Ein neuer Kombi-Partner: Teddyjacke statt Teddymantel

Headerbild Teddyjacke mit Nahaufnahme

Anfang des Winters dachte ich: Ich möchte unbedingt einen Teddymantel haben und zwar in dunklem Blau, damit er zu möglichst vielen Outfits in meinem Kleiderschrank passt. Ziemlich schnell bestellte ich daraufhin entsprechend Stoff bei Alles für Selbermacher. Sehr großzügig, damit er auf jeden Fall für einen Mantel reichen würde. Im Blick hatte ich einen Mantelschnitt von Bernina, den es im Oktober oder November als kostenlosen Monatsschnitt gab. Alternativ fand ich den Schnitt „Fidele Adele“ von Echt Knorke spannend.

Aber es sollte anders kommen. Denn dann kam Weihnachten. Und mein Weihnachtskleid. Und die Barrel Leg Hose. Und lange Röcke mit diversen Oberteilen.

Beinahe täglich stand ich vor dem Problem, dass ich für diese Outfits keine passende Winterjacke hatte. Ich habe nur lange Wintermäntel. Bei schmalen Hosen und eher kürzeren Kleidern war das nie ein Problem. Allerdings hat sich meine Garderobe in den letzten ein/zwei Jahren durch oben aufgeführte Kleidungsstücke verändert und ob praktisch oder nicht, ich brauche für bestimmte Outfits eine kurze Winterjacke.

Wenn Pläne sich ändern

So wuchs über die Feiertage die Idee, statt eines Teddymantels eine Teddyjacke zu nähen.

Die Jacke sollte nicht zu salopp daherkommen, sondern eben auch für festlichere Anlässe tragbar sein. Ich wollte deshalb einen Kragen – keine Kapuze. Die Suche nach dem passenden Schnitt hat mich deshalb einige Wochen fast wahnsinnig gemacht. Zuerst hatte ich mit einem Bernina-Schnitt geliebäugelt, dieser hatte allerdings keine Taschen. Und eine Jacke ohne Taschen ist unpraktisch. Ein Austausch mit Melanie (500 Days of Sewing) brachte die Wende. Danke dir dafür nochmal, Melanie!

Am Ende habe ich mich für einen Burdaschnitt entschieden und ich glaube, die Entscheidung war genau richtig.

Schnitt: Burda Style 12/2024 Model 105
Stoff: Teddy von Alles für Selbermacher und Reste von Baumwoll-Jersey

Albtraum Teddystoff vernähen?

Der Teddy war wirklich sehr fest und dick, weshalb ich auf eine Verstärkung verzichtet habe. Beim Futter wollte ich Stoffabbau betreiben und einen Stoff aus dem Bestand verwenden. Mir schwebte eine dunkelblaue Webware mit kleinen Booten vor. Leider musste ich feststellen, dass davon nicht mehr genug Stoff vorhanden war. Also zog ich meine Jersey-Stapel hervor – leider waren auch hier die Mengen meist zu knapp. Ich hing ewig über den Stapeln und habe hin und her überlegt, wie und woraus ich das Futter zuschneiden könnte. Letztendlich habe ich mich für zwei vorhandene Jerseys entschieden: Einen gestreiften Jersey für die Ärmel und einen pinken mit dezenten Blumen für Vorder- und Rückenteil. Ganz glücklich bin ich damit nicht – dazu mehr in meinem Fazit.

Streifenfutter in den Ärmeln - da mussten die Streifen nicht wirklich aufeinander passen...
Streifenfutter in den Ärmeln – da mussten die Streifen nicht wirklich aufeinander passen…
Innenleben - das pinke Futter
Innenleben – das pinke Futter

Der Zuschnitt war erstaunlich einfach. Der Teddy fusselte nicht wie befürchtet – ich war schon mit Staubsauger und Fusselrolle präpariert, um das Schlimmste immer direkt zu beseitigen, aber das war nicht notwendig.

Das Nähen selbst war jedoch deutlich weniger smooth. Der Teddy verhielt sich unter der Maschine ziemlich störrisch, aber bezwingbar.

Erst spät fiel mir auf, dass der Schnitt keinen Innenbeleg an den vorderen Kanten mitbringt. Das hat mich im ersten Moment etwas verärgert, weil ich es passender und schöner fände, aber nun ist es halt anders.

Als Unterkragen habe ich übrigens nicht den Teddystoff verwendet, sondern einen Rest dunkelblaues Viskose-Leinen. Eine sehr gute Entscheidung, doppellagig wäre der Kragen aus Teddy sehr wuchtig geworden. So legt er sich sehr schön. Der Blauton passte überraschenderweise perfekt, so dass ich daraus auch noch die Taschen zugeschnitten habe.

Geschlossen wird die Jacke laut Anleitung mit Pelzhaken. Hatte ich nicht, wollte ich auch nicht. Deshalb hat meine Jacke klassische Druckknöpfe.

Fazit zur Teddyjacke

Ich mag meine Teddyjacke sehr und trage sie, seit sie fertig ist, sehr regelmäßig. Sie ist erstaunlich warm – lediglich beim Radfahren zieht es unten durch den weiten Saum etwas rein. Aber für die meisten Einsätze ist sie genau richtig und tiefe Minusgrade haben wir hier im Südwesten eher selten.

Teddyjacke 1
Teddyjacke 1
Teddyjacke 1
Teddyjacke 1
Teddyjacke 1
Teddyjacke 1

Mein einziger Wermutstropfen ist das Futter. Es gefällt mir nicht sooo gut. Der Streifenstoff im Ärmel ist für mich in Ordnung, der andere jedoch nicht. Ich überlege daher, ob ich das Futter nochmal austauschen sollte. Übung habe ich darin ja gerade durch den Austausch meines Mantelfutters, zu dem ihr hier einiges nachlesen könnt (die Sewalong Beiträge sind natürlich alle sehr zu empfehlen ;-)).

Und damit geht es auf zum – JIPPIE – MeMadeMittwoch im März. Bestimmt gibt es schon einige frühlingsfrische Outfits zu bewundern. Ich freu mich drauf!

Dank des Sewalongs bin ich auf den Bingo-Zug aufgesprungen und streiche mit diesem Blogbeitrag das Feld „mich kann man öffnen“:

26 Gedanken zu „Ein neuer Kombi-Partner: Teddyjacke statt Teddymantel“

  1. Die Jacke ist sehr schön geworden!!!
    Bei mir hat sich plötzlich eine Jacke, die ich früher immer als zu kurz empfunden habe, in die vorderste Reihe gemogelt. Die Jacken müssen sich eben der Hosenmode anpassen:-)

  2. Ich sehe eine gelungene Jacke, die wie für dich gemacht ist;). Schnitt und Farbe stehen dir wieder sehr gut! Du inspirierst mich schon wieder, denn ich habe seit 20 Jahren ein Stück Teddystoff herumliegen, für das ich nie eine „erwachsene“ Idee hatte. Mir fällt an dem Futter wirklich nichts Negatives auf, aber wenn du dich damit nicht wirklich wohl fühlst und glaubst, dass es dich im nächsten Winter immer noch stört, musst du es wohl ändern. Übung hast du ja. Vielleicht könnte ein Gürtel das „Reinziehen“ auf dem Fahrrad mindern oder so eine Art Bauchband, wie Schwangere es haben? LG Angela

  3. Ganz ehrlich?! Ich mag das Futter. Ich finde es immer cool, wenn es so kontrastreich ist. Aber du musst dich ja damit wohlfühlen. Und wenn das nicht gegeben ist, dann tausche es aus.

    Gruß Marion

    1. Danke dir, Marion. Die Futterstoffe sind ja Jersey und irgendwie ist mir das ein bisschen zu wenig „festlich“. Aber mal schauen, wie sich meine Meinung über den Sommer dazu verhält. Momentan fühle ich mich sehr wohl mit der Jacke, habe aber auch wenig festliche Anlässe im Moment.
      LG Miriam

    1. Danke dir, Tina – auf zum Kuscheln 😉
      Genau das finde ich wirklich sehr schön an der Jacke und da noch Stoff übrig ist, wird es hoffentlich auch noch eine Weste und eine Tasche geben.
      Ich könnte mir ein farblich weniger kontrastreiches Futter tatsächlich gut vorstellen. Aber mal schauen, wie ich mich bis Herbst entscheide.
      LG Miriam

  4. Oh wie schön und wohl ganz schön anstrengend beim Nähen.. Mir gefällt Deine Jacke sehr und auch Deine Änderungen. Jersey als Futter kann ich mir nicht so gut vorstellen, ist das glatt genug um in die Jacke zu schlüpfen? LG Kuestensocke

  5. Teddyjacke, oja, sehr kuschelig. Die Farbe passt auch wunderbar zu dir. Das pinke Futter ist ein guter Kontrast, aber es blitzt eben auch am Kragen doch hervor. Wenn du nicht ganz zufrieden damit bist, würde ich es austauschen. Und wie Frau Küstensocke stelle ich mir die Frage, ob Jersey, vor allem bei den Ärmeln, flutschig genug zum Hineinschlüpfen ist. Die Entscheidung, aus dem Teddystoff eine kurze Jacke statt eines Mantels zu nähen war goldrichtig.
    Liebe Grüße, heike

    1. Danke dir, Heike.
      Der Jersey war tatsächlich keine super gute Wahl – aber es sollte ja ursprünglich auch ein anderer Stoff sein. Der wäre Webware gewesen. Mal schauen, wann mich die „Tausch-Muse“ küsst. Jetzt wird dann erstmal für den Frühling genäht.
      LG Miriam

  6. oh ja, für die Barrel Leg ist die Form und Länge der Jacke perfekt!
    Es ergibt sooo ein stimmiges Gesamtkonzept und steht dir super!
    Ich mag die Farbe des Hauptfutters sehr! dieses Pink gibt einen richtig tollen Kontrast. Aber du haderst mit der Stoffwahl des Futters oder?

    1. Danke dir, Melanie.
      Ja, der Futterstoff ist Jersey und irgendwie gefällt mir die Wirkung nicht so recht.
      Die Jacke sollte eigentlich eher etwas „schicker“ werden (soweit das bei Teddy möglich ist). Daher wäre ein Webware-Futter vermutlich stimmiger.
      LG Miriam

  7. Ich liebe deine Jacke und habe direkt das Bedürfnis dich anzufassen :). Das Schnittmuster ist perfekt und ich glaube es war gut, dass es keinen vorderen Beleg gibt. Das würde die Kante um einiges dicker und wuchtiger machen. An die Druckknöpfe will ich gar nicht denken. Ich bin übrigens Team pink. Mag den hervorblitzenden pinken Eindruck. Und ja, wenn es dich im kommenden Herbst immer noch stört, dann hast du ja Übung darin. Ich habe deine UFO Aktion wirklich bewundert. Respekt!
    Liebe Grüße Birgit

    1. Hab lieben Dank, Birgit!
      Ich glaube, mich stört weniger das Pink als die Stoffart Jersey 😉
      Aber das wird schon – gut Ding braucht manchmal Abstand und ein „Wirken lassen“.
      LG Miriam

  8. Schon beim Lesen des Blogbeitrages dachte ich bei mir: oh, mit Jersey füttern, ob das gut geht? Und ich bin überrascht, wie gut Du das gemeistert hast. Mir gefällt das ERgebnis sehr gut, ich mag den Kontrast zum Pink und finde auch die geringelten Ärmel sehr witzig. Aber natürlich wäre ein Futter aus einem Webstoff, sei es ein Satin, eine Viskose oder ein anderer Futterstoff, etwas schicker. Allerdings würde ich dieses Futter glaube ich nicht raustrennen, dazu paßt es einfach zu gut…vielleicht im nächsten Herbst nochmal so eine Jacke nähen mit anderem Futter? Der Schnitt hätte es verdient, der steht Dir ausgezeichnet!
    Liebe Grüße, Barbara

    1. Eine zweite Jacke – auch eine Idee. Ich glaube sogar, dass die Reste vom Teddystoff dafür noch reichen könnten. Da ich ja einen Mantel im Sinn hatte, habe ich sehr üppig Stoff bestellt (der gerade meinen Stoffschrank aus allen Nähten platzen lässt).

      LG Miriam

  9. Liebe Miriam,
    Deine Jacke ist richtig schick geworden, super Länge, schöne Weite und der Kragen fällt auch sehr gut. Die Farbe gefällt mir auch richtig gut. Ich habe das gleiche Jackenproblem, allerdings für die Übergangszeit und den Sommer. Entweder Mantel oder Funktionsjacke, da muss ich auch noch ein bisschen suchen nach Schnitt und Material. Ich hatte mir aus den Teddy-Resten von meiner fidelen Adele auch eine Weste genäht und habe sie im Winter kaum noch ausgezogen, kann ich nur empfehlen. In der Farbe passt sie dann auch zu allem. Auf die Fell-Tasche bin ich gespannt.
    Wenn Du mit dem Futter nicht 100% glücklich bist, würde ich es tauschen. Ich persönlich bevorzuge glattes Futter, weil dann nichts klebt und auch der Abrieb der Kleidung, die Du unter der Jacke trägst, viel geringer ist. Wenn Dich der fehlende Innenbesatz stört, kannst Du den bei der Gelegenheit auch gleich ergänzen, zwei Fliegen mit einer Klappe. Allerdings glaube ich, dass Burda den mit Absicht weggelassen hat, weil der bei einem so voluminösen Stoff ziemlich auftragen könnte.
    Viele liebe Grüße, Stefanie

    1. Danke dir, Stefanie.
      Stimmt, so ein Besatz könnte tatsächlich sehr wuchtig werden. Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht.
      Eine Kuschelweste fände ich auch super, allerdings besitze ich auch schon ein paar (allerdings aus anderen Stoffen).
      Mal schauen, wie sich alles bis zur nächsten Herbst-/Wintersaison entwickelt. Jetzt ist mir wirklich nach Frühling und Frühlingsnähen. Zum Glück bin ich mit ausreichend Jeansjacken u.ä. in der Hinsicht gut gerüstet. Lust habe ich nämlich auf neue Blusen.
      LG Miriam

  10. das mit dem Futterstoff kann ich nachvollziehen. Ich habe auch einen tollen Parka genäht, der mit Jersey gefüttert ist und ich trage ihn wegen des Futters nur ungern. Also vielleicht doch wieder raus mit dem Futter.
    ÖH Bella

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