Der Weg zum eigenen Stil mit dem “Näh deinen Stil Club”*

Welche Farben passen eigentlich zu mir? Welche Stoffe und Muster? Und wie wähle ich ein zu mir passendes Schnittmuster aus? Fragen über Fragen, die sich mir mit Beginn des Nähens für mich selbst immer häufiger gestellt haben. Antworten habe ich bei Elle Puls und ihrem “Näh deinen Stil Club” gefunden.*(direkte Anmerkung: Werbung aus Überzeugung)

Eine spannende Reise zu mir selbst, die mit der Näherei begonnen hat und die noch lange nicht beendet ist. Ein besonderes Kapitel war die Club-Mitgliedschaft im vergangenen Sommer. Man könnte sagen: Stil-Bildend.

Warum eigentlich Stilfindung?

In den Laden gehen oder online eine Auswahl an Kleidung bestellen und einfach durchprobieren, ist ein klarer Vorteil von Kaufkleidung. Nach der Anprobe kann man/frau ziemlich sicher sagen: Passt – passt nicht. Steht mir – steht mir nicht. Wenn man sich jedoch die eigene Kleidung selber näht, steckt man sehr viel Zeit, Energie und Vorfreude in die Eigenproduktion des Kleidungsstückes. Umso größer sind Frust und Unzufriedenheit, wenn man am Ende feststellen muss: Passt nicht oder steht mir nicht.

Die Auswahl der passenden Schnitte und Materialien ist daher der erste wichtige Schritt für ein zufriedenstellendes Nähergebnis. Der Projekterfolg hängt maßgeblich davon ab, dass die Grundlagen stimmen. Schöne Schnittmuster gibt es wie Sand am Meer und tolle Stoffe noch viel viel mehr.

Stoffe in Hülle und Fülle - wie soll man da nur die zu einem passende, richtige Auswahl treffen.
Stoffe in Hülle und Fülle, dazu noch Schnittmuster in rauen Mengen, denn „nur Burda“ war gestern. Da fällt die Auswahl wirklich schwer.

Mich hat diese Fülle am Anfang komplett erschlagen und der Wald war vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Wie soll man aus dieser unendlichen Masse die richtige Wahl treffen? Das konnte ja nur schief gehen.

Klar, eine grobe Idee, was einem steht und was nicht, hat man aus der eigenen Shopping-Erfahrung. So wusste ich, dass ich mit Mustern sehr vorsichtig sein muss und Herbstfarben nie zu meinen Lieblingen gehören werden. Doch wenn man nicht anprobieren kann und in Vorleistung geht wie beim Selber nähen, dann möchte ich eine hohe Trefferquote erreichen.

Über Elle Puls und ihren “Näh deinen Stil”-Podcast bin ich zum Glück zu einem sehr frühen Zeitpunkt meiner Näh-Karriere gestolpert. Mehr oder weniger parallel zu Crafteln. Das waren Glückstreffer, da mich beide Frauen – Elke und Meike – auf den richtigen Weg geführt haben. Meikes/Frau Craftelns Buch “Passt perfekt” durfte sehr schnell bei mir einziehen und beide Podcasts begleiteten mich durch den ersten Corona-Winter und begleiten mich bis heute. Dadurch kam ich auch schnell mit dem “Näh deinen Stil Club” in Berührung. Nach langem Zögern habe ich im Juli dieses Jahres auf ANMELDEN geklickt und mir eine Dreimonats-Mitgliedschaft gegönnt.

Was ist der “Näh deinen Stil Club”

Der Club setzt genau an den oben genannten Punkten an. Über ein ausgeklügeltes und aufeinander aufbauendes Onlinekurs-Angebot, ermitteln die Mitglieder die zu ihnen passenden Farben, Muster, Materialien, Schnitte bis hin zu passenden Accessoires und Schuhen. Die Kurse waren für mich der Grund, in den Club einzutreten. Ganz ehrlich: Ich habe kurz gerechnet. Mindestens drei Kurse wollte ich auf jeden Fall absolvieren, zwei weitere fand ich interessant. Der Rest des Club-Angebots erschien mir zu Beginn weniger relevant für mich. Die Kurse können auch einzeln gebucht werden, aber (Taschenrechner raus) im Rahmen der Mitgliedschaft sind sie deutlich günstiger.

Das persönliche Profil mit Bild, der Farb- und Stiltypenzuordnung zeigt anderen Mitgliedern auf einen Blick, die im Club relevanten „Daten“.
Das persönliche Profil mit Bild, der Farb- und Stiltypenzuordnung zeigt anderen Mitgliedern auf einen Blick, die im Club relevanten „Daten“.

Die Kurse

Die wichtigsten Kurse sind der Farben- und der Musterkurs, da man am Ende der Kurse seinem persönlichen Farb- und Stiltypen zugeordnet wird. Die Selbsteinschätzung wird vom NDS-Team überprüft und ggf. korrigiert. Und so stand am Ende bei mir fest:

Miriam, du bist Farbtyp 8 und 12 (gedeckte Farben der mittleren und dunklen Helligkeit, ohne Kontraste aus dem wärmer-kühlen Farbspektrum) und Stiltyp sportlich-natürlich mit sinnlichen Anteilen. Was das für mich bedeutete? Lies weiter. Unten erfährst Du mehr 😉

Und da ich dann schon dabei war, hab ich auch all die anderen Kurse zu Materialien, Accessoires, Proportionen, Schnitten, Tüchern, Schmuck, Ausschnitten etc. mitgemacht. Das war tatsächlich sehr erhellend und spannend.

Die Kurse sind die Basis des Clubs, jedoch nur ein kleiner Teil des Gesamtangebots.

Die Foren

Der Austausch unter den Club-Mitgliedern findet vorwiegend in den Foren statt. Hier können Outfits präsentiert, die persönlich besten Farben besprochen, Fragen gestellt und Nähproblemchen gelöst werden. Der Ton ist immer freundlich, wertschätzend und konstruktiv. Toll! Eine wirklich sehr angenehme Atmosphäre.

Challenges

Weitere Möglichkeiten für den Austausch untereinander bieten die monatlichen Challenges: Sew-Alongs, Outfit- und Stil-Challenges, Workshops etc. Auf alle Dateien der Challenges, auch der vergangenen, haben die Mitglieder weiterhin Zugriff, so dass man das Material für sich und seine Stilreise ebenfalls verwenden kann. Zwischen den Jahren findet „traditionell“ die Kleiderschrank-Challenge statt, in der die Club-Mitglieder ihre Garderobe genau unter die Lupe nehmen.

Übersichtlich und aufgeräumt, so präsentiert sich die Oberfläche des persönlichen Club-Dashboards
Übersichtlich und aufgeräumt, so präsentiert sich die Oberfläche des persönlichen Club-Dashboards.

Die Schnittmusterdatenbank

In der großen Schnittmusterdatenbank können sich die Mitglieder – nach ihren Stiltypen gefiltert – durch zahlreiche Schnitte klicken und so ein Gefühl bekommen, welche Schnitte am besten zum eigenen Stil passen.

Mediathek und monatlicher Clubcall

In der Mediathek finden sich alle Videos und Webinare sowie Podcast-Folgen. Einmal im Monat gibt es einen Club-Call, in dem Mitgliederfragen rund um Farbe und Stil beantwortet werden.

Outfitinspiration

Das monatlich wechselnde Grundthema des Clubs wird durch zu den Stiltypen passenden Outfitinspirationen nochmal untermalt.

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Mein Fazit: Club Club go 🙂

Du siehst, der Club bietet wirklich eine unglaublich große Fülle an Input und Inhalten sowie Möglichkeiten, dich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Ich muss gestehen: Ich habe gar nicht alles geschafft. In den Foren hab ich zwar immer mal gelesen und gestöbert, aber wirklich beteiligt habe ich mich aus Zeitmangel kaum. Auch bei den Challenges habe ich nicht mitgemacht, da sie einfach nicht in den Tagesablauf bzw. meine Näh-Planung hineingepasst haben.

Was mir der Club gebracht hat?
Tatsächlich doch einige Aha-Momente und Klarheiten. Die Farben erschienen mir zuerst sehr eintönig und wenig abwechslungsreich. Damit hadere ich auch aktuell immer noch. Auch die Empfehlung, kein Schwarz und Weiß zu tragen, kann ich noch nicht zu 100% nachvollziehen und werde ich auch fürs Erste nicht vollständig umsetzen. Doch insgesamt finde ich mich bei den gedeckten Farben aus dem Grünen und Roten Farbspektrum durchaus wieder.

Durch die Blickschulung, die man als Mitglied des Clubs automatisch erhält, sieht man nach einiger Zeit, welche Unterschiede auch Nuancen einer Farbe im Ausdruck ausmachen können. Erstaunlicherweise sind die für mich richtigen Farben auch genau die Farben, die ich schon immer besonders gern getragen habe. Doch gerade die Beerentöne habe ich in den letzten Jahren aus dem Schrank verbannt. Warum? Ich weiß es selbst nicht. Scheinbar waren sie nicht mehr “in”… Und die Farben, von denen mir laut Farbtyp eher abgeraten wird, sind die Farben, die mich an mir noch nie überzeugt haben. Damit ist die Einordnung in meine Farbtypen eigentlich eine Bestätigung dessen, was ich schon lange in mir getragen habe.

Nach der Stilanalyse ging es mir ähnlich wie mit den Farben: Echt jetzt? Ich natürlich? Ich sinnlich? Das passt doch nicht. Am ehesten konnte ich dem sportlichen etwas abgewinnen. Aber: je mehr ich mich mit den Stiltypen auseinandergesetzt habe, umso mehr fand ich die Stimmigkeiten heraus. Es ergab ein Gesamtbild, das viele Dinge zu einem großen Ganzen zusammen brachte und für mich bis dato nicht greifbaren “Problemen bei der Kleiderwahl” einen Namen gab.

Sportlich-natürlich mit sinnlichem Anteil: Das heißt Fokus auf dem sportlich-natürlichen Stil. Dabei kommt das Sportliche vor allem durch die Schnittführung und der natürliche Anteil bezieht sich auf die Muster bzw. die fehlenden Muster, denn von diesen wird hier eher abgeraten und der Fokus auf strukturierte Materialien gelegt.

Wie so ein kleiner Onlinekurs doch den Blick verändern und für Zufriedenheit sorgen kann. Denn schon immer war es für und an mir schwierig, Muster zu finden, die mir stehen. Mir gefallen häufig starke Muster, aber sobald ich in ein stark gemustertes Kleidungsstück schlüpfe, fühle ich mich unwohl und weiß: Nee, das ist es nicht. Am ehesten gehen noch dezent geblümte Muster oder solche mit Rundungen – da wären wir beim sinnlichen Anteil. Das sinnliche Element kommt lediglich in Details im Outfit zum tragen: In den sinnlichen Farben (Beerentöne juchu), einer Betonung der Taille oder in sinnlichen Accessoires.

Was mir an meiner Stil-Findung besonders gefallen hat: Der sportlich-natürliche Typ ist der klassische Jeans-Typ. Na, wenn das nicht passt! (Wobei es noch sehr lange dauern wird, bis ich mich ans Nähen von Jeansstoffen wagen werde.)

Wie geht es jetzt weiter?

Fürs Erste geht die Stil-Findungs-Reise alleine weiter, da ich meine Clubmitgliedschaft aus zeitlichen Gründen nicht verlängert habe. Doch die Erkenntnisse haben mir schon viel gebracht und ich merkt bereits, wie viel leichter ich mir bei der Stoff- und Schnittauswahl tue.

Hat es sich gelohnt?

Ja – definitiv. Zwei Beispiele, die aus den Erkenntnissen der Club-Mitgliedschaft entstanden sind, findest Du in meinen Weihnachtskleidern.

Würde ich den Club weiterempfehlen?

Ja, allen Nähverrückten, die ein wenig mehr über Farben, Stil, Proportionen und Schnitte lernen möchten. 2022 legt Elle den Fokus wieder etwas stärker auf das Nähen, da die Stil-Themen nun alle vorhanden sind. Ein spannendes Programm und ich glaube, den ein oder anderen Monat werde ich auf jeden Fall auch wieder am Start sein.

Weitere Inspiration findest Du hier:

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Mit Softshell-Mantel ins neue MeMadeMittwoch-Jahr

Das MeMadeMittwoch-Team eröffnet ein neues Jahr für uns nähverrückte Damen. Ich zeige heute mein „Meisterwerk“, das ich schon länger vorstellen möchte: Meinen Softshell-Mantel. Und da der Januar-MMM auch der Monat der Lieblinge des Vorjahres ist, passt das ganz wunderbar. Denn mein neuer Mantel ist auch mein Lieblings-Projekt aus 2021.

Ich bin wirklich stolz auf mich, dass ich es bewältigt habe. Noch vor einem halben Jahr, hätte ich mir nicht vorstellen können, einen Mantel zu nähen. Noch dazu einen Mantel, der mir tatsächlich gut gelungen ist. Denn für mich selbst nähe ich ja erst seit ca. einem Jahr. Bis dahin habe ich lediglich einfache Teile für die Kinder genäht. Aber starten wir mit der Übersicht:

Projekt: Softshell-Mantel mit Kapuze, Reißverschluss und Eingriffstaschen
Schnitt: Jerika von Prülla*
Stoff: Petrol-melierter Softshell mit weicher Fleece-Innenseite, gekauft im Buntspecht-Shop*

Stoff- und Schnittauswahl

Ein etwas längerer Mantel aus Softshell, der mich durch die trüben, regnerischen oder auch nebligen Herbst- und Frühjahrstage bringt, hat in meiner Garderobe noch gefehlt. Deshalb wollte ich mir als erstes Jacken-Selbernäh-Projekt genau so einen Mantel nähen. Bedingung: Fahrrad-geeignet und robust.

Die Stoffauswahl ging relativ rasch, da ich klare Vorstellungen hatte: warmer Softshell, unifarben, gerne meliert, da das aus meiner Erfahrung weniger Dreck-empfindlich ist. Fündig wurde ich bei oben erwähntem Buntspecht-Shop. Der Softshell ist petrol-/türkis-meliert (je nach eigener Farbdefinition) und die Innenseite ist aus weichem Fleece. Perfekt für den Übergang und die etwas wärmeren Wintertage. Passend dazu habe ich einen Petrolfarbenen Reißverschluss gewählt.

Beim Schnitt schwankte ich zwischen zwei Schnitten, die mir im Laufe der letzten Monate begegnet waren: „Jerika“ von Prülla und „Hamburg“ von Pech & Schwefel. Entschieden habe ich mich letztendlich für Jerika, vermutlich weil ich dazu einfach mehr Rezensionen und Beispiele gefunden hatte. Jerika hat einiges an Variationen zu bieten, was mich zusätzlich eingenommen hat.

Genäht habe ich die lange Version mit Kapuze und einfachen Eingriffstaschen, ohne Reißverschluss.

Softshell-Mantel: Der Näh-Prozess

Mit der Anleitung musste ich erstmal warm werden. Durch die Vielzahl an Varianten ist die Anleitung nicht auf Anhieb logisch aufgebaut, da sie in Blöcken arbeitet und man sich die zum eigenen Projekt passenden Blöcke raussuchen muss. Das bedeutet, dass die Schritte, die man normalerweise/aus Gewohnheit hintereinander abarbeitet, nicht immer genau so aus der Anleitung hervorgehen. Außerdem sollte man die Anleitung sehr genau durchlesen. Vor allem in Hinblick auf die eigenen Varianten-Wünsche, da teilweise Materialien erst im jeweiligen Block erwähnt werden und nicht am Anfang der Anleitung, wo die eigentlich benötigten Materialien aufgelistet sind (Nahtband, Paspeln o.ä.). Eher ungewöhnlich ist auch, dass es keine technische Zeichnung des Schnittes gibt und auch keine klare Übersicht der Varianten und Möglichkeiten, die der Schnitt bietet.

Der Zuschnitt verlief dennoch reibungslos. Die Maße haben gut gepasst und Anpassungen waren nicht notwendig.

Den Hauptnäh-Part habe ich mal wieder im Nähzimmer von Beate* genäht. Beate hatte im Oktober zu einem gemütlichen Näh-Nachmittag geladen und die Chance habe ich ergriffen. Bei Tee, Hefezopf und lustigen Gesprächen wurden einige schöne Mäntel erarbeitet. Fertig geworden bin ich natürlich nicht. Aber das Gros stand: Der Mantel-Body aus Vorderteilen mit den Eingriffstaschen und Rückenteil mit Passe war fertig. Ebenso waren Kapuze und Ärmel eingenäht.

Einige kleinere Arbeiten sowie eine schöne Versäuberung der Innennaht am Rücken mit Aufhänger habe ich zu Hause gemacht. Eine Abschlussrunde für den Reißverschluss und die Säume habe ich dann nochmal bei Beate eingelegt.

Und da war er: Mein Softshell-Mantel.

Ein Softshell-Mantel für viele Gelegenheiten

Mein Fazit: Ich bin wirklich zufrieden und stolz auf mich. Die Länge passt, die Verarbeitung passt, der Reißverschluss hat genau die richtige Länge, damit ich problemlos radeln kann!

Klar, die ein oder andere Innennaht könnte noch schöner verarbeitet sein und an einigen Stellen hätte ich exakter arbeiten können, aber insgesamt ist der Mantel richtig schön geworden. Ich hatte ihn schon häufig an und selbst an kühleren Dezembertagen wärmt er durch die Fleece-Innenseite sehr gut.

Kleinere Mankos: Die Armbündchen sind etwas steif und fest, so dass ich meine Strickhandschuhe nicht darunterschieben kann. Da hätte es vermutlich eher „normale“ Bündchenware bedurft, die ich aber bewusst nicht gewählt hatte, damit ich bei Regen keine nassen Handgelenke bekomme. Von daher verkraftbar. Außerdem bin ich mit den Taschen nicht so zufrieden, da sie aufklaffen und seltsam durchhängen, wenn ich z.B. einen größeren Schlüsselbund darin verwahre.

Insgesamt aber ein tolles Projekt, das mir gezeigt hat, das ich mir ruhig mehr zutrauen darf und auch vor komplexeren Projekten keine Angst haben muss.

Und damit gebe ich rüber zum Laufsteg des MeMadeMittwochs. Ich freue mich auf die ersten neuen Kreationen des Jahres. Vielen Dank für die Organisation und die Möglichkeit! Leider werden meine Kommentare nicht angenommen und ich kann euch daher nur auf diesem Weg meine Dankbarkeit zeigen.

Noch mehr Lieblings-Nähprojekte aus 2021:

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Finale: Die Weihnachtskleider 2021 auf dem Laufsteg

Es gibt so Tage, da ist man einfach rundherum zufrieden. So ein Tag ist heute. Einfach cool, wie schön meine Weihnachtskleider 2021 passen und wie zufrieden ich mit beiden Ergebnissen bin. Ich glaube, das ist eine Premiere – nix zu meckern.

Weihnachten kann auf alle Fälle kommen. Zu den beiden Projekten habe ich bereits alles geschrieben, weshalb ich es heute kurz mache.

Überzeugt euch selbst (an dieser Stelle: Danke an den geduldigen Fotograf, mit einem eher untalentierten Model):

Weihnachtskleid Nummer 1: Das Schlauchkleid von The Couture

Gewonnen hat für mich das Schlauchkleid und damit darf es mich am Heiligen Abend im trauten Familienkreis begleiten. Aber auch darüber hinaus wird es mich den Rest dieses Winters und hoffentlich auch den nächsten noch oft begeistern.

Weihnachtskleid Nummer 2: La Glenna von Schnittgeflüster

Mein ursprünglicher Favorit wurde nun doch Nummer zwei. Das A-Linien-Kleid ist super bequem, hat noch bissel Luft für den Weihnachtsbraten und die Taschen finde ich absolut toll. Eigentlich kann ich gar nicht sagen, dass es die Nummer zwei ist, weil sich beide Kleider nichts geben. Absolut gemütlich, schick und doch perfekt für den Alltagswahnsinn.

Alles zur Entstehung der Modelle, zu Stoff- und Schnittwahl sowie Schnitt-Rezensionen findet ihr in den vorangegangenen Beiträgen zum #WKSA2021, dem Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch-Blogs. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die organisierende Crew.

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreise eurer Liebsten und ruhige Tage, die Zeit für unser aller Lieblingshobby lassen oder Zeit für wilde Rodelfahrten, Winterwanderungen oder süßes Nichtstun. Meine Maschine macht gerade eine kleine Pause und freut sich auf das nächste Projekt, dass ich die kommenden Tage vorbereiten werde.

Die Nähmaschine legt nach den Weihnachtskleidern 2021 eine kleine Pause ein. Der nächste Schnitt benötigt nämlich ein bisschen Vorlauf.
Goodbye for a while – kleine Pause…
aber nur, weil der nächste Schnitt ein wenig Nähmaschinen-lose
Vorbereitung benötigt.

So und jetzt sause ich rüber – ich bin zu neugierig, was die anderen Näh-Verrückten gezaubert haben. Vorhang auf für den bunten Laufsteg der Weihnachtskleider 2021!

Weihnachtskleid-Sewalong: auf dem Weg ins Finale

Fertig!

Dem Aufruf zum Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch Blogs sind viele Näh-Verrückte gefolgt und es entstehen aktuell wunderschöne Werke. Manche haben bereits letzte Woche fertig genähte Meisterwerke präsentiert. Andere haben ihr Projekt noch über den Haufen geworfen und haben sich für etwas anderes entschieden. Man und frau darf auf jeden Fall gespannt sein, was uns kommende Woche am 4. Advent erwartet.

Denn dann heißt es: FINALE!

Im Finale werden alle tollen Kreationen gezeigt. Das können Kleider, Blusen, Röcke, Hosen, Pullover oder auch Schlafanzüge sein.

Zwischenstand meiner zwei Weihnachtskleider

Ich habe mich für zwei Weihnachtskleider entschieden, die sich in die Alltagsgarderobe einfügen werden.

Alles zu Stoff- und Schnittauswahl sowie einen ersten Zwischenstand findet ihr hier in Teil 1 sowie hier in Teil 2 meiner #WKSA Beiträge.

Kleid Nummer eins – „La Glenna“ von Schnittgeflüster – ist bereits fertig genäht und wartet auf seinen großen Auftritt am Heiligen Abend. Ich zeige es euch heute am Kleiderbügel. Tragebilder gibt es nächste Woche.

Mein Schlauchkleid konnte ich, hingegen meiner angekündigten Pläne, nicht am dritten Advent fertig nähen – das Leben, in Form von „ich brauch frische Luft“ plus „wo bekommen wir für die Kinder jetzt einen offiziellen Schnelltest her“, hatten meine Nähzeit auf ca. 90 Minuten begrenzt. Aber vorgestern hat sich ein ruhiger Abend gefunden und ich konnte die Ärmel einsetzen und alles säumen.

È voilà: Hier sehr ihr ein Bild am Bügel.

Schnitt-Rezension

Da das Finale der Präsentation der fertigen Werke vorbehalten werden soll, bekommt ihr bereits heute meine Rezension der Schnittmuster.

Mein Weihnachtskleid Nummer 1: La Glenna

Technische Zeichnung La Glenna von Schnittgeflüster

„La Glenna“ von Schnittgeflüster ist ein Kleid in A-Linie und sehr variabel. Die Kleidlänge ist knieumspielend, kann aber auch ein wenig kürzer genäht werden. Alternativ in Pullover-Länge. Variationen bietet vor allem der Halsausschnitt: einfaches Bündchen, kleiner Stehkragen, hoher Stehkragen mit Ösen und Kordel, Kapuze oder auch eine Kombi aus Kapuze und Stehkragen.

Besonders gefallen mir die in die Teilungsnähte eingelassenen waagerechten Taschen (können auch weggelassen werden). Durch die Schnittführung ist das Kleid sehr figurbetont und lässt sich sehr gut auf die eigene Figur anpassen, was bei mir jedoch nicht notwendig war.

Die Schnittteile sind sehr gut gemacht, alle Knipse, die man so braucht, sind vorhanden und insgesamt wirklich perfekt. Auch beim Basteln klappte alles reibungslos und die Passzeichen haben perfekt aufeinander gepasst.

Die Anleitung ist gut geschrieben, mit Skizzen bebildert und grundsätzlich gut verständlich. Ich hatte mich ja für den schmalen Stehkragen entschieden und dieser wird in der Anleitung meist nicht explizit oder nur im Fließtext erwähnt, so dass man durchaus genau lesen muss, was / wo / wie gedacht ist. Letztendlich aber kein wirkliches Problem und auch für ungeübte Näher:innen durchaus empfehlenswert.

Mein Weihnachtskleid Nummer zwei: Schlauchkleid von The Couture

Schlauchkleid von The Couture

Das Schlauchkleid von The Couture ist ein Freebie und von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Anleitung eher knapp gehalten ist.

Nichtsdestotrotz ist sie gut verständlich und das Kleid ist wirklich schnell und einfach genäht. Die Schnittteile sind 1A und die vielen Knipse helfen beim Zusammensetzen. Abnäher sind bei dem Schnitt nicht vorgesehen. Man sollte sich deshalb im Klaren sein, dass es ein figurbetontes, enganliegendes Kleid ist.

Das Schlauchkleid kann alternativ als Rollkragenpullover genäht werden. Eine solche Version möchte ich mir auf jeden Fall noch nähen, da ich momentan keinerlei Rollkragen-Oberteile in meinem Schrank habe.

Und nun springe ich rüber und schaue, wie weit die anderen Näh-Damen gekommen sind und bedanke mich beim MeMadeMittwoch-Team für das schöne gemeinsame Nähen beim Weihnachtskleid-Sewalong 2021.

Euch allen einen wunderschönen dritten Advent – wir sehen uns im großen Finale, wenn die vierte Kerze brennt.

Weihnachtskleid-Sewalong zweiter Streich: Zwischenstand*

Es geht in die zweite Runde beim diesjährigen Weihnachtskleid-Sewalong der
Me Made Mittwoch Crew. Heute geht es um den richtigen Stoff zum Weihnachtsschnitt.

Die Stoffe, die ich für meine beiden Winter-Weihnachtskleider ausgewählt habe, habe ich Dir bereits in Teil 1 gezeigt. Auch, welche zwei gemütlichen Weihnachtskleider, die alltagstauglich sind und nach den Feiertagen weitergenutzt werden können, ich gewählt habe: Einmal „La Glenna“ von Schnittgeflüster aus einem lila Sweatstoff und einmal das Schlauchkleid von The Couture aus bordeauxrotem Strick – beide Stoffe aus dem Hause Swafing.

Welches Kleid am Ende als Sieger aus dem Zweikampf hervorgeht, weiß ich noch nicht – das erfährst Du beim großen Finale am 19.12.

Heute also ein erster Zwischenstand:

Sweatkleid La Glenna von Schnittgeflüster

Mein La Glenna Kleid ist so gut wie fertig. Die erste Anprobe hat mich mehr als positiv überrascht. Das Kleid passt wie angegossen ohne Änderungen.

Lediglich den Kragen muss ich noch annähen. Ich hatte ihn beim ersten Zuschnitt nicht im Bruch zugeschnitten, sondern doppellagig. Das hätte nun aber zur Folge gehabt, dass ich mittig an der Vorderseite eine Naht gehabt hätte. Daher habe ich den Kragen nochmal neu zugeschnitten und werde ihn hoffentlich am Wochenende annähen können.

Und dann kommt das hoffentlich positive Ende: Die finale Anprobe und die Hoffnung, dass ich durch den Kragen durchpasse.

Warum? Ja, ich hatte in Teil eins bereits erwähnt, dass mir ein Fehler unterlaufen war… ich hab gegen den Fadenlauf zugeschnitten. Gemerkt habe ich es erst beim letzten Schnittteil und damit war das Ding gelaufen. Da der Sweat aber in beide Richtungen elastisch ist, hatte ich mir gedacht: Augen zu und durch. Das wird bestimmt gut gehen. Was will man sagen: Es ist tatsächlich gut gegangen. Dennoch habe ich wieder etwas gelernt: Schneide nie bei schummrigem Licht zu, das geht nicht gut.

Schönes Detail: die eingearbeiteten Taschen am Kleid von La Glenna. #weihnachtskleidsewalong2021
Ein Detail, das mich komplett begeistert: Die in der Taille sitzenden, geraden Taschen. Erkennt ihr meinen Fehler?
La Glenna von Schnittgeflüster noch ohne Kragen. Mein Weihnachtskleid 2021?
Noch fehlt der Kragen… die „echte“ Farbe ist übrigens so ein Mittelding zwischen beiden Fotos.

Strick-Schlauchkleid von The Couture

Für das Schlauchkleid habe ich den bekannten Stoff „Bono“ ausgesucht. Er ist wunderbar weich und schön. Allerdings nach dem Vorwaschen, fühlt er sich ein bisschen nach Plastik an. Ich bin deshalb sehr gespannt, wie sich der Stoff nach mehrfachem Tragen entwickelt. Da er aber in der Näh-Community immer hoch gelobt wird, bin ich guter Dinge.

Zwischenzeitlich konnte ich den Stoff zuschneiden und bin vorbereitet. Mit dem Nähen starte ich voraussichtlich diesen Sonntag – wenn nicht das Leben dazwischenkommt oder der Schnee mich auf den Berg ruft, man weiß ja nie.

Das Schlauchkleid von the Couture liegt zugeschnitten bereit und wartet auf die Verarbeitung.
Zuschnitt erledigt und das passende Garn ist auch im Haus. Steht dem Nähvergnügen nichts mehr im Wege.

Weihnachtskleid-Sewalong: Vorfreude aufs große Finale

Frohen Mutes und voller Vorfreude geh ich nun rüber zu den anderen Weihnachtskleid-Sewalong-Damen der MeMadeMittwoch-Näher:innen und schaue, was sie heute alles präsentieren, wie weit die einzelnen, teilweise sehr aufwendigen Projekte gediehen sind.

Ich freue mich, dass ich Teil dieser illustren und besonderen Runde sein darf, auch wenn ich es aus zeitlichen Gründen nicht zur Dezember-Ausgabe des MMM geschafft hatte. Im Januar bin ich definitiv wieder dabei.

Den nächsten Zwischenstand zu den beiden alltagstauglichen Weihnachtskleidern gibt es bereits in einer Woche, bevor dann am 19.12. das große Schaulaufen im Finale beginnt. Ein herzliches Dankeschön an das MMM-Team, das dieses schöne gemeinsame Nähen organisiert.

Weiterlesen und stöbern:

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Es weihnachtet sehr – auf zum Weihnachtskleid-Sewalong 2021

Das MeMadeMittwoch-Team hat zum Weihnachtskleid-Sewalong aufgerufen und da bei mir zwei Winterkleider auf der Nähliste stehen, fiel die Entscheidung mitzumachen rasend schnell.

Heute geht‘s los mit den Überlegungen, was genäht werden soll: Kleid-Bluse-Hemd, erlaubt ist, was gefällt.

Bei mir wird es eher bequem und lässig-schick. Beide Kleider-Projekte sind schon länger geplant und nicht explizit für Weihnachten. Da ich aber nicht so schnell voran komme, wie gedacht, werden die beiden Schätzchen vermutlich pünktlich zum Fest fertig. Welches der beiden am Ende DAS Weihnachtskleid 2021 wird, möchte ich bewusst offen lassen.

#WKSA21 Kleid 1 – La Glenna

Mein erstes Projekt ist ein Kleid nach dem Schnitt „La Glenna“ von Schnittgeflüster. Den Schnitt hatte ich mir bereits im letzten Winter gekauft und jetzt soll ein gemütliches und dennoch schickes Kleid entstehen.

Technische Zeichnung La Glenna von Schnittgeflüster
Ein wandelbares Schnittmuster: Kurz, lang, mit oder ohne Kapuze…

Das Kleid ist ein Hoody-/Sweatkleid in A-Linie. Es kann jedoch auch – wie auf nebenstehendem Bild in Pulli-Länge genäht werden. Ich werde den Schnitt mit kleinem Stehkragen und ohne Kapuze, dafür mit Taschen nähen.

Beim Stoff habe ich mich für einen violetten Sweatstoff / French Terry von Swafing entschieden.

Schnitt und Stoff sind bereits vorbereitet und warten auf die Verarbeitung. Ein kleiner Fehler hat sich allerdings schon eingeschlichen… aber von dem erzähle ich im zweiten Beitrag zum #WKSA.

#WKSA21 Kleid 2 – Schlauchkleid

Projekt zwei ist das Schlauchkleid von The Couture, ein kostenloser Schnitt, der alternativ auch als Rollkragen-Pullover genäht werden kann. Ich habe mich entschieden, die Langarm-Kleidversion nähen.

Schlauchkleid von The Couture

Den Schnitt muss ich noch ausdrucken und vorbereiten.

Der Stoff ist gewaschenen und wartet auf seine Verarbeitung: Ein bordeaux-roter „Bono“-Strick, ebenfalls aus dem Hause Swafing. Die Qualität ist einfach toll und überzeugt auf ganzer Linie.

Weihnachtskleid-Sewalong es kann losgehen!

Zwei Kleider – beißt sich das nicht mit meinem Klamotten-Schrank-Abbau (siehe meinen Beitrag hier)? Für mich nicht. Seit ich mit dem Nähen angefangen habe, versuche ich, eine Garderobe für mich zu gestalten, die aufeinander aufbaut, nur Teile enthält, die zu mir und meinem Stil passen, gut kombiniert werden können und die mich hoffentlich lange begleiten.

Im letzten Winter habe ich – vermutlich aufgrund der Homeoffice-Lockdowns-Situation – Winterkleider für mich entdeckt und damals schon beschlossen, mir noch zwei oder drei weitere Kleider für die kalten Tage zu nähen, die meine Garderobe ergänzen. Aktuell habe ich vor allem sehr dunkle, schwarz / graue Kleider, das möchte ich ändern.

Mal schauen, wie gut mir das mit den beiden gewählten Schnitten und Stoffen gelingt. Wichtig ist mir, keine Feiertagskleider zu nähen, die ich ausschließlich zu festlichen Anlässen tragen kann. Vielmehr sollen Kleider entstehen, die sowohl im Alltag, im Büro als auch für festliche Gelegenheiten geeignet sind.

Mehr zum Projekt gibt es am 05.12. in zwei Wochen. Bleibt gespannt und jetzt husch ich rüber und schau mal, was die MMM-Damen für Gedanken rund um ihre Weihnachtsgarderobe hegen. Ina vom Fitzladenblog macht heute den Auftakt mit wunderschönen Stoffen und Schnittideen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an das MMM-Team, das sie den traditionellen Weihnachtskleid-Sewalong auch in diesem Jahr wieder organisieren.

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Nachhaltigkeit und Nähen – ein perfect Match?*

Wie nachhaltig ist es eigentlich, sich seine eigene Kleidung zu nähen? Stimmt es, dass Nähen ein nachhaltiges Hobby ist? Das Thema Nachhaltigkeit ist auf jeden Fall in aller Munde, nicht nur bei uns Hobby-Näherinnen. Doch gerade wir können einiges dafür tun, Mode und Nachhaltigkeit ein Stückchen enger zusammenrücken zu lassen.

Inspiriert von einer aktuellen Podcast-Episode von Meike von Crafteln sowie vom November-MMM-Beitrag von Twill & Heftstich sowie einigen Insta-Posts, habe ich mir meine eigenen Gedanken zu Nachhaltigkeit und Nähen gemacht. Vorweg: Ich möchte hier nicht mit dem Zeigefinger auf jemanden zeigen und ich möchte auch nicht mahnend rüberkommen, sondern vielmehr zum Nachdenken anregen. Denn ich weiß eines ganz genau: Ich muss vor allem bei mir selbst anfangen. Und zwar ganz schnell.

Nachhaltigkeit – ein facettenreicher Begriff

Lange habe ich mir überlegt, wie ich diesen Beitrag starten könnte – womit? Welche Richtung soll der Beitrag erhalten? Das Thema Nachhaltigkeit und Nähen ist so vielschichtig – wo soll ich anfangen und wo aufhören?

Am meisten beschäftigt mich persönlich der Aspekt “voller Kleiderschrank”. Ein Kleiderschrank mit viel zu viel Inhalt, denn da fühle ich mich direkt ertappt.

Doch da sind auch noch andere Aspekte, die unbedingt erwähnt werden müssen:

Die Stoffproduktion

Zum einen der Aspekt der Stoffproduktion – beginnend beim Anbau von z.B. Baumwolle oder den Zuchtbedingungen von „wolle-produzierenden“ Tieren bis hin zu den chemischen Prozessen, die bei der Herstellung von z.B. (stonewashed) Jeans verwendet werden. Allein für die Produktion einer einzigen Jeans benötigt es 7.000 Liter Wasser! (Greenpeace-Studie, siehe Link unten) Da liegt Vieles im Argen und mit der Wahl der richtigen Stoffe können wir „Selber-Näherinnen“ schon mal einiges beeinflussen. Beim Kauf von Kleidung kann ebenfalls darauf geachtet werden, ob das Material den eigenen Nachhaltigkeits-Werten entspricht. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich hier noch so gar nicht konsequent bin. Da muss ich eindeutig an mir arbeiten.

Die Langlebigkeit

Zum anderen gibt es den Aspekt der Langlebigkeit von Kleidung. Viele Kleidungsstücke sind heutzutage zur Wegwerfware verkommen. Billig produziert, billig gekauft und schnell abgerockt. Manuela von Twill & Heftstich hat geschrieben (auf Basis eigener Recherche), dass ein Kleidungsstück dann als nachhaltig gilt, wenn es 30mal getragen wurde. Das finde ich eine gute Hausnummer, um mal im Kopf den eigenen Schrank und die einzelnen Teile durchzugehen. Auch hier haben wir Verbraucher:innen es selbst in der Hand: Ein qualitativ hochwertiges Ausgangsprodukt und eine gute Verarbeitung sind der Grundstein für ein neues Lieblingsteil, das uns lange begleitet.

Der volle Kleiderschrank

Jeder Erwachsene in Deutschland nennt durchschnittlich 95 Kleidungsstücke sein eigen – Frauen einige mehr als Männer. Jeder Dritte besitzt zwischen 100 und 300 Kleidungsstücken. Das macht mehr als 5,2 Milliarden Kleidungsstücke nur in Deutschland, so das Ergebnis einer Umfrage von Greenpeace. Ganz schön viel. Wenn wir uns jetzt noch überlegen, wie viele dieser Kleidungsstücke kaum oder nur wenig getragen werden und dann auf dem großen Müllberg landen, erahnt man, wie groß das Problem Fast Fashion und Wegwerfkleidung tatsächlich sind: Jedes fünfte Kleidungsstück wird laut Greenpeace so gut wie nie getragen. Harte Zahlen, harte Fakten.

Nachhaltigkeit und Nähen: Mit Augenmaß, um den vollen Kleiderschrank zu vermeiden.
Weniger ist manchmal mehr – Minimalismus liegt zwar im Trend, doch gerade vor dem Kleiderschrank ist es oftmals nur ein frommer Wunsch.

Warum sind die Kleiderschränke so voll?

Ich selbst war und bin keine Shopping-Queen. Und dennoch kann ich die Gründe für die vollen Kleiderschränke (und meinen insbesondere) gut nachvollziehen:

  1. Da sind all die Kleidungsstücke, die man nur für bestimmte Anlässe kauft. Einmal, maximal zweimal getragen und dann hängen sie da und hängen und hängen und hängen und warten auf einen neuen Einsatz, der allzu oft nie kommt.
  2. Die Dauerpräsenz der aktuellsten Trends und Must-haves. Ständige Verführung und stetige Neuerfindung der Modeindustrie. 24 neue Kollektionen/Jahr sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Der Anreiz, immer das Neueste zu besitzen und immer up-to-date zu sein, beflügelt die Kauflust einer verwöhnten Luxus-Gesellschaft, die in allen Bereichen im Überfluss lebt.
  3. Ramschpreise für Kleidung – Sonderangebote und Aktionen wohin das Auge blickt. Kauf hier mit Rabatt X, nimm hier das Mega-Schnäppchen Y und schwups, liegen wieder neue verheißungsvolle Teile im Schrank. (Zugegeben: Wenn diese Teile dann zwei- bis dreimal getragen sind, wandern sie vom Schrank gerne in die Tonne… Nachhaltigkeit geht anders. Oder sie liegen einfach ungetragen im Schrank.)
  4. Bei den Selber-Näher:innen: „Nähmaschinen-Flitzer“ hier, „Gewinnspiel-Nähen“ dort, neues „superduper, muss ich haben Schnittmuster“ hier, der „tollste Stoff allerzeiten“ dort. Und schon stapeln sich die Stoffe im Regal, die Näh-Projekte unter der Nadel und die fertigen Teile im Schrank.

So wächst der Stapel stetig. Ungebremst. Irgendwo findet sich doch immer noch ein Plätzchen im Schrank. Da mag dieser noch so klein sein. Kein Wunder, dass ca. 40% aller Kleidungsstücke ungetragen in deutschen Schränken hängen und liegen.

Ehrlich währt am längsten: Ich zähl nach

Und da dachte ich mir: Jetzt bin ich neugierig, jetzt will ich es wissen. Augen zu und durch: Ich zähl nach.

Ergebnis: Erschreckend. Ich lass ab sofort die Nähmaschine im Regal, “entfolge” allen Näh-Accounts im WWW und schaue nie nie nie mehr in einen Stoff- oder Schnittmuster-Shop rein – geschweige denn in ein Mode-Geschäft.

Ich kam tatsächlich auf sage und schreibe 174(!!!!) Kleidungsstücke:

  • 27 Tops
  • 23 T-Shirts
  • 21 Longsleeves
  • 5 Blusen
  • 9 Blazer (nur noch 8 – einen habe ich tatsächlich gerade verkauft über Vinted. Yes, she can!)
  • 6 Cardigans / Strickjacken
  • 20 Pullover
  • 24 lange Hosen
  • 10 kurze und 3/4 lange Hosen
  • 9 Röcke
  • 16 Kleider
  • 14 Jacken und Mäntel

Und da sind die Nachtwäsche, Bademode, Socken, Strumpfhosen, Leggins, Sportbekleidung und Jogginghosen noch gar nicht mitgerechnet.

Ich bin schockiert. Ich gehöre also eindeutig zu diesem „Drittel“ mit 100-300 Kleidungsstücken. Mist.

Aber: Bringt nichts, jetzt muss ich das Beste daraus machen. Immerhin beschäftige ich mich damit, immerhin hab ich vor einem Jahr angefangen, der Modeindustrie ein stückweit den Rücken zu kehren und nähe seitdem fast alles selbst und bewusst.

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Ist denn Nähen so nachhaltig?

Sagen wir mal so: Die eigene Kleidung selbst zu Nähen, kann definitiv nachhaltig sein. Es kann aber genauso gut „Fast Fashion“ sein, genau wie bei Pri… und …&mmm gekauft. Auch beim selber Nähen kommt es am Ende auf das WIE und noch mehr auf das wieVIEL an.

Einen aus meiner Sicht sehr sehr positiven Aspekt hat das Nähen aber auf jeden Fall: Man lernt den Wert von Kleidung schätzen.

Denn selbst wenn der Stoff günstig und der Schnitt im besten Falle kostenlos sein mögen, benötigt es doch viel Zeit, Geduld und auch Akribie, um ein schönes Kleidungsstück entstehen zu lassen. Selbstgenähte Kleidung kann kaum in einen „Preis“ umgerechnet werden, da dieser immer sehr hoch wäre. Das Schnittduett hatte hierzu mal eine schöne Podcast-Episode (#6) veröffentlicht, die ich euch sehr ans Herz lege.

Wie kommen wir da wieder raus? Wie bringen wir Nachhaltigkeit und Nähen unter einen Hut?

Das mein Kleiderschrank viel zu voll ist, weiß ich schon lange. Das die Masse verkleinert werden muss, ebenfalls. Ich bin dran. Kaufkleidung vermeide ich zu großen Teilen, ich miste viel aus und versuche gute Kleidungsstücke konsequent zu verkaufen oder zu verschenken.

Mein Ausmist-Stapel des heutigen Tages. Ein bunter Haufen Kleidung und ein Schritt in Richtung „nachhaltiger, sinnvoller Kleiderschrank“
Mein Ausmist-Stapel des heutigen Tages… wie kamen eigentlich die 5 schwarzen Stoffhosen mit Bügelfalten in meinen Schrank? Die Erkenntnis: Raus aus dem Schrank und in Kisten verpackt befreit ungemein.
Drei Stapel aussortierter Kleidung: Verschenken, verkaufen, umarbeiten
Aus einem großen werden drei kleinere Stapel: Links: Möchte ich verkaufen; Rechts: kommt in die Verschenke-Kiste; Vorne: Wie könnte ich die Jacke retten? Leider klappt der Kragen beim Tragen immer auf. Ich überlege, den Kragen von Hand etwas anzunähen, um das Aufklappen zu verhindern. Mal schauen, ob das klappt, wenn nicht, möchte ich zumindest den traumhaften Stoff recyceln.

Aber warum noch Kleidung nähen? Scheinbar ist doch alles da? Was können wir Selber-Näher:innen tun für mehr Nachhaltigkeit rund um unser Hobby?

  1. Nähen mit Augenmaß. Lieber ein aufwendigeres Teil als fünf bis zehn „Nähmaschinen-Flitzer“. Ich bin manchmal echt erstaunt, wenn ich auf manchen Instagram-Accounts beinahe täglich neue Näh-Meisterwerke entdecke. Selbst wenn nur jeden zweiten Tag ein neues Kleidungsstück entsteht, sind das im Laufe eines Jahres mehr als 175 Teile! Also einmal mein Kleiderschrank. Wann werden diese Teile alle getragen?
  2. „Näh deinen Stil“ – um es mit den Worten von Elle Puls zu sagen. Näh die Kleidung, die Dir wirklich steht und nicht die Teile, die zwar an anderen gut aussehen, dich selbst aber nicht zum Strahlen bringen. Kleine Sneak Peak: Meinen persönlichen Erfahrungsbericht zum „Näh deinen Stil Club“ findest Du demnächst hier an dieser Stelle 😉
  3. Nähe planvoll. Überlege zu Beginn jeder Saison, was Du tatsächlich für neue Kleidungsstücke benötigst und was bereits vorhanden ist. Was fehlt, um neue Kombinationen ausprobieren zu können und Deine vorhandene Garderobe zu bereichern? Gestalte kleine persönliche Kollektionen voller Lieblingsstücke. Evtl. Bringt dich das Konzept der Capsule Wardrobe weiter.
  4. Augen auf bei der Stoffauswahl. Achte auf Nachhaltigkeits-Label. Achte auf die Qualität der Stoffe. Wer billig kauft, kauft zweimal – das gilt auch für den Stoffkauf.
  5. Projekt-basierter Einkauf: Klingt irgendwie sehr verkopft, gemeint ist aber nur, dass Du nicht blind Stoffe, Bänder, Knöpfe, Reißverschlüsse etc. einkaufen solltest, sondern immer zu jedem neuen Näh-Projekt die dafür benötigten Utensilien und Stoffe. So reduziert sich der Stoff-Stapel in Deinem Nähzimmer bzw. Stoffregal; zumindest wächst er nicht weiter. Dein Stoff-Stapel ist riesig? Dann übe dich doch mal im Stoffabbau.
  6. Wähle die richtige Größe und passe das Schnittmuster bestmöglich auf dich an. Nimm richtig Maß und achte auf die Mehrweite eines Schnittmusters. Ein perfekt sitzendes Kleidungsstück wirst Du auch gerne und oft tragen. Ich verweise an dieser Stelle gerne an Meike von crafteln.
  7. Recycling, Upcycling und Refashion. Wer, wenn nicht wir, kann kaputte Kleidung reparieren, zu eng gewordene Teile dezent vergrößern oder mit etwas Kreativität zu neuen Lieblingsstücken werden lassen?
  8. Wie wäre es mit einer kleinen Challenge? Wir machen eine „12Monate, 12 Teile Challenge“: Im kommenden Jahr wandern nur 12 neue selbstgenähte Lieblinge im Schrank. Jeden Monat ein neues, perfekt zu Dir passendes Kleidungsstück, dass Deine vorhandene Garderobe bereichert. Hättest Du Lust? Schreib es mir in die Kommentare – dann gehen wir gemeinsam ans Werk und nähen im kommenden Jahr gemeinsam unter #12monate12teile

So, ihr Lieben, ich muss wieder an meinen Schrank und weiter misten, aussortieren, wieder entdecken, neu kombinieren und Lücken schließen.

Lass mir doch Deine Gedanken zur Nachhaltigkeit und Nähen da – ich freu mich über jeden Kommentar. I

Und wenn Du noch mehr Lesen möchtest, empfehle ich Dir den Beitrag „Nähen zur Entschleunigung“. Dich interessiert das Thema Minimalismus? Dann geht’s für dich hier weiter. Viel Spaß beim Lesen!

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Jetzt wird‘s kuschelig: Poncho Deluxe

Der November ist da und mit ihm zieht pünktlich so richtig mieses Wetter durchs Land. Genau deshalb wollte ich euch heute eigentlich meinen neuen Softshell-Mantel zeigen, aber ihm fehlt leider noch der Reißverschluss, weshalb ich die Präsentation auf den Dezember schieben muss. Dafür gibt es heute ein echtes Kuschel-Teil, das ich erst gar nicht zeigen wollte: Meinen Poncho Deluxe von Prülla.

Warum ich ihn nicht zeigen wollte?

a) weil es eigentlich ein sehr simples Teil ist und euch MeMadeMittwoch-Expertinnen kaum zumutbar;

b) weil ich immer noch nicht weiß, was ich davon halten soll;

c) weil ich – als Folge aus b) – noch nicht sicher bin, ob ich nicht alles wieder auftrenne und den Stoff anderweitig verarbeite.

Aber da uns bei einer Fahrt entlang des Bodensees eine wundervolle Herbststimmung begleitete, stoppten wir kurzerhand in Birnau für ein paar Fotos. MMM here I am!

Schnitt- und Stoffauswahl

Vorweg die Eckpunkte:

Schnittmuster: Freebook Poncho Deluxe von Prülla
Stoff: Strickstoff „Bene“ von Swafing (gekauft bei „Königreich der Stoffe“)*

Schnitt und Stoff für den Poncho Deluxe - optimal für einen kuscheligen Dauerbegleiter
Nähanleitung und Stoff – optimal für einen kuscheligen Dauerbegleiter

Über den Schnitt bin ich per Zufall gestolpert und war schnell überzeugt: Sieht kuschelig und gemütlich aus und dabei auch noch schick. Runtergeladen, ausgedruckt und los ging’s.

Naja – erstmal hab ich noch Stoff besorgt. In der Nähwelt kommt wohl kaum jemand um die Strickstoffe Bene und Bono von Swafing drum herum und so fand ein Bene in Petrol seinen Weg in mein Stofflager. Der Stoff ist wirklich super. Sooooooo unendlich weich und kuschelig. Richtig zum Wohlfühlen.

Die Anleitung zum Poncho war leider etwas dürftig und zumindest für mich nicht sofort durchschaubar und verständlich. Aber mit etwas Hirnschmalz ging es doch ganz gut.

Den Poncho gibt es in zwei Größen, laut Anleitung misst man die passende Größe anhand des Abstands von Hüfte zum Ellenbogen, also quasi den Fledermaus-Flügel-Abstand (spielt man heute noch Galgenmännchen? Wenn ja, merkt euch das Wort).

Zum Poncho gibt es keinen richtigen Schnitt, sondern man schneidet ein großes Rechteck im Bruch zu, sowie zwei kleinere Rechtecke im Bruch für die Ärmel bzw. Armabschlüsse. Dann legt man einen Arm oben rechts am Rechteck an und einen unten links – es sieht insgesamt sehr krumm und schief aus, aber am Ende kommt tatsächlich ein Kleidungsstück dabei heraus.

Poncho Deluxe: Warm und gemütlich und gleichzeitig schick. Optimal für kühlere Tage geeignet.
Der Poncho Deluxe ist nach etwas Hinzuppeln gut tragbar und im Herbst sowohl wärmend als auch schick.
GRoß, gemütlich mit Kuschelfaktor: Mein Poncho Deluxe von Prülla.
Ä bissele groß ist er zwar, aber so gemütlich

Mein Poncho Deluxe Fazit

Kann man so machen, muss man aber nicht.

Denn: Durch den „schiefen“ Schnitt kommt der Poncho Deluxe leider etwas unförmig daher und erfordert einiges an „Gezuppel“. Wenn man das mag, ein toller Schnitt, mich stört es jedoch teilweise. Das mag auch daran liegen, dass ich die große Größe genommen habe, da ich bei der kleineren Version Bedenken hatte, dass sie mir am Bauch zu kurz wird. Im Nachhinein hätte die kleine Größe vermutlich ausgereicht und mein Poncho wäre weniger Sack-artig.

Hier mal ein Auszug der Familien-Stimmen zum Poncho:
„Das sieht irgendwie komisch aus“
„Mama hast du dir ein Fledermaus-Kostüm genäht“
kurz vor Halloween: „Mama, zieh dir doch dein Fledermaus-Kostüm an“
„Was soll das denn sein?“

Ich selbst muss sagen: Je öfter ich den Poncho trage, umso gemütlicher finde ich ihn und umso wohler fühle ich mich damit. Das mag vor allem am Stoff liegen, aber auch insgesamt ist der Poncho ein „ich kuschel mich so richtig rein“-Teil. Mal schauen, wie meine Stimmung Ende des Winters ist. Wie bereits oben geschrieben, werde ich eventuell ein kleines Stoff-Recycling machen.

Wer weiß, vielleicht finde ich ja DIE Inspiration heute bei den MeMadeMittwochs-Damen. Ich freu mich auf jeden Fall auf all eure schönen Beiträge und deshalb hüpfe ich nun ganz schnell rüber.

Weitere Kreationen, die mir von der Nadel gehüpft sind:

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Blumenzwiebeln setzen für ein buntes Frühjahr (sponsored Post*)

Herbstzeit ist Pflanzzeit. Denn sobald die ersten Blätter fallen und sich das Thermometer dem Nullpunkt zuneigt, darf der Gärtner nochmal zur Hochform auflaufen. Wer sich im frühen Jahr an bunten Blüten erfreuen möchte, muss jetzt die Vorarbeit dafür leisten, ist doch Vorfreude die beste Freude!

Jetzt setzen wir die Blumenzwiebeln von Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und all den anderen Frühblühern in die Erde. Mit meinen Tipps wirst Du dich im nächsten Frühjahr an den Schönheiten erfreuen können.

Blütenmeer im frühen Jahr:
Das sind die Frühjahrs-Stars

Wenn Du jetzt ans Pflanzen gehst, kannst Du dich ab Anfang Februar bereits über die ersten bunten Boten des Frühjahrs freuen: Schneeglöckchen und Winterlinge sind die Ersten, dicht gefolgt von Primeln und Krokussen. Rund um die Oster-Feiertage erwachen die großen Frühlings-Stars: Narzissen und Osterglocken, Tulpen und Hyazinthen. Spätestens jetzt erwacht der Garten aus dem Winterschlaf.

Auf geht‘s: Blumenzwiebeln setzen im Herbst

Da unser Garten bereits ein großes Schneeglöckchen-Meer ist und ich im letzten Jahr auch ein paar Winterlinge gepflanzt habe, wollte ich nun für mehr Pracht und Duft rund um Ostern sorgen. Umso mehr freute ich mich über das prall gepackte Paket von Dutch Grown mit jeder Menge Tulpen-, Hyazinthen- und Narzissen-Zwiebeln. Sofort ging es ans Setzen der Blumenzwiebeln – quer durch den Garten und in tollen Farben.

Ein Karton voll bunter Freude: Blumenzwiebeln zum setzen von Dutch Grown
Ein Karton voll bunter Freude – beste Qualität und eine unglaubliche Vielfalt: Das Paket mit Blumenzwiebeln von Dutch Grown.

Kleiner Exkurs: Dutch Grown ist übrigens ein holländischer Blumenzwiebel-Züchter und -Exporteur in vierter Generation. Die tollen Zwiebelblumen der beiden Brüder, die das Unternehmen heute leiten, werden unter anderem im berühmten Keukenhof in Holland ausgestellt. Ein echter Traum – wann schaff ich es wohl mal nach Holland? Und wenn, dann steht jetzt schon fest: Stoffe shoppen und (Tulpen-) Gärten bestaunen.

Zurück zu den Blumenzwiebeln: Ich bin noch immer ganz begeistert von der Fülle und Vielfalt: Da sind gefiederte Papageien-Tulpen, nachtschwarze Schönheiten, purpurfarbene Grazien und pinke Überraschungen. Soooooooo schön – schon auf der Packung. Ich kann es kaum bis ins nächste Frühjahr erwarten.

Wollt ihr einen kleinen Überblick, was da (hoffentlich) alles Schönes wachsen wird im kommenden Jahr? Here we go:

Hyazinthen: Pink Surprise, Jan Bos, Pink Ball, Blue Jacket, Gipsy Queen, Royal Navy, Hollyhock, Blue Tango, Rosa Perle, Woodstock …

Narzissen: Virginia Sunrise, British Gamble, Ice King, Apricot Whirl …

Tulpen: Black Parrot, Dreamer, Black Hero, Foxtrot, Cabanna Parrot, Akebono, Negrita, Apricot Parrot, Queensland, Queen of Night …

Das Material ist da – jetzt geht‘s endlich ans Werk. Lies Dir die Tipps gut durch und dann ab in den Garten und ran an die Zwiebel!

Tipps zum Setzen von Blumenzwiebeln

Tipp 1: Achte auf hochwertige Zwiebeln
Die Zwiebel sollte frisch und prall sein. Wenn die Zwiebel hauptsächlich aus raschelndem Laub besteht, ist die Aussicht auf eine schöne Blüte im kommenden Frühjahr sehr klein.

Frisch und prall - so sollte eine Blumenzwiebel aussehen, die Du setzen möchtest.
Frisch und prall – so sollte eine Blumenzwiebel,
die Du setzen willst und von der Du auch eine
Blüte erwartest, aussehen.

Tipp 2: Pflanze nicht zu eng
Ich gestehe, ich muss mir bei diesem Punkt immer wieder an die eigene Nase fassen. Die Pflanzabstände auf den Packungen werden jedoch von den Produzenten nicht “einfach nur so” draufgeschrieben, sondern dienen Deinem Erfolg. Beachte sowohl Pflanztiefe als auch Abstände und Dein Blütentraum rückt in greifbare Nähe

Ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Zwiebeln sorgt für beste startbedingungen.
Für gute Startbedingungen, pflanze die Zwiebelblumen
mit etwas Abstand, dann können Sie sich perfekt entfalten.

Tipp 3: Abwarten und Tee trinken
Meist liegen die ersten Säckchen mit Frühblüher-Zwiebeln bereits im September in den Auslagen der Geschäfte. Doch übe dich lieber ein wenig in Geduld und bringe die Zwiebeln nicht zu früh in die Erde. Du kannst die Blumenzwiebeln bis zum ersten Frost noch setzen. Dann kann das Laub nicht zu früh austreiben, um dann beim ersten Frost zu erfrieren.

Zwiebelpflanzer: Unverzichtbar beim Setzen von Zwiebelblumen oder Blumenzwiebeln
Das ist übrigens ein Zwiebelpflanzer:
Ein kleines, praktisches Werkzeug, mit dem die Blumenzwiebeln
schnell und einfach in die Erde wandern.

Tipp 4: Mach es den Nagern schwer
Unter der Erde leben nicht nur Regenwürmer, sondern ab und an auch eine Wühlmaus. Und Wühlmäuse lieben Zwiebeln – vor allem die von Deinen frisch gesetzten Frühblühern. Um Frass-Schäden zu vermeiden, kannst Du die Zwiebeln daher in kleine Körbchen setzen und dann vergraben. Ich habe das nicht gemacht, aber bislang hatten wir auch noch nie Wühlmaus-Alarm – ich hoffe, das bleibt auch so. Toitoitoi…

Hast Du noch mehr Tipps für die erfolgreiche Pflanzung von Blumenzwiebeln für ein buntes Frühjahr? Ich freue mich über Deinen Tipp in den Kommentaren.

Jetzt heißt es: Daumen drücken, dass die vielen Zwiebeln gut durch den Winter kommen und wie von Zauberhand im Frühling erwachen und uns mit ihren dezenten und knalligen Farben und Formen erfreuen.

Noch mehr Herbst- und Winter-Tipps:

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Strickstoff vernähen oder im Fledermaus-Shirt in den Herbst

So muss sich das anfühlen, wenn man ein Schnittmuster-Label gefunden hat, bei dem man sagen kann: Ja, das passt! Und mit “so” meine ich, wenn man sich mit einem zufriedenen und glückseligen Lächeln im Gesicht vor dem Spiegel dreht. Genau “so” erging es mir bei meinem dritten Studio Schnittreif Schnitt: Dem Fledermaus-Shirt FRAU USEDOM aus Strick.

Ich gestehe: Das erste Mal Strickstoff vernähen hat mich ein wenig nervös gemacht. Denn ich hatte einige Artikel gelesen, Posts gesehen und Podcasts gehört, in denen das Vernähen von Strickstoffen als schwierig beschrieben wurde. Strickstoff ribbele sich schnell auf, dehne sich gerne unter der Nähmaschine und führe häufig ein Eigenleben, das sich nur mit Tricks bewältigen lasse.

Aber: Angeblich ist auch Jersey schwierig zu nähen und nichts für Anfänger*innen. Hätte ich das zu Beginn meiner Näh-Karriere gewusst, wer weiß? Vielleicht hätte ich gar nicht erst angefangen. Also ran ans Werk, aber zuerst noch ein Überblick zum Projekt:

Schnittmuster: FRAU USEDOM von Studio Schnittreif*
Stoff: ein feiner, lila-violetter Strickstoff-Traum, den ich bereits vor einem Jahr bei The Couture* gekauft habe. Leider nicht mehr verfügbar.

Jippie! Mein erster selbstgenähter Strickpulli

FRAU USEDOM, ein schönes Fledermaus-Shirt, das sich sehr gut vernähen lässt.
Macht sich gut, so ne FRAU USEDOM.
Angenehm und gemütlich und dennoch nicht langweilig - Strickstoff vernähen ein voller Erfolg
Angenehm und gemütlich und dennoch nicht langweilig.

Das Projekt Fledermaus-Shirt: Der Schnitt

FRAU USEDOM ist ein einfach zu nähender Schnitt für ein Shirt mit Fledermaus-Ärmeln in zwei Weiten. Die Ärmel können 3/4 oder lang genäht werden, auch ein breites/langes Armbündchen ist möglich. Ich habe mich für die schmalere Version mit langen Ärmeln entschieden.

Das Shirt kann aus allen dehnbaren Stoffen genäht werden und der von mir gewählte dünne Strickstoff war perfekt für das Projekt. Von allzu dicken Stoffen würde ich abraten, da dann die Saum-Verarbeitung am Hals schwierig wird.

Da ich zuvor bereits zwei andere Studio Schnittreif Schnitte vernäht hatte und mich mittlerweile vorrangig an den Fertigmaßen eines Schnittes orientiere, habe ich direkt in 36 zugeschnitten. Die meisten Schnitte – so meine Erfahrung – haben einiges an Mehrweite und in 38 versinke ich schnell im Stoff, auch wenn die Maßangaben immer genau diese Größe empfehlen.

Tipp zur Schnittauswahl:
Achte bei der Wahl des für dich passenden Schnittmusters darauf, ob Fertigmaße angegeben werden. Orientiere dich nicht nur an der Körpermaßtabelle, sondern gleiche die Maße immer mit den Fertigmaßen ab. Alternativ kannst Du auch direkt am ausgedruckten Schnitt nachmessen, welche Größe am besten sitzt.

Das Schnittmuster und die Anleitung sind gewohnt simpel und einfach nachzunähen. Die Anleitung ist sehr gut verständlich geschrieben und bebildert.

Besonders angetan bin ich von der Verarbeitung des Halssaums bei Studio Schnittreif. Diese kannte ich bereits von FRAU HOLLY. Dabei wir der Halsbund nicht direkt zusammengenäht, sondern beginnend an einer Schulternaht offen angenäht und erst dann geschlossen und abgesteppt. Das Ergebnis ist simpel, aber schön und sieht nicht so “gefrickelt” aus, wie ich es von anderen Schnitten kannte. Das mag aber auch an meiner zunehmenden Erfahrung liegen 😉

An FRAU USEDOM gefällt mir außerdem das breite Bauchbündchen, das schön anliegt.

Fledermaus-Shirt: Der schmale Fledermaus-Ärmel ist angenehm und nicht zu aufdringlich.
Der schmale Fledermaus-Ärmel ist angenehm und nicht zu aufdringlich.
Frau Usedom: Der Ärmelsaum wird einfach umgenäht. Alternativ gibt es den Ärmel in 3/4 Länge oder mit langem Bündchen.
Der Ärmelsaum wird einfach umgenäht. Alternativ gibt es den Ärmel in 3/4 Länge oder mit langem Bündchen.

Das erste Mal: Strickstoff vernähen

Wie bereits beschrieben, hatte ich Respekt vor dem Vernähen von Strick. Ich hab mir daher vor Beginn des Nähens zweimal den Podcast zur Verarbeitung von Strickstoffen von Elle Puls / Näh deinen Stil angehört und einige Blogbeiträge gelesen, um fit zu sein für die Herausforderung.

Und dann? Nichts.

Das war gar nicht so schwer… mit dem Strickstoff hatte ich keinerlei Näh-Probleme. Vielleicht lag es am Obertransportfuß meiner Nähmaschine? Oder es lag schlicht daran, dass es ein eher dünner Strickstoff war. Ich kann mir gut vorstellen, dass grobgestrickte Stoffe durchaus schwieriger zu verarbeiten sind.

Der Strick trägt sich auf jeden Fall sehr sehr angenehm, ist allerdings etwas empfindlich. Er zieht schnell Maschen; ich habe schon mehrere kleine “Knötchen”. Mal schauen, wie lange der Pulli durchhält…

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Mein Fazit: Etwas mehr Usedom braucht mein Kleiderschrank

Frau Usedom ist ein rundum gelungenes Näh-Projekt: Fledermaus-Shirt mit Strickstoff vernähen.

Mit meinem FRAU USEDOM Pullover bin ich sehr zufrieden. Er trägt sich angenehm, ist sehr bequem und dabei nicht zu lässig.

Einzig der etwas weite Ausschnitt stört mich ein bisschen. Aber mit einem Trägertop darunter oder einem Tuch, lässt sich das einfach kaschieren.

Ich bin mir sicher, es wird nicht meine letzte FRAU USEDOM sein. Für das nächste Frühjahr kann ich mir eine leichte Viskose- oder Tencel-Version vorstellen. Und damit die “To-Sew-Liste” weiter wächst, hüpfe ich nun rüber zu meinen kreativen Vorbildern beim MeMadeMittwoch und freue mich über jede Menge Inspiration.

Rund ums Nähen – hier findest Du noch mehr Inspiration

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