Zeugen der Zeit – Oliven wachsen langsam und sehen mit ihrem knochigen Wuchs aus wie aus der Zeit gefallen. Wahre Entdecker der Langsamkeit und Entschleunigung.

10. Weil Du Bienen, Hummeln und Vögeln lauschen kannst

… und Schmetterlinge, Käfer, Heuschrecken, Igel uvm. beobachten und unterstützen kannst. Ist das nicht unglaublich schön? Diese kleinen Tierchen zu sehen, ihnen ein Refugium zu schaffen, Nahrung zu bieten und ein Stück zum Schutz unserer direkten Umwelt beizutragen, macht auf jeden Fall glücklich.

Ein Wollrinden-Falter ruht sich aus.

Bei mir ruft vor allem das unmittelbare Erleben der Jahreszeiten Begeisterung hervor: Wenn sich im späten Winter die ersten Frühblüher bemerkbar machen und das langsame Erwachen ankündigen, freu ich mich über jedes blühende Schneeglöckchen und jede kleine Primel. Bedeuten die kleinen Frühlingsboten doch den Startschuss für das jährliche Blütenmeer des Frühlings. Eine Zeit der Farben und Pracht, die durch die Sommerhitze und die damit reifenden Früchte abgelöst wird. Prächtig ist es auch dann noch und vor allem noch grüner. Jetzt können endlich die ersten reifen Gemüse und Früchte geerntet werden und die Obst- und Gemüseschalen quellen über. So toll!

Doch um ehrlich zu sein, Anfang September freue ich mich dann über die neue Farbenpracht des Herbstes und die damit einhergehenden Spaziergänge durch raschelnde Blätterberge. Tja und im Winter? Da zieht es mich in die kuscheligsten Ecken des Hauses, am liebsten mit einer Tasse Tee. Gemütlichkeit steht jetzt an erster Stelle. Die Ruhe genießen und auf den Frühling freuen.

Alles in allem: Ja, ein Garten macht unglaublich glücklich und mit ihm zieht deutlich mehr Zufriedenheit, Entspannung und Entschleunigung ins Leben ein.

Was macht Dich in Deinem Garten am glücklichsten? Verrate uns Deine “Glücklichmacher” in den Kommentaren!

Garteneroberung: Unser Rückzugsort in stürmischen Zeiten

Da war er: Mein eigener Garten. Endlich. Mit unserem Umzug im Oktober 2019 konnten wir uns auch über ein gar nicht sooo kleines idyllisches Garten-Grundstück freuen. Noch besser: Unsere Vermieter lassen uns hier freie Hand, wir dürfen werkeln wie wir möchten, umgestalten, rausreißen, umpflanzen. Toll! 

Doch am Anfang hieß das auch: Au backe – ganz schön viel Arbeit. Wo soll man da nur anfangen? Denn, wie ihr auf den Bildern unten sehen könnt, der Garten war in den letzten Jahren aufgrund des Alters und Gesundheitszustandes unserer Vormieterin etwas aus der Form geraten und verwildert.

So sah es letzten Herbst in unserem Garten aus:

Aber bei genauer Betrachtung sieht man, dass er durchaus mit sehr viel Liebe und Akkuratesse angelegt, gehegt und gepflegt worden war.  

Im Herbst (noch vor unserem Einzug) leiteten wir erste “Notmaßnahmen” ein: Eine Blumen-/Staudeninsel zurückschneiden, so dass wir diese mittelfristig komplett entfernen können. Die Efeuranken rund um die Garage in ihrer Tiefe mehr als halbieren – hier darf man wirklich beherzt zugreifen, denn Efeu wächst rasant wieder… Ich kann da Beweise liefern. Was wir entdeckten: Unter den dicken und dichten Ranken kam tatsächlich eine Lampe sowie ein (kaputter) Bewegungsmelder zum Vorschein. Außer Efeu wachsen weitere Kletterbüsche an unserer Garage hinauf (vermutlich Buchs?), die man gar nicht mehr sehen konnte. Spannend!  

Außerdem haben wir die wild wachsenden und an jeder Ecke sprießenden Brombeer-Ranken rabiatt zurückgeschnitten. Eine Arbeit, die uns ab jetzt jedes Jahr droht, da die Brombeeren wirklich schwer zu bändigen sind. Denn auch wenn Brombeeren wirklich lecker sind, überall und an jeder Stelle möchte man sie dann doch nicht im Garten haben. Vielleicht hat jemand einen Tipp, wie man den Brombeeren dauerhaft Herr werden kann?  

Gestaltung für Anfänger

Doch die eigentliche Frage, die uns von Anfang an umtrieb war: Wie soll es denn werden? Wie soll es mal aussehen? Was möchten wir überhaupt für einen Garten?

Diese Frage beschäftigte uns im Winter eher weniger und wurde erst mit näher rückendem Frühjahr ernsthafter besprochen. Dann kam der Corona-Lockdown und mit ihm starteten wir so richtig in den Garten-Umbau.  Im Laufe der Wochen und Monate haben wir viel überlegt und geplant, wurden erste Überlegungen wieder verworfen und neue Ideen kamen hinzu.

Erste Erkenntnisse, die sich so verwirklichen ließen oder die Weichen für die Zukunft stellen:

  1. Die Terrasse soll schöner und größer werden.
  2. Wir möchten ein Hochbeet.
  3. Trenne dich von allem, was dir nicht gefällt, aber gib Vorhandenem auch Chancen.
  4. Mach einen Plan und scheue dich nicht ihn anzupassen.
  5. Ein Garten ist nie fertig, sondern wächst Jahr für Jahr aufs Neue.
  6. Viele Ideen erfordern viel Arbeit. Mach es Step by Step.

Geplant, getan. Wir legten los. Mein Mann begann mit dem Umlegen des Gartenweges. Ich widmete mich erstmal dem Vorgarten. Es folgten jede Menge Unkraut jähten, Büsche entfernen, Rosen umpflanzen, der Bau einer neuen Terrasse, das Anlegen eines Hochbeets … aber auch: Tägliche Freude, über alles, was da plötzlich wächst, mit dem man nicht gerechnet hatte. Die Erkenntnis, dass wir neben Käfern, Schnecken, Hummeln, Bienen… auch einen kleinen stacheligen Gast im Garten haben, machte uns direkt erfürchtig. Die kleinen Mäuse hingegen, die Schoko-Ostereier genau so lecker finden wie wir, fanden wir nicht ganz so toll. Aber aus Fehlern lernt man und im kommenden Jahr stelle ich die Kiste mit den Oster-Geschenken nicht einfach auf den Boden der Garage… 

Was mir der Garten bereits im ersten Jahr auch gezeigt hat – trotz der vielen Arbeit: Er macht mich glücklich, er bringt mich zur Ruhe und lässt mich abschalten vom Alltag. Mein neuer Ruhepol, der mein Hirn zum Brodeln bringt vor lauter Gestaltungsideen. Mal schauen, was sich davon am Ende umsetzen lässt.

Für den Herbst steht noch viel bevor und ich werde euch garantiert daran teilhaben lassen. Zuerst müssen die Thuja-Hecken weg, damit wir im Winter einen Plan für den hinteren Gartenbereich machen können, der hoffentlich auch ein Gemüsebeet vorsieht. Dann darf noch ein Rhododendron weichen und im Frühling gehts dann weiter. Ich freu mich schon – mit den Händen in der Erde wühlen und am Ende etwas gestalten. Das fand ich schon als Kind fantastisch und habe ich nun voll Begeisterung wiederentdeckt.

Dabei sollten wir nie vergessen: Gönn dir Auszeiten und nimm dir bewusst Zeit zum Abschalten, Runterkommen und Genießen des Gartens.

Denn das Ziel ist klar: Unser Garten soll uns erfüllen, Spielplatz für die Kinder sein, aber auch Rückzugsort und Ruheoase für uns als Familie.

6 Schritte in einen entschleunigten Alltag

Entschleunigung klingt erstmal gut – aber wie starten? An welcher Stelle kann man ansetzen, wo der Alltag doch kaum Luft lässt?

In 6 Schritten zu einem entschleunigten Alltag

Vielleicht starten wir erstmal mit einer Begriffsklärung:

Was ist überhaupt Entschleunigung?

Mit Entschleunigung ist ein bewusstes Umdenken gemeint. Das Umdenken, der privaten aber auch beruflichen Schnellebigkeit entgegenzutreten und sich dieser immer weiter fortschreitenden Beschleunigung des Alltags entgegen zu stellen. Eine Entschleunigung soll wieder mehr Ruhephasen und auch Erholung ins Leben bringen. Ob und wenn ja, wie das gelingen kann, versuche ich gerade herauszufinden.

Die folgenden Schritte habe ich mir in den vergangenen Wochen als sinnvolle Vorgehensweise überlegt, um diese Verlangsamung zumindest in Teilen zu erreichen.

1. Schritt: Erkenntnis

Am Anfang steht die Erkenntnis. Vielleicht kommen dir Sätze wie diese bekannt vor:

  • “Mir wird das alles zu viel.”
  • “Mir wird das alles zu schnell.”
  • “Ich komme nicht mehr hinterher.”
  • “Ich drohe unterzugehen.”

Dem sollte ein Stop folgen, denn so kann und soll es nicht weitergehen. Irgendetwas muss sich ändern. Denn: Ein Tag hat 24 Stunden. Und keine einzige mehr. Vielmehr: Jede Stunde, die vorbei ist, ist vorbei und kommt nicht zurück.

Die Erkenntnis, das sich etwas ändern muss, ist Dein erster Schritt in ein entschleunigtes Leben.

2. Schritt: Ein Ziel festlegen

Du hast dir vorgenommen, dass Dein Leben entschleunigt werden soll? Super! Dann solltest Du jetzt ein konkretes Ziel formulieren. Was soll Dein persönliches Ziel sein, dass Du mit der Entschleunigung erreichen möchtest? Welche Bereiche Deines Lebens sollen entschleunigt werden? Vielleicht helfen Dir auch Teilziele, die Du gut erreichen kannst und die dir helfen, ein größeres Ziel zu erreichen. Sei ehrlich mit dir selbst und setze dir ein realistisches Ziel. Dann ist es auch erreichbar.

Ich möchte in meinem Familienleben mehr Ruhe und Atempausen für mich, aber auch meine gesamte Familie schaffen und langfristig als festen Bestandteil unseres Alltags integrieren.

Mein persönliches ziel

3. Schritt: Ruhepole und Entschleunigungsquellen identifizieren

Soweit so einfach. Nun kommen wir zur Umsetzung des Ganzen. Ich habe mir zu diesem Zeitpunkt folgende Fragen gestellt:

  • Wo finde ich Ruhe, Erfüllung und einen Ausgleich?
  • Wann verspüre ich Lebendigkeit, die mir positive Energie bringt?
  • In welchen Momenten komme ich zur Ruhe?
  • Wann und womit lade ich meine Akkus wieder auf?
  • Wann bin ich glücklich?

Die Antwort auf diese Fragen werden bei jedem anders aussehen. Vielleicht helfen bei Dir ein gutes Buch, eine Tasse Tee und eine Massage. Oder aber es sind frische Luft und Sport mit anschließendem Saunagang. Nimm Dir Zeit und beantworte Dir diese Fragen ehrlich. Du musst niemandem etwas vormachen. Wenn Du auf dem Sofa am besten entspannen und Energie tanken kannst, dann ist das so. Aber vielleicht fällt Dir ja auch noch ein zweiter Ort ein, an dem Dir das gelingt , das Sofa im Garten oder die Bank im Park? Wenn ja, ist das super, wenn nein, dann startest Du auf dem Sofa.

Wichtig für mich, sind nach wie vor die Fragen, die mit “Wann?” beginnen. Eine abschließende Antwort habe ich noch nicht gefunden. Genau hier werde ich nun ansetzen und versuchen, feste Zeiten für mich zu finden. Eine erste “Ich-Zeit” ist meine Frühsport-Einheit jeden Morgen. Da bin ich bei mir und mit mir.

4. Schritt: Ruhepole bewusst genießen

Meine Ruhepole sind (neben der beschriebenen Frühsport-Einheit) meine Kaffeepause nach dem Mittagessen. Ob die nun mit einem Latte oder einem “normalen” Kaffee stattfindet, ob draußen, drinnen, auf dem Liegestuhl, am Küchentisch oder auf dem Sofa, ist eigentlich egal. Aber sie ist mir wichtig und ich habe mir fest vorgenommen, diesen kurzen Moment (mehr als 10 Minuten sind es selten) ab sofort viel bewusster zu genießen.

Das ist mein aktuelles (Teil-)Ziel: Einmal am Tag abschalten, wenn möglich im Schatten eines Baumes im Garten. Bewusst nichts tun und ohne das Handy in die Hand zu nehmen. Mal schauen, ob das klappt.

Ein weiterer Ort der Entschleunigung ist für mich der Garten, aber vor allem auch die Gartenarbeit. Manchmal erst Abends, wenn die Kinder im Bett sind, manchmal nebenher. Ich versuche, hier nicht die Arbeit zu sehen, sondern das Ergebnis: Gemüse, das wächst und geerntet werden kann, Grassamen, die gesäht wurden und zur Wiese werden, Blumen, die da sprießen, wo man vorher fleißig Unkraut gejätet hat. Schön 🙂

Mein nächster Ruhepol, der jedoch der gesamten Familie beim Auftanken helfen wird, ist der bevorstehende Urlaub. Ich habe mir fest vorgenommen, den Urlaub ohne Zeitdruck und Stress anzugehen. Ob wir eine halbe Stunde früher oder später am Strand sind, ist egal. Es geht darum, dass wir als Familie eine wunderschöne Zeit haben.

Was sind Deine Ruhepole und schaffst Du es, diese bewusst zu genießen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

5. Schritt: Energie-Routinen etablieren

Du hast erkannt, dass Du raus musst aus dem Hamsterrad, dass Dich zu erdrücken droht. Du hast ein erstes Ziel für Dich formuliert. Du hast Dich intensiv mit den für Dich wichtigen Entschleunigungsquellen auseinandergesetzt und erste Ruhe-Momente bewusst genossen. Das ist doch schon toll! Freue Dich darüber – jeden Tag, wenn Du wieder einen Genuss-Moment erleben kannst.

Jetzt ist der Moment, an dem Du diese Einzelmomente in Routinen umwandeln kannst. Aber bitte: Ohne Stress, ohne Druck. Hast Du auch so eine kleine Auszeit wie ich mit meinem Kaffee? Versuche, diese Auszeit so in Deinen Alltag zu integrieren, dass diese kleine Pause Dein Akku-Aufladezeitraum wird.

Es klappt an einem Tag nicht? Kein Problem. Mach am nächsten Tag weiter und schau dir Schritt 6 an. Evtl. findest Du die Lösung im Loslassen.

Du hast schon gewisse Routinen? Was sind Deine Erfahrungen? Helfen sie Dir? Bist du glücklicher? Zufriedener mit Dir und Deinem Leben? Ich bin gespannt, was Du zu berichten hast.

6. Schritt: Loslassen und “Nein” sagen

Der vorerst letzte Schritt auf unserem Weg in Richtung entschleunigteres Leben ist das Loslassen. Jeden Tag stürzen Unmengen an Informationen, Nachrichten, Aufgaben und Probleme auf uns ein. Das wird schnell zu viel und raubt uns schnell den Raum für unsere neuen wichtigen Abschalt-Routinen.

Daher solltest Du dir in den kommenden Tagen und Wochen immer wieder vornehmen auch mal “NEIN” zu sagen. Bewusst etwas nicht tun bzw. nicht konsumieren. Dem Stress einfach mal sagen “Du kannst mich mal”. Meistens geht das besser, als man im ersten Moment denkt. Werde dir bewusst, dass die Welt in der Regel nicht untergeht, wenn Du etwas nicht tust oder nicht mitbekommst.

In diesem Sinne, lass uns starten und unsere neuen Auszeiten / Ruheoasen / Entschleunigungsaugenblicke genießen.

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