Mein Nähjahr 2025 – eine kleine freudige Rückschau

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Das monatliche Nähtreffen des MeMadeMittwoch-Blogs ist traditionell eine Mischung aus Rück- und Ausblick. Obwohl ich eigentlich gerne zurückblicke, finde ich es schön, sich am Jahresende nochmal vor Augen zu führen, was durch das Näh-Hobby alles entstanden ist. Einen Ausblick wird es dafür nur in einer sehr kurzen Form geben, da ich mir für 2026 keine starren Vorgaben machen möchte und etwas lockerer das neue Nähjahr beginnen möchte. Mein Vorsatz lautet im Grunde: Kein Vorsatz, ein bisschen schauen, was sich ergibt, Möglichkeiten nutzen, Gelegenheiten annehmen und Dank vollem Kleiderschrank planlos loszunähen.

Der Rückblick auf meine MMM-Projekte 2025:

Ich war 2025 bei 11 von 12 Monats-MeMadeMittwochs dabei und habe lediglich aufgrund unseres Urlaubes den September auslassen müssen. Beim Durchschauen muss ich sagen: Alle Kleidungsstücke werden getragen – das eine mehr, das andere weniger. Der Leo-Sweater vor allem zu Hause (wegen der Stoffqualität – siehe Beitrag), die Jacken rund ums Jahr sehr häufig. Der Parka ist etwas dünner geraten als geplant. Ich überlege daher, ob ich eine ergänzende Weste nähen soll, die ich an kalten Tagen unterziehen kann.

Hier im Überblick meine Projekte. Die Bilder sind zu den jeweiligen Beiträgen verlinkt.

Poncho deluxe von Prülla aus Swafing Bono in Bordeauxrot
Cropped Hoodie Vera - gehackt aus dem langen Hoodiekleid
La Bavarese Allday Hoodie aus einem Swafing Stoff nach Design von Cherrypicking. Leider überzeugt der Stoff qualitativ nicht, der Schnitt hingegen schon.
Parka Alma von Bara Studio aus einem Canva, gekauft bei Kattun Stoffe.
Rollkragenpullover Inge - ein Freebook von Hemmers Itex aus einem sehr festen Baumwoll-Ripp-Jersey.
Rock Pikka von Kibadoo aus einer wundervollen Viskose mit passendem Indigo-blauem Top nach einem selbst abgenommenen Schnitt.
Lieb ich: Bluse Paloma von La Bavarese aus einem blauen Viskose-Crépe.
Neue Softshell-Jacke nach dem Schnitt Lillesol Women no. 21. Material ist von Extremtextil.
Kombination aus zwei Schnittmustern: Ein Sommerkleid aus Bluse Carla und Kleid Paola von La Bavarese aus einem Viskose-Traum von Atelier Jupe.
Hosenrock Carmela von Bernina aus einem Viskose-Crépe, gekauft bei Wasted Fabrics.
Barrel Leg Jeans von Smart Pattern aus einem leichten Jeansstoff, der eigentlich für ein anderes Projekt gedacht war.
Rava Sweater von Notches aus einem dicken Sweat und einem Waffeljersey.

Hinzu kommt mein diesjähriges Weihnachtskleid – gerade erst gezeigt beim Weihnachtskleid-Sewalong sowie mein Beitrag zum Hemdblusenkleid-Sewalong von Tina (sie näht schon wieder) und Martina (Twill und Heftstich):

Hemdblusenkleid Saudade von Mimoi Pattern aus einer Viskose von Light and Lush.
Mein Weihnachtskleid 2025: Elsbeth Woven Dress aus einem Traum-Stoff von Meet Milk.

Weitere Nähprojekte des Jahres 2025

Selbstverständlich gab es links und rechts meiner MMM-Projekte auch noch einige andere größere und kleinere Projekte, die mich an die Nähmaschine zogen. Hier im Kurzüberblick aufgelistet:

  • Rucksack Nepal von Pech und Schwefel: Diesen Rucksack habe ich (der Einfachheit halber) mit einem Materialpaket von Alles für Selbermacher genäht und mit ein paar kleinen Labeln gepimpt. Ein einfacher Nähprozess, der reibungslos vonstatten ging. Allerdings bin ich mit den Schiebern und Schnallen nicht zufrieden. Diese waren dem Stoff beigelegt, sind aber aus Plastik und halten leider die Gurte nicht fest in ihrer Einstellung. Das ärgert mich etwas, weil mir der Rucksack ansonsten sehr gefällt. Im Einsatz ist er dennoch sehr regelmäßig.
  • Warme Wilma Resteweste: Bereits Anfang des Jahres entstand eine Warme Wilma von echt knorke aus Resten. Außenstoff ist ein Rest meines Mantels, ergänzt durch Velours von diesem Rucksack-Projekt. Innen ist ein Bono-Rest zum Futter geworden. Die Weste trage ich tatsächlich gerne drinnen während des Übergangs. Sie hält gut warm und ist schnell übergeworfen. Da sie meinem Farbkonzept sehr entspricht, habe ich auch einiges an farblich passenden Longsleeves und dünneren Pullovern, die ich darunterziehen kann.
  • Tasche-Rucksack Provence von Pech und Schwefel: Tasche des Jahres. Mit der Anleitung habe ich zwar mehr als gehadert und beim Nähen einige Male sehr laut geflucht, das Ergebnis aber liebe ich (einen Beitrag findet ihr hier). Die Tasche war seit Fertigstellung eine ständige Begleiterin und gerade für Städttrips sehr praktisch durch die Rucksack-Funktion.
  • Für die Kinder: Ups, da steht es dieses Jahr 3:1… denn meine Tochter hat eine Softshelljacke bekommen, ein Kleid zur Einschulung sowie ein Winterkleid mit süßem Reh-Bügelbild. Für das Kleid zur Einschulung hat sie sich die Stoffe komplett selbst ausgesucht und ich habe dann das Bügelbild noch ergänzt. Dieser Stoff sowie die Stoffe für den Softshell-Mantel sind von Krümelchen & Kuchen. Die haben ganz wundervolle kindliche Motive auf hochwertigem Stoff – ich bin total begeistert und etwas traurig, dass meine Kids aus dem Alter für diese Motive fast schon rausgewachsen sind. Hätte ich dieses Label nur früher gekannt. Aus dem Softshell ist dann auch noch eine Laufrad-Tasche für mein Patenkind entstanden bzw. eigentlich hatte ich den Stoff für diese Tasche gekauft und die großen Reste (man muss mind. 0,5m bestellen) wurden dann zur Jacke. Für meinen Sohn gab es leider nur einen Hoodie… Aber für Jungs ab einem gewissen Alter ist es auch wirklich schwer zu nähen – viel Modellauswahl gibt es ja nicht (abgesehen von Trillionen Hoodie-Schnitten… und Hosen will er keine selbstgenähten, was ich verständlich finde). PS: Den Hoodie mag er nicht… also falls jemand Interesse hat, gerne melden. Größe ist 140.
  • Kleinigkeiten – Accessoires: Mützen und Co. wurden 2025 scheinbar keine genäht, dafür einige neue Sofakissen-Bezüge und auch drei Formkissen: Im Advent habe ich mit den Kids drei coole Nussknacker genäht, die Designs sind von Hamburger Liebe und gab es bei Alles für Selbermacher. Außerdem musste (und muss) ich Vorhänge kürzen, habe einige Abschminkpads genäht und halte regelmäßig die Augen nach Ideen zur Resteverwertung offen.
Rucksack Nepal von Pech und Schwefel mit Material von Alles für Selbermacher
Praktisch: Mein neuer Rucksack Nepal
Resteweste: Warme Wilma aus verschiedenen Resten
Resteweste: Warme Wilma aus diversen Stoffresten
Hoodie für meinen Sohn. Leider unbeliebt.
Der Hoodie für meinen Sohn – leider mag er ihn nicht… Bei Interesse gerne melden 😉
Softshellmantel aus süßem Otterstoff
Eine tolle Jacke – vor allem dank der schönen Kinderstoffe von Krümelchen und Kuchen.
Einschulungskleid mit Stoff von Krümelchen und Kuchen Stoffe
Etwas knitterig und ungebügelt aus dem Schrank: Das Einschulungskleid mit süßer Schildkröte.
Winterkleid mit Reh-Bügelbild
Winterkleid aus einem Stoffrest und mit tollem Bügelbild von Alles für Selbermacher.

Noch was offen?

Jepp, ein UFO liegt tatsächlich seit einigen Monaten in meinem Nähprojekte-Wagen: eine zugeschnittene Bluse Carla nach dem Schnitt von LaBavarese. Die Bluse habe ich 2024 bereits einmal genäht und in diesem Jahr als Oberteil für mein Sommerkleid verwendet. Parallel zu diesem Kleid hatte ich eine Bluse zugeschnitten – aber dann war irgendwie der Sommer vorbei und seitdem wartet sie darauf, vernäht zu werden. Das wird im Laufe des Frühlings definitiv passieren, denn die Bluse kann ich sehr gut gebrauchen. 

Mantel Terry von Bara Studio

Ein zweites noch offenes Projekt ist eine sehr aufwendige Reparatur, bei der ich nicht so recht weiß, wie ich starten soll: Erinnert ihr euch noch an diesen Mantel? Das Futter in beiden Ärmeln sowie an den rückwärtigen Nähten ist ausgerissen und zerfranst – dummerweise scheine ich die Stoffkanten nicht versäubert zu haben, vermutlich dachte ich: Liegt ja nachher eh innen und dadurch kann nichts passieren. Falsch gedacht. Der Futterstoff ist sehr dünn und erscheint mir sehr „reiß-anfällig“. Wie würdet ihr das angehen? Ich überlege, das Futter komplett rauszunehmen und mit einem anderen Stoff neu zu machen. Macht das Sinn? Oder gibt es eine Möglichkeit das vorhandene Futter zu retten? 

Das komplett ausgerissene Futter meines Mantels.

FAZIT UND AUSBLICK

Wie blicke ich auf dieses Nähjahr zurück? Sehr positiv. Ich bin gerade sehr erstaunt, was in diesem Jahr alles zusammen kam. Manches hatte ich tatsächlich schon nicht mehr auf dem Schirm und wenn ich mir meine Nähwerke anschaue, sind auch alle sehr regelmäßig im Einsatz. Vor allem die Jacken und Taschen/Rucksäcke haben sich sehr bewährt. Aber auch die verschiedenen Pullover und meine Barrel Leg trage ich rauf und runter. Ein produktives Jahr ohne große Fehlgriffe, das freut mich doch sehr.

Wie häufig sich Anlässe für das Weihnachts- und das Hemdblusenkleid finden werden, muss sich zeigen. Aber es sind tolle Einzelstücke, die so schnell nicht den Schrank verlassen werden.

Wie geht es 2026 weiter? Im Grunde ziemlich entspannt. Zuletzt hatte ich etwas Probleme meinen Näh-Flow zu finden und auch zu viele andere Termine und Dinge, die erledigt werden wollten. Über Weihnachten kam ich kaum an die Maschine. Auch mit konkreten neuen Projekten tat ich mich zuletzt schwer. Irgendwie ist der Schrank voll und in letzter Zeit gefallen mir viele Schnitte nicht und auch mit den Stoffqualitäten, die bei den bewährten Händlern angeboten werden, hadere ich oft. Geht es euch auch so, dass es immer schwieriger wird, schöne Stoffe ohne Poly zu finden?

Nichtsdestotrotz habe ich aktuell zwei konkrete Projekte: Eine Jacke und eine Tasche. Beide Projekte liegen bereits vorbereitet hier und erste Nähte sind genäht. Für den Februar-MMM habe ich noch Projekte aus 2025, die ich zeigen möchte und daher habe ich Zeit bis März, um meine Jacke zu finalisieren. Vielleicht findet sich darüber ja auch ein Näh-Fenster und Muse für die Reparatur des Mantels.

Gerne würde ich mich in 2026 auch an ein Patchwork-Oberteil wagen – einen Reef-Sweater wie ihn Barbara und Melanie bereits gezeigt haben oder eher ein Shirt als Erstlings-Projekt. Mal schauen, ich möchte mich nicht festlegen. Ansonsten hatte ich über das Jahr immer notiert, wenn mir Lücken oder sinnvolle Ergänzungen für meine Garderobe aufgefallen sind. Diese Liste werde ich studieren und meine Schlüsse daraus ziehen.

Egal wie und egal was – ich weiß jetzt schon, dass es gut werden wird und dass ich mich auf die monatlichen Treffen des MeMadeMittwochs sehr freue. Heute startet ein neues MMM-Jahr und viele werden einen Blick zurück und einige garantiert auch einen Blick nach vorn werfen. Ich freu mich und werde in den nächsten Tagen ausgiebig lesen und kommentieren (auch alle Beiträge, die mir vom WKSA noch fehlen).

Und wer bis hierhin durchgehalten hat, bekommt von mir die „Ehrenurkunde der nähenden Selbermacherinnen“ 😉

8 Kommentare zu „Mein Nähjahr 2025 – eine kleine freudige Rückschau“

  1. Dafür dass dir angeblich der Nähflow fehlte sind aber viele und auch wunderbar zu dir passende Stücke entstanden. Und diesmal in Blau und kühlem Rot und den Abstufungen dazwischen, das Smaragdgrün das ich immer mit dir verbinde fehlte 2025 völlig. Alles Farben die gut zu dir passen. Um den Mantel wäre es schade, das Futter sieht den Fotos nach allerdings nicht mehr rettbar aus. Ich würde das Futter heraustrennen und ein neues besserer Qualität einnähen. Das ist ziemlich viel Arbeit, ich habe mir diese Arbeit bei einem Kaufmantel letztes Jahr angetan. Nur um hinterher festzustellen dass er ein paar durchgewetzte Stellen hat…
    Liebe Grüße, heike

    1. Der Nähflow ist mir tatsächlich erst in den letzten Wochen des Jahres abhanden gekommen. Am Anfang lief es tatsächlich noch ziemlich rund. Mit dem Grün hast du recht, dieses Jahr stand es nicht so im Vordergrund. Vielleicht weil ich zwischenzeitlich einige Teile in dieser Farbe zum munteren Kombinieren habe?
      Beim Mantelfutter bin ich bei dir – es wird auf ein neues hinauslaufen, vor allem da der Obermantel echt noch wie neu aussieht. Es wäre schade um ihn.
      LG Miriam

  2. Liebe Melanie, ich verfolge deine Beiträge regelmäßig, finde fast alles richtig toll, was du inzwischen nähst, nicht immer komme ich zum Kommentieren. Ich wäre wahrscheinlich faul und würde versuchen, das Mantelfutter irgendwie zusammen zu tackern, habe das auch schon 1 oder 2 x bei Kaufkleidung gemacht, sah so ausgefranst aus wie bei dir, es hat dann meist eine Weile gehalten und nach 1 oder 2 Wintern ist es wieder eingerissen. Die sauberere Lösung ist sicher Heikes Vorschlag, aber ehrlich gesagt, soviel Arbeit, bin aber eher der schnelle unsaubere Typ, lg Anja

    1. Hab lieben Dank, Anja!
      Ja, ich kenne das mit der Ungeduld und dann kommt bei mir oft auch nur ein „flickschustern“ raus. Ich glaube, ich muss über das passende neue Futter stolpern, es muss mich catchen und dann muss ich mich vermutlich zu einem Nähabend irgendwo einbuchen und das ganze dann dort umsetzen. Dann gibt es kein Drumrum mogeln.
      LG Miriam

  3. Beeindruckend was Du alles geschafft hast – so viele schöne und gut passende Teile! Wow!
    Ja schade um das Mantelfutter. Wenn Du den Mantel wirklich gern trägst und der perfekt sitzt lohnt sich die Mühe mit einem komplett neuen Futter. Es ist langwierig und friemelig – in der gleichen Zeit könntest Du wahrscheinlich einen neuen Mantel nähen….

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