Ein Blusenkleid für alle Fälle*

Locker und luftig und perfekt für Büro, Sommerfeste und gesellige Abende mit Freunden: All diese Punkte vereint mein neues Sommer-Blusenkleid nach einem Schnitt von Juni Design.

Vorab sei verraten: Ein toller Schnitt, den ich im Ausverkauf von Juni Design ergattert habe, weil er nach einem Perfect Match zu einem bereits vorhandenen Chambray aussah.

Der Überblick:

Schnitt: Blusenkleid No. 10 von Juni Design (leider nicht mehr verfügbar, aber les mal weiter – unten habe ich einen Tipp für ein ähnliches Kleid für dich)
Stoff: Chambray in Jeansoptik in einem mittleren Blauton, gekauft bei Frau Tulpe.

Ein neuer Lieblings-Stoff namens Chambray

Ein herrlich leichter Chambray, den ich bereits im letzten Jahr, inspiriert durch meine “Näh deinen Stil”-Reise gekauft hatte. Der Stoff ließ sich wunderbar verarbeiten und ist wie von selbst durch die Maschine geglitten. Wenn alle Chambrays so sind, wird das ein neuer Lieblingsstoff von mir.

Ein Blusenkleid braucht jede Frau

Beim Ausverkauf-Stöbern bei Juni Design hat mich sofort der Schnitt für das Blusenkleid No. 10 angelacht und so landete er im Warenkorb. Besonders gefallen haben mir die luftige Weite und die schlichten Kellerfalten an der Rückenpasse sowie in der vorderen Mitte. Der Kragen ist ein kleiner Stehkragen und beim V-Ausschnitt kann die Tiefe je nach Wunsch einfach angepasst werden. Diese kleinen Details geben dem Blusenkleid das gewisse Etwas.

Blusenkleid: Vorderseite mit tiefem Ausschnitt und Kellerfalte
Vorderseite mit Kragen und Kellerfalte
(das mit dem Weißabgleich übe ich nochmal)
Blusenkleid Rückansicht mit Kellerfalte und Passe
Rückenansicht mit Passe und einer weiteren Kellerfalte.

Der Schnitt selbst kam ohne Anleitung bei mir an, was mich erstmal irritierte. Ein Blick auf die Website hat mir dort jedoch den Link zum Download der Anleitung gezeigt.

Die Anleitung ist schlicht, aber durchaus ausreichend und die Verarbeitung des gesamten Kleidungsstücks ist innen wie außen sehr schön. Simpel in der Umsetzung, aber mit einem sehr schönen Ergebnis, das mich komplett überzeugt. Toll, wenn Dinge auch einfach sein können.

Kragen des Blusenkleides
Ein einfacher Kragen, nicht zu 100% seitengleich, aber meinen Ansprüchen genügt er voll und ganz.
Saubere Innenverarbeitung des Blusenkleides
Die Innenverarbeitung ist wirklich schön und auch wichtig, da der Kragen leicht aufklappt.

Die Ärmel haben einen einfachen Saum-Abschluss, sind aber zum Krempeln angedacht. Dadurch wirkt das Kleid lässig und einen Touch sportlich. Die Riegel an den Ärmeln, zum Befestigen der hochgekrempelten Ärmel, habe ich mir gespart. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich die aus Bequemlichkeit (andere nennen es Faulheit) nicht nutze.

Lässiger Begleiter für viele Gelegenheiten: Das Blusenkleid von Juni Design
Lässig im Wald zur Familienfeier – perfekt gekleidet.
Blusenkleid für den Sommer: Locker und luftig und wunderbar
Ein herrlicher Catwalk mit schickem Blusenkleid
Blusenkleid mit Gürtel - nicht ganz optimal, da schnell Falten entstehen, wo man sie nicht haben möchte.
Hier sieht man ganz gut, warum ich mittlerweile lieber ohne Gürtel unterwegs bin.

Trage-Feeling und Fazit:
Ein Blusenkleid für jede Gelegenheit

Das erste Mal ausgeführt habe ich das Kleid zu einer Familienfeier und habe mich rundum wohl gefühlt. Anfangs mit einem Gürtel in der Taille, das war mir jedoch zu viel Gezuppel, da der Gürtel doch schnell verrutscht. Evtl. würde hier ein Band aus dem Chambray stabilere Ergebnisse erzielen, das werde ich beizeiten optimieren.

Ab dem informellen Teil habe ich jedenfalls auf den Gürtel verzichtet. Total lässig und mir hat es auch sehr gefallen. Auch ins Büro und zu einer geselligen Mädelsrunde durfte das Blusenkleid bereits mit. Ein schönes Sommer-Kleid, ein luftiges Etwas, zeitlos chic und doch lässig genug – ein echter Allrounder mit dem ich zu 100% zufrieden bin.

Der Schnitt ist absolut empfehlenswert, umso bedauerlicher, dass er nicht mehr verfügbar ist.

Eine mögliche Alternative ist ggf. das neue Modell “Käte” von Prülla. Dieser Schnitt kommt dem Juni Design Schnitt sehr nahe. Wobei es an Blusenkleider-Schnitten in der Nähszene wahrlich nicht mangelt.

Deshalb nun schnell hinüber gehüpft zum MeMadeMittwoch und den monatlichen Inspirations-Schub abholen. Dort zeigt uns heute Elke ein sommerliches Outfit 🙂

Sommer, Sonne, Inspiration

*Kennzeichnung als Werbung, da im Beitrag auf kostenpflichtige Angebote verlinkt wird. Ich erhalte jedoch keine Gegenleistung für die Nennung und Verlinkung. Es handelt sich nur um Angaben, um Leser:Innen die Suche zu erleichtern.

Ab auf die Düne mit einer Lillesol & Pelle Sommerhose

Für den Sommer und vor allem unsere Camping-Trips fehlte mir eine lockere, gemütlich-lässige und lange Sommerhose. Kurz vor unserem Pfingsturlaub habe ich mir die perfekte Hose endlich fertig genäht. Darf ich vorstellen: Lillesol Women No. 7.

Die Haare verweht im Wind am Atlantik. Hauptsachde die Hose passt.
Meine Hoor!!! Ja, war halt am Meer, war halt windig 😉

Vorab kurz der Überblick:

Schnittmuster: Lillesol Women No. 7 Sommerhose von Lillesol & Pelle
Stoff: locker fallende Viskose von Stoffe Hemmers (leider nicht mehr auffindbar)

Die Qual der Wahl: Stoff und Schnitt

In diesem Frühjahr/Sommer tue ich mich schwer bei der Auswahl passender Schnitte und Stoffe. Es gibt so viele wunderschöne gemusterte Viskose-Stoffe, bei denen ich oft gerne zugreifen würde. Doch beim “drüber schlafen” merke ich dann häufig: “Nee, lass mal, der Stoff / das Muster passt nicht zu dir”. So verbringe ich sehr viel Zeit mit der Suche.

Auch bei den Schnitten mache ich es mir nicht einfach. Denn am Ende soll der Schnitt zu mir, meinem Stil und meinen Proportionen passen und mich gut kleiden. Gerade Hosen sind momentan noch mein Endgegner und ein erster Short-Versuch im letzten Sommer endete als Schlafanzughose.

Doch der Schnitt von Lillesol & Pelle hat mich – nachdem ich ihn gefunden hatte – schnell überzeugt. Ich hatte noch eine Alternative von Erbsünde überlegt, dieser Schnitt kam mir dann aber doch zu weit vor. Meine Wahl scheint auf jeden Fall richtig gewesen zu sein. Auch beim Stoff habe ich mich, nach langem Suchen, am Ende schnell entschieden – für eine eher günstige blau-gemusterte Viskose, bei der mich ein “Reinfall” nicht allzu sehr gequält hätte.

Der Nähprozess der Sommerhose

Die Sommerhose ließ sich gut verarbeiten und bis auf selbstgemachte Hindernisse gut umsetzen. Vom Ausdruck über den Zuschnitt bis zum Nähen gab es keine ernstzunehmenden Probleme. Die Anleitung ist sehr ausführlich und anfängerfreundlich. Was mich auch immer sehr freut: Es gibt eine Fertigmaßtabelle. Diese finde ich mittlerweile essentiell, um eine bessere, passgenauere Größenauswahl treffen zu können. Mit der Stoffmenge kam ich ebenfalls genau hin ohne größere Reststücke. Mein Stoff-Schrank ist mir sehr dankbar.

Perfekt zum Campen und perfekt an heißen Tagen
Locker und luftig – perfekt für den Sommer.
Rückansicht der Sommerhose von Lillesol & Pelle.
Eine relaxte Hose für relaxte Urlaubstage.

Einzig bei Bund und Saum bin ich etwas durcheinander gekommen und habe die Schnittteile verwechselt, was jedoch kein allzu großes Problem darstellte, da die Teile fast identisch sind. Zumindest solange man die Beinsäume noch nicht geteilt hat.

Für die Verarbeitung von Bund und Saum gibt es mehrere Varianten:

  1. Mit (innen) sichtbarem Gummiband
  2. Mit nicht sichtbarem Gummiband
  3. Gesmokter Bund und Saum
  4. Bund und Saum mit elastischem Kräuselband

Ich hatte den Bund ohne langes Überlegen nach Variante eins umgesetzt. In dieser Version wird der Gummi mit mehreren Nähten direkt auf den Bund genäht, so dass der Gummi sichtbar bleibt (innen). Das gefällt mir jedoch nicht so gut und würde ich in einer weiteren Version des Schnittes nicht wieder so nähen. Ich bin mir allerdings auch nicht sicher, ob ich tatsächlich alles richtig verstanden und umgesetzt habe.

Die Saumabschlüsse an den Knöcheln habe ich daher mit einem Tunnelzug mit eingearbeitetem Gummi verarbeitet (Variante 2). Das sieht für mein Empfinden deutlich ordentlicher aus.

Fazit zur Sommerhose

100% was ich haben wollte. Genau so eine Hose hat mir gefehlt und sie hat mir während unseres Camping-Urlaubs am Atlantik beste Dienste geleistet. Grandios. Auch der Stoff passt sehr gut in meine bestehende Garderobe und lässt sich zu vielen Sommertops in unterschiedlichen Farben kombinieren – auch zu meinem Pepelinchen-Top.

Sommerhose oder Yogahose? Egal, geht beides.
Luftig, leicht, perfekt - das ist Lillesol Women No. 7 aus Viskose
Ich schwebe - in der tollen Sommerhose von Lillesol & Pelle
Sommer ist, wenn die Hose nicht einengt und man einfach nur Spaß hat.

Ach ja und nicht zu vergessen: Die Hose hat Nahttaschen 😉

Es wird definitiv eine zweite Version folgen.

Und nun gebe ich den Laufsteg wie an jedem ersten Mittwoch des Monats frei für die anderen Näh-Ladies beim MeMadeMittwoch.

Noch mehr Sommer-Näh-Inspiration:

8 Rock-Schnittmuster für den Sommer

Auf meiner “To-Sew-Liste” stand für diesen Sommer ein langer, luftiger Sommerrock. Fündig wurde ich im Schnitt No. 23 von JuniDesign. Da es JuniDesign als Label und Shop jedoch leider nicht mehr gibt und diese Schnitt-Rezession somit für all diejenigen, die ihn noch nicht erworben haben, irrelevant ist, hab ich beschlossen, meine Rock-Recherchen, die der Auswahl vorangingen, mit euch zu teilen: 8 Rock-Schnittmuster für den Sommer.

Die Auswahl an Schnitten ist mittlerweile grenzenlos und vor allem mehr als unübersichtlich. Daher kann ich euch auch nur eine kleine Auswahl zeigen; all die Schnittmuster, die mir besonders im Kopf geblieben sind bzw. die mir besonders gefallen haben. Den ein oder anderen davon, habe ich gedanklich bereits auf meine To-Sew-Liste aufgenommen.

Wir starten mit …

Frau Carry von Studio Schnittreif

Frau Carry von Studio Schnittreif
(C) Studio Schnittreif

Frau Carry von Studio Schnittreif** ist ein weit schwingender Midi-Rock mit Gummibund und ohne Verschluss. Die Kräuselung sitzt nur im Rücken, so dass der Bund vorne schön glatt anliegt. Der Rock hat abgerundete Eingrifftaschen.
Stoffempfehlung: Weich fallende Webwaren wie Viskose, Tencel, Leinen oder lockere Baumwolle
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene Anfänger

Wickelrock Jane von The Couture

Wickelrock mit Volant von The Couture
(C) The Couture

Einen romantisch verspielten Wickelrock in Midi-Länge hat The Couture mit Rock Jane im Angebot. Das Rock-Schnittmuster kommt mit üppigen Volants daher und schwingt besonders schön durch den Sommer. Zwei Abnäher im Rückteil bringen den Rock auf Form.
Stoffempfehlung: Weich fallende Stoffe ohne Elasthan-Anteil
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene Anfänger

Meine Lynn von Meine Herzenswelt

Meine Lynn von Meine Herzenswelt
(C) Meine Herzenswelt

Aus Maschenware wie leichtem Jersey, eng anliegend mit coolem Schlitz ist Meine Lynn von Meine Herzenswelt**. Ein Rock der je nach Stoff sportlich-legere oder schick interpretiert werden kann. Alternativ kann der Rock auch als Midi- oder kurzer Rock genäht werden.
Stoffempfehlung: Dehnbare Stoffe wie Baumwolljersey, Viskosejersey, French Terry, Sweat, Strick oder Ripp-Strick
Schwierigkeitsgrad: Anfängergeeignet

SQL Rock it all day von Stoffquelle

SQL Rock it all day - super flexibler Rockschnitt von Stoffquelle
(C) Stoffquelle

Mini – midi – maxi: Ein Rock-Schnittmuster für jede Gelegenheit und jeden Tag, das ist der Rock it all day Rock von Stoffquelle. Optional mit Schlitz und/oder Nahttaschen. Der Bund wird schlicht mit Gummiband auf Figur gebracht.
Stoffempfehlung: Unelastische, fließend fallende Webwaren mit max. 200g/m2
Schwierigkeitsgrad: Easy auch für Anfänger*innen

Rock Limone von Jusasuj

Rock-Limone von Jusasuj
(C) Jusasuj

Rock Limone** ist ein Wickelrock, der in drei Längen genäht werden kann: Knielang, Midi oder Maxi. Je nach Stoffwahl kann der Schnitt mit oder ohne Futter genäht werden. Limone ist weit schwingend und perfekt für heiße Sommertage. Aus festeren Stoffen erhält er einen guten Stand für ggf. festlichere Anlässe.
Stoffempfehlung: Viskose für sommerliche Versionen, festere Webware wie Popeline für festlichere Versionen.
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene Anfänger

Lillesol Women No. 40 Knopfrock von Lillesol & Pelle

Knopfrock von Lillisol & Pelle
(C) Lillesol & Pelle

Der Knopfrock von Lillesol & Pelle** ist der perfekte Schnitt für einen klassischen Jeansrock mit Knopfleiste. Knieumspielend, leicht ausgestellt und wahlweise mit oder ohne Taschen umsetzbar.
Stoffempfehlung: Jeans oder Chambray
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten aufgrund der Knopfleiste

Indigo Maxi Skirt von Stylearc

Indigo Skirt von Stylearc
(C) Stylearc

Stylearc hat in diesem Sommer den Rock Indigo Maxi Skirt gelauncht, der zu Stoffspielereien einlädt. Der wadenlange Rock ist schmal geschnitten, kommt mit einer Fake-Knopfleiste, aufgesetzten Taschen, einem elastischen Bund und seitlichen, abgerundeten Schlitzen daher.
Stoffempfehlung: Baumwolle, Leinen, Crepe oder Rayon
Schwierigkeitsgrad: fortgeschrittene Anfänger*innen und Fortgeschrittene

Hosenrock Theresa von Schnittmuster Berlin

Hosenrock von Schnittmuster Berlin
(C) Schnittmuster Berlin

Die zwei Damen von Schnittmuster Berlin kreieren ganz besondere Schnitte, immer mit großer Eleganz und Raffinesse. Die Schnittmuster richten sich eher an fortgeschrittene Näher*innen. So auch der weit ausgestellte Hosenrock Theresa**, der in zwei Längen genäht werden kann: Einmal wadenlang, einmal knapp Knie bedeckend.
Stoffempfehlung: fließende Stoffe wie Tencel oder Wolle (das wäre dann eher die Herbst-/Winter-Version)
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschrittene, geübte Näher*innen

Lust auf noch mehr Sommer-Inspirationen? Hier geht’s weiter:

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Sommertop Frau Koko und der Kampf mit der Passform

“Nein, das wird kein UFO”, so mein Mantra bei meinem aktuellen “Für-mich-Nähprojekt”. Eigentlich dachte ich, das wird ein Selbstläufer, aber weit gefehlt. Irgendwie wollten die Passform von Frau Koko und meine Proportionen nicht zusammenfinden.

Kurzer Einschub: UFO bedeutet im Näh-Jargon “unfertiges Nähobjekt”, also ein Projekt, dass aus den verschiedenen Gründen nie zu Ende genäht wird. Und das möchte ich auf jeden Fall vermeiden, so gut es geht.

Daher: Zufrieden bin ich in diesem Monat nicht, aber immerhin ist es kein Teil für die Tonne geworden und ich habe auch wieder dazugelernt.

Aber von vorne und erstmal ein Überblick.

Der Überblick:

Schnitt: Sommertop Frau Koko von Studio Schnittreif*
Stoff: Baumwoll-Viskose vom Stoffmarkt

Top am Haken: Frau Koko von vorne mit Brusttasche
Frau Koko von hinten. Die leichte Raffung an der Rückenpasse ist leider nur zu erahnen.

Ein blumiger Hauch von Stoff

Den Stoff habe ich im letzten Frühjahr auf dem Stoffmarkt erstanden. Zusammen mit einer weißen Version, die ich hier ebenfalls zu einem Top vernäht habe. Beide Stoffe wurden von mir mit dem Gedanken an ein luftiges sommerliches Top gekauft und beide sind nun endlich ihrer Bestimmung nachgekommen.

Verkauft wurde mir der Stoff als Viskose. Ich habe ihn mittlerweile jedoch auch als Baumwoll-Viskose in einem Onlineshop entdeckt und ich denke, diese Beschreibung kommt der Wahrheit näher. Der Stoff hat eine leicht kreppige, fast schon Musselin-artige Oberfläche und lässt sich wirklich schön verarbeiten. Auch das Tragegefühl ist wunderbar. Ein toller Stoff für heiße Tage im Büro oder zu Feierlichkeiten.

Sommertop Frau Koko von Studio Schnittreif

Der Schnitt Frau Koko ist relativ simpel und schlicht. Ein einfaches Top mit einer leichten Raffung im Rücken und einer optionalen Brusttasche. Ich hatte den Schnitt bereits vor einiger Zeit gekauft, da ich wusste, dass mir genau solche bürotauglichen Oberteile im Sommer häufig fehlen.

Das Nähen war demzufolge auch kein Hexenwerk. Die Brusttasche hab ich aus einem Reststück des weißen Stoffäquivalents genäht, als kleiner Hingucker. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob die Tasche bleiben darf. Was meint ihr?

Das “Problem” begann bei der ersten Anprobe. Das ganze Teil saß einfach zu weit und sah aus wie ein Sack bzw. ich sah aus wie eine kleine Tonne. Also hab ich angefangen an der Passform zu schrauben.

Versuch 1: In der vorderen Mitte hab ich einfach eine Naht durchgezogen und so 2cm verschmälert. Das war schon besser, aber immer noch zu weit.
Versuch 2: Ich hab an den Seiten unterhalb der Ärmel jeweils mit einem “Taillenschwung” einiges an Weite rausgenommen.

Das war nochmal besser und so hab ich den Schnitt jetzt einfach gelassen. Wie gesagt, zufrieden bin ich jedoch nicht. Das Ergebnis hab ich durch meine vermurksten Schrägband-Säume auch nicht verbessert, aber leider war meine Motivation irgendwie schon weg… folglich liegt das Top auch nicht schön an an Ausschnitt und Armen. Bei einem neuen Versuch würde ich mir eher eine Blende basteln, ich glaube, das würde das Ergebnis verbessern.

Irgendwie war mir nicht nach Fotoshooting…
…daher sind die Bilder sehr mau…. ich gelobe Besserung.
Immerhin kam eine passable Rückenansicht dabei heraus.

Fazit

Frau Koko ist ein schöner Schnitt mit einer super Anleitung und unkompliziert zu nähen. Da dies mein viertes Projekt nach einem Schnitt von Studio Schnittreif war, kann ich euch versichern: Auf die Schnittmuster ist absolut Verlass. Sie fallen jedoch eher etwas größer aus – zumindest wenn ich meine Maße zugrunde lege.

Leider ist Frau Koko aber kein Schnitt für mich bzw. meine Proportionen.

Mit dem nächsten Schnitt habe ich hoffentlich wieder mehr Glück und jetzt husch ich erstmal rüber zu den Mitnäherinnen beim MeMadeMittwoch und schau mir an, welch zauberhafte Sommerprojekte präsentiert werden.

Noch mehr Studio Schnittreif-Projekte:

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Ab in den Sommer: Top, Top – Wickelrock*

Oder: Wenn sich Nähpläne aufgrund äußerer Umstände ändern. Denn dieser Rock stand eigentlich gar nicht auf meiner “To-Sew-Liste”, doch die Bekanntgabe über die Schließung des JuniDesign-Labels/Shops, hat mich zu einer Art abrupt-spontan-hilfeichmussnochschnellwashaben Kauf verführt. So wanderten der Wickelrock, der bunte Stoff und noch ein Blusenkleid-Schnittmuster in meinen Warenkorb. Praktisch: Das frisch genähte Pepelinchen-Top in einem sehr dunklem Blau passt perfekt zum neuen Stoff.

Wickelrock No. 23 von Juni Design
Wickelrock No. 23 und Pepelinchen-Top…
Sommertop von Pepelinchen
… schon jetzt echte Sommer-Lieblinge.

Aber von vorne.

Meine Sommernähpläne ändern sich aktuell beinahe täglich, da ich mal einen Schnitt sehe, den ich gerne umsetzen würde, aber dann keinen Stoff finde, der zu mir / meinen Vorstellungen passt. Oder ich überlege krampfhaft, was in meiner Sommergarderobe noch fehlt, um dann doch plötzlichen Spontankäufen wie oben genannt zu erliegen.

Offtopic

Parallel bin ich an einigen Teilen für die Kinder dran und ärgere mich sehr über ein Kinder-Schnittmuster-Buch. Die Schnittmusterbögen sind fehlerhaft, u.a. bei einem Bademantel-Schnitt, den ich als Ostergeschenk nähen wollte. Der Frottee-Stoff war schnell bestellt und ich wollte ans Werk. Dem Buch lagen keine Schnittbögen bei, man sollte die Bögen herunterladen. Doch ich musste feststellen, dass es A0-Bögen waren und nochmal für den Druck zahlen, hab ich irgendwie nicht eingesehen.

Verlag kontaktiert und um A4 bzw. eine Alternative gebeten. Man wollte mir die Schnittmusterbögen direkt zuschicken. Das dauerte zwar 14 Tage, aber ich begann dennoch motiviert den Schnitt abzupausen. Zumindest bis ich feststellte, dass vom Bademantel sowohl der Ärmel als auch das Vorderteil fehlten. “Puff” machten da meine Osterhasen-Pläne. Auf meine erneute Nachfrage beim Verlag folgte – nichts. Auch die Autorin, die ich via Instagram kontaktierte antwortete nicht. Letzte Chance war ein “Kreativ-Kontakt”, der im Buch angegeben war. Diese Dame reagierte tatsächlich schnell und wollte sich kümmern. Tja, das ist jetzt auch wieder zwei Wochen her… Ist euch sowas auch schon mal passiert?

“Offtopic” beendet – zurück zum einzig wahren MeMadeMittwoch.

Die Projekte im Überblick

Top:
Schnittmuster: Pepelinchen-Top
Stoff: Trikot de luxe Jersey in Dunkelblau von Pepelinchen

Wickelrock:
Schnittmuster: Rock No. 23 von JuniDesign
Stoff: Floral Haze Viscose von Fabric Godmother, gekauft bei JuniDesign

Basic: Pepelinchen-Top

Der Schnitt von Petra von Pepelinchen landete im letzten Herbst auf meiner Festplatte mit dem Gedanken “den kannst du bestimmt mal gebrauchen”. So war es dann auch, denn mein Schrank bietet zwar Tops in vielen Farben, aber ein dunkles Blau suchte man vergebens.

Also: Stoff bei Pepelinchen geordert und Projekt umgesetzt.

Viel zu sagen, gibt es dazu nicht. Ein schnell genähtes Basicteil, das gut sitzt und garantiert viel getragen werden wird. Der Trikot de luxe Jersey hat mich ebenfalls komplett überzeugt. Eine sehr schöne Qualität und sehr angenehm zu tragen. Für weitere Basics werde ich gerne wieder darauf zurückgreifen.

Das Beste an einem luftigen Rock: Er Schwingt
Oh, er schwingt so schön und das Top sitzt und glänzt im Sonnenschein.
Und der Wickelrock schwingt weiter
Und er schwingt und schwingt und man fühlt sich herrlich leicht und lebendig.

Wickelrock No. 23 von JuniDesign

Ein langer Rock stand auf meiner Sommer-Nähliste – allerdings kein Wickelrock. Und doch konnte ich nicht anders, als den Schnitt von Junidesign in den Warenkorb zu legen, als Nina von JuniDesign verkündete, dass sie ihren Laden und ihr Label schließen wird. Wirklich sehr schade, ich fand ihre Entwürfe und Kreationen immer sehr inspirierend.

Passend zum Rock wanderte direkt ein bunter blumiger hauchdünner Viskosestoff in meinen Warenkorb. Name: Floral Haze Viscose von Fabric Godmother, ein spanischer Deadstock mit leicht gekreppter Struktur.

Sehr dünn und eine echte Herausforderung im Zuschnitt. So ganz exakt wurden die Schnittteile deshalb auch nicht, aber die Ungenauigkeiten ließen sich zum Glück gut ausgleichen. Während des Zuschnitts dachte ich noch “oh je, das kann ja heiter werden, wenn sich beim Nähen alles immer sofort verzieht”, aber das Nähen selbst ging mit Obertransport, Microtex-Nadel und gemütlichem Slow-Sewing besser als erwartet. Allerdings ist der Stoff leicht durchscheinend, aber ich glaube, das ist gerade im Sommer und durch die Wickelei nicht allzu schlimm.

Da ich – wie meistens – weniger Stoff als angegeben geordert hatte, musste ich ein Teil des Bindebandes etwas stückeln, aber das fällt am Ende nicht wirklich auf.

Rückenansicht: Pepelinchen-Top und Wickelrock No. 23 von JuniDesign
Leider sieht man den hinteren Bund hier nur sehr schlecht.

Die Näh-Anleitung ist kurz und knapp gehalten und ein wenig Näherfahrung ist daher unabdingbar, um die einzelnen Schritte nachvollziehen zu können. Ansonsten ist der Schnitt nicht allzu kompliziert und war relativ schnell genäht.

Im hinteren Bund ist ein Gummiband eingearbeitet, das den Rock ein bisschen auf Form bringt. Ein “echter” Wickelrock ist die Nummer 23 übrigens nicht, denn er ist vorne ein Stück zusammengenäht. Da ich viel mit dem Rad unterwegs bin, finde ich das sehr vorteilhaft. Durch die Bindebänder erhält er allerdings eine sehr schöne “Binde-Optik”.

Fazit zu Wickelrock und Top

Was soll ich sagen? Ich bin rundum glücklich und zufrieden. Der Rock ist super bequem und wird mir im Sommer gute Dienste leisten, da bin ich mir jetzt schon sehr sicher.

Mit der Länge war ich zu Beginn des Projekts etwas skeptisch. Ich war unsicher, ob mir diese dreiviertel/wadenlange Länge stehen würde. Aber ich muss zugeben, dass mir die Länge sehr gefällt.

Das Top würde ich bei einem erneuten Projekt einige Zentimeter verlängern, damit es auch gut im Bund von Hose oder Rock getragen werden kann und am Platz bleibt.

Mein Sommer-Outfit Nr. 1: Wickelrock und Sommertop

Nun freu ich mich wie immer auf den Laufsteg der Laufstege: Handmade, selfmade, memade 🙂

Hier geht’s zum MeMadeMittwoch im Mai.

Extra-Tipp: Weitere Rockschnitte

Da das Schnittmuster zum Wickelrock von Juni Design leider nicht mehr verfügbar ist, habe ich eine kleine Liste mit 8 schönen Sommerrock-Schnitten erstellt. Diese findest Du hier:

Weitere Projekte für die warmen Tage:

*Kennzeichnung als Werbung, da im Beitrag auf kostenpflichtige Angebote verlinkt wird. Ich erhalte jedoch keine Gegenleistung für die Nennung und Verlinkung. Es handelt sich nur um Angaben, um Leser:Innen die Suche zu erleichtern.

Frühling lässt sein buntes Band – Frühblüher in Sicht

[Werbung*] Dieser Winter war irgendwie lang… ok, um ehrlich zu sein, dass denke ich im späten Januar und im Februar eigentlich immer… erst freu ich mich über die Kälte, das Einkuscheln, den Schnee und das Gemütliche an der kalten Jahreszeit. Dann aber fange ich an unruhig zu werden und ich sehne mich nach den warmen Frühlingstagen. Umso glücklicher hüpft mein Herz vor Freude, wenn es die ersten Schneeglöcken, Krokusse und blühende Lenzrosen erblickt. Jede Frühblüher-Blüte wird gefeiert! Und damit das möglichst lange so bleibt, gibt es unten noch ein paar Pflege-Tipps + Extra-Tipp.

Paket voller Frühblüher-Zwiebeln
Volles Garten-Fan-Paket von Dutchgrown

Dieses Frühjahr fiebere ich den Zwiebelblumen ganz besonders entgegen, habe ich doch im Herbst annähernd 200 Zwiebeln im Garten vergraben. Was war ich gespannt, wie viele davon im Frühling ihre Blüten aus dem Boden strecken würden.

Was soll ich sagen? Das hat erstaunlich gut geklappt.

Als erstes haben sich die Hyazinthen in traumhaftem Farbenspiel aus der Erde getraut, dicht gefolgt von den Narzissen und Osterglocken. Ein bisschen langsamer unterwegs sind bekanntermaßen die Tulpen. Diese laufen erst jetzt zur Hochform auf, weshalb es noch nicht allzu viele Tulpen-Bilder gibt (reiche ich nach).

Ich bin begeistert und erfreue mich gerade an jeder einzelnen Blüte, Tag für Tag. Du auch?

Hyazinthen betören mit ihrem Duft und ungeahntem Farbenspiel
Ein wahrer Farbenrausch: Die Hyazinthen verzaubern den Garten und die Blüten halten sich sehr gut und lange. Wer den Duft mag, wird außerdem begeistert sein, denn wenn Hyazinthen eine Sache richtig gut können, dann ist das duften!
Prachtvoll: Narzissen oder Osterglocken als Frühlingsboten
Narzissen und Osterglocken rechen ihre schönen Köpfchen gerne der Sonne entgegen. Die wuscheligen finde ich besonders apart, allerdings hatten sie auch mit der Schwerkraft ziemlich zu kämpfen.
Frühblüher im Sonnenschein: "wilde" Vergiss-mein-Nicht, Primeln in bunten Farben, kleine Narzissen
Neben all den großen Pracht-Frühblühern sind aber auch viele bunte kleine Highlights im Garten zu finden: Vergiss-mein-nicht (oben links) kamen dieses Jahr zu meiner Freude wild, Primeln (oben und unten rechts) bringen jedes Frühjahr Farbe in Hülle und Fülle in den Garten und sind für mich der Inbegriff einer Frühlingswiese und kleine Narzissen ducken sich an der Segge und strahlen mit der Sonne um die Wette.
Es blüht wieder: Rosmarin, Gundelrebe und Staudenwicke (noch ohne Blüten, aber als Überraschung)
Der Rosmarin ist mittlerweile voller Blüten (links). Die Staudenwicke, die ich im letzten Jahr gesät hatte, die aber irgendwie nicht groß werden wollte, hat mich jetzt mit ihrem Erscheinen überrascht – jippie und der Gundermann oder Gundelrebe kämpft sich durch jede noch so schmale Spalte, um mit seinen lila Blüten dem Frühling HALLO zu sagen.

Coffee icon

Dir gefällt MEIN LEBENSSPIEL? Dann freue ich mich über Deine Unterstützung in Form eines kleinen oder größeren Kaffees! DANKE!


3 Tipps für die Pflege Deiner wunderschönen Frühblüher

1. Füttern

Sobald sich die Blüten zeigen, darfst Du Deinen Frühlings-Stars ein bisschen Futter geben. Am besten ein organischer Biodünger. Diesen arbeitest Du locker in die obere Bodenschicht ein. Anschließend angießen.

2. Finger weg

Solange uns die Tulpen, Narzissen und Hyazinthen mit ihrer Farbenpracht und Blühfreude den Frühling in den Garten zaubern, solange ist alles wunderbar. Wenn nun die Blüten aber zu welken beginnen, zuckt es viele in den Fingern und sie greifen zur Schere. BLOSS NICHT!

Zwiebelblumen ziehen aus dem Grün ihre Kraft für die kommende Saison. Je mehr Zeit sie haben, zu verwelken, umso widerstandsfähiger sind sie im Winter und umso wahrscheinlicher kannst Du dich auch im kommenden Jahr an ihren Blüten erfreuen. Daher: Das Laub bleibt dran, bis es komplett vertrocknet ist, erst dann darfst Du zur Schere greifen. Verwelkte Blütenköpfe kannst Du hingegen auch schon früher abschneiden.

Wenn dich das welke Laub stört, macht es Sinn, die Frühblüher in die zweite Reihe im Beet zu setzen. Die erste Reihe gehört niedrigen Stauden und Bodendeckern, die mit ihrem frischen Grün die welken Pflanzen überwachsen.

3. Abspeichern

Sobald das Laub der Frühlingsblumen eingezogen ist, wird es schwierig nachzuvollziehen, wo genau die Schönheiten eigentlich geblüht haben. Deshalb mein Tipp: Notiere Dir genau oder markiere Dir alle Standorte, damit Du nicht aus Versehen die Zwiebeln verletzt, wenn Du andere Pflanzen setzen möchtest.

Extra-Tipp für Frühblüher-Wiederholungstäter:

Stelle Dir jetzt schon einen Termin ein, damit Du nicht vergisst, im Herbst Blumenzwiebeln in rauen Mengen in die Erde zu bringen. Bester Zeitpunkt: Ende September bis Mitte November.

Etwas später entzücken Tulpen in Kombination mit Teppich-Phlox

Und jetzt: Ab in den Garten. Atme Freude, frische Luft und Farben für die Seele ein. Tut gut.

*Kennzeichnung als Werbung. Die gezeigten Blumenzwiebeln wurden mir von Dutchgrown kostenlos zur Verfügung gestellt.

Wilde Wickelei: Das Kielo Wrap Dress*

Die Näherei kam im März ein bisschen kurz – das Wetter war einfach zuuu schön und der Garten zu verführerisch. Da wurde wild gewerkelt, gezupft, gesät, geschnitten und herausgeputzt. Beitrag folgt. Aber ein lange geplantes Projekt habe ich dennoch umgesetzt:

Das Kielo Wrap Dress. Mein Kielo Wrap Dress.

Für die Damen vom MeMadeMittwoch ein alter Hase oder schöner, eine alte Bekannte, denn der Schnitt hat bereits ein paar Jahre auf dem Buckel und wurde schon von vielen Hobby-Näherinnen hoch und runter genäht.

Aufgrund des Wetters hat das Kleid erst vergangene Woche einen ordentlichen Saum und Armbündchen bekommen… weshalb es statt Bildern in strahlender Frühlingssonne jetzt fast Bilder aus dem Schnee gegeben hätte. Zum Glück kam am Montag dann doch nochmal die Sonne raus. Brrrr war es trotzdem…

Kaltes Wickelkleid Shooting mit Jeansjacke
Shooting-Auftakt mit Jeansjacke…
Kielo Wrap Dress mit Jeansjacke
…gar keine schlechte Kombi.

Hier wie immer erstmal der Projekt-Überblick:

Schnitt: Kielo Wrap Dress von Named Patterns
Stoff: Viskose-Jersey, gekauft bei The Couture (nicht mehr verfügbar) und eingefärbt

Der Schnitt für Kleid und/oder Jumpsuit

Schnittmuster Kielo Wrap Dress und Jumpsuit von Named Patterns

Zum Schnitt muss ich vermutlich nicht viel sagen. Das Kielo Wrap Dress ist ein knöchellanges Wickelkleid, mit einer raffinierten Wickel-Methode. Die “Wickel-Bänder” kommen nicht durch gekreuzte Bänder im Ausschnitt zustande, sondern die Bänder sind an den Seiten, ca. Taillenhöhe, des Kleides angebracht. Dadurch wird das Kleid um die Taille gewickelt und man hat einen einfachen Rundhalsausschnitt.

Alternativ kann der Schnitt auch als Jumpsuit genäht werden. Der Ausschnitt sowie die Armausschnitte werden dann mit Belegen genäht.

Das Kleid/Jumpsuit ist wahlweise langarmig oder ärmellos.

Ich habe mich für die ärmellose Kleidversion mit Bündchen entschieden und das ganze auf Kniehöhe gekürzt, da ein enges langes Kleid wenig in meinen Alltag passt.

Zum Nähprozess gibt es nicht viel zu sagen… der Schnitt ist recht simpel und lässt sich daher auch mit der englischen Anleitung bestens bewältigen. Mit meinen Nähten bin ich nicht sehr zufrieden, da waren der rutschige Stoff und ich scheinbar nicht einer Meinung hinsichtlich Nadel und Fadenspannung. Aber das sieht man ja von außen nicht 😉

Der Stoff für das Kielo Wrap Dress

Der Stoff ist ein Viskose-Jersey, den ich bei The Couture gekauft habe. Leider ist er schon länger ausverkauft bzw. nicht mehr verfügbar. Der Stoff ist relativ schwer, ich bin daher gespannt, ob er sich beim Tragen auf Dauer sehr aushängen wird.

Ich hatte den Stoff letztes Frühjahr ziemlich planlos gekauft und daher waren auch nur 1,5 Meter da. Etwas wenig für das Kielo… ich musste daher ziemlich puzzeln bis alle Schnitt-Teile platziert waren. Die Bänder musste ich stückeln und etwas kürzen, was am Ende jedoch nicht mehr auffällt.

Experiment: Stoff färben

Nach meinem Ausflug in den Näh Deinen Stil Club im letzten Sommer habe ich ein paar Färbe-Versuche unternommen. Die ersten zwei Male habe ich Kleidungsstücke aus meinem Bestand umgefärbt und war mit dem Ergebnis richtig zufrieden. Verwendet hatte ich Simplicol Intensiv, einmal einen Petrol- und einmal einen Beeren-Ton. Alle Kleidungsstücke und die Waschmaschine hatten die Färberei super überstanden und die neuen Farben gefallen mir bis heute deutlich besser. Einige der gefärbten Teile wurden stetige Begleiter in diesem Winter.

Meinen ersten Versuch (unvernähten) Stoff zu färben, habe ich mit Simplicol Expert gewagt. Unter anderem habe ich den hier verwendeten Viskosejersey gefärbt. Der Stoff war vorher Naturweiß und die Punkte in einem Rostrot. Sorry, ich hab kein Foto vom Original gemacht.

Gefärbt habe ich mit einem Brombeer-Ton. Das Ergebnis ist nicht zu 100% zufriedenstellend. Zwar steht mir die Farbe in Kombination mit dem Muster so deutlich besser, aber… Die “Expert”-Version ist in Pulverform und Farbfixierer wird separat hinzugegeben. Leider hat das Pulver teilweise unschöne Schlieren und Streifen auf dem Stoff hinterlassen, zum Glück nur auf der linken Seite.

Noch schlimmer aber: Das Pulver scheint sich tief in die Maschine “reingefressen” zu haben und auch heute noch (gefühlt nach 20-30 weiteren Wäschen) kommt es vor, dass einzelne Wäscheteile leichte Farbspuren nach dem Waschen aufweisen. Sehr sehr ärgerlich.

Fazit zum Stoffe färben: Mit dem flüssigen Intensiv gerne wieder, Pulver kommt mir nicht mehr in die Maschine.

Kielo Wrap Dress und ich: Eine Frühlings- und Sommerliebe?

Wickelkleid Shooting bei winterlichen Temperaturen
Ohne Jacke ist es doch noch ganz schön frisch…
Vom Winde verweht im Kielo Wrap Dress, Wickelkleid
…und dann kam auch noch der Wind…
Kielo Wrap Dress mit Wickelung im Rücken.
…hinten gewickelt gefällt mir fast besser als vorne.

Das Kielo und ich werden, so sagt mir mein Bauch, ein gutes Team werden in den kommenden warmen Monaten. Das Kleid sitzt und passt und wird bestimmt ein toller Begleiter im Alltag, sowohl privat als auch im Büro. Mir gefällt auch, dass man das Kleid wahlweise vorne oder hinten, doppelt oder einfach wickeln kann. So kann ich je nach Tageslaune wickeln wie ich möchte.

Ich freu mich drauf und überlege schon, ob ich noch eine Webware-Version brauche…

Deshalb gebe ich jetzt ab zu den Kreativ-Damen auf dem MeMadeMittwoch-Laufsteg, wo heute Elke die Teilnehmerinnen heute in einer super schicken Long-Weste empfängt. Wie immer bedanke ich mich für die Inspiration und die Möglichkeit, in andere Nähzimmer zu schauen.

Noch mehr Selbstgenähtes

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Selbstachtsamkeit in stürmischen Zeiten

Je wilder die Tage, je düsterer die Nachrichten, umso wichtiger ist es, dass wir uns selbst gegenüber achtsam sind und unserer inneren Stimme Gehör schenken. Wir sollten uns selbst ein stückweit auf uns selbst zurückbesinnen, uns und unsere Gedanken entschleunigen, um wieder mehr Platz für “erholsame” Momente zu schaffen. Selbstachtsamkeit sollte wieder stärker in den Mittelpunkt treten.

Durch die Ereignisse auf der Welt, die mich und uns alle seit Tagen/Wochen beschäftigen, die uns alle gefangen halten und sehr viel Raum in unser aller Gedankenwelt einnehmen, hat sich das Leben, der Blick auf das Alltägliche mal wieder grundlegend geändert.

Der Geist kommt kaum mehr zur Ruhe. Ich schwanke selbst zwischen absoluter Tragik angesichts dessen, was da passiert und purer Hilflosigkeit. Ein Nachrichten-Podcast, eine Sendung nach der anderen zieht man sich rein, um auf dem Laufenden zu bleiben. Man ist fassungslos angesichts der Grausamkeit, man ist erschüttert über das Leid, das unschuldigen Menschen widerfährt.

Und ich muss zugeben: Mir wird das zu viel.

Gefühlt gibt es in meinem Alltag, in meinem Leben keine positiven Themen mehr. Ich bin gelähmt durch das ständige Negativum in meinem Leben, das wie Blei über allem schwebt und die Leichtigkeit und den Frohsinn genommen hat.

Entschleunigung oder Selbstachtsamkeit als Lösung(?)

Ich weiß nicht, ob Entschleunigung die richtige Reaktion auf diese Krise ist, oder ob es mir eher darum geht, gerade jetzt, wo die Welt im Dunkel versinkt, sich auf Achtsamkeit sich selbst gegenüber zu besinnen? Achtsamkeit im Sinne von Selbstwert, Selbstachtsamkeit – Mindfulness.

Deshalb möchte ich in diesem Beitrag auf diese beiden Themen eingehen und meine Gedanken dazu loslassen. Schreiben als Therapie sozusagen. Ungefiltert und unsortiert.

Ich glaube, dass das aktuelle Weltgeschehen uns alle so sehr mitnimmt, weil es Ängste in uns auslöst, Ängste, von denen wir alle dachten, dass wir sie (in Mitteleuropa) hinter uns gelassen hätten. Es passieren Dinge, von denen zumindest ich geglaubt habe, das meine und künftige Generationen sie nie erleben müssen, um jetzt festzustellen: Oh Mist, das war ganz schön naiv gedacht.

Da stellt sich mir die Frage: Wie komme ich aus dieser Spirale “Nachrichten in Dauerschleife und ständiges Handy-checken, immer auf dem Laufenden sein müssen” wieder raus, um Abstand zu gewinnen. So betroffen einen all die Dinge machen, wir müssen ja weiterleben, den Alltag weiter bestreiten. Vielleicht sollten wir angesichts der Tatsache, das uns alles Schöne auch so schnell wieder genommen werden kann, noch intensiver leben und die Stunden, die wir haben, ungleich mehr genießen.

Entschleunigung, Mindfulness oder Intensivierung?

Micky Beisenherz hat in seinem Podcast gesagt, er versteht eigentlich gar nicht, warum aktuell nicht alle auf den Tischen tanzen und die Clubs rocken. Und ja, ich glaube, damit hat er Recht. Warum vergraben wir uns angesichts der Bedrohung, anstatt die Hände in den Himmel zu recken und zu schreien: WIR SIND NOCH DA UND WIR GENIESSEN JEDE MINUTE, DIE WIR HABEN!!!

Aber ich habe das, was ich mir mit Beginn der Corona-Pandemie angewöhnt habe, meine Ich-Zeiten, meine kleinen Auszeiten, meine kleinen Rituale, die habe ich ein Stück schleifen lassen. Das Leben hatte mich zu sehr im Griff. Der Alltag, der den üblichen Stress mit sich bringt, hat wenig Raum für Auszeiten gelassen. Dadurch sind viele Ruhe-Momente. Doch das soll sich wieder ändern.

Entschleunigung und Achtsamkeit
Auszeiten nehmen, zur Ruhe kommen, abschalten, um mehr Raum für positive Energie zu schaffen.

Ich merke jetzt mit Beginn der Gartensaison, dass es mir guttut, mit den Händen zu werkeln, an der frischen Luft zu sein und mich und meine Gedanken abzulenken. Das es mir guttut, zu Nähen und Zeiten für mich zu haben. Aber auch, dass es mir guttut meinen Kindern Aufmerksamkeit zu schenken und die Zeit mit ihnen zu genießen.

Und doch stelle ich dann immer wieder fest: Ich hab zeitweise nicht die nötige Geduld dafür, weil meine Gedanken wieder ins negative Nachrichtengeschehen abschweifen. Das soll und darf nicht sein. Daher nehme ich mir hier nun den Moment, um mir bewusst zu machen: Stop, es muss wieder achtsamer werden. Du musst dir gegenüber wieder achtsamer sein.

Ausweg gefunden? 5 Ideen zu mehr Selbstachtsamkeit

Doch wie finden wir wieder zu mehr Selbstachtsamkeit zurück?

  1. Ich-Zeiten:
    Gönne dir Zeiten nur für dich. Kleine Auszeiten, in denen Du bewusst zur Ruhe kommen kannst, die Du bewusst genießen kannst. Ein paar Ideen, wie Du mit kleinen Ritualen zu mehr Ruhe findest, gibt es hier.
  2. Ausschalten & Digital Detox
    Steck das Handy weg – stelle alle Push-Nachrichten aus und verordne Dir für dich und Deine Seele feste News-Zeiten oder gönne Dir ein paar volle Tage ohne digitale Berieselung.
  3. Frische Luft – Sonne genießen
    Geh raus an die frische Luft, tanke Energie in der Natur – ob im Park, im Garten oder in Feld, Wald und Wiese. Nutze jede Gelegenheit für viel frische Luft
  4. Positive Energie aufnehmen
    Höre Podcasts zu Themen, die positive Gedanken fördern. Suche Dir Genussvolles, Leidenschaftliches, Schönes, Amüsantes oder … für die Ohren.
  5. Yoga und Meditation
    Nutze bewährte Methoden, um Abzuschalten und den Alltag und dessen schlechte Nachrichten bewusst auszublenden.

Für mich bin ich wieder bei den kleinen Ritualen angekommen, kleine Stellhebel, die hoffentlich weniger Dunkel ins Leben lassen und dafür Raum schaffen für mehr Helligkeit und Farbe. Garantiert hilft dabei auch der Frühling, der das Leben wieder aufblühen lässt und bunte Frische mit blauem Himmel zurückbringt.

Hast Du Dir den blauen Himmel mit einer strahlend gelben Sonne schon mal genauer angeschaut? Das kann doch nur ein positives Zeichen sein.

Allein durch den Gedanken an Achtsamkeit, allein dadurch, das ich hier darüber schreibe, habe ich das Gefühl, als kehrte wieder etwas mehr Hoffnung ein.
Denn eines sollten wir alle nie vergessen und verlieren: Die Hoffnung darauf, dass der ganze Spuk bald ein (positives) Ende nimmt.


Coffee icon

Dir gefällt MEIN LEBENSSPIEL? Dann freue ich mich über Deine Unterstützung in Form eines kleinen oder größeren Kaffees! DANKE!


Und bis dahin bleib achtsam Dir selbst und Deinen Liebsten gegenüber. Überdenke und hinterfrage Dein digitales Leben und Deine Nachrichten-Frequenz. Manchmal ist weniger deutlich mehr und räumt der Helligkeit Platz ein in eurem Leben. Da wären wir wieder bei der Entschleunigung.

Für mich gehen Achtsamkeit und Entschleunigung immer Hand in Hand. Denn was uns entschleunigt, bringt uns wieder neuen Raum für mehr Selbstachtsamkeit. Und wenn Du mehr auf dich selbst hörst und dir gegenüber achtsam bist, entschleunigt Dein Leben automatisch. Erlaube Dir daher Auszeiten, erlaube Dir ab- (und aus-)zuschalten und erlaube Dir vor allem jeden Moment zu genießen.

Mehr lesen zu Entschleunigung und Achtsamkeit:

Down under mit einer Bluse Sydney*

Seit einigen Tagen hat sich der Himmel, der eigentlich strahlend blau den Frühling erahnen lässt, verfinstert. Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine lassen niemanden kalt. Nach einigem inneren Hin und Her habe ich mich entschieden, heute dennoch beim MeMadeMittwoch dabei zu sein und mich durch die Kreativität aller Beteiligten ein wenig ablenken zu lassen und anderen auch Ablenkung / Zerstreuung / Normalität zu bieten.


Tag für Tag wächst gerade die Sehnsucht nach dem Frühling. Und so ist mir auch das erste frühlingsfrische Nähwerk unter der Nadel hervorgehüpft: Eine Bluse Sydney aus Viskose Crepe nach dem Schnitt von Elle Puls / Näh deinen Stil.

Ein Nähwerk, bei dem ich wieder einige erste Näh-Male hatte und einiges gelernt habe, z.B. das man sich von Viskose nicht aus der Ruhe bringen lassen sollte.

Schnitt: Bluse Sydney von Elle Puls / Näh deinen Stil
Stoff: Viskose Crepe von Mind the Maker, gekauft bei Juni Design

Bluse Sydney: Stoff- und Schnittauswahl

Den Schnitt habe ich schon lange im Auge und damit auch schon länger auf meiner To-Sew-Liste. Ich bin nicht die klassische Blusenträgerin, da ich mich darin immer etwas unwohl fühle und nur am zuppeln bin. Damit meine ich die klassische Hemdbluse mit Knopfleiste und Stand. Locker fließende Blüschen hingegen gefallen mir sehr und begleiten mich immer in der Übergangszeit. Genau so eine Bluse ist Sydney von Elle Puls.

Wie es der Zufall so wollte, war der Schnitt in meiner Dreimonats-Mitgliedschaft im Näh deinen Stil Club inbegriffen und er rutschte auf meiner “Muss ich unbedingt ausprobieren” Liste weit nach oben.

Traumhafter Viskose-Stoff
Traumhafter Viskose-Stoff in dunkelgrün.

Allerdings habe ich etwas Zeit gebraucht, um den passenden Stoff zu finden und als der Stoff dann da war, kamen zuerst die Winter-Näh-Projekte an die Reihe. Beim Stoff habe ich mich für einen leichten Viskose Crepe von Mind the Maker entschieden, der mich komplett begeistert. Er trägt sich sehr angenehm, hat einen schönen Fall und auch die Farbe passt sehr gut in meinen Kleiderschrank. Die Viskose ist aus den sehr nachhaltigen LENZINGTM ECOVEROTM Fasern. Meine Recherche ergab, dass die Herstellung dieser Viskose 50% weniger Wasser und CO2 benötigt im Vergleich zu “normaler” Viskose. Das freut mein Gewissen.

Ich hatte das erste Mal bei Juni Design bestellt und ich bin schwer beeindruckt vom Service. Die Lieferung war super schnell bei mir, alle Stoffe waren liebevoll verpackt und ein paar nette und lustige Karten lagen der Bestellung auch noch bei.

Ansprechende Verpackungen, kleine schöne Details fallen mir insgesamt immer wieder sehr positiv auf, wenn ich bei kleineren Stoff-Shops bestelle. Richtig klasse und es macht jede Lieferung zu einem kleinen Geburtstag und etwas Besonderem. Da gebe ich auch sehr gerne ein paar Euro mehr aus und spare mir lieber den Kauf eines billigen, überflüssigen Stoffes.

Eine lockere Bluse nähen – der Prozess

Die Anleitung für die Bluse Sydney ist sehr gut, ausführlich und natürlich auch bebildert. Zusätzlich zur Anleitung gibt es außerdem noch ein Paper zum Verlängern von Schnittmustern sowie ein hilfreiches PDF zu Bügeleinlagen für Blusen. Ein großes Rundum-Paket, bei dem keine Wünsche offen bleiben.

Die Bluse besticht durch den raffinierten Ausschnitt, die Rückenpasse mit Kellerfalte und Schlupfmanschetten. Optional kann auch eine Brusttasche genäht werden. Auf diese habe ich jedoch verzichtet.

Nähen ließ sich die Bluse nach Anleitung wunderbar. Lediglich das Verstürzen der Rückenpasse habe ich ohne Aufroll- und Wendeaktion genäht. Ich habe die innenliegende Rückenpasse einfach so über die Nahtzugabe der äußeren Passe gesteckt, dass ich sie problemlos und mit schönem Innenleben zusammennähen konnte.

Neu für mich war das Kräuseln mit zwei Naht-Reihen, was mich auch angesichts der vielen Fäden plus ausfransender Stoffkante etwas zur Verzweiflung gebracht hat. Das Endergebnis und der schöne Übergang zu den Manschetten hat mich von dieser Vorgehensweise jedoch überzeugt und entlohnt.

Entgegen der Anleitung musste ich beim Einsetzen der Ärmel weder einhalten noch kräuseln. Der Ärmel passte perfekt in die Armkugel und fällt auch genau so wie er fallen soll. Lediglich die Schultern müsste ich bei einer weiteren Version verlegen, da mir die Bluse immer etwas nach hinten rutscht. Aber das ist dann ein neues Projekt.

Mein Fazit zur Bluse Sydney

An und für sich ist das Nähen dieser Bluse kein Hexenwerk. Da für mich doch einige “erste Male” dabei waren und auch der Stoff durchaus seine Tücken hatte, habe ich mir dennoch Zeit gelassen, um keine Fehler zu machen.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und ich freue mich, meine neue Bluse bald schon in herrlichem Sonnenschein ausführen zu dürfen. Und da hier noch ein größeres Stück herrlich leichter Chambray lagert, überlege ich schon, ob ich mir noch eine zum Kleid verlängerte Version nähen soll. Ihr dürft gespannt sein.

Jetzt heíßt es aber wie an jedem ersten Mittwoch im Monat: Bühne und Laufsteg frei für die neuesten Kreationen der MeMadeMittwoch-Bloggerinnen. Ich freu mich auf letzte Winter-Werke und erste Frühlings-Ausblicke.

Hier geht’s mit weiter:

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Slow-Sewing mit Blusenkleid Cocoon*

Gut Ding will Weile haben und manchmal lohnt ein Innehalten, Weglegen, Nachdenken, neu Justieren und mit frischem Geist wieder ans Werk gehen. So erging es mir mit meinem neuen Blusenkleid Cocoon von Schnittduett – ein echtes Slow-Sewing Projekt. .

Womit wir schon bei meinem Näh-Motto 2022 wären: Slow-Sewing mit Mehrwert. Das sind Näh-Projekte, die mich und meine Näh-Skills voranbringen und gleichzeitig nicht stressen und unter Zeitdruck setzen. Projekte, die zu mir und meiner Garderobe, meinem Stil passen.

Der grobe Plan sieht ungefähr ein Kleidungsstück pro Monat vor. Dabei ist es mir wichtig, dass mich die Projekte nicht stressen und unter Druck setzen, denn den habe ich im Alltag häufig genug. Am Ende soll es egal sein, ob es 12, 10 oder 14 Teile werden.

Slow Sewing No. 1: Blusenkleid Cocoon – wenn’s mal wieder länger dauert

Zwischen den Jahren habe ich mich voller Tatendrang an das Hemdblusenkleid Cocoon von Schnittduett gewagt. Den Schnitt wollte ich schon seit einiger Zeit unbedingt nähen. Die Suche nach dem richtigen Stoff hat jedoch etwas länger gedauert. Letzten Endes habe ich zwei Stoffe gekauft: Einen petrolfarbenen Baumwoll-Flanell und einen Chambray in jeansblau, denn ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich eine dickere oder eine dünnere Version nähen sollte. Letztendlich habe ich mich für den Flanell entschieden, damit ich die Bluse bzw. das Blusenkleid auch in den kalten Monaten tragen kann.

Das Projekt im Kurzüberblick:

Schnittmuster: Bluse / Blusenkleid Cocoon von Schnittduett in der Kleidversion mit kurzem Arm*
Stoff: Baumwoll-Flanell von Frau Tulpe’
Knöpfe: Alles für Selbermacher (leider ausverkauft, denn die letzten 9 zieren mein Blusenkleid)*

Die Umsetzung

Bluse und Blusenkleid Cocoon vom Label Schnittduett

Das Schnittmuster kommt mit einer sehr ausführlichen Anleitung, die keine Wünsche offen lässt. Außerdem gab es im Herbst 2020 einen Sew-Along, organisiert von Anja und Selmin vom Schnittduett. So finden sich viele Beiträge sowie ergänzende Videos rund um den Schnitt auf dem Blog des Schnittduetts. Mit dieser Unterstützung war es kein Problem das Blusenkleid zu realisieren.

Das Blusenkleid war toll zu nähen und ich habe einiges, für mich noch Neues bei diesem Projekt gelernt. Aufgrund der großen Mehrweite habe ich Größe 36 genäht. Letztlich wäre auch eine kleinere Größe drin gewesen. Der Stoff gefällt mir ebenfalls richtig gut. Er ist sehr angenehm zu tragen und hat sich auch gut nähen lassen. Eine schöne Qualität zu einem guten Preis (12 EUR/Meter).

Die sichtbaren Innennähte werden eigentlich mit französischen Nähten genäht, für dicke Stoffe wird davon jedoch abgeraten. Daher habe ich “normal” genäht.

Einen kleinen Knoten im Hirn hatte ich beim Nähen der Manschetten. Das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen, irgendwie hab ich es geschafft, die richtigen Schlussfolgerungen aus der Anleitung zu ziehen. Das “im Nahtschatten nähen” muss ich auch noch ein bisschen üben, aber für den ersten Versuch bin ich zufrieden.

Arg enttäuscht war ich von meinem Kragensteg-Abschluss. Der wollte einfach nicht schön werden. Irgendwie hat Stoff gefehlt und ich musste ziemlich tricksen, um es irgendwie erträglich zu machen.

Schwer getan habe ich mich außerdem bei der Wahl der passenden Knöpfe. Zu guter Letzt habe ich bei “Alles für Selbermacher” bestellt. In der Anleitung sind 12 Knöpfe angegeben, aber es gab nur noch 9 und, was soll ich sagen, es haben sogar 8 gereicht. Allerdings hab ich etwas größere Knöpfe (17mm) als vorgesehen verwendet. 12mm kam mir deutlich zu klein vor.

Stolpersteine und Zufriedenheitsoptimierung

Nachdem ich den Body des Blusenkleid Cocoons zusammengenäht hatte, wurde mir bewusst, dass meine Stoffwahl semi-optimal war. Ich wollte zuerst eine Langarm- und Kleidversion nähen. In dem etwas dickeren unifarbenen Flanell sah das aber sehr sackartig aus und ich habe daher einiges ausprobiert, um das Blusenkleid gefälliger zu bekommen.

Mein Freund, der Nahttrenner
Ein Freund, ein guter Freund…

Zuallererst habe ich beschlossen, die Ärmel zu kürzen, sodass langärmelige Oberteile darunter hervorschauen und das Gesamtbild auflockern. Die kurzen Ärmel sollten mehr Rafinesse mitbringen. Kurzerhand habe ich aus einem Stoffmarkt-Schnäppchen einen Rolli nach dem Schlauchkleid-Schnitt von The Couture (mein Weihnachtskleid, ihr erinnert euch) genäht, um zu schauen, ob meine Idee tatsächlich funktioniert.

Fazit: Ja, funktioniert, wenn man die Aussage vom Lieblingsmann “sieht aus wie Maler Klecksel” gekonnt ignoriert… Aber es funktioniert mit weiteren vorhandenen Oberteilen, wie ihr den Fotos entnehmen könnt.

Außerdem hab ich lange überlegt, ob ich das Kleid kürzen soll. Ich hab viel gesteckt und ausprobiert, hab mich aber doch gegen eine Kürzung entschieden. Mal schauen, ob das auf Dauer so bleibt oder ich doch nochmal mit der Schere anrücke. Eine zweite Cocoon würde ich jedoch definitiv in der langen Blusenversion nähen – Stoff hab ich ja noch da.

Mein Fazit zum Blusenkleid Cocoon

Insgesamt bin ich mit meiner Version nicht so zufrieden. An mir wirkt das Blusenkleid noch immer ein bisschen wie ein Sack und erinnert mich an einen Kittelschurz meiner Oma. Das liegt für mich aber hauptsächlich am unifarbenen Flanell und auf keinen Fall am Schnitt. Das dieser sehr “oversizeig” und bewusst in eine Kokon-Form fällt, ist den technischen Zeichnungen und den Modellen ja deutlich zu entnehmen.

Echt gemütlich: Blusenkleid Cocoon aus Flanell mit Rollkragen-Shirt
Echt gemütlich ist mein Blusenkleid Cocoon auf alle Fälle.

Es wird daher vermutlich immer auf die Outfit-Kombination und das Styling ankommen, damit ich mich darin wohlfühle. Gestreifte Longsleeves und mein neuer Rolli als “Partner” machen sich auf alle Fälle schon mal sehr gut. Mit schmalen Hosen und schickem Schuh ist das Blusenkleid auf alle Fälle auch Business-tauglich und es wird hoffentlich kein Schrankhüter. Heute hatte ich es auch im Büro an und im Laufe des Tages hab ich mich durchaus immer wohler gefühlt. Flanell-Cocoon und ich finden schon noch zusammen!

Die Knöpfe sind nicht ganz mittig auf der Knopfleiste, aber ich denke, das ist verschmerzbar. Dafür war ich mal wieder erstaunt, dass dieses Knopflöcher nähen nur halb so schlimm ist, wie man immer denkt. Eigentlich ganz einfach, nur die Mitte muss ich noch treffen lernen. Aber hey, dafür sind alle Knöpfe in einer Reihe – man kann halt nicht alles haben 😉

Von diesem Projekt werde ich sehr viel mitnehmen für künftige Näh-Projekte. Den Schnitt und die Anleitung, gepaart mit den zusätzlichen Infos der Sew Along Beiträge ist absolut empfehlenswert.

Von daher: Auf zum nächsten Slow Sewing Projekt! Aber vorab heißt es, Bühne frei für die MeMadeMittwoch-Damen und ihre Februar-Kreationen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für die Plattform und den schönen Austausch.

Weitere spannende Lektüre aus meinem Nähen-Lernprozess:

*Kennzeichnung als Werbung, da im Beitrag auf kostenpflichtige Angebote verlinkt wird. Ich erhalte jedoch keine Gegenleistung für die Nennung und Verlinkung. Es handelt sich nur um Angaben, um Leser:Innen die Suche zu erleichtern.

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