Eine gute Garderobe zeichnet sich für mich durch Einzelteile, die untereinander gut kombiniert werden können, aus. Kleidungsstücke, die nur zu einer bestimmten Hose/Rock oder einem bestimmten Oberteil passen, finde ich überflüssig und sinnlose (Kleiderschrank-)Platzverschwendung.
Wenn man wie ich mit einer sehr begrenzten Schrankfläche auskommen muss (irgendwo müssen ja auch die Stoffe lagern…), ist Kombinierbarkeit und das Denken in Outfits mehr als sinnvoll. Außerdem bieten kombinierfreudige Kleidungsstücke mehr Flexibilität und mehr Freiraum für Ideen, Kreativität und Abwechslung. Outfits wirken immer wieder neu, anders oder unbekannt, wenn die einzelnen Teile, gut untereinander kombiniert werden können. Im Grunde ist das der Kerngedanke einer Capsule Wardrobe, wobei ich den Begriff nicht so ganz mag, da er häufig mit einer „möglichst wenig Kleidungsstücke“ Maxime einhergeht. So extrem beschränken möchte ich mich nicht und auch bei mir gibt es nach wie vor Teile, die nur sehr wenige Kombipartner haben. Aber daran lässt sich ja bewusst arbeiten.
Als ich im Herbst meine Barrel Leg Jeans nähte, musste ich anschließend feststellen, dass diese für mich neue Schnittform gar nicht so einfach zu kombinieren ist. Allzu viele Kombipartner fanden sich nicht im Bestand. Für mein Empfinden braucht diese Schnittform schmale oder cropped Partner im Oberteil. Schmale wintertaugliche Oberteile hatte ich jedoch keine. Zu der dunklen Hose wollte ich außerdem etwas Helles. So beschloss ich entsprechende Oberteile zu nähen. Ich bestellte erstmal drei Stoffe: Einen Ribb-Jersey in Off-White, einen Baumwollstrick in rauchblau/taubenblau und in dunkelblau. Bis jetzt vernäht habe ich die ersten beiden Stoffe, wobei der rauchblaue Strick nicht zur Farbe der Barrel Leg harmoniert, dafür zu vielen anderen Hosen.
Als Schnittmuster wollte ich vorhandene verwenden. Ein Blick in meine Datenbank spuckte zwei mögliche Schnitte aus: Greta von Kibadoo und das Schlauchkleid von The Couture (scheint es bei der Stofflounge nicht mehr zu geben…). Greta war mein Weihnachtskleid 2023 und bietet auch eine Rollkragen-Version. Das Schlauchkleid war ebenfalls ein Weihnachtskleid (mein allererstes) und wurde von mir auch bereits in der Oberteil-Version genäht. Ich ging also beherzt ans Werk.
Kibadoo Greta in der Rollkragenvariante aus einem taubenblauen/graublauen Baumwollstrick
Greta ist an und für sich ein einfacher, vielseitiger Schnitt mit unterschiedlichen Arm- und Ausschnittvarianten. Für mein Weihnachtskleid hatte ich ihn damals verlängert und als Kleid genäht. Allerdings muss ich gestehen, dass mir die Farbe des Kleides als auch der tiefe V-Ausschnitt nie so ganz gefallen haben, weshalb ich es eher selten anziehe. Vielleicht wäre eine Färbe-Aktion sinnvoll.
Der Schnitt hat jedoch auch eine Stehkragen-Variante und diese wollte ich mit dem rauchblauen Strick testen. Zugeschnitten war schnell, genäht im Grunde auch. Allerdings kam ich mit dem Kragen-Schnittteil nicht so richtig klar. Keine Ahnung, ob ich beim Zuschneiden einen Fehler gemacht habe, jedenfalls passte das Teil nicht an den Ausschnitt. Entweder war es hinten zu hoch oder vorne zu tief… Das Schnittteil hat nämlich einen „Schwung“. Wo dieser wie genau platziert werden soll, hat sich mir leider nicht erschlossen. Ich habe daher kurzerhand zur Schere gegriffen und den Kragen begradigt. Siehe da: Hat perfekt geklappt und ich mag meinen neuen Pullover so sehr sehr gerne.



The Couture Schlachkleid als Longsleeve aus weißem Ribb-Jersey
Schlauchkleid von The Couture als Rollkragenshirt – eine sichere Bank und ein Schnitt, der gerade für solche Basics wie gemacht ist. Perfekt zum Unterziehen. Auch diesmal hat mich der Schnitt wieder komplett überzeugt: Schnell genäht, unkompliziert, guter Sitz, gute Passform. Zum Nähprozess gibt es nichts zu berichten – es sind Zwei Ärmel, ein Vorder- und ein Hinterteil plus ein Rollkragen, die zusammengesetzt werden möchten. That’s it. Mag ich.



Auf den Bildern seht ihr einen weiteren „neuen“ Kombipartner als Ergänzung: Meine Bluse Cocoon von Schnittduett nach einem kleinen Upcycling. Darüber habe ich in meinem Start-Beitrag zum UFO-Sewalong geschrieben, den ich gemeinsam mit Stefanie von Kraut und Kleid am Sonntag gestartet habe. Schaut gerne mal vorbei, macht mit – wir freuen uns!
Jetzt bin ich gespannt, was uns die nähenden MMM-Bloggerinnen heute präsentieren? Neues von der Annäherung? Erste Anzeichen von Frühling oder noch dicker Winter?









Basics sind die Grundlage jeder Garderobe und deine beiden Shirts gefallen mir total gut! Besonders das erste aus dem Strick mit dem kleinen Kragen ist toll.
Liebe Grüße von Doro
Ganz lieben Dank, Doro!
Sehr bewundernswert ist es, dass Du auch solche Basics selber nähst. Tolle Teile und sicher vielseitig zu verwenden. Unterziehshirts und Unterzieh-Rollis kaufe ich inzwischen meist wieder weil ich bisher nicht den perfekten Stoff gefunden habe. LG Kuestensocke
Ich habe noch einige gekaufte Basics im Bestand, aber ich versuche mittlerweile bis auf Unterwäsche (und Regenkleidung, weil das bekomme ich nicht wasserfest hin) tatsächlich alles selber zu nähen. Aber meine Suche nach Schnitten und Stoffen endet dafür glaub noch nicht so schnell. Der weiße Rollkragen ist perfekt, weil der Stoff etwas fester ist und damit sehr gut in den Winter passt. Aber für Sommer-Longsleeves wäre er mir zu dick. Mal schauen, was sich da mal findet.
LG Miriam
Liebe Miriam,
ich bin ja auch ein großer Fan von der Capsul Wardrobe. Deine neuen Shirts sehen sehr gut aus. In welcher Gr hast du das Schlauchkleid genäht? Es fällt ja extrem klein aus.
LG, Heike
Da hast du zwei wunderbare Basicschnitte gefunden und auch eine gute Kombination aus Stoff und Schnitt. Den passenden Stoff dafür zu finden ist gar nicht einfach. Langarmshirts habe ich lange weder getragen noch genäht, jetzt könnten mal wieder ein paar neue her. Ich nehme aber immer eher halsferne Ausschnitte, damit das Shirt nicht so arg unter den Pullovern hervorblitzt. Wenn man es aber wie du mit einer offenen Bluse kombiniert (Kompliment übrigens, die Änderung ist gut gelungen), ist der kleine Stehkragen wirklich perfekt.
Liebe Grüße, heike
Das sind zwei sehr schöne Basics geworden. Tolle Farben, schöne Schnitte.
Du hast vollkommen recht, Basics heißen ja nicht umsonst so, sie sind eben einfach die Grundlage eines Kleiderschranks. Ich muss gestehen, dass ich mir einen Schwung Basics gekauft habe, als ich festgestellt habe, dass ich eben doch nicht alle meine Kleidung selber machen kann, weil dafür einfach die Zeit fehlt. Inzwischen bin ich allerdings wieder bei Basics angekommen, weil ich, außer bei schwarz und weiß, selten genau die Farben und Schnitte bekomme, die ich mir vorstelle. Wenn man es ja eigentlich selber machen könnte, wird man so anspruchsvoll!
Liebe Grüße, Stefanie