Zur Hölle mit der Entschleunigung – ein Ausblick

headerbild_zur hölle mit der Entschleunigung - ein Ausblick. Einsamer Steg ins Wasser: Was kommt? Wo geht die Reise hin?

Geht es dir auch so? Der Alltag hat einen komplett im Griff. Man hetzt von Termin zu Termin, alles ist hektisch, durchgetaktet und gefühlt wird man bzw. frau nie allem und allen gerecht. Entschleunigung? Gerne her damit – aber wo soll man dafür die Zeit hernehmen?

WELCOME TO MY WORLD.

Was habe ich hier über Rituale, Momente der Entspannung und Möglichkeiten runterzukommen geschrieben – war das nicht das eigentliche Ziel dieses Blogs? Über Entschleunigung zu schreiben?

Entstanden ist dieser Blog vor dem Hintergrund des ersten Corona-Lockdowns. Im Frühjahr 2020 als ich feststellte, wie angenehm es sein kann, wenn nichts mehr ist. Es hat mir gut getan, runterzukommen, abzuschalten, einfach nur Familie, Garten, mich selbst zu haben. Es tat gut, dass sich das Leben von selbst entschleunigt hatte, das Ruhe reinkam, das der Termin-Stress wegfiel.

Aber was ist davon geblieben? Wie hat sich der Blog entwickelt? Und wo führt mich die Blog-Reise hin? Lass uns heute mal einen Blick auf das werfen, was da kommen mag – und einen kleinen Blick zurück.

Entschleunigung quo vadis?

Was ist von der Entschleunigung geblieben? Wenn ich mir anschaue, welche Themen die letzten Blogbeiträge hatten, kann ich sagen: Nicht viel. In den letzten zweieinhalb Jahren hat sich nicht nur der Blog gewandelt, sondern auch mein Leben.

Der normale Wahnsinn hat mich (uns alle) komplett wieder. Arbeit, Kinder, Freizeit, Kindergarten, Schule, Ehrenamt, Freunde, Hobbies etc. wollen unter einen Hut gebracht werden und ganz nebenbei soll auch MEIN LEBENSSPIEL weiterleben und gefüttert werden. Zugegeben: Das hat mich zeitweise ganz schön gestresst. Mein eigener Anspruch waren zwei Beiträge pro Monat. Davon habe ich mich im Frühjahr 2022 verabschiedet. Warum sollte ich mich mit einem Freizeitprojekt stressen?

Der Blog hat kein monetäres Ziel. Er ist eine Plattform, über die ich meine Leidenschaft zu Schreiben ausleben kann. Im Berufsalltag kommt das Schreiben jedoch meist zu kurz, weshalb die Idee zu einem eigenen Blog in mir reifte. Das Thema ergab sich dann durch den Lockdown und die damit verbundene Entschleunigung.

Ich weiß, viele – vor allem Familien / Mütter mit Schulkindern oder ohne Homeoffice-Option – empfanden die Corona-Zeit als Stress pur und absolut nicht entschleunigend. Ich spreche daher immer nur über meine persönliche Situation und wie ich damit umgegangen bin bzw. was diese Zeit mit mir gemacht hat. Ich hatte viel Glück, dass wir die Kinderbetreuung dank Homeoffice und flexibler Arbeitszeiten gut hinbekommen haben. Unser großer Garten hat uns außerdem geholfen, die Tage abwechslungsreich zu gestalten und viel draußen zu sein.

Wenn ich nun das (freiwillige) Schreiben als Stress empfand, wo es doch grundsätzlich um Entschleunigung gehen sollte, dann lief etwas falsch. Deshalb gab ich meinen eigenen Anspruch “2 Beiträge im Monat” auf. Auch den Anspruch allen ursprünglichen Themen gerecht zu werden, warf ich über Bord. Ich hatte etwas zu einem Näh-Projekt zu sagen? Dann schrieb ich genau darüber. Entschleunigung war aufgrund vielfältiger Verpflichtungen nicht möglich – also war es auch unmöglich darüber adäquat und mit Mehrwert für dich als Leser zu schreiben.

Eigentlich logisch. Und so beschloss ich im letzten Jahr, dass der Blog, solange mich zu viele andere Baustellen in Beschlag nehmen, zurücktreten darf.

Aber: 2022 ist vorbei und ich möchte mit neuer Kraft und frischem Elan wieder durchstarten. Auch auf und mit dem Blog.

Entschleunigt auf Sicht fahren

Als übergeordnetes Thema wird die Entschleunigung weiterhin ein fester Bestandteil des Blogs bleiben. Jedoch auch bzw. vorrangig in Form der Hobbies, die mir beim Abschalten und Runterkommen helfen. Das ist vor allem das Nähen. Die Arbeit mit den Händen und an der Nähmaschine hilft mir abzuschalten, runterzukommen und mich zu fokussieren. Daher hat das Nähen im Blog einen großen Raum eingenommen und wird es auch weiterhin nehmen.

Ein zweites Hobby, das mir in den letzten Jahren dabei geholfen hat, den Alltagsstress hinter mir zu lassen und zu entschleunigen, ist der Garten und das Gärtnern.

Aber manchmal entschleunigen diese Hobbies auch gar nicht. Manchmal passt es grad nicht, weil der Alltag wieder stressig geworden ist. Manchmal bin ich genervt, wenn ich z.B. im Garten noch etwas machen muss.

Wenn alles gegossen werden muss,
wenn unbedingt noch geerntet werden muss,
wenn die zu große Ernte irgendwie verarbeitet werden muss,
wenn Rasen gemäht werden muss,

Wenn es kein “ich möchte”, sondern ein MUSS ist. Da der Garten in 2022, aufgrund vielfältiger anderer Verpflichtungen und Termine, meist keinen entschleunigenden Wert für mich hatte – leider – kam er auch im Blog kaum noch vor. Und ich fürchte, dass wird auch erstmal so bleiben. Ein paar Ideen für Garten-Beiträge habe ich noch, mal schauen ob und wann ich sie umsetzen kann. Gerade bei Gartenbeiträgen muss das Timing passen und will auf die Saison abgestimmt sein.

Allerdings wird ein neues, zur Entschleunigung passendes Thema, demnächst den Blog bereichern. Aktuell plane ich ein neues Schreib-Projekt, an dem ich dich schon ganz bald teilhaben lassen werde. Du darfst also gespannt sein. Das neue Projekt wird sowohl die Themen Entschleunigung und Starke Frauen ansprechen als auch einen neuen Blickwinkel auf aktuelle Themen und Perspektiven eröffnen.

Entschleunigung go for it!

Aber wie soll es für mich ruhiger werden, wenn ich gleichzeitig dem Blog neues Leben und neue Themen einhauchen möchte?

Ich werde loslassen – einige Bereiche, die mich zusätzlich stressen, die meinen Alltag und auch meine Gedanken blockieren, und ich werde mich fokussieren auf Dinge, die mich glücklich machen und weiterbringen. Den Blick wieder stärker auf mich, meine Vorlieben, meine Fähigkeiten lenken und so im Tun zufriedener und ausgeglichener sein.

Und wenn ich merke: “Ups, jetzt wird es wieder zu viel?” Dann trete ich einen Schritt zurück und mache weniger. Denn am Ende mache ich es für mich und bin an nichts und niemanden gebunden. Dieses Wissen beruhigt mich und nimmt den Druck raus.

Warum Entschleunigung vielleicht doch nicht ganz falsch ist?

Dann denke ich an meine kleinen Rituale, die ich mir bewahrt habe. Zum Beispiel mein Frühsport, ohne den kein Tag unter der Woche startet. Diese halbe Stunde am Morgen gibt dem Leben Routine, sorgt für ein besseres Grundgefühl und bereitet mich auf den Tag vor. Es ist meine “ICH-Zeit” und die ist mir mittlerweile heilig.

Außerdem entschleunigen mich Besuche von Freunden, Treffen mit Freunden, kleine gesellige Runden, kleine Auszeiten an der frischen Luft, Ausflüge in die Natur, Genussstunden im Garten und die Stunden an der Nähmaschine.

Der Garten ist jetzt im Winter zur Ruhe gekommen. Es stehen keine Arbeiten an.
Jetzt ist die Zeit, die Seele baumeln zu lassen.
Mit einer Tasse Kaffee oder Tee in der Hand nach draußen zu schauen und nichts zu tun.
Den Gedanken nachzuhängen, neue Ideen reifen zu lassen und Pläne zu schmieden.

Und dann muss man auch noch Zeit haben,
einfach dazusitzen und
vor sich hin zu schauen.

Astrid Lindgren

Und dann passiert es von ganz alleine: Ich möchte wieder schreiben. Schon sitze ich an der Tastatur und schreibe die nächste Zeile. Und das Schreiben entschleunigt mich, es erdet und hilft mir, meine Gedanken zu sortieren. Was geschrieben ist, ist raus aus dem Kopf und macht Platz für neue bunte Bilder und Ideen.

Und mir wird klar: Vergiss die Entschleunigung nicht, lass sie bewusst Teil deines Alltags sein. Versuche, die kleinen Auszeiten und “Für Dich Zeiten” fest in deinen Alltag zu integrieren und an ihnen festzuhalten. Sie sind es wert. Für dich. Gönn dir was. Für dich. Momente, ganz für dich. Sie helfen uns und tragen uns auch durch stressige, unsichere und seltsame Zeiten.

In diesem Sinne freue ich mich auf Alles, was kommt und freue mich noch mehr auf das neue Projekt, dass ich Dir hoffentlich schon sehr bald präsentieren kann.

2 Kommentare zu „Zur Hölle mit der Entschleunigung – ein Ausblick“

  1. Vielen Dank, dass Du Deine Gedanken zur Entschleunigung mit und teilst. Ich finde es ganz spannend, was Du für Dich als “Entschleunigung” definierst. Bei mir läuft das tatsächlich unter “Kreative Selbstverwirklichung” und für mich ist Entschleunigung eher ein nach innen gewandter Vorgang, der mit Meditation und einer Art innerer Einkehr zu tun hat. Quasi ein Selbstfindungsprozess, der dann aber auch durchaus in kreativen Projekten seinen Ausdruck finden kann. Entschleunigung ist bei mir eine Abkehr von äußeren Reizen und ein Rückzug aus der Welt, quasi die Pause-Taste im ständigen Gedudel aller Dinge und Menschen, die meine Aufmerksamkeit fordern.
    In jedem Fall finde ich es gut und wichtig, dass Du festgestellt hast, dass Du Dir eine Art “Freizeitstress” machst und auch gleich versuchst, das abzuschalten. So etwas zu können ist eine ganz wichtige Fähigkeit.
    Ich wünsche Dir ein entschleunigtes und kreatives Jahr 2023 und freue mich, Dir dabei über die Schulter schauen zu dürfen
    Liebe Grüße, Stefanie

    1. Hi Steffi,

      lieben Dank für deine Worte. Da ich nicht der spirituelle Typ bin, habe ich mir tatsächlich meine eigene Definition von Entschleunigung gebaut. Eine für mich und zu meinem Leben passende und sich in meinen Alltag praktisch integrierbare Version, die mir hilft, dem Druck und Stress zu entkommen. Im Grunde ist die Kreativität und das praktische Arbeiten für mich genau das: Die innere Einkehr und das zur Ruhe kommen. Denn praktisch war ich eigentlich noch nie – bin der volle Kopf-Typ. Umso mehr erfreut und beruhigt mich nun die Arbeit mit den Händen.

      LG Miriam

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