Manchmal soll es einfach nicht sein. So ist bei mir seit Mitte August nähtechnisch der Wurm drin:
Viel Sommer, sehr viel heiß, Urlaub, Schulbeginn, kaum Zeit für mich und kein Bedarf an neuer Kleidung. Bzw. da der Herbst und mit ihm kühlere Temperaturen einfach nicht zu kommen scheint (wir haben immer noch um die 25 °C) ist noch kein Gefühl für den Bedarf eingekehrt.
All das hat dazu geführt, dass ich die letzten zwei Monate lange gebraucht habe, um herauszufinden, was eigentlich das nächste Nähprojekt für mich selbst sein sollte.
Nähpläne und Gedanken zur neuen Herbst- / Wintersaison
Ich durchforstete meine Aufzeichnungen vom letzten Winter. Ich halte im Laufe einer Saison immer fest, wenn ich Lücken identifiziere, was ich schön finde, was mir bei anderen gefällt, was ich mir für mich vorstellen könnte. Denn meistens schaffe ich nicht alles innerhalb der Saison. Was hatte ich also im letzten Winter festgehalten? Was fehlt? Was braucht es? Meine Notizen gaben durchaus einiges her – manches recht vage, manches klar umrissene Projekte.
Chino Hose von Smart Pattern
Ein Projekt, dass ich definitiv umsetzen wollte und immer noch möchte ist die Chinohose von Smart Pattern, die es im letzten Winter bei der Aktion mit Herz gab. Ich hatte mir den Schnitt damals heruntergeladen und vorgenommen zu nähen. Diese Hose sollte mein erstes Herbst-Projekt werden. By the way: Die Aktion mit Herz wird demnächst wiederholt.
Zurück zur Chino: Mir schwebte eine Business Hose vor für Messebesuche oder formellere Termine. Dies führte dazu, dass ich sehr lange brauchte, um geeignetes Material zu finden. Fündig wurde ich letztendlich bei 1000Stoff. Aber das soll ein andermal erzählt werden.
Reef Sweater von Greenstyle Pattern
Ein zweites Projekt, das ich unbedingt angehen wollte und für das auch Material vorhanden ist, ist der Reef Sweater mit der Patchwork-Option im Rückteil. Inspiriert wurde ich hierzu von den tollen Modellen von Maria Barbara und Melanie von 500days of Sewing.
Somit habe ich zwei aktuelle Projekte und doch kann ich keines von beiden heute vorstellen, denn keines ist fertig.
Für den Sweater fehlt der Reißverschluss (ich nähe die Troyer-Version), den ich erst jetzt bestellt habe, weil ich lange gesucht habe, um das passende Modell zu finden. Auch wollte ich nicht einfach EINEN Reißverschluss bestellen, ich finde das vom ökologischen Aspekt nicht angemessen. Ich habe also nochmal zwei Tage darüber nachgedacht, welches Material ich demnächst noch benötige und eine größere Bestellung aufgegeben, die noch nicht eingetroffen ist. Der Sweater hängt deshalb halb fertig auf meiner Schneider Puppe.
Bis der Stoff für die Hose da war, dauerte es ebenfalls. Der Zuschnitt war schnell gemacht und auch ein erstes geheftetes Modell war relativ schnell genäht. Aber ich gestehe: Dieser tolle Spätsommer zieht mich einfach nach draußen und eher wenig in mein (Keller-)Nähzimmer.
Nix fertig – nix zu zeigen?
Deshalb habe ich zwar jetzt angefangene Projekte und auch schon weitere Ideen für die Herbst- und Wintergarderobe, aber nichts „Gescheites“ zum zeigen. Aber: DABEI SEIN IST ALLES!
Ich kann doch nicht bei einem Made Mittwoch fehlen!
Aber was habe ich vorzuweisen? Ganz ehrlich: nicht viel. Deshalb zeige ich euch zwei Projekte, die es unter anderen Umständen nicht auf den Blog geschafft hätten.
Robe / Kleid Bali von La Maison Victor
Das erste ist ein Strandüberwurf, den ich mir im Frühjahr für den Sommerurlaub genäht habe. Der Stoff ist eine Art Musselin / Double Gauze in knalligem Pink gekauft bei Wasted Fabrics. Der Schnitt ist aus der LMV das Kleid Bali. Zum Schnitt gibt es wenig zu sagen. Es ist ein sehr einfacher Überwurf. Mir ging es darum, ein leichtes Teilchen zu haben, mit dem ich an den Strand gehen und das ich auf dem Campingplatz schnell überwerfen kann.
Meine Stoffwahl war jedoch semioptimal. Eine dünne Viskose, Chiffon oder Baumwolle wären besser gewesen. Der Stoff war doch etwas fest für dieses Projekt. Nichtsdestotrotz trug ich das Kleidchen im Sommerurlaub und weil es zum MMM dazugehört, gibt es hier auch zwei Bilder davon.

Am (ausnahmsweise) bewölkten, dafür menschenleeren Atlantikstrand. Hach Urlaub.

Einmal die Wahrheit und nichts als die Wahrheit – legere und happy im Urlaub. Puh, wann kommt der nächste?
Bikini: Versuch macht klug
Im August reifte ihn mir außerdem der Entschluss, das Thema „Bademode selber nähen“ anzugehen, es zumindest zu versuchen. Da man dafür ja nicht allzu viel Stoff braucht, entschied ich mich für einen ersten Test und bestellte mir zwei Stoffe bei Alles für Selbermacher. Bei Pech und Schwefel bestellte ich die Schnitte: Ein Triangel-Bikini-Oberteil, eine Hose, seitlich gebunden und einen weiteren Bikini-Oberteil-Schnitt. Der erste Versuch sollte der Triangel Bikini werden, denn hier vermutete ich die geringsten Passform Probleme. Einen solchen Schnitt fand ich bei meiner Suche nur bei Pech und Schwefel. Ich ging schnell ans Werk, denn zugeschnitten ist so ein Bikini ja schnell, viel Material braucht es ebenfalls nicht.
Was ich jedoch unterschätzt habe, war die Menge an benötigtem Badegummi. Beim Nähen kämpfte ich dann ziemlich mit dem Material. Verarbeitungstipps für flutschigen Badelycra plus Badegummi nehme ich daher gerne entgegen. Ich fluchte ziemlich viel, brachte aber letztendlich ein tragbares Probeteil zu Stande.
Das „tragbar“ müsst ihr mir jetzt einfach glauben, weil nein, in Bikini-Bildern werdet ihr mich hier nicht sehen. Die Bilder vom Bikini verträgt die Seite leider auch nicht… daher müsst ihr euch auf meine Beschreibung verlassen. Vielleicht kann ich die Bilder noch nachreichen.
Für den zweiten Versuch habe ich einiges gelernt: Grundsätzlich passt der Schnitt in der Größe und von der Schnittführung. Allerdings muss ich beim nächsten Mal etwas mehr Zug auf die Gummibänder geben, damit sich der Stoff am Körper besser anschmiegt. Hier habe ich mich auf die Angabe in der Anleitung verlassen, bin damit aber nicht ganz zufrieden.
Tragbar ist der Bikini auf jeden Fall, allerdings würde ich ihn nicht zum rutschen anziehen. Ich werde also eine zweite Version davon nähen und auch das zweite Oberteil noch ausprobieren. Material ist nun ausreichend da (außer Badegummi, das muss ich nochmal nachbestellen).
Und damit gebe ich etwas unbefriedigt mit meinem heutigen Beitrag heute ab an die Damen vom MeMadeMittwoch, die bestimmt bessere, schönere und professionellere Beiträge in diesem Monat vorzuzeigen haben. Ich gelobe Besserung und bin angesichts meiner unfertigen Projekte sicher, dass ich November und Dezember ausreichend Post-Material zusammen habe.








